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— November 2002 —
3. November – Tag des Heiligen Hubertus

Von größter Authentizität :
Der Heilige in seinem heimischen Umfeld
Bruyn, Nicolaes de (Antwerpen 1571 – Rotterdam 1656). St. Hubertus. Der fürstliche „Wilde Jäger“ als nach Döbel Vater der Parforcejagd und entsprechend mit Horn mit 6köpfiger Meute in großer Waldlandschaft barhäuptig vor dem Hirsche kniend. Auf dem Pool hinter letzterem zwei Schwäne als den weissagenden Vögeln der Mythologie, am Stamm oberhalb des Pferdes eine zischelnde Schlange als Versucherin, dem Hirsch am nächsten in Einzelstellung und als einziger auf seinen Herrn schauend ein Hubertus-Hund. Kupferstich. (1614.) Blattgröße 69,9 x 45,8 cm.
Unerreicht geblieben Schwerdt (!)
und so vielerorts mehr,
unbekannt gewesen selbst dem Hubertus-Forscher Dr. Schlieker
bei Vorbereitung seiner Ausstellung in, u. a., St. Hubert. Hier denn mit Provenienz
Conte Giovanni Maria Mazzuchelli
(Brescia 1707 – 1765, siehe Jöcher VIII, 1127 ff. nebst 21 Titeln seines schriftstellerischen Werkes, diesbezgl. auch erwähnt von Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., Bd. IX, Seite 98/1 und gelegentlich des Alois Graf von M. heißt es in der ADB XXI, 150: „zählt somit zu jener Brescianer Patricierfamilie, deren Name auf dem Gebiete der italienischen Litteratur durch mehrere Mitglieder bestens vertreten ist.“ Für wie kostbar das Blatt gehalten wurde, belegt die rückseits sichtbare 5fache Besitzstempelung „Con. Gio. Mazzuchelli“ unter der Grafenkrone).
Früher Abdruck wie erstrebenswert vor den Adressen („… sind die besseren, weil seine feine Grabstichelarbeit bald abgenützt war“, Wurzbach) von Gerard Valck (1626 – nach 1694) + Peter Schenk I (1661-1715). – Hier mit Joannes Meyssens’ (Antwerpen 1612 – Brüssel 1670) Verleger-Dedication für den aus Antwerpen gebürtigen Fraderi de Marselaer nebst dessen Wappen („MAZSELARE“) im Bild selbst unten rechts, worauf sich in Verbindung mit dem Wappen die auf gleicher Ebene alt mit der Feder in Bister nachgezogene Datierung von 1656 (1636?) beziehen dürfte. Denn spätestens per 16. 1. 1632 ist die Platte (Wurzbach 42: 1614) in einem Inventarverzeichnis der Rotterdamer Waisenkammer nachweisbar (Bredius, Künstler-Inventare, V, S. 1600, Nr. 9: Van Sincte Huybrecht een plaet).
Oben auf Bildkante geschnitten, an den Seiten mit feinem Rändchen, das unten unterhalb der Dedicationszeile (diese mit minimalem Restaurierungsausfall) etwas breiter ausfällt. So voll entsprechend dem von Wurzbach (52) mit 69 x 46 cm genanntem Maß. Etlicher Risse und Rißchen oder dünner Stellen halber mittels Dublierung professionell restauriert, wie bildseits nur bedingt und ohne Störung des faszinierenden Bildeindruckes bemerkbar.
Bruyn’s Szenerie verdeutlicht das Wunder viel treuer als Dürer
(c. 1501), der einen eitlen Ritter mit betont durchgedrücktem Rücken, die Kappe auf dem Kopf (!), bei seiner stolzen Burg in italienischer Landschaft zeigt, optisch vom Hirsch durch sein letztlich zwischen ihnen stehendes Pferd getrennt. Und ohne Schlange und – Hubertushund. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.036 / Preis auf Anfrage
Une St. Hubert
Aubry, Charles (Frankreich 1. H. d. 19. Jhdts.). Chasses Anciennes d’après les Manuscrits des XIV & XVe Siècles. Folge von
12 Lithographien
(35-41,5 x 27-29 cm). Paris, Ch. Motte, 1837. Gr.-2. Lose in OBütten.Umschlag mit Wz. und farbig illustr. lith. Vorderumschlag. Unbeschnitten.

Schwerdt I, 47; Souhart 28. – Auf großem festen Papier mit Verleger-Trockenstempel. – Vereinzelte Kleineinrisse im breiten weißen Rand säurefrei hinterlegt. Meist nur in letzterem leichte Braunstippen und ganz außen tlw. schwacher Wasserrand oder Braunfleck. Der Umschlag zwangsläufig zeitspuriger, doch ohne Beeinträchtigung seiner von Ruhe, aber auch reichem Geschehen bestimmten Illustration.
Gestaltet mittels der alten Einfaßtechnik, dem sogen. Troubadourstil, mit jeweiligem Hauptbild als Gesamtszenerie, der Detaildarstellungen beigegeben sind, enthält die von allseits eingestreutem Text erläuterte
instruktive wie zudem seltene Suite
Chasse au sanglier – Chasse au cerf – Chasse de l’antilope au léopard – La chasse du loup – Chasse au faucon – Chasse au lievre à force – Des chiens courans – Chasse de gazelles – Sous Charlemagne (u. a. mit reichem Jagdzug mit Falkonieren, großer Meute, tlw. gezähmten Bären, Löwen und Katzen) – Chasse de l’autruche et de l’éléphant – Chasse au renard . Das Eingangsblatt hingegen ist
Une St. Hubert .
Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 12.101 / EUR 620. / Export price EUR 589. (c. US$ 932.) + Versand
Fränkischer Hl. Hubertus in Rom
Reinhart, Johann Christian (Hof 1761 – Rom 1847). Die Landschaft mit dem Hl. Hubertus. In bühnenartig felsig-waldigem Vordergrund zur Linken der erhöht stehende Hirsch, auf gegenüberliegender Seite symbolträchtig besonnt der auf die Knie niedergefallene junge Edelmann mit dem Hirschfänger an der Seite, die Rechte auf die Brust gedrückt und mit der erhobenen Linken grüßend. Hinter ihm Dreier-Meute und das Pferd führender Jagdknecht mit Gewehr. Talwärts geht der Blick mittels Bildöffnung in das in hellem Licht liegende tiefgestaffelte bergige römische Umfeld. Radierung. Bezeichnet auf Stein unten rechts im Bild „R (ligiertes JR?) / 1811.“ + links unterhalb des Bildes J. C. Reinhart inv. et fec. Romæ 1810 (sic!). 20,7 x 26,9 cm.
Andresen-Feuchtmayer 123, II (von III); Nagler, Monogramm., IV, 3507 (als „R“), 1; Ders., Künstler-Lex., 50. – Blatt 1 der im Unterrand mit 1805, 1810 + 1815 datierten 6blätt. Folge von Landschaften, „deren eine die Legende vom hl. Hubertus enthält“ (Nagler 50-55; Weigel, Kunstlager-Cat., IV [1837], 5327 [Abdrücke auf Tonpapier]). – Eines der wenigen Blätter des Œuvre mit zusätzlichem Monogramm:
„ Die meisten Blätter tragen den Namen des Künstlers, nur wenige den Buchstaben R und C.R. Mit R sind (5) bezeichnet: 1) Die Landschaft mit dem hl. Hubertus, 1811. … “
(Nagler). – Nicht unter den 172 Abbildungen der gegenüber der 1927er Erstauflage reich vermehrten 1949er zweiten von Huyghebaerts Sint Hubertus Patroon van de Jagers in Woord en Beeld.

DAS REICHE SUJET – der Heilige gleichwohl dürer-deutsch mit aufbelassenem Federhut – in sehr schönem Druck mit 0,3 (unten) bis 0,8 cm Rand rundum auf tonigem Velin mit kleinem rückseitigen Sammler-Stempel (nicht bei Lugt). – Rückseitige Bräunung nebst zwei schwachen Wasserstreifen am Rand, erstere bildseits fast nur unten rechts im weißen Rand etwas, von den Wasserstreifen nur der linksrandige und nur kaum bemerkbar. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.176 / EUR 790. / Export price EUR 751. (c. US$ 1188.) + Versand
Hubertushund (Chien de Saint Hubert). Kopfportrait. Getönter Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – nach 1882) nach Jules Gélibert (Bagnères-de Bigorre 1834 – 1916). Ca. 1870. Signiert. 17 x 15 cm.

Thieme-Becker XIII, 365: (Gélibert) malt fast ausschließlich Tier- und Jagdbilder.
Angebots-Nr. 14.463 / EUR 66. (c. US$ 104.) + Versand
Hubertus-Bad (jod- und bromhaltige Kochsalzquellen), Das. Spiegel’s Hotel am Eingange des Bodethals unter der Roßtrappe bei Thale im Harz. Gartenansicht vor der schönen Bergkulisse mit zahlreichen, teils noch promenierenden Gästen, deren einige die Getränkekarte studieren. Während die Damen ihren Kaffee trinken, sitzen die Herren durchweg beim Wein. Links Jäger mit Hund. Kolor. Lithographie. Ca. 1850. Bezeichnet. 27,9 x 32,1 cm.

Mit der Adresse der Herzogl. Hof-, Stein- und Buchdruckerei in Ballenstedt. – Unbeschadet gesamthafter Zeitspurigkeit erwerbenswürdiges, zumal sehr seltenes Blatt, da die Mängel (knitterig, leicht stockfleckig, der rechte Rand indes ziemlich stark und mit ins Bild auslaufendem schwachen Wasserrand) im Bild selbst nur minimal zutage treten. Im übrigen breitrandig und in frischen, frühlinghaften Farben.
Angebots-Nr. 12.579 / EUR 404. / Export price EUR 384. (c. US$ 608.) + Versand
„ ich danke für die unbeschreiblich gut verpackte Sendung, die mich heute wohlbehalten erreichte, Sollten Sie mal wieder etwas von … haben, wäre ich für eine Benachrichtigung dankbar. Ebenso interessieren mich die Maler … Herzliche Grüße aus Hamburg “
(Herr A. W., 24. Oktober 2007)
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