|
Widerrufsrecht Impressum niemeyer’s AHA!-Erlebnisse 45 Jahre Kunsthandlung + Seltenheitsantiquariat Kataloge
Autographen
KartographieBibliophilie Alte Meister Zeichnungen Grafik XX. Jahrhundert Recht Orts- + Landeskunde Miscellania: Bücher + Grafik William Hogarth Joseph Georg Wintter Die Familie Rugendas Tiere, Jagen, Umwelt Fischen + Angeln Pferde + Reiten Künstlerindex Homepage e-mail
Datenschutz Geschäftsbedingungen |
Politiker mögen kommen + gehen –Sachsen bleibt bestehenSächsisches aus 18. + 19. Jahrhundert
Saxe, Cartes de la Haute, et de la Lusace. Mit Titelkartusche + Meilenzeiger. Landkarte von Edme Mentelle (1730-1815), Historiograph des Grafen von Artois, in Kupferstich von Pierre François Tardieu, Paris. (1788.) Signiert, bezeichnet. 35,6 x 47 cm. – Wasserzeichen. Mittelpunkt: Leipzig , Dresden schön im rechten Mittelfeld . – Bis Goslar – Potsdam – Fürstenwalde – Sagan – Greiffenberg – Eger – Schweinfurt – Eschwege .
DEUTSCHE EINHEIT VOR 137 JAHRENDaumier, Honoré (Marseille 1808 – Valmondois 1879). L’Unité Allemande. Die Walze des Mars ebnet die Toten ein, als da sind Württemberger, Badenser, Bayern, Hannoveraner, Sachsen , Hessen. Lithographie. (1870-71.) Monogrammiert, bezeichnet. 22,2 x 18,1 cm. Delteil 3831, III (von 3) mit Abb. dieses Zustands. – Sorgfältiger Druck auf besserem Papier ohne Rückseitentext und den Actualité-Serientitel. Geschaffen im großartigen Altersstil der letzten Jahre, alles Gegenständliche weglassend und „nur in symbolischen Gestalten Anklage erhebend gegen das Unrecht des Krieges“ (Glaser). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Sächsischen Länder, Karte der Großherzogl. + Herzoglich. Mit Titel-, 2 Erläuterungskartuschen + Separatkärtchen der westl. Besitzung Idar-Oberstein – Birkenfeld – Ottweiler . Detailkarte von Walther nach Friedrich Wilhelm Streit (gest. 1839) in grenzkolor. Stahlstich von A. Heimburger. (1833-37.) Signiert, bezeichnet. 23,4 x 27,5 cm Reiche Lokalkennzeichnungen, u. a. „Kunststr(aßen)“ mit und ohne Schnellposten, Poststationen, Landstraßen, Schiffbarkeiten, Gebirgs Pass, Unis + Gymnasien. – Bis Bleicherode – Halle – Penig – Plauen – Münchberg – Thurnau – Haßfurt – Hünfeld – Waldkappel . – Mittelpunkte: Weimar – Rudolstadt .
„ Das politische , wirtschaftliche und kulturelle LebenEuropas und Nordamerikas(beeinflußt von der Reformation).SIE IST SACHSENS BEITRAGZUR WELTGESCHICHTE . “Die sächsische Kirchenvisitationals Auslöser für Luther’s Großen + Kleinen Katechismus.Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Evangelische Kirchen Visitation. Blick durch eine von mit Palmenzweigen bestückten Rocaille-Titelkartusche zusammengehaltene Draperie auf eine „bühnenhaft im Sinne eines geschlossenen Schauplatzes“ (Schöne) komponierte Konsistoriumssitzung mit Luther und seinem Landesherrn als Mittelpunkt der unter der Losung Joh. V, 39 „Suchet in der Schrifft“ versammelten, diskutierenden und Schriften studierenden Welt- und Geistlichkeit. Der engere Kreis vorn am Tisch, der erweiterte in weitem Halbkreis um diesen herum placiert. Zwischen den Oberlichtern der ansonsten verhangenen Fenster Bilder zu I. Sam. VII, 16 / II. König 11, 1 , 4 + 5 / Matth. IX, 35 / Act. VIII, 14 + Act. XV, 36. Kupferstich von Johann Jacob Kleinschmidt (1687 Augsburg 1772). (1728.) Bezeichnet: Elias Riedinger (sic!) delin. / Ioh. Iacob Kleinschmidt Sculpsit, sonst wie oben. 23,6 x 31,7 cm. Provenienz „ Höchst seltenes , fliegendes Blatt , in unbeschriebenem Zustand “. Nämlich als Probe- und Zustandsdruck von Stillfried (1876) + Schwarz (1910, Slg. Ritter von Gutmann) 1381; Boerner CXXII, 1385 (das Explr. Graf Constanza C…..a, Mailand, „Äußerst selten“, 1913) + Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I,1 (1975), 43 : Das im Rahmen der „Augsburger Friedens-Gemälde“ (1650/1-1789) geschaffene Bild gilt der Jahresgabe für 1728. Wobei der typographische Begleittext „häufig nur angeklebt“ (Gode Krämer; so denn auch die Explre. Stillfried, Schwarz, Faber-Castell), also separat gedruckt ist. Bei dem Exemplar der Kunstsammlungen Augsburg findet er sich rückseits des Bildes. Auch hiesiges Exemplar hat den Druck verso – aber es ist der Text zum von Steidlin nach Thelott gestochenen „Friedens-Gemälde“ von 1727! Aber deshalb keineswegs ein Probedruck des 1728er Stiches auf 1727er Textmakulaturbogen ! Denn der 27er Text ist hier völlig eigenständig gesetzt . Der auch in seiner Abfolge abweichende Titeltext in viel großzügigerer Typographie, größer die Initiale, abweichend die Textanordnung und mit zudem zurückhaltender Bordüre nur zwischen den beiden Textblöcken anstelle der breiten Seiten-, Mitte- und Unterbordüre bei den bekannten 27er + 28er Versotexten, die auch im Satzbild weitgehend miteinander harmonieren. Kurz, ein Unikat , das als Rätsel aufgebend auch den Augsburger Sammlungen bislang unbekannt war . Generell nicht bei Thienemann (1856); Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838-1857); (Ridinger-)Katalog Helbing XXXIV (1900, 1554 Positionen!). Kronen-Wappen-Wz. – In der linken Oberecke des breiten weißen Randes hinterlegter dreieckiger Ausriß von ca. 1-1,5 cm, die Oberkante ganz schmal angeschmutzt, ansonsten quasi blütenrein + unberührt bei bildseits nicht wahrnehmbarer geglätteter Mittelfalte. – Verso 2spaltig zu 50 Zeilen typographisch : „ Friedens = Gemähld , … Es hat auch damals nicht an manchen Sturm gefehlet, Den der Verfolgungs=Geist hat hier und dar erregt, Darunter wird mit Recht der schwere Haß gezehlet, Den einst Hertzog Georg zu Sachsen hat gehegt Wider den Prediger bey Hofe, … Noch mehr und härtere Verfolgung muste leyden Ein Priester eines Dorffs, so Kayser war genannt, … Der … Mit Feur … zu Scharding wurd verbrandt … “ Den eminent wichtigen historischen Hintergrund des Reformationsgedenkens dieses Flugblattes bildet die von Luther angeregte und ab Oktober 1528 auch selbst geleitete „ berühmte sächsische Kirchenvisitation, durch welche die neue Kirche erst recht in die Erscheinung trat“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., IX, 781 + X, 1023, mit – analog zum hiesigen Flugblatt – 1527 als Startjahr; die neuere Literatur nennt hierfür bereits 1726).
(Christian Zühlke, Die Reformation in Sachsen, in Von der Liberey zur Bibliothek – 440 Jahre Sächsische Landesbibliothek, 1996, Seiten 133 f.). Eingebettet das Ganze in Zühlkes Statement (a. a. O., Seite 123):
Dies denn das Umfeld dieses Einblattdruckes. Der generell vorab schon mal eine Ridinger-Rarität allerersten Ranges darstellt. Anstehenden Falles indes ein RIDINGER–UNIKAT schlechthin. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Willkommen am großen TraditionsplatzLeipziger Messe – Einladung. Rose als von von fünffacher Goldlinie auf schwarzem Grund eingefaßtes Eingangsmotiv. Deckfarbenmalerei. Rückseits Design-Muster einer typographischen Einladungs-Gestaltung in Gold + Schwarz sowie zweifach wiederholter Rosenvignette mit ausgeführtem Mitteltext „ Ausstellung zur Leipziger Messe “. Ca. 1920. Bezeichnet wie vor. 142 x 90 mm. Eleganter Illustrationsentwurf auf Karton. – Rückseits unten rechts hs. Reg.-Nr. R. 473. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Aus dem Jahrhundert des MeßaufschwungsLeipzig, Frau aus. 1592. Goldgehöht kolor. Holzschnitt. (1877-84.) Bezeichnet. 20,5 x 14 cm. – Lipperh. Ad 46. – BLÄTTER FÜR KOSTÜMKDE. NF. 201. Historische Tracht aus dem Jahrhundert des Meßaufschwungs. Denn die sich aus Jahrmärkten entwickelnden „Leipziger Messen … erlangten erst eine größere Bedeutung, als 1507 Kaiser Maximilian I. der Stadt Stapel- und Niederlagsrecht verlieh“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., Lpz. 1889, X, 665/I). Um ab 1711 die älteren Reichsmessen von Frankfurt/M zu überholen. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. „ eine vielleicht vielen befremdliche Cur=Artdem gewissen Tode des Kranken vorziehen. “Mandat (Friedrich Augusts, Herzogs zu Sachsen), die wider das Herumlaufen und die Wuth der Hunde vorzukehrenden Anstalten betreffend. Nebst den Beilagen „Ursachen der Wuth der Hunde, und die Kennzeichen solcher Wuth“ sowie „Anweisung wie man sich bey dem Bisse toller Hunde zu verhalten habe und dessen traurigen Folgen vorbeugen könne“. Gegeben Dresden 7. Sept. 1782. Dresden, Chur-Fürstl. Sächs. Hof-Buchdruckerey, (1782). 2° (34,8 x 21 cm). Mit Eingangs- + Schluß-Vignette in Holzschnitt. 12 Bll. Mit gedruckter hzgl. Unterschrift nebst „L(oco) S(igilli)“-Marke und ebensolchen Gegenzeichnungen George Wilhelm v. Hopffgarten’s sowie des Sekretärs Chr. Gottlieb Kretzschmar. Geheftet. Unbeschnitten. Aktenvermerk „Nom: 13.“ von alter Hand auf Titel. – Namentlich der Hauptteil in schöner, großer Typographie. – Breitrandig. Außerordentlich inhaltsreiche Verordnung zu Bekämpfung + Heilung der Tollwut , beginnend mit der Verminderung der überhaupt gehaltenen Zahl sowie dem regelmäßigen Einfangen streunender Hunde und der generellen Art der Haltung und Mitführung. Ferner soll durch öffentlich zu bestellende Personen „allen Hunden, ohne Ausnahme, der sogenannte Toll=Wurm geschnitten … werden“ sowie in Apotheken, aber auch andernorts, stets ein ausreichender Vorrat „aus Mäy-Würmern zubereitete(r) Artzney“ vorgehalten werden. Von ganz überragendem Interesse aber die 2seitige „umständliche Beschreibung“ der Ursachen der Tollwut, vor allem aber die 8seitige Anweisung zur Behandlung eines Gebissenen mit allen Einzelheiten zu Reinigung der Wunde, Hygiene, Ruhe, Nahrung – Holunder-Blüthen-Tee – und aufmunternder Pflege. Dieser Detail-Reichtum macht anstehende Verordnung zu einer wahren Fundgrube. Zum einen hinsichtlich des sogenannten Tollwurms, dessen Entfernung später – so in einer preußischen Verordnung von 1797 – als unwirksam erkannt wurde. Ganz besonders aber im Vergleich mit der mit 16 Blatt deutlich umfangreicheren Nachfolge-Verordnung von 1796 (siehe im folgenden 13.082 + 13.083), die bei Tier + Mensch generell, besonders aber bei der „Entsorgung“ kranker Hunde wie auch der Pflege gebissener Menschen die Hygiene nunmehr in grundlegender, sichtbar über die Wundpflege hinausgehender, Weise gewichtet. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Eines der beiden einzigen sächsischen Eigen-Motive Ridinger’s :Ausgegraben zur Vollendung Schloß Hubertusburg’s ,gekupfertzur Begrüßung des 1763er Friedensschlusses dortselbstRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Diser sehr rare weiße Dachs, welcher mit gelb röthlichten und dunckel castanien flecken gespringet war, ist Ao. 1724. den 5. 9bris im Parck bey St. Hubertusburg ausgegraben und behäzt worden. Auf einem Paßweg zukunftsgewiß nach rechts, sich in der Sonne aalend. Dahinter Felsen und Wald, vorne krautbewachsene niedere Felsen. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1730 Augsburg 1780). (1763.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculpsit., ansonsten wie vor. 35,4 x 26,3 cm. Thienemann + Schwarz 316; schriften der ridinger handlung niemeyer 20, Nr. 54 nebst Abb. – Blatt 74 der erst postum abgeschlossenen Folge der „Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“, zugleich das erste vom Sohn Martin Elias ausgeführte derselben, der damit die um 1756 einsetzende väterliche Projektmüdigkeit überwand. Die solchermaßen mit dem Hubertusburger „Friedens“-Dachs für das Œuvre gegebene Zäsur liegt auf der Hand. Die ihm nachfolgenden und gleichfalls von Martin Elias radierten Blätter betreffen Ereignisse aus 1763 und erlauben somit die zeitlich generelle Einordnung auch des hiesigen. Doch analog zur durch Datierung (1744) und textliche Aktualisierung („Keyserliches“ Lustschloß) historisch gesichert als „Begrüßungsarbeit“ zur 1744er Rückkehr des Wittelsbacher Kurfürsten Karl Albert als römisch-deutscher Kaiser Karl VII. nach München ausgewiesenen Arbeit Th. 274 darf, gestützt auf ihr belegtes enges zeitliches Ohnehin-Umfeld und somit unbeschadet ihrer Nichtdatierung, auch die hiesige Arbeit des Hubertusburger Dachsen als jenem Friedensschlusse dortselbst gewidmet gewertet werden. Lokalbezogen indes ist die zoologische Dachs-Rarität zusammen mit dem Reiter-Portrait Kurfürst Friedrich August II. als polnischer König August III. (Th. 830; „lebte als eifriger Jäger meist auf dem Schloß Hubertusburg“, Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., Bd. II, S. 96/I) eines der beiden einzigen sächsischen Eigen-Motive Ridinger’s . Prachtvoller, kontrastreicher Abdruck von warmer Tonigkeit auf festem Bütten mit von früherer Rahmung herrührender rückseitiger Randhinterlegung und damit korrespondierendem bildseitigen Lichtstreifen im 2,8-5,1 cm breitem weißen Rand. Kleiner hinterlegter Einriß unten links. Mandat (Friedrich Augusts, Herzogs zu Sachsen), wegen Einschränkung des Hundehaltens, und der wider das freye Herumlaufen der Hunde, auch sonst zu Verhüthung der von wüthenden Hunden zu besorgenden Gefahr, zu treffenden Vorkehrungen. Nebst den Beilagen „Ursachen der Wuth der Hunde und die Kennzeichen solcher Wuth“ sowie „Anweisung, wie man sich bey dem Biße toller Hunde zu verhalten habe, und dessen traurigen Folgen vorbeugen könne“. Gegeben Dresden 2. April 1796. Dresden, Chur-Fürstl. Sächs. Hof-Buchdruckerey, (1796). 2° (34,8 x 22 cm). Mit großer Anfangs-Vignette in Holzschnitt + Eingangs-Initiale. 16 Bll. Mit gedruckter hzgl. Unterschrift nebst „L(oco) S(igilli)“-Marke und ebensolchen Gegenzeichnungen Friedrich Adolph v. Burgsdorff’s sowie des Sekretärs Frdr. Moßdorf. Geheftet. Unbeschnitten. Hs. Aktenvermerk „Nom. 23“ von alter Hand auf Titel. – Letzte vier Blatt mit kleiner Wurmspur im breiten weißen Oberrand, Schlußblatt unten im Rand mit zwei Braunflecken. – Namentlich der Hauptteil in schöner, großer Typographie. – Breitrandig. Außerordentlich inhaltsreiche Verordnung zu Bekämpfung + Heilung der Tollwut , mit direktem Bezug zu der vorhergehenden Verordnung vom 7. September 1782, siehe oben, „da die Absicht nicht hinlänglich erreichet worden ist … haben wir Uns … bewogen gefunden … ein anderweites Mandat zu erlaßen, und darinnen, nach den seit Erlaßung des obangeführten Mandates gemachten Erfahrungen , alles dasjenige, was künftig in Ansehung dieses Gegenstandes beobachtet werden soll, zusammen zu faßen“. Beginnend mit der Verminderung der überhaupt gehaltenen Zahl Hunde und ihrer Haltung + Führung, wird die seinerzeitige strafbewährte Verpflichtung zum Schneiden des sogenannten Toll-Wurms – da als unwirksam erkannt – hier nicht mehr erwähnt. Dagegen hat nunmehr – das ist die Einführung der vorsorgenden Quarantäne! –
Und dann folgt auf die Quarantäne vollkommene Hygiene :
Desgleichen ist alles, was von einem tollen Hund oder einem Erkrankten berührt sein möchte „unter Beachtung derselben Vorsicht … in Ansehung des getödteten Hundes selbst und der bey dessen Verscharrung gebrauchten Instrumente vorgeschrieben worden, verbrannt, oder tief in der Erde verscharrt, und mit Kalk überschüttet werden.“ Von überragendem Interesse im weiteren aber die 3½seitige „umständliche, von Unserm Sanitäts=Collegio abgefaßte, Beschreibung“ der Ursachen der Tollwut, gegenüber der seinerzeitigen um neue Aspekte angereichert und im Umfang rund verdoppelt , vor allem aber die nicht zuletzt auch von einigen Ungereimtheiten befreite 6½seitige Anweisung zur Behandlung eines Gebissenen mit allen Einzelheiten zu Reinigung der Wunde, Hygiene, Ruhe, Temperatur, Nahrung – Holunder-Blüthen-Tee – und aufmunternder Pflege, ohne damit die möglichst schnelle Hinzuziehung eines Arztes oder – wenigstens – befähigten Baders ersetzen zu wollen. Gegenüber der obigen 1782er – siehe auch folgende 13.083 – Verordnung indes auch ergänzend die Anleitung zu erster Selbsthilfe wie auch die Abbindung des betroffenen Körperteils , „ damit die Einsaugung des Gifts verhindert werde “ . Solchermaßen aber ein medizin- + hygiene-geschichtlicher Beleg allerersten Ranges . Angebots-Nr. 13.082 / EUR 496. / Export price EUR 471. (c. US$ 764.) + Versand
Beförderung in stürmischer ZeitCapitains-Patent Friedrich Augusts König von Sachsen für Günther Karl Albrecht August Freiherr von Werthern, Premier-Lieutenant beim Prinz Clemensischen Infanterie-Regimente. Handschrift auf Papier. Gegeben Dresden 6. October 1807. 2°. 2 Seiten auf Doppelbogen. Mit eigenhändiger Unterschrift über großem (wiederbefestigten) Papiersiegel. Kgl. Wappen-Wz. – Wappengebührenstempel oben links. – Die üblichen Faltspuren nicht ins Auge fallend, da weitgehend geglättet. Das Siegelwachs an namentlich zwei Stellen leicht auf die Vorderseite durchgeschlagen. – Mit Unterschrift auch des Schreibers Carl Friedrich Benjamin K(?)ietsch. – Friedrich August der Gerechte (1750-1827), erster König von Sachsen, war langjähriger Bewunderer und Verbündeter Napoleons. Hiesiges Dokument nur wenige Monate nach Annahme der kgl. Würde nach dem Frieden von Posen und dem Beitritt zum Rheinbund. Die Hygiene wird als Schutz vor Krankheit begriffen :„Außerdem sind die Hunde beständig reinlich zu halten;
|