|
Widerrufsrecht Impressum niemeyer’s AHA!-Erlebnisse 45 Jahre Kunsthandlung + Seltenheitsantiquariat Kataloge
Autographen
KartographieBibliophilie Alte Meister Zeichnungen Grafik XX. Jahrhundert Recht Orts- + Landeskunde Miscellania: Bücher + Grafik William Hogarth Joseph Georg Wintter Die Familie Rugendas Tiere, Jagen, Umwelt Fischen + Angeln Pferde + Reiten Künstlerindex Homepage e-mail
Datenschutz Geschäftsbedingungen |
Weidevieh + Milchproduktein Graphik des 17. – 19. Jahrhunderts
Milchwirtschaft – Vache, La. Darstellung der sich auf Grund der Kuhhaltung ergebenden Produkte als da sind Milch, Butter, Kuchen, Hornartikel, darunter Kämme + Dominosteine, Leder u. a. m. Mit Tonplatten gedruckte u. zusätzlich stellenweise kolor. Lithographie von Colette und Ed. Renard. Ca. 1860. Signiert, bezeichnet. 27,5 x 38 cm. Aus Delbrücks „Les récréations …“. – Oben und unten eingerissene Mittelfalte hinterlegt. – Instruktive Übersicht.
Die Tiere , die uns am nächsten stehen(Howitt, Samuel.) Howitt’s miscellaneous Etchings, old & new. New Edition. Radierter Titel und 50 Radierungen (ca. 9-15 x 15,5-22 cm). (London,) Edw. Orme, 1812. 4°. Alter Lwd.-Bd. m. Rücken- und aufmontiertem Titelschild. Unbeschnitten. Thieme-Becker XVII, 588 f. (unter irriger Zuweisung an einen William H.). – Vgl. Mellon, Prints, 11 + Graesse III, 380 (jeweils Ausg. von 1803). – Nicht bei Schwerdt. – Figürl. Exlibris Dr. H. G. Roederstein auf Innenspiegel. – Auf festem Papier von 1822 mit typograph. Wz. I I S & S, die unregelmäßig beigebundenen Zwischenblätter von 1828. – Einband stärker zeitspurig, Buchblock vorne angebrochen. Titel + insgesamt 8 Tafeln mit tlw. in eine Bildecke hereinreichendem, indes fast ausschließlich nur im meist breiten weißen (Platten-)Rand bemerkbarem schwachen Wasserrand. Erste und letzte Tafeln mit minimalem Stockstippenanflug, nur Titel + Frontispiz etwas stärker. Ansonsten von schöner Frische und neben Steinbock-Familie – Rotwild (6, darunter ein Brunftkampf) – Pferde (10), (Jagd-)Hunde (10) – Löwen (2) – kämpfende Büffel – Schwarzwild Haustiere wie Rinder (9 + 3 zusammen mit Schafen) , meist in landschaftlicher, doch auch häuslicher bzw. landwirtschaftlicher Umgebung zeigend. Durchweg in der Platte signiert: „Howitt“, tlw. auch mit den Zusätzen „in. et f.“ sowie Howitt’s bzw. H. Brookes’ Adr. und Datierungen von 1792 (4), 1797 (2) + 1801 (12). – Eine vergleichbare 49blättrige Zusammenstellung verschiedener Folgen mit Datierungen 1792-1803 in der Mellon Collection. Die Ausgabe von 1812 hier wohl anläßlich Howitt’s Tod neu aufgelegt. Samuel Howitt (1765 – London 1822) war „als praktischer Sportsmann … in der naturgetreuen Wiedergabe von Jagd- u. Sportszenen überlegen … Als Radierer verfügt H. über eine ungemein saubere u. feine Nadel. Er hat … zahlreiche Werke mit Stichen u. Radierungen nach eigenen Vorlagen publiziert“ (Thieme-Becker, dessen irrige, von Heller-Andresen übernommene Zuweisung hiesiger Publikation an einen – Nagler nicht bekannten – ebenfalls 1822 verstorbenen William Howitt indes allein angesichts von Signatur + Adresse widerlegt wird). – Vorliegendes Album somit somit beispielhaft für Howitt’s Tierverständnis , Howitt’s Radierkunst – Hier haben Sie sie ! Angebots-Nr. 12.227 / EUR 1432. / Export price EUR 1360. (c. US$ 2195.) + Versand
Alp, Auf der. Hirte mit Rinderherde. Getönter Holzstich nach Paul Meyerheim (Berlin 1842 – 1915). (1875-77.) Signiert, bezeichnet. 19,7 x 25,1 cm.
Melker von Buochs (CH). Pfeiferauchend am offenen Fenster. Holzstich, wohl nach Charles Hermans (Brüssel 1839 – Mentone 1924). Monogrammiert: CH. 15,5 x 10,8 cm. – Rückseits: Beinhaus in Buochs. Besucherstaffage vor dem Schädelregal. Holzstich bei Adolf Cloß (1840 Stgt. 1894; „seinerzeit einer der besten seines Faches in Deutschland“, Thieme-Becker). (1875/77.) 16 x 13,8 cm. – Beidseits in sich geschlossener Text zur Folklore, namentlich zum Älplerkilde zur Heimkehr der Herden.
Die berühmte Sceneriezugehörig den allerfrühesten ,von Ridinger auch selbst gestochenen ArbeitenRoos, Johann Heinrich (Otterberg, Pfalz, 1631 – Frankfurt/M. 1685). Der Stier mit der Glocke. In Gesellschaft von Ziege + Schafen vor Ruine. Radierung von Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Zwischen 1724 + 1728. Bezeichnet: Ioh. Hein. Roos inv. et del. / Elias Ridinger sculpsit Aqua forti. 26,8 x 31,3 cm. Thienemann + Schwarz 798; erlebnis ridinger 1698-1998 15 mit Abb.; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, IV.11 mit Abb. – Vgl. die Roos-Zeichnung im Gegensinn G.1672 in Augsburg, erstmals veröffentlicht im Ausstellungskatalog „Meisterzeichnungen des Deutschen Barock“, ebda. 1987, Nr. 55. – Blatt 2 der gegenüber der ersten „weit gelungenere(n)“ zweiten und zugleich größten der drei Ridinger-Folgen nach Roos. Der herrliche Druck der Sammlung Frisch in offensichtlichem Zwischenzustand mit unterstellter Adreß- und Nummernfortnahme in der Mitte. – Mit typograph. Wasserzeichen und stellenweise noch leichtem Facettenschmutz. – Leicht stockiger Rand, der dreiseits 6,5-7 cm und oben 2,4 cm mißt. – Verso der Frisch’sche Sammlungs-Stempel. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Potter, Paulus (Enkhuizen 1625 – Amsterdam 1654). Eine Gruppe Hornvieh (3 zuzgl. eines Schafes) mit der pissenden Kuh / Eine Gruppe Pferde (4) mit dem Bauern und desssen Hund. Am Horizont rechts jeweils Mühle bzw. Kirchturm. 2 Blatt. Radierungen mit reicher Aquatinta von Johann Heinrich Tischbein II (Haina 1742 – Kassel 1808). (1787.) 19,3-19,7 x 25,4-27,3 cm. Nagler, Tischbein, 24 und wohl 30. – Blätter 1 + 2 der punktweise aufmontierten, durchweg früheren Abdrucke der Tischbein-Suite von 1827, Nagler 45. – Auf Plattenkante bzw. innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten. – Blatt 1 in der rechten Oberhälfte übersehbar schwach wasserfleckig. – Slg. Dr. Strousberg, Berlin. Die beiden schönen Gegenstücke – von Nagler zu den vorzüglichsten Blättern Tischbeins gezählt – „ aus dem berühmten Gemälde … in der Churfürstl. Gallerie zu Cassel … (genannt) die pissende Kuh “ . Tischbein, Hofmaler des Landgrafen von Hessen, war Inspektor der für ihre reiche Niederländer-Sammlung berühmten Kasseler Galerie. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – Eine Kuh. Radierung mit Aquatinta, teils in Braun, von Tischbein wie vor. 16,5 x 20 cm. – N. 56. – Blatt 13 der Suite. – Rändchen um die Einfassung. – Reizvolles Blatt. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – Viehstück. Stier mit zwei Kühen in verschiedener Stellung nebst ruhendem Schaf auf karger Weide. Rechts zurückgesetzt Dorfstaffage, davor zwei weidende weitere Tiere. Aquatinta-Radierung von Tischbein wie oben. Bezeichnet: P. Potter / JHT (ligiert) 1789. 18,3 x 24,6 cm. – N. 45. – Blatt 4 der Suite. – Auf Plattenkante geschnitten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – Tierstück. Drei Rinder und ein Schaf unter Bäumen. Rechts am Horizont ein Kirchturm. Aquatinta in Braundruck von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. Signiert, datiert. 21,8 x 30,5 cm. Seltenes Blatt. – Beiliegt Textblatt zur Biographie Potters und der für ihn erzielten Preise. – Bernt:
Die beiden ineinanderstehenden Kühe links nahezu identisch in der Stellung der beiden auf dem Bild in Kassel, Die pissende Kuh. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Hirten mit Schafen und Ziegen nebst Hütehund vor Dorf in hügeliger Landschaft. Kupferstich. Ca. 1780. 10 x 12,9 cm. Blatt 24 einer größeren Folge. – Mit Wasserzeichen. – Etwas schwacher Abdruck. – Im breiten weißen Unterrand fleckig.
– eines Nomadenstammes mit ihren Kühen + Schafen vor den Zelten. Kupferstich wie vor, doch guter, fleckenfreier Druck.
Romeyn, Willem (Haarlem ca. 1624 – ca. 1694). Viehstück. Stier, zwei Kühe und drei Schafe in der Ruhe an kleinem Gewässer in hügeliger Landschaft. Radierung mit Aquatinta von Johann Heinrich Tischbein II (Haina 1742 – Kassel 1808). Bezeichnet: WRomeyn pinx: / H. Tischbein fec. 1788. 19,2 x 25,2 cm. Nagler, Tischbein, 25; Wurzbach, Romeyn, 8. – Blatt 7 der Suite. – Mit Untertext: Das Original befindet sich in der Sammlung des Herrn Geheimen Regierungs Rath von Schmerfeld zu Cassell. – Auf Plattenkante geschnitten. Schönes Blatt des Berchem- und Dujardin-Schülers, im Gegensatz zu denen, so Bernt, „seine schwerfälligen Herdentiere nachlässiger gezeichnet“ sind. Solche Schwerfälligkeit indes hier nicht zu konstatieren, wohl der teils geradezu schöne Blick der Tiere. Und im übrigen „Eine stehende Kuh (hier Stier) ist typisch … In der Albertina … mit 13 schönen Blättern sehr gut vertreten“.
Pyne, William Henry (1769 London 1843). Highland Shepherd. Der schottische Schäfer nebst Hund auf einem Steinhang sitzend. Kolor. Aquatinta für William Miller in London. 1805. 34,5 x 25,5 cm. Aus Lipperheide Gca 18 (Ausgabe von 1808). – Mit Textblatt. – Seitenränder auf Plattenkante geschnitten, doch unwesentlich, da viel weißer Plattenrand. – Auf festem Whatman-Papier.
Wintter, Joseph Georg (1751 München 1789). (Viech-Stücke nach verschiedenen Meister … von … Hof und Jagt Kupferstecher in München 1784.) 7 von 8 Blatt der Folge von Rindern, davon eines zugleich mit zwei Schafen, nach Dujardin (5), Berchem + Both. In unterschiedlich ausgeführter Landschaft, teils vor Dorfkulisse. 1783 (1) + 1784. Unterschiedlich bezeichnet und von 2-8 numeriert. Ca. 13 x 18 cm. Nagler 12. – Aus der frühestens 1821 herausgegebenen, nur noch 44 Blatt (von 137, so die hier anderwärts nicht nachweisbare Ausgabe Weigel 21336, davon „Die meisten … sehr selten“) vereinigenden Augsburger Sammelausgabe Schwerdt III, 190, a ( „Rare“ ) auf schwerem Papier, deren herrliche Druckqualitäten die kleinen Auflagen verrät und Schwerdt in Unkenntnis der zeitlichen Gegebenheiten vielfach auf Probedrucke vor der Schrift schließen ließ. – Ohne das Titelblatt. – Im breiten weißen Rand außen partiell schwach stockig. – Einzelblätter ggf. auf Anfrage. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. In jeder Hinsicht eine Trouvaille des MeistersRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das glückseelige Schäferleben. / Vita pastoritia felix. Der schmachtende Schäfer-Galan zu Füßen seiner noch sehr überlegenen Schäferin liegend und auf den mitgebrachten Wein deutend. Links vor der Hütte ein auf den Rücken eines Stiers gelehnter Hirte, rundum Schafe sowie zu Füßen seines Herrn der Hund. Schabkunstblatt (nach François Boucher, 1703 Paris 1770). Bezeichnet: J. E. Ridinger exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 42,5 x 53,4 cm. Thienemann-Stillfried / Schwarz 1400 + Helbing 1537 (jeweils Variante?); erlebnis ridinger 1698-1998 18 mit Abb. – Nicht bei Weigel + Coppenrath. – Zweiteil. typograph. Wz. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext. – Erst durch Stillfrieds 1876er dritten Nachtrag bekanntgewordenes herrlich großes Blatt und wie alle Ridinger’schen Schabblätter sehr selten. Bekannt hier nur noch das Exemplar der 1958 aufgelösten Gräflich Faber-Castell’schen Ridinger-Sammlung sowie ein weiteres, sofern nicht dasselbe, Anfang der 60er. Indes das hiesige sich von jenem durch verschiedene Druck-Abweichungen unterscheidet. Von größter Seltenheit, da die kostbare Schabmanier nur Auflagenhöhen von etwa „50 oder 60 saubere(n) Abdrucke(n) (zuläßt), hernach aber schleift (das Bild) sich bald ab“ (Sandrart 1675). Entsprechend notierte denn auch Thienemann 1856:
Daß anstehenden Falles als herausragender zusätzlicher Seltenheitsfaktor eine geradezu superbe Breitrandigkeit von 9,7-10,3 für die Seiten und 4,5 bzw. 5,6 cm oben und unten hinzutritt, ist denn schon nur noch das den anspruchsvollen Sammler so unendlich beglückende letzte non plus ultra. Hier denn also Die Rarität an sich – der stark abweichende Frühdruck – herrliches Hell-Dunkel + enormer Rand . Der untere Rand minimal rissig. Rückseits schwach sichtbare Mittelfalte. – Mit „sehr breitem Rand“ bestach seinerzeit (1900) übrigens auch das Exemplar Helbing’s, hochbewertet mit 70 Goldmark als guter Hälfte ( sic! ) dessen, was er für ein sehr gutes Exemplar der 23blätterigen ( sic! ) Jagtbaren Thiere veranschlagte, nämlich 130. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
FOLGEN weitere RADIERUNGEN von JOHANN HEINRICH TISCHBEIN II wie eingangs Eine Kuh nach links schreitend. Nach Johann Heinrich Roos (Otterberg 1631 – Frankfurt/Main 1685). 15,1 x 20,9 cm. – Blatt 12 der Suite. – Innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– seitlich nach rechts, von hinten gesehen. In Braundruck. 12,3 x 8,7 cm. – Blatt 10. – Tlw. auf Plattenkante geschnitten. – Feines Blatt.
Ruhender Ochse. Nach Roos wie vor. 12,5 x 20 cm. – Blatt 15. – Innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Ein Stier nach rechts. Nach Friedrich Wilhelm Hirt (1721 Frankfurt/Main 1772). 8,5 x 12 cm. – Blatt 11. – „Sehr gerühmt wird (Hirt) als Tiermaler …“ (Th.-B.).
Eine Ziege. Nach links, mit den Vorderläufen auf einem Felsausläufer stehend. Nach Roos wie vor. Bezeichnet: JHRoos / JHT 1789. 16,2 x 14 cm. – Blatt 26. – Mit schmalem Rand um die Einfassungslinie.
Ein Ziegenbock. Aufmerksam, erhobenen Hauptes nach rechts. 12,3 x 12,2 cm. – Blatt 27. – Innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten, oben bis dicht ans linke Horn.
– Ruhend, nach links. Aquatinta. 11,1 x 17,1 cm. – Blatt 25. – Auf Plattenkante geschnitten. – Schönes Blatt.
Eine weitere Trouvaille des Meisters nach BoucherJohann Elias Ridinger. Die thörichte Eifersucht. / Zelotypia stolida. Als Schäfer posierender junger Galan gesteht seiner Schäferin seine Liebe, belauscht dabei von einem jungen Hirten. Beidseits Schafe + Lämmer. Schabkunstblatt (nach Boucher wie oben). Bezeichnet: Joh. El. Ridinger exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 42,3 x 54,3 cm. Schwarz 1461 nebst Taf. Bd. 2, XX (Variante); erlebnis ridinger 1698-1998 19. – Nicht bei Helbing, Weigel + Coppenrath. – Typograph. Wz. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext. Thienemann und Stillfried unbekannt gebliebenes herrlich großes Blatt, neben dem von Gutmann’schen hier allein noch nachweisbar in dem knitterfaltigen und bis zum Bildrand beschnittenen Exemplar der 1958 aufgelösten Gräflich Faber-Castell’schen Sammlung, bei dem mangels Abbildung die Zustandsmerkmale offenbleiben müssen. Hier denn nun von größter Breitrandigkeit mit lediglich bildseits nicht wahrnehmbarer Mittelfalte. Der breite weiße Unterrand säurefrei hinterlegt rissig. Unabhängig hiervon gegenüber dem Gutmann’schen in abweichendem früheren Zustand. Zur allein schon technisch bedingten Seltenheit siehe gleichfalls oben. Und auch hier denn wieder Die Rarität an sich – der sichtbar abweichende Frühdruck – herrliches Hell-Dunkel + enormer Rand . Und wie schon Schäferleben und Gefangenschafft gestochen im Gegensinn nach Bouchers ( „Hauptmeister des Rokokos“, Jahn ) ‚Les amours pastorales‘ im Stich von Gaillard. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Beurre, La Batteuse de. Die butterschlagende junge Frau, der ein Händler Eier anpreist. Kupferstich von Claude Auguste (?) Duflos (1700 Paris 1786) nach Benard. Ca. 1760. Signiert, bezeichnet. 39 x 27,5 cm. Instruktives, reiches Sujet in grossem Format mit 8zeiligem Untertext. Gesamthaft etwas zeitspurig. Und nochmals in gleichem Format der Meister nach BoucherJohann Elias Ridinger. Die süße Gefangenschafft. / Jucunda captivitas. Ein Schäfer bläst vor seiner unter einem Vogelbauer sitzenden Schäferin den Dudelsack, eine zweite junge Frau sitzt zwischen ihnen und hat die Linke auf das Knie des Jünglings gelegt. Des weiteren Schafe und der Hund des Liebenden. Schabkunstblatt (nach Boucher wie vor). Bezeichnet: Joh. El. Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 42 x 54 cm. Schwarz 1463 nebst Taf. Bd. 2, XXII (Variante); Helbing 1539 (Variante? Das Schwarz-Explr.?); erlebnis ridinger 1698-1998 20 mit Abb. – Nicht bei Weigel + Coppenrath. – Zweiteil. WANGEN-Wz. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext. Wiederum Thienemann und Stillfried unbekannt gebliebenes herrlich großes Blatt und von Helbing ( „Sehr seltenes Schwarzkunstblatt“ ) im Jahre 1900 mit 75 Goldmark noch näher seinem sehr guten Exemplar der 23blätterigen ( sic! ) Jagtbaren Thiere (130 Goldmark) bewertet als „Das glückseelige Schäferleben“ (70 Goldmark , siehe oben). Wie hiesiges denn auch auf der Gräflich Faber-Castell’schen Versteigerung (1958) sichtbar höher geschätzt und bezahlt worden ist als letzteres. Vorliegend zudem im erhaltensmäßig schönsten Exemplar dieser hier gesamthaft bekannten vier Exemplare. Bildseits nur schwer wahrnehmbare Mittelfalte, eine stecknadelkopfkleine Abschabung und ebensolches Löchlein im freien, äußersten Plattenfeld des Schriftrandes. Der breite weiße Oberrand säurefrei hinterlegt rissig. Unabhängig hiervon gegenüber – zumindest – dem Gutmann’schen (die übrigen beiden hier ohne Abbildung) in sichtbar abweichendem früheren Zustand . Mit 9,3-10 für die Seiten und 4,8 bzw. 5,5 cm oben und unten wiederum von superber Breitrandigkeit. Und damit, nochmals, Die Rarität an sich – der stark abweichende Frühdruck – herrliches Hell-Dunkel + enormer Rand . In der Person der Schäferin schließlich ist hiesige Station eine sehr reizvolle Weiterentwicklung gegenüber dem von Schwarz ausdrücklich beigezogenem „Glückseeligen Schäferleben“, siehe oben. Ist dort nicht nur das Gesicht untertextentsprechend hoffärtig, sondern die Schöne auch generell noch ganz zugeknöpfte Dame, so sehen wir sie hier allseits gelöst. Das Gesicht ganz Zuwendung, wird Bein gezeigt, der Busen ohnehin, findet sich der Überrock einladend weit zurückgeschlagen. Alles aber sehr leicht und charmant und von gleichem Liebreiz denn auch der Schäfer. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Berchem, Nicolaes (Haarlem 1620 – Amsterdam 1683). Laban und sein Gesinde, umgeben von der Herde verschiedenerlei Viehs. Stahlstich von W. French. 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 14 x 16,3 cm. – Im breiten weißen Rand minimal stockfleckig.
– – Eine Landschaft. Hirten und vielerlei Vieh sowie Reisende an italien. Gewässern. Stahlstich wie vor. – Vereinzelte schwache Stockflecken.
– – – Italienische Landleute mit verschiedenerlei Vieh, tlw. im seichten Fluß stehend. Zur Linken schroff abfallende Bergwand mit Kastell. Wie vor.
– – Die Tränke. Hirten und Wäscherinnen mit Rindern + Ziegen an von zwei Wasserfällen gespeistem Gewässer. Stahlstich wie vor.
Das Milch- und Weide-Vieh in der FabelRidinger, Johann Elias. Das Alter ohne Verstand wird durch Kindisches bezeugen verächtlich. Der ob seines großen Bartes von den Tieren zum Abgeordneten gewählte Ziegenbock benimmt sich darob so geckig, daß er „theils Gelächter, theils Unwillen erregt. Dies stellt der Künstler trefflich dar. Der Dachs wälzt sich vor Lachen, der Hirsch, das Pferd, der Fuchs lachen höhnisch, der Tiger, die gestreifte Hyäne und der Luchs bemerken ernst die Thorheit ihrer Wahl und nehmen sie zurück. Der Affe aber weist mit den Fingern nach ihm“ (Thienemann). Radierung und Kupferstich. (1744.) Bezeichnet: J. El. Ridinger inv. et fec. et exc., ansonsten dt.-latein.-frz. wie vor. 33,3 x 24,7 cm. Thienemann + Schwarz 773; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, IV.8 m. Abb. – Blatt 9 der Fabeln. – Ohne die Numerierung oben rechts, die allgemein unbekannt ist, doch später auftaucht. – Lilien-Wz. – Bei breitem weißen Plattenrand dreiseits auf dessen Kante geschnitten. – Herrlicher früher Druck. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – – Pracht und Herrlichkeit macht niemand gescheiter. Ein Affe mimt den Thronwürdigen und Hirsch, Pferd, Ziegenbock, Bär, Wolf, Hase, Ridinger-Hund und andere säugende Biedermänner sind es zufrieden. Doch der listige Fuchs läßt den Kater zum Verführer werden und den Affen „Allen höchst lächerlich“. Wie vor. – Thienemann 777 ( „Sehr gelungenes Blatt“ ). – Blatt 13 der Folge. – Heftspuren eines Sammelbandes im etwas ausgerissenen linken schmalen Papierrand. Ein die Betitelung einbeziehender Unterrandeinriß säurefrei hinterlegt. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – – Thörichte Einbildung auf fremde Schönheiten verdient vernünftiger Leute Verachtung. Zebra, Affe und Papagei reisen zusammen in ein Land, von dem sie meinen, daß dort alles Fremdländische hoch im Kurse stünde. Entsprechend beprahlen sie sich gegenseitig vor Pferd , Kuh + Schaf. Und sehen sich bei diesen vernünftigen Ansichten konfrontiert. Wie vor, doch vom Ältesten Martin Elias Ridinger (1730 Augsburg 1780) auf Kupfer übertragen. Nach 1767. Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. et del. / M. El. Ridinger sc. et exc: A. V., ansonsten wie oben. Thienemann 783. – Bl. 19 der Folge. – Außerordentlich seltenes 3. Ergänzungsblatt (von vier: „sie machen sich sehr rar“, Th. 1856). – Mit schönem weißen Platten- und Papierrand. Im linken letzteren alte Heftspuren. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Und nun das Lamm als Wolfsköder– – – Der Wolff in der Grube zu fangen mit dem Schafe. Im Vordergrund einer baumbestandenen Gebirgslandschaft eine Wolfsfalle mit aufragendem Stamme nebst Wagenrad an der Spitze, auf dem ein Lamm liegt, dessen Blöken vier Wölfe herbeigelockt hat, deren erster bereits in die Grube stürzt. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung. Rückseits mit Graphit eigenh. bezeichnet wie vor. 292-295 x 422-423 mm. Kapitale Handzeichnung aus der Frühzeit des Meister’s , zugehörig der schmalen Gruppe der „Malerischen“ als bildhaft von höchster Güte. – Vollkommen durchgeführte Ursprungszeichnung vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für die gleichnamige Radierung Thienemann 41 als der großen Version der beiden Wolfsgruben-Blätter der ab 1729 erschienenen „Der Fürsten Jagd-Lust“ und vermutlich – siehe Th. SS. 273 + 274, a 41 – dem sich auf den Ridinger-Nachlaß stützenden importanten, indes nur unzulänglich beschriebenen Weigel’schen Bestand entstammend. – Auf leichtem Bütten mit umlaufend bis zu 17 mm breitem Rand. – Stecknadelkopfkleines Löchlein, geglättete Längs- und Querfalte und gesamthaft etwas zeitspurig, die Bildwirkung indes praktisch nicht beeinträchtigend. Vom früheren Unterlagekarton ganz schwach durchgeschlagene Stockflecken bis auf einen nur rückseits wahrnehmbar. – Solchermaßen ausgearbeitete Originale in Verbindung mit einer Graphik zählen auch im Ridinger-Œuvre zu den größten Seltenheiten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Gebirg, Gewitter im. Verschreckte Rinder, Ziegen + Esel mit Blitz im Rücken an ihrem von Sturzbach fortgerissenem Steg. Getönter Holzstich von Franz Häussler (Altdorf, Württemberg, 1845 – München 1920) nach Eigenvorlage. (1875-77.) Signiert, bezeichnet. 20,8 x 26 cm. Von Thieme-Becker + Boetticher nur als Maler geführt, führt seine Stock-Signatur hier ein „sc(ulpsit).“
Alm, Auf der. Hütemädchen mit Ziegen und einem kleinen Zicklein. Lithographie von August Lüttmann (Hamburg ca. 1830 – Düsseldorf 1882) nach Raphael Ritz (Brig 1829 – Sitten 1894). Ca. 1850. Signiert, bezeichnet. 19,5 x 15,3 cm. – Auf aufgewalztem China.
Loups au carnage, Les. In Berglandschaft von Wölfen überfallene Herde Schafe und Ziegen. Getönter Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Paris nach 1882) nach Jules Gélibert (Bagnères-de-Bigorre/Hautes-Pyrénées 1834 – Capbreton/Landes 1916). Ca. 1870. Signiert. 22 x 32 cm. Thieme-Becker XIII, 365; AKL LI, 198 f.: „(Gélibert malt) fast ausschließlich realistische Tier- und Jagd-Darstellungen, die sich auf das Hauptmotiv konzentrieren“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – Dasselbe in Abdruck ohne Tonplatte von 1873 auf leichterem Papier mit Seiten-Paginierung „37“, doch gleichfalls ohne Rückseitentext. 22,5 x 31,8 cm.
Zügel, Heinrich von (Murrhardt 1850 – Munich 1941). (An Steilwand) verunglückter Ziegenhirte. Dabei die verschreckte Herde, über ihm ein Aasvogel. Getönter Holzstich von Carl Staud (1847 Stuttgart nach 1894) bei Adolf Cloß, Stuttgart (1875-77.) Signiert, bezeichnet. 27,5 x 18,8 cm. – „Zügel hatte ja ein enormes Können, und seine Bilder sind prachtvoll gemalt …“ (Heinrich Kutzer).
Schick, Rudolf (1840 Berlin 1887). Hirtenknabe in der Campagna. In karg bewachsener Felslandschaft inmitten seiner Ziegenherde auf der Panflöte spielend. Im Hintergrund ein Anwesen. Getönter Holzstich bei Adolf Cloß, Stuttgart. (1875-77.) Monogrammiert, bezeichnet. 17,4 x 24,7 cm. – Nach dem 1873er Bild. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
(Mr. A. C., March 27, 2008) |