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Das  AHA! – Erlebnis  des  Monats

jeden  Monat  neu  –  jeden  Monat  etwas  anderes

—  Januar  2001  —

 

Wenn  die  Kurse  purzeln :

BÄREN  –  DIE  SYMPATHISCHE  SPEZIE

Vielfach voll hoher geistiger Fähigkeiten
und geradlinig kräftig-wagend

( Meyers Konvers.-Lex., 4. Auflage )

 

Die  Bären  im  Kampf  mit  den  Bullen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ein Amerikanischer Bison (Büffel) wie er die angefallne Baeren abkämpfet. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1730 Augsburg 1780). Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger inv. et del. / M. E. Ridinger sc. A. V., ansonsten wie vor. 25,4 x 35,5 cm.

Johann Elias Ridinger, Amerikanischer Bison

Thienemann + Schwarz 361. – Blatt XVIII der 1779 postum abgeschlossenen und von Johann Elias’ Ältestem in Kupfer gearbeiteten „Besondern Ereignisse und Vorfallenheiten“.
Angebots-Nr. 14.474verkauft

 

Zeichnungs-Unikat  von  höchster  Güte :

Die  Bienen  fühlen  sich  gestört  –

der  Bär  hat  keine  Freude  dran  …

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Selbst-Geschoß auf einen Bähren. Der hochgestreckt in angespannter Erwartung nach dem von zahllosen Bienen umschwirrten Honigtopf, aus dem der goldene Saft reichlich fließt, greifende und schleckende Bär im Augenblick der von zwei Seiten sich lösenden Schüsse. Der mit zwei Seilen verbundene Köder ist am Querbalken eines in starker Verpalisadierung aufgerichteten Gerüstes angebracht. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung über etwas Bleistift. 213 x 345 mm.

Johann Elias Ridinger, Selbst-Geschoss auf einen Bären

Auf dünnem Bütten mit typographischem Wasserzeichen. – Rückseits an den Rändern einige Spuren früherer Montage. – Rechte Oberecke mit unauffälliger winziger Restaurierung, ein 2 cm tiefer Randeinriß hinterlegt, sonst von unversehrter Frische.

Voll durchgeführte Ursprungszeichnung  vor  deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für Blatt 8 – Th. 76 – der 1750 erschienenen Radier-Folge der „Fangarten der wilden Thiere“, jenes „28 (recte 30) schöne und merkwürdige Blätter (enthaltenden) höchst interessanten Werkes“ (Nagler), von Ridinger selbst „nach dem Leben gezeichnet“ und – bis auf 8 – auch von ihm selbst gestochen.

Thienemann (S. 274, c) waren aus dieser Folge nur 3 in Weigel’s Besitz befindliche andere Vorzeichnungen bekannt, darunter eine großformatigere Variante zu hiesiger, die gegenüber dem Kupfer indes „ganz verschieden in der Ausführung“ ist. Nachweisbar des weiteren und bis auf zwei ebenfalls hier durchgelaufen bzw. noch verfügbar (zu Th. 82) sieben andere, von denen je zwei in international glanzvolle Privat- und importante deutsche Ridinger-Sammlung gelangten.

Dieser qualitätvolle 9blätterige Fangarten-Block, davon 7 oder 8 im Stichsinn, entstammt der „Gruppe der Malerischen“ jener hochkarätigen westfälischen Sammlung, mit deren über ein Jahrzehnt hinweg währender Auflösung neben u. a. Skizzen und Probedrucken auch eine Reihe ganz außerordentlicher zeichnerischer Unikate auf den Markt zurückfand, deren ungemeiner Reiz von ihrer Lavierung bestimmt wird. Deren Technik der Meister die ganze Fülle malerischer Lichtwirkung und Kontrastierung abzugewinnen verstand. Anstehende des

Bienen–Bären–Dramas

denn auch als ausgearbeitete Arbeit in Verbindung mit einer Graphik auch innerhalb des Ridinger-Œuvre heute von größter Seltenheit. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 14.973  /  Preis auf Anfrage

 

Erregendes  großes  Blatt  einer  Bärenhatz

der  Ridinger-Zeit

Oudry, Jean-Baptiste (Paris 1686 – Beauvais 1755) – Umkreis – Bärenhatze. Bär in noch frischem Kampf mit fünf Hunden, deren ersten er erledigt und einen zweiten im Griff hat. Drei weitere hinzukommend. Feder- + Tuschpinselzeichnung in abgestuftem Schwarz, brauner Lavierung und etwas Weißhöhung. 347 x 557 mm.

Jean-Baptiste Oudry (Umkreis), Bärenhatze

Auf dünnem graublauen Bütten. – Alt auf Bütten montiert und rückseits von anderer Hand mit Jean Baptist Oudry bezeichnet. – Von den drei bereits das Montagepapier einbeziehenden Längsfalten nur die mittlere als Bugfalte schärfer. Bereibungen, einige kleine, per Rahmung und/oder Passepartout überdies abgedeckte kleine Papierausfälle im äußersten Rand der beiden Seiten und unten links.

Herausragende Arbeit von großer Dichte, deren enorm gesteigerte Spannung durch Verzicht auf praktisch jegliche Staffage erzielt wird, wie schon in Beispielen der alten Niederländer begegnend und dem etwa Peter Boels Hauptblatt einer Schweinsjagd ihre mitreißende Dynamik verdankt. Kontrastierend hierzu der anstehendenfalls vom Zeichengrund mitgetragene weiche Duktus wie für Oudry vielfach so charakteristisch. Indes die gewundene Haltung des Bären ebenso spontan an Graphik und Öl Ridingers denken läßt, weniger indes die Gesichtssprache namentlich der Hunde. Nicht zuletzt aber ein Blatt, dessen noch ausstehende Identifizierung gut ist für eine Überraschung.
Angebots-Nr. 13.021  /  Preis auf Anfrage

 

Bärenjagd in Lappland. Einer der beiden erlegten Bären wird gerade von einem der drei Jäger – dieser zusätzlich mit einem Fuchs auf dem Rücken – einem Rentier aufgeladen. Im Mittelgrund Rentierschlitten, dahinter weitere Jäger. Lasiert kolor. Holzstich. 1853. Datiert. 20 x 15,5 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 12.213 / EUR  86. (c. US$ 136.) + Versand

 

Eisbärenjagd. In arktischer Landschaft von einem Fort aus. Stahlstich nach P. Wurster. 1861. Monogramm., datiert, bezeichnet. 16,7 x 18,4 cm.
Angebots-Nr. 11.058 / EUR  60. (c. US$ 95.) + Versand

 

Snyders, Frans (1579 Antwerpen 1657). Die Bärenhatze. Das starke Tier in Abwehrstellung gegen die Meute. Stahlstich von Thomas Heawood (ca. 1850 – Leipzig vor 1911). Ca. 1860. Signiert, bezeichnet. 14,8 x 16,6 cm.
Angebots-Nr. 4.913 / EUR  50. (c. US$ 79.) + Versand

 

Howitt, Samuel (1765 – Somers Town 1822). The Bear Trap. Der Bär in der Grube. Aquatinta von Howitt + M. Dubourg (vor 1786 – nach 1838) im  Ursprungskolorit. London, Edward Orme, 1813. Signiert, datiert, bezeichnet. 17,8 x 21,8 cm.

Aus Foreign Field Sports, Schwerdt I, 177 ff. (1928): „The coloured plates … especially those drawn by Howitt, are fine, both as regards draughtsmanship and colouring … (The book) is sure to increase in value …“. – Der breite weiße Rand zweiseits etwas stockig. Ein Fleckchen auch im sonst tadelsfreien Oberrand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 11.761 / EUR  101. (c. US$ 160.) + Versand

 

– – Seamen killing a Polar Bear. Auch wenn einer der beiden Hunde die Umarmung wohl nicht überleben wird, hat der Bär keine Chance gegen die mit Bootshaken und Gewehren bewaffneten Seeleute. Aquatinta im  Ursprungskolorit  wie vor. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 11.770 / EUR  117. (c. US$ 186.) + Versand

 

– – A Trap to Shoot the Bear. Der Bär in der Selbstschußanlage, hochgestreckt in angespannter Erwartung nach dem Honigtopf und dem auslaufenden Honig greifend und schleckend analog zu obigem früheren Ridinger-Motiv. Aquatinta im  Ursprungskolorit  wie vor. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 11.776 / EUR  107. (c. US$ 170.) + Versand

 

Ridinger, Johann Elias. Der nach Honig suchende Baehr. Radierung + Kupferstich. (1738.) Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. fec. et exc. Aug. Vind. / N. 39., Titel wie vor. 18,5 x 14,8 cm.

Thienemann + Schwarz 429. – Blatt 39 aus „Entwurf einiger Thiere“ ( „Diese Tafeln sind sehr gesucht“, Thienemann 1856).

„ Er sitzt über einem hohlen Baumstamm, in dem ein Bienenschwarm befindlich, und sucht die (überall umherschwirrenden) Bienen, welche ihn ins Gesicht stechen, zu entfernen. “

Angebots-Nr. 7.297 / EUR  217. (c. US$ 344.) + Versand

 

– – – Postur eines Baehren wann er Berg ab marschieret. Radierung wie vor. Bezeichnet: J. E. R. fec. / N. 40. – Thienemann + Schwarz 430; Katalog Darmstadt III.5 mit Abb. – Blatt 40 der Folge.

Von schlechtem Gesicht, „(Hat) (e)r den Kopf zwischen die Vorderpfoten genommen und steht im Begriff sich von einer Anhöhe hinab zu kollern. “ – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 7.298 / EUR  217. (c. US$ 344.) + Versand

 

– – Der Baehr im Lager an den Bratzen Saugent. Radierung wie vor. – Thienemann + Schwarz 431. – Blatt 41 der Folge. – Der Titel tlw. etwas schwach. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 7.299 / EUR  202. (c. US$ 320.) + Versand

 

– – Der Baehr erschreckt. Vor seiner Höhle einer gegen ihn züngelnden Schlange konfrontiert. Radierung wie vor. – Thienemann + Schwarz 432. – Blatt 42. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 7.300 / EUR  217. (c. US$ 344.) + Versand

 

– – Ein den Raub verzehrender Baehr. Unter einem starken Stamme im Walde über einem Reh. Radierung wie vor. – Thienemann + Schwarz 434. – Blatt 44. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 7.302 / EUR  228. (c. US$ 362.) + Versand

 

Fyt, Jan (1611 Antwerpen 1661). Die Bärenhatz. Der Bär, obschon im Eingang einer Höhle von einer Vielzahl Hunde gestellt, noch längst nicht geschlagen und, sofern nicht noch Jäger auf den Plan treten, wohl mit allen Chancen, das Schlachtfeld siegreich verlassen zu können. Rechts Ausblick auf weites Flußtal. Mit beiger Tonplatte gedruckte Kreidelithographie von Johann Woelfle (Endersbach/Württemberg 1807 – Faurndau 1893) bei Piloty & Loehle in München. 1837-51. Signiert, bezeichnet. 26 x 33,2 cm.

Nagler, Woelfle, 51. – Vgl. Nagler XI, Piloty, 312 ff. + IV, Fyt, 539 f. – Nicht bei Schwerdt. – Auf aufgewalztem China. – Rechts im Unterrand ganz schwache Stockfleckchen, ein Randeinriß säurefrei hinterlegt. Sonst von blütenreiner Frische. – Erschienen innerhalb Piloty’s seit 1834, ab 1837 in Verbindung mit Loehle herausgegebener Wiedergabe der Gemälde der Münchener Pinakothek. „Dieses Unternehmen erregte bald allgemeines Interesse, da die Theilnehmer … eine bis dahin unerreichte technische Vollkommenheit entwickelten“ und unter welchen sich Woelfle’s Hauptblätter finden:

„ Besonders schön sind die Abdrücke auf chinesisches Papier … Woelfle war schon zu Lebzeiten Piloty’s einer der ausgezeichnetsten Arbeiter, und noch gegenwärtig kommen ihm außer Hanfstängel wenige gleich “

(Nagler). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.066 / EUR  302. / Export price EUR  287. (c. US$ 455.) + Versand

 

Thoman(n) von Hagelstein, Tobias Heinrich (1700 Augsburg 1764). Überfall eines Löwen auf einen von einem Bären verfolgten Damhirsch. Einen Felsen herunterrutschend, hat der Löwe den Hirsch gepackt, derweil der Bär oberhalb hinter einem gestürzten Baum auftaucht. Unten rechts vor einer Höhlung ein Fuchs, wohl ebenso überrascht wie durchaus nicht abgeneigt, sich zuzeiten seinen Anteil an der Beute der Großen zu holen. Insbesondere angesichts des zu erwartenden Streits zwischen Bär und Löwe. Schabkunstblatt in Braundruck. Bezeichnet: T. Heinr. Thomann del. fec. et excud. A. V. 48,2 x 36,7 cm.

Schwerdt III, 172 ( „interesting“ ). – Vgl. ADB XXXVIII, 65 f. – Blatt 1 einer vierblätterigen Folge unnumerierter Tierkämpfe. – Figürl./typogr. (?) Wz. – Latein.-dt. Zweizeiler:

Hier  liget  der  Dam(m)=Hirsch  den  kaum  der  Bär  bekom(m)en
der  Löw  nim(m)t  ihm  den  Raub  und  läßt  den  Bären  brom(m)en.

Mit umlaufendem 2-2,5 cm breitem weißen Rand. – Geglättete Bugfalte. – Zwei kleine retouchierte Rasuren. – Rückseits gleichmäßig schwach gebräunt und namentlich die weißen Ränder ganz leicht stockstippig. Im übrigen prachtvoller, warmtoniger Abdruck, wie nur den besten unter den von der empfindlichen Schabplatte etwa 50-60 möglichen vorbehalten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.139 / EUR  885. / Export price EUR  841. (c. US$ 1334.) + Versand

 

„ Die  bey  ihren  Jungen

von  einem  Bären

Überfallene  Löwin “

als Blatt 2 der Jahrzehnte zurückgehaltenen 8blätterigen Ridinger-Folge

Kämpfe reissender Thiere oder die Folge der Big Five, in der Ridinger / Brockes (B. H. B., Jurist, Hamburger Senator und, bleibend, wortgewaltiger Barockdochter, 1680-1747) mit den Blättern 1-4 mit deren Kühnheit gleichziehen und per raffiniertest verpackter Verpackung per (Stellvertreter-)Abrechnung mit dem Alexanderzug ein denkbar aggressives

FANAL  FÜR  FREIHEIT  +  MENSCHLICHKEIT

setzen. Radierung und Kupferstich von Joh. Elias (1-4) und Martin Elias Ridinger. (1760.) Gr.-2° (Plattengröße ca. 38 x 29,5 cm). Büttenbezogener Ppbd.-Bd. mit Vorderdeckel-Braunprägung „Johann Elias Ridinger Anno 1760. / Mit beygefügter vortrefflichen Poesie des hochberühmten Herrn Barthold Heinrich Brockes“ in Schuber.

Thienemann + Schwarz 716-723; Katalog Weigel 16545 ( „alte jetzt nur selten vorkommende Abdrücke“, 1847!) + XXVIII (1857), 40 A (von C); Slg. Friesen 1030 (nur 2 Blatt, 1847); Slg. Coppenrath 1564 (tlw. angerändert, 1889); (Ridinger-)Katalog Helbing XXXIV (1900), 1259 als

„Sehr  seltene  Folge“,

(Th. dort in späterem Abdruck); Schwerdt III, 143; Ausstellungs-Katalog Augsburg 1967 (3 Blatt) 75-77 + Abb. 15, irrig übrigens in der kompletten Stichzuweisung an Martin Elias; Katalog Darmstadt IV.1-IV.7 (ohne Bl. 8), sämtlichs abgebildet. – Mit den Brockes-Versen (1-4) bzw. den jenem nachempfundenen im Unterrand.

Szenerien  wilder  Schönheit  der  Big  Five  in  Savanne  und  Felsenbergen,

doch auch in der Nähe des Menschen. Darunter die politisch hochbrisanten ersten vier mit

„ Der  wütige  Leopard  (recte Tiger)  wie  er  einen  Esel  zerreißt “

bei Gleichsetzung des Raubtiers mit Alexander von Macedonien. Und zum „Pferd und der Löwe“

„ Ach rettet dieses schöne Thier, das  des  Tyrannen  Last  erdrückt! / Es steckt schon in des Löwen Rachen! … Ich wollte dieses edle Thier, und seinen harten Fall beklagen, / Allein, (der) Löwe bleckt mich an, ich stutz: und selbst mein Kiel erschrickt. “

Und kämpferisch-machtvoll zur „bei ihren Jungen von einem Bären überfallenen Löwin“

„ Hier bricht … in lichten Flammen aus! Wir sehen / Die Löwin … den Bären nicht entgegen gehen / Entgegen fahren , springen , fliegen , u: blind vor Zorn v. Wuth entbrannt, / Gefahr u. Noth u. Todt verachten, die seines Feind’s  erhab’ner  Stand, / In vortheilhaffter Stellung droht, Sie greifft, da sie nicht anders kan, / … so gar des Bären Bratzen an. “

Und jubelnd zum „Auer Ochs und de(m) Tieger“

„ Hier zeigt sich die  Gerechtigkeit, hier wird  die  Grausamkeit  gestrafft, / Und manch verschlungnes Thier gerochen, Der Auer … bringt, mit nicht ungerechtem Grimm, / Durch Vorsicht, Tapfferkeit u: Stärcke, den mordbegiergen Gegner üm, / … Man hört sein Angst Geschrei  mit  Lust, u.  sieht  mit  Anmuth  seine  Pein. / … Und ein von seiner Mörder Seele, verlaßnes starres Aas entdecken. / … Man sieht wie hier des Schauers Blick, sich an der Grausamkeit vergnüge, / Wir sind dem Auer=Ochsen gut, u. nehmen Theil an seinem Siege. “

Es erstaunt, wie all dies einem so akkuraten Stück-für-Stück-Betrachter wie Thienemann verborgen geblieben sein soll. Denn diese Vierer-Gruppe dürfte in ihrer massiven Gesellschaftskritik recht elitär in der Kunst ihrer Zeit dastehen. Unübersehbar denn auch die Standorte ihrer Autoren. Das im Mittelalter schon einmal über lange Zeit demokratisch regierte Augsburg und Hamburg waren Freie Reichsstädte! Sie erweisen sich hier schlichtweg als Vorhöfe von Liberty Island, deren in den „Kämpfe(n) reißender Thiere“ entzündete Flamme weiterbrennt. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 14.137  /  Preis auf Anfrage

 

„ Spuhr  des  Baehren  –

hinder  Datze  –  Vorder  Datze  oder  Braute “

unter  großer  Bildszenerie  nebst  Buchstaben-Schlüssel  a-e

als  Blatt  3  der  23blätt.  Ridinger-Folge  der

„Abbildung  der  Jagtbaren  Thiere“  von  1740

hier  aufliegend

im sogenannten „Löwen-Exemplar“, dem mutmaßlichen Hand-Exemplar Ridinger’s , dem „Otter-Exemplar“ , beide innerhalb der hiesigen „roten Reihe“ besonderer Trouvaillen – Angebote per Nummern 28.888 bzw. 15.273 auf Wunsch.

 

Eine  Bärenhatz  in  polnischer  Waldgegend

als  Blatt  3  der  extrem  seltenen  4blätt.  Ridinger-Folge  der

Hetzjagden aus 1723 als seiner zweitfrühesten Jagdfolge, radiert – er selbst arbeitete erst ab etwa 1728 in Kupfer – von Johann Daniel Hertz für Jeremias Wolff, beide in Augsburg. 36,5-37,2 x 49-49,4 cm (2 Bll.) bzw. Blattgröße, so auch für die Bärenhatz, 33,1-34,5 x 48,6-48,8 cm.

Thienemann 9-12 als nicht in seinem Besitz befindlich; Schwarz 9-12 (1. Zustand, ergänzt um 11a als 2. Zustand; Schwerdt III, 134 (3. Zustand mit der Hertel-Adresse oder Misch-Explr.). – Als „äusserst selten“ unvollständig in anderen prominenten Sammlungen, darunter selbst Weigel, der 1846 nur Blatt 1 als Ätzdruck besaß.

Hiesiges ein Misch-Exemplar, daraus die  Bärenhatz  indes im  Erstzustand  und damit herrlichen Abdrucks. Allerdings oben und an den Seiten auf oder knapp innerhalb der Bildeinfassung geschnitten, unten bei Fortfall der Unterlängen unterhalb der ersten Zeile des 2spaltigen latein. Untertextes. Verschiedene kleinere, in den Oberecken größere Einrisse sowie Durchstiche in den Ecken säurefrei hinterlegt und bildseits ebensowenig ins Auge fallend wie verschiedene Falt- und Knitterspuren. Ein 1 cm breiter Ausriß im rechten Seitenrand dezent ergänzt.

Bibliographische Gesamt- + Detailbeschreibung der drei anderen Blätter – Auszug zur Jagd / Hirschjagd im Wasser / Saujagd – auf Wunsch. Von L’Art Ancien in Zürich wurde das übernommene Schwerdt-Exemplar 1939 wie folgt qualifiziert:

„ Große  und  dekorative  Blätter  aus  der  Frühzeit ,

von  größter  Seltenheit . “

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.885  /  Preis auf Anfrage

 

„Sous  Charlemagne“

mit  u. a.  großem  Jagdzug,  neben  den  Meuten + Falkonieren

Bären , Löwen + Katzen ,

teils  gezähmt,  mitführend,

innerhalb  der  12blätterigen  Folge

Aubry, Charles (Frankreich 1. H. d. 19. Jhdts.). Chasses Anciennes d’après les Manuscrits des XIV & XVe Siècles. Folge von 12 Lithographien (35-41,5 x 27-29 cm). Paris, Ch. Motte, 1837. Gr.-2. Lose in OBütten.Umschlag mit Wz. und farbig illustr. lith. Vorderumschlag. Unbeschnitten.

Schwerdt I, 47; Souhart 28; Lipperheide Tf 24; AKL V, 587, l’Histoire de l’Equitation + hiesiges zu einem, bibliographisch zudem fehlerhaften, Werke vermischend. – Auf großem festen Papier mit Verleger-Trockenstempel. – Vereinzelte Kleineinrisse im breiten weißen Rand säurefrei hinterlegt. Meist nur in letzterem leichte Braunstippen und ganz außen tlw. schwacher Wasserrand oder Braunfleck. Der Umschlag zwangsläufig zeitspuriger, doch ohne Beeinträchtigung seiner von Ruhe, aber auch reichem Geschehen bestimmten Illustration.

Neben anstehendem für nach 1945 hier kaum eine Handvoll weiterer Exemplare nachweisbar und damit ebenso selten wie instruktiv.. Ganz im Gegensatz zu der auch auf hiesigem Titel erwähnten gleichartige 24blätt. „L’Histoire de l’Equitation“ von 1833/34, die auf dem deutschsprachigen Markt regelmäßig vorkommt, gleichwohl schon 1912 auf der Versteigerung Boerner CXII, 2296 als „selten“ qualifiziert wurde.

Gestaltet mittels der alten Einfaßtechnik, dem sogen. Troubadourstil, mit jeweiligem Hauptbild als Gesamtszenerie, der instruktive Detaildarstellungen, sei es im eigenen Bildrand oder in separaten großen Einfassungsleisten, beigegeben sind, erläutert allseits von eingestreutem Text. Wodurch Aubry ( „bekannter Lithograph“ , Thieme-Becker ) „vorbildhafte Wirkung in seinem Genre (erreichte). Im Spätwerk verzichtet er auf diese Rahmung ganz. 1822 Prof. für Malerei an der Ec. R. de Cavalerie in Saumur (AKL). Gestaltete vornehmlich Jagd-, Genre- und Militärszenen in der Manier der Vernets und konkurrierte darin auch mit Victor Adam“ (AKL). – Durchweg im Stein signiert bzw. monogrammiert (2), 3 mit 1835 bzw. 1836 (2) datiert.

Une St. Hubert – Chasse au sanglier – Chasse au cerf – Chasse de l’antilope au léopard – La chasse du loup – Chasse au faucon – Chasse au lievre à force – Des chiens courans – Chasse de gazelles – Sous Charlemagne – Chasse de l’autruche et de l’éléphant – Chasse au renard .
Angebots-Nr. 12.101 / EUR  620. / Export price EUR  589. (c. US$ 934.) + Versand

 

Tanzbär

Tanzbär zwischen zwei Flötenbläsern. Deckfarbenmalerei auf Karton. Ca. 1920. Hs. bezeichnet. 127 x 178 mm.

Zigarrenkisten-Illustrationsentwurf („Flor Extra Fina“). – Unten rechts hs. Reg.-Nr. C 223. – Rückseits Montagespuren.
Angebots-Nr. 6.641 / EUR  118. (c. US$ 187.) + Versand

 

Baerengraben in Bern. Vier Tiere in Kommunikation mit Schaulustigen. Holzstich nach Friedrich Specht (Lauffen a. N. 1839 – Stuttgart 1909). Monogrammiert, bezeichnet. 16,7 x 12,4 cm.

Verso: Bauernfeind, Gustav (Sulz a. N. 1848 – Jerusalem 1904). Rathaus in Bern. An sonnigem Morgen, mit verschiedenfältiger Staffage. Holzstich nach G. B. für Adolf Closs, Stgt. (1875/77.) Monogrammiert: G. B., bezeichnet wie vor. 13,9 x 18,7 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
Angebots-Nr. 9.691 / EUR  50. (c. US$ 79.) + Versand

 

Der  Bär  als  Antithese  zur  „Line of Beauty“

Hogarth’s  doppeldeutiger  „The  Bruiser“  vor  dem  Finis

Hogarth, William (1697 London 1764). (The Bruiser, C. Churchill … in the Character of a Russian Hercules.) Der Literat Charles Churchill, dessen „Epistle to Hogarth“ den Meister ergrimmt hatte, in Gestalt eines kräftigen Bären, dessen einzige Nahrung würziger Porter zu sein scheint, dessen Krug er fest an sich drückt, vom frischen Schaume schleckend. Der Epistel hingegen besorgt es Lieblingshund Trump auf seine Weise. Zur Rechten weitere zeitpolitische Anspielungen. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by W. Hogarth. / Engraved by T. Cook. / London Published by G. G. & J. Robinson Paternoster Row June 1st. 1800. 37,8 x 28,9 cm.

William Hogarth, The Bruiser (C. Churchill)

Hogarth-Katalog der Tate Gallery, 1971/72, 220 (2. H.-Zustand vor Überlagerung der Palette mit Stich-Illustration, so auch hiesige Cook-Fassung) + Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 91 (7. Zustand mit der Überlagerung), jeweils nebst Abbildung.

Selteneres Blatt , für das in der Eile (August 1763) das 1749er Selbstportrait herhalten mußte, aus dem Hogarth sich selbst flugs herausnahm, um an seine Stelle den Widersacher ins Oval zu setzen. Einiges fügte er noch hinzu, die beiden Folianten-Titel – der dritte Band auch hier titellos – wurden angepaßt: Great George Street A List of the Subscribers to the North Britons + A new way to Pay old Debts, a comedy by Massenger. Auch „The Line of Beauty“ auf der Palette fiel angesichts eines solchen Rohlings dem Schliffe zum Opfer. Die die Palette nunmehr überlagernde Stich-Illustration von Cook ( „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“, Thieme-Becker) ebensowenig übernommen wie der Untertext.

Churchill, ein heruntergekommener dichtender Geistlicher, war ein Parteigänger John Wilkes, an dessen North Briton-Gazette er mitarbeitete, die hier als lügenbestückte, die Karikatur erschlagende Keule versinnbildlicht wird. Indes, wie häufig, wuchs die Arbeit weit über ihren Anlaß hinaus.

Zunächst führte die Fortnahme der „Beauty Line“ direkt zum Analysis Complex:

„ Hogarth regarded the likeness to a bear as more insulting than it may generally appear; for him there was an aesthetic antithesis between the earlier and later significance of the plate. In the ‚Analysis‘ he wrote that ‚we may … lineally account for the ugliness of the … bear … which (is) totally devoid of this waving-line …‘ “

Zum andern der zu später Zeit vorgenommene Bildaustausch zu geistiger Reflexion:

„ There was nevertheless a quality akin to self-destruction in appropriating to his purpose the plate of his own portrait, which served as frontispiece to his collected works. “

Und ‚What may follow God knows. Finis.‘ meditierte er in diesem Zusammenhang. Doch

„ This was not quite the end of the story. Hogarth continued to work on his notes … and his concluding print ‚The Bathos‘  was engraved in the following year“ (April).

(Alles Cat. Tate Gallery S. 89.) ‚The Bruiser‘ als somit vorletzte Arbeit.

Herrlicher Abdruck von strahlendem Hell-Dunkel auf festem Papier. Die Darstellung im übrigen – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im ursprünglichen Hogarth’schen Folio-Format.
Angebots-Nr. 7.500 / EUR  496. / Export price EUR  471. (c. US$ 747.) + Versand

 

– – – Dasselbe in Cook’s kleinerer Wiederholung. Bezeichnet: C. Churchill. / Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, Nov. 1st. 1807. Bildgröße 17,5 x 14 cm. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. Dessen Außenkanten leicht stockig.
Angebots-Nr. 8.898 / EUR  138. (c. US$ 219.) + Versand

 

Hogarth, William (1697 London 1764). Hudibras’s First Adventure. Der englische Don Quichote, die Pistole gezückt, im Kampfe mit knüppelschwingender Rotte, darunter ein einbeiniger Fiedler und ein Schausteller mit Tanzbär. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). (1802.) 26,7 x 35,7 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 14.723 / EUR  185. (c. US$ 293.) + Versand

 

– – – Dasselbe in Cook’s kleinerer Wiederholung. 1807. Bildgröße 13,9 x 17,1 cm. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten und dieser dreiseits in der Außenpartie leicht stockig bzw. gebräunt.
Angebots-Nr. 14.724 / EUR  60. (c. US$ 95.) + Versand

 

– – – Dasselbe in Hogarth’s Eigen-Radierung/Kupferstich von 1726 mit der Sayer-Adresse der 1768er Neuauflage und hier im Abdruck von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“). 27,4 x 34,6 cm.. – Abbildung Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 3.
Angebots-Nr. 14.725 / EUR  148. (c. US$ 235.) + Versand

 


 

“ Thank you Mr. Niemeyer, The prints (you are delivered two weeks ago) are being framed right now. My framer is very particular (works for the National Gallery … ) and I am having a perfect frame made for the large Ridinger (the imperial stag hunt Th. 67). Best regards ”

(Mr. J. R. L., November 19, 2003)