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Das  AHA! – Erlebnis  des  Monats

jeden  Monat  neu  –  jeden  Monat  etwas  anderes

—  Mai  2003  —

 

Petersburg – Denkmal  eines  Genies

Am  26.  Mai  feiert  es  300.  Geburtstag

Und , Aha ,

ridinger-niemeyer  gratuliert  mit  Quizfragen !

Entdecken  Sie  sie !!

 

Wilbrecht, Karta St. Petersburga

Alexander  Wilbrecht’s  Reverenz

Karta Okrujnosti St Peterburga. Mit Meilenzeiger und in Uferlandschaft gebetteter Titelkartusche nebst dem Doppeladler, deren einer einen Lorbeerzweig im Schnabel hält, der andere mit solchem bekränzt ist, indes zwischen beider Köpfe die Zarenkrone schwebt. Petersburger Umgebungskarte in Kupferstich von T. Tcharitonow + A(l?). Szawirskow (?). (1792 oder früher.) Signiert, bezeichnet. 46,6 x 57,5 cm.

Rarissimum  der  russischen  Kartographie

wie dessen in seinen Lebensumständen nicht näher bekannte russsische Kartenmacher Wilbrecht seinerseits von herausragender Seltenheit ist. In Tooley’s 1979er Dictionary figuriert er mit einer sicher erst anschließenden 1792er französisch betitelten Fassung hiesiger Karte, der 1787er über die Pazific-Entdeckungen und dem Rossijskoj-Atlas von 1792 („showing the administrative reforms of 1775“), für den auch die außerordentlich instruktiv gearbeitete Petersburg-Karte geschaffen sein dürfte.

Neben Fluß- und dem in seinen Hauptadern

namentlich  bezeichnetem  Fernstraßennetz

benamt sie denn auch jene nach Moskau, verzeichnet u. a. die Dämme und Kanäle. Unter letzteren insbesondere hervorhebenswert

der  unter  Peter  dem  Großen  1719 begonnene

und seit 1721 von dem als Generalingenieur und Generallieutenant berufenen

Burchard  Christoph  von  Münnich

(Neuenhuntorf/Oldenburg 1683 – St. Petersburg 1767)

gebaute und 1732 fertiggestellte Ladoga-Kanal als schon damals wichtigster Wasserstraße der Region. Siehe zu von Münnich auch die Karte 12.020 unten.

Komplettbeschreibung  per  14.676  aufliegend

 

Peter der Große in Westeuropa. Die Große Gesandtschaft 1697-1698. Katalog der (verlängert) 18wöchigen Ausstellung „Schätze aus dem Kreml – Peter der Grosse in Westeuropa“ im Übersee-Museum Bremen 1991. 162 Exponate. Bearb. von Wolfgang Griep + Frauke Krahé. 1991. Kl.-4°. 192 SS. Mit zahllosen, mehreren farbigen, Abbildungen. Beidseits farbig illustr. Okart.
Angebots-Nr. 14.508 / EUR  23. (c. US$ 36.) + Versand

 

Just im Jahre der Rückkehr Peter’s nach Moskau, 1698, wurde in Deutschland ein Künstler geboren, der nach seiner frühen Übersiedlung nach Augsburg bald und nachhaltig zu europäischem Ruhm gelangte, nicht zuletzt auch in der Heimat des Zaren, wo denn noch heute in weltberühmter Galerie die großartigsten seiner nur wenigen Öle zu bewundern sind. Dabei hatte der seiner nun lebenslangen Wirkungsstätte als Freier Reichsstadt mit zudem mittelalterlicher Vergangenheit langer demokratischer Verwaltung innewohnende Keim freiheitlichen Selbstbewußtseins in Gemeinschaft mit einem Meister des Wortes und Senators der Freien Stadt Hamburg ihn eine Graphik-Folge schaffen lassen, die ihn Kopf und Kragen und den Broterwerb ohnehin hätte kosten können, so seine adelige Klientele die gesellschaftspolitische Brisanz dieser dem Werke innewohnenden Botschaft nur bemerkt hätte. Oder, etwa richtiger, hätte bemerken wollen? Denn tatsächlich vermied es selbst noch hundert Jahre später sein kluger Werkbearbeiter, dieses Fanal der Freiheit zur Kenntnis zu nehmen, als er seinem eigenen regierenden Fürsten den Werkkatalog dieses Künstlers dedicierte.

Vorausgegangen war dieser graphischen, nur formal allein dem Alexanderzug und dessen Verdammnis gewidmeten Auseinandersetzung eine 1723 geschaffene Zeichnung, mit der er – nachdem zwei üppige Arbeiten den siegreichen großen Macedonier noch verherrlicht hatten – jenem gewaltigen Eroberungszug nunmehr den Puls fühlte und damit zugleich die seitens der Kunsthistorie bislang noch Jacques Louis David zugeschriebene Urheberschaft für die Wandlung des Historienbildes von der Darstellung heldenhafter Taten zur  Reflexion  über dieselben als 25jähriger locker um sechzig Jahre vorwegnahm. Gleichaltrig also mit Peter im Jahre seines Aufbruchs gen Westen.

Dessen Rückweg übrigens führte ihn über Wien, wo 212 Jahre später der Katalog einer diesem Künstler gewidmeten Privatsammlung vorgelegt wurde, der noch heute als die nobelste Verneigung der Literatur vor eben diesem die Jahrhunderte bruchlos überdauernden Schaffen gilt. Den Sammler verschlugen Unfreiheit und Verfolgung Jahrzehnte später bis nach Vancouver, „etwa so weit fort von Hitler, wie es nur möglich war“, wie sich einer seiner Antiquare später erinnerte.

Frage

Wer war dieser Augsburger Künstler und wie hieß der Hamburger Barockpapst, der ihm nicht nur zu gedachter Folge (gewinnunabhängig: kennen Sie deren Titel ebenfalls ?) so manchen Untertext schrieb ??

Als Preis winkt den ersten zehn richtigen Lösungseinsendern – Eingangsschluß ist der 31. Mai 2003, 24 Uhr, als dem Aufgalopp der nächstfälligen monatlichen  Aha-Seite –  bei Ausschluß des Rechtsweges ein Exemplar des 8 € wertvollen Heftes 18 einer hiesigen Schriftenreihe, betitelt

DAS  EXEMPLAR ,

mit seinen rätselhaften Mosaiksteinchen „die Handschrift des Meister’s – die vertauschten Läuffe – die Probedrucke – der Fus des Tachses – die eigenhändige Numerierung“, deren Zusammensetzung die die Forschung faszinierende Lösung ergab, das Arbeits-Exemplar einer completten Folge eben jenes obigen Künstlers in Händen zu halten. „Nie zuvor – so der Vorspann der Vorstellung jenes Exemplars – ist nach den hiesigen reichen Unterlagen … diese Folge als Ganzes derartig normabweichend beschrieben, geschweige denn verfügbar gehalten worden.“ 28 Seiten, mit 50 (2 farbigen, davon eine doppelblattgroß) Abbildungen, Heftung mit 3-Farben-Umschlag.

Ganz gleich nun, ob Sie mailen, faxen oder schreiben – Seien Sie auf jeden Fall unter den ersten Zehn !!

 

Inkunabeln – Petersburg – Gorfunkel, A. X. Katalog der Inkunabeln (der Universität Petersburg, 84 Nrn.). Leningrad 1967. Kl.-4°. 43 SS., 1 Bl. Mit 19 ganzseit. Tafelabbildungen. OLwd.

Titel in Blau + Schwarz. – In Russisch, die Titelaufnahmen – nicht jedoch deren Legenden – der überwiegend mitteleurop. Positionen in latein. Lettern, ebenso in den Registern, in Korkordanz + Bibliographie.
Angebots-Nr. 11.563 / EUR  33. (c. US$ 52.) + Versand

 

Erarbeitet  und  verlegt  in  Petersburg

seitens der  1725  von  Peter  gegründeten

Kaiserlichen  Akademie  der  Wissenschaften

Atlas Russicus

ATLAS  RUSSICUS  –

ein  MEILENSTEIN  vor  263  JAHREN

De L’Isle – Atlas Rvssicvs … Vastissimvm Imperivm Rvssicvm cum adiacentibvs Regionibvs. Hrsg. unter Leitung von Leonhard Euler und Gottfried Heinsius v. d. Kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu Petersburg. Petersbg., Selbstvlg., 1745. Gr.-2°. 16 SS. Mit

Atlas Russicus, Generalkarte

20  ( 1 mehrf. gefalt. )  dblgr.  kolorierten  Kupferstich-Karten

(ca. 49-50 x 56 bzw. 56,5 x 98 cm) nach Joseph Nicolas De L’Isle (1688 Paris 1768) und anderen. Marmor. HKldr.-Bd. d. Zt. mit Rückenschildchen, Lederecken und marmor. Deckelbezügen. Verblaßter marmor. Farbschnitt.

Literatur

Phillips 4060 (mit zusätzlichen Kriegskarten); Goldenberg + Postnikov, Development of Mapping Methods in Russia in the 18th Century, in IMAGO MUNDI XXXVII, 63-80; Nitsche-Stender 141; Lex. d. Kart. 688; Teleki, Atlas zur Geschichte der Kartographie der japanischen Inseln Taf. 17, 1 (Karte 19 des Atlasses); Niemeyer, Rußlands Aufbruch in die Moderne – Peter der Große und die Entwicklung der russischen Kartographie, Bonn 1991, 5 + Abbildungen.

Ausstellung

Schätze aus dem Kreml – Peter der Große in Westeuropa. Bremen, Übersee-Museum, 1991 (18 Wochen einschließlich Verlängerung). – Katalog-Nr. 158 (unkoloriertes Expl.).

Titel + Textteil – Beschreibung der Karten hinsichtlich Begrenzung, Entstehung, Genauigkeit und Durchführung der Vermessung; Transkription des russ. Alphabets; teils ausführliche russ. Worterläuterungen; Zeichenerklärung mit reicher Aufschlüsselung bis hin zu Salinen und Thermen, diese übrigens gestochen – in latein.-franz. Paralleltext. – Das  satte  Kolorit  von  der  ganzen  Qualität  seines  Alters .

Als  erster  vollständiger  Rußland-Atlas

der  entscheidende  Meilenstein  auf  dem  Weg  ins  moderne  Rußland .

Gefragt war eine völlig neue Kartenaufnahme unter Berücksichtigung astronomisch bestimmter Fixpunkte. An der Spitze der ins Land geholten westlichen Astronomen und Geographen stand J. N. Delisle, der von 1725-47 in Rußland arbeitete und aus dessen an der Akademie begründeten astronomischen Schule mehrere russische Astronomen von Ruf hervorgingen, indes seine Arbeiten für den 1745er Atlas – dem der weniger entscheidende Kirilovs von 1734 vorangegangen war – unter Reibungsverlusten litten. Dadurch bedingte mangelnde Aktualität und ungenügende Akkuratesse waren denn für ihn auch der Grund, weshalb er seinen Namen mit dem des Atlasses nicht gern verbunden sah. Wie zeitgenössisch auch schon M. V. Lomonossov gerügt hatte. Als Adjunkt beigegeben war Delisle der als ao Prof. der Astronomie und Mitglied der Akademie 1736 nach Petersburg berufene  Gottfried  Heinsius  (Naumburg/S. 1709 – Leipzig 1769), der noch im Jahr des Erscheinens bereits einem Rufe nach Leipzig folgte. Siehe ADB XI, 656.

Die den europäischen Teil betreffenden Detail-Karten 1-13 gegenüber den 14 asiatischen – östlich der Flüsse Irtysch/Ob, doch noch bis zum Petschora-Delta – maßstablich sichtbar größer konzipiert und zudem mit meist reich figürlichinstruktiven Titelkartuschen geschmückt, welche, wie schon beim Atlas des Großen Kurfürsten, in Schwarz-Weiß belassen wurden. Die asiatischen hingegen nur mit einem Titelstreifen versehen. Ob dies nur der wirtschaftlichen Bedeutung und dem seinerzeitigen Bekanntheitsgrad zuzurechnen oder Ausdruck des von Delisle als unangebracht gerügten Verlangens nach hastigerer Fertigstellung der Arbeiten ist, möge hiesigerseits dahingestellt bleiben.

Deutscherseits  von  besonderem  historischen  Interesse

die

Atlas Russicus, Wolga-Don-Kanal

Leibniz’sche  Version  des  Wolga-Don-Kanals ,

wie 1697 im Gespräch mit dem russischen Botschafter Golovin in Hannover skizziert.

Weiterhin von außerordentlichem Interesse für die Entwicklung der Kartographie ist die

wohl  erstmalige  Darstellung  der  Kurilen

als  Inselkette  in  geschlossener  bezeichneter  Folge

zwischen Nordjapan – dessen Nordzipfel am unteren Kartenrand – und Kamtschatka ausgespannt. Die umstrittenen Inseln im Süden der Kette dabei korrekt etwas abgesetzt und näher zu Japan hin gelegen. Somit ohne die noch bei Kirilov und Haas, aber auch auf anderen, teils wesentlich späteren Karten zu findenden, praktisch die gesamte Südhälfte der Inselkette ausmachenden obskuren Staaten Island, Terre de la Compagnie und Terre de Jean da Gama, die zudem namentlich auf den früheren Karten lagemäßig eher an einen zu weit südlich geratenen, indes auch noch weitgehend unbekannten Aleutenbogen denken ließen.

Für  den  rein  kartographischen  Rang  des  Atlasses

gilt Goldenberg-Postnikovs Resumé :

„ Atlasses, maps and large scale plans become the principal basis for the development of topographic maps. They remain as remarkable monuments of the history of Russian cartography created by the toilers of field cartography … From the point of view of studying the maps of Russia of the 18th century as historico-geographical sources, the cartographic materials of general land survey are undoubtedly the most abundant and valuable sources in spite of their relative imperfections. “

Und  speziell  von  hiesigem  Atlas  hatten

„ … Delisles Zeitgenossen … eine sehr hohe Meinung … und

der  berühmte  deutsche  Gelehrte  Euler

stellte  ihn  seinem  Vaterlande  als  Beispiel  vor  Augen ,

da  es  von  Deutschland  damals  noch  keinen  so  vollständigen  Atlas  gab “

(Bagrow, Meister der Kartographie, S. 251).

Der  erfasste  Raum

entsprechend der Grenzen zur Zeit Elisabeth Petrownas, Peters Tochter (1709-62, Zarin seit 1741). Im Osten bis zur Behring-Straße, mit den Kurilen und Nord-Japan,  im SO das später von Alexander II. (Zar seit 1855) erworbene Amur-Gebiet als Ganzes bis hin zum heutigen Wladiwostok. Ansonsten südlich bis in die Quellgebiete von Kerulen, Selenga + Irtysch – Kaspische Südküste – Arax-Fluß , dann etwa auf der Linie Trabzon – Konstanza durch das Schwarze Meer , westlich bis Kiew – Memel – Helsinki mit Teilen Finnlands – norwegischem Grenzgebiet . Im Norden bis ca. 85° nördlicher Breite .

Komplettbeschreibung  per  14.977  aufliegend

 

Russische Reich in Europa, Das. / NW-Blatt. Landkarte von Frdr. Wilhelm Streit (gest. 1839) in grenzkolor. Stahlstich. (1836.) Signiert, datiert, bezeichnet. 28,4 x 22,8 cm.

Das Titelblatt der 4blätt. Karte (cpl. per 14.449 zu EUR 225). – Die Küste ab Stettin , mit Königsberg , Baltikum + Finnland , noch mit Göteborg. Schön eingezeichnet Petersburg samt Ladoga-Kanal. – Mit den  Postrouten .
Angebots-Nr. 7.442 / EUR  76. (c. US$ 120.) + Versand

 

Präsentiert  vor  der  Silhouette  Petersburg’s

Truscot-Schmidt, 3. russische Generalkarte

Die  3.  russische  Generalkarte

als

Abschluß  einer  nur  60  Jahre  währenden  Epoche

gigantischer  kartographischer  Entwicklungen

Truscot(t) (Trescot), Ivan Fomic (1721-1786) und Jacob F. Schmidt. Tabula Geographica Generalis Imperii Russici ad normam novis simarum observationum astronomicarum concinnata. Mit großer, in den Wolken schwebender

Titelkartusche  mit  Katharina  II .

nebst  Quadrant  und  Globus

mit  die  Ausdehnung  des  Reiches  messender  Putte ;

großer, vom russischen Adler mit Lorbeerkranz, Zepter und Posaune überflogener Kartusche mit Merkur + Athene

mit  einer  Karte  des  Reiches  vor  der  Silhouette  Petersburgs

und eines Dreimasters und umgeben von allerlei Kriegsgerät; und Landschaftskartusche mit felsiger Tundra nebst Obelisk und doppeltem Meilenzeiger. Von 3 Platten gedruckte kolor. Rußland-Karte ca. 1 : 7,5 Mill. in Kupferstich der acht Jahre späteren deutschen Ausgabe bei Tobias Conrad Lotter (1717-1777) in Augsburg. 1784. Signiert, datiert und bezeichnet. 64,3 x 140 cm.

Literatur

Harms, Catalogus van de Kaartencollectie Moll, 19; Lexikon zur Geschichte der Kartographie, Wien 1986, II, 688 f; Bagrow, A few remarks on maps of the Amur, the Tartar Strait and Sakhalin, in Imago Mundi, The International Journal for the History of Cartography, XII, 127-136.

List of Unusual Items that have come up for Sale – compiled by Tony Campbell, British Library – in Imago Mundi XLIIII, 140 (ein früher hier nach anderweitigem Vagabundieren in den 70ern in importante öffentliche Sammlung weitergereichtes Exemplar).

Nicht bei Grenacher, Guide to the cartographic history of the imperial city of Augsburg, in Imago Mundi XXII, 85 ff., Phillips, Atlasses + Maps of America. – In der British Library nur die von der Akademie der Wissenschaften in Petersburg veröffentlichte 1776er Originalfassung, während die von Tooley’s Dictionary nicht als Mehrblatt-Karte geführte Lotter’sche Rußland-Karte von 1788 wohl nur eine Neuauflage ist der von Grenacher für 1770 geführten (Phillips 3513, 26 als ca. 1772).

Außerordentlich  seltene

Ivan Fomic Truscott, Generalkarte Rußlands

dritte  eigene  Generalkarte  Rußlands

über deren beiden Autoren trotz einer Reihe gemeinsam verfaßter Karten – neben hiesiger General- verschiedene Detailkarten – so gut wie nichts bekannt ist.

„ Auf Grund der beim Senat, dem obersten Verwaltungsorgan des Reiches eingelangten Kreiskarten der Geodäten und anderer (insbesondere von Expeditionen und Gesandtschaften stammenden) Materialien entstanden in der Folge mehrere Gesamtkarten des russischen Staates, die ihrerseits wieder als Quellen für die in anderen europäischen Ländern erstellten Rußland-Karten dienten: Als erste 1734 die Imperii Russici Tabula Generalis … (ca. 1 : 11,7 Mill.) von I. Kirilov; ihr folgten 1745 die Mappa Generalis Totius Imperii Russici (ca. 1 : 8,9 Mill.) im von der Petersburger Akademie der Wissenschaften herausgegebene Atlas Russicus (siehe per 14.977 oben), 1776 die ‚Tabula Geographica Generalis Imperii Russici‘ (ca. 1 : 7,5 Mill.) von I. F. Truscot(t) (Trescot) u. J. F. Schmidt … “

(Lexikon zur Geschichte der Kartographie).

Bemerkenswert auch der zunehmend größere Maßstab dieser Karten als äußeres Zeichen der mit Fortschreiten des 18. Jahrhunderts immer weiter zunehmenden Komplettierung der Landesvermessung. Und hiesige zugleich auch

mit  Abstand  die  formatmäßig  imperialste .

Der gleich vielen altkolorierten Kartenwerken in Schwarz-Weiß belassene Kartuschenschmuck ganz im Zeichen der von Katharina der Großen (Stettin 1729 – 1796, Tochter Christian August’s von Anhalt-Zerbst und seit 1762 Zarin des Hauses Holstein-Gottorp) verfolgten Politik in der Tradition Peters des Großen.

Hinsichtlich  der  Entwicklung  der  russischen  Kartographie

erscheinen  verschiedene  Details  von  besonderem  Interesse .

So die völlige Übergehung des in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch allgegenwärtig verfolgten Wolga-Don-Kanals in allen Versionen und Darstellungsvarianten. Hier war, nicht zuletzt nach einem vergeblichen Versuch noch unter Peters Ägide, das Interesse, da offensichtlich undurchführbar, erloschen.

Größtes  Augenmerk  verdienen  indes

die asiatische Nordostküste sowie die Kurilen. Gegenüber den vorangegangenen Karten Kirilovs und des Atlas Russicus erscheinen lediglich Sakhalin und die nach Süden verlaufende Küste in der bekannten, seit Kirilovs Karte von 1734 unveränderten Form.

Schon etwas weiter nördlich beginnen mit den bislang zu groß gezeichneten, nunmehr in korrekter Größe in der jetzt auch spitz nach Westen verlaufenden Bucht des Ochotskischen Meeres erscheinenden Szantar-(Schantar-)Inseln die Veränderungen. Kamtchatka ist erheblich gestreckt und so seiner wirklichen Form nahezu angeglichen, die Kurilen hier wohl erstmals mit dieser Bezeichnung als ein Archipel gekennzeichnet, ansonsten aber – auch hinsichtlich der umstrittenen, näher zu Japan gelegenen Gruppe – der Darstellung auf der Generalkarte des Atlas Russicus und den jeweiligen Atlaskarten entsprechend. Lediglich der dort noch sichtbare äußerste Nordzipfel Japans hier nicht mehr im Kartenbild. Das auf den Kirilov- und Haas’schen Karten von 1734 bzw. 1739/43, aber auch noch auf der Lattré-Karte Asiens von ca. 1770 zu findende Terre de la Compagnie und da Gama-Land hier nunmehr wohl endgültig der Erinnerung an die große Zeit manchmal nur äußerst vager Entdeckungen anheimgegeben und in eine der Natur entsprechende Darstellung aufgelöst.

Als  kartographischer  Fortschritt

auffallend die starke, nach Nordwest weisende Abstumpfung der Tschuktschen-Halbinsel gegenüber den früheren Karten, die Kap Szalaginskoi (Kap Schelagskij), die nördliche Ecke der Halbinsel, noch spitz nach Nordost ausgreifend zeigten. Wenn auch die Küste noch zu unregelmäßig gezeichnet ist, so gleicht die Darstellung dem heutigen Bild.

In Abweichung zu Kirilovs wie auch der Detailkarte No. 18 des Atlas Russicus fehlen die nördlich Kap Szalaginskoi gelegenen gleichnamigen Inseln. Dies analog zur wohl zu flüchtig erstellten Generalkarte des Atlasses und obwohl die Lage der Inseln bereits durch Homanns wegweisende Karte von 1725 geklärt war. Unverändert fehlerhaft auch die um etliches zu klein und zu dicht am asiatischen Kontinent liegende, heute zu Amerika gehörende St. Lorenz-Insel.

Nunmehr richtig dagegen die Wiedergabe der vor der Mündung des Kolyma-Flusses gelegenen Bäreninseln, hier erstmals als Gruppe kleiner Inseln und mit dieser Bezeichnung. Auf der Kirilov-Karte – wie auch auf der 1743er Broedelet’schen Ausgabe der Haas-Karte von 1739 schon als eine große Insel eingezeichnet, auf allen anderen Karten jedoch noch fehlend.

Von  höchster  Bedeutung

die Erfassung des südlichen Aleuten-Bogens von den Kommandeurs-Inseln mit der Beringinsel vor Kamtschatka bis zu der auf der östlichen Seite des Ausgangs des Beringmeeres gelegenen Hauptgruppe und, da über Unalaska hinausgehend, bis praktisch vor die Südspitze der Halbinsel Alaska reichend.

Kartographische  Novität

aber auch das von einem als Matocznik Szar (Matotschkin-Straße) bezeichneten Meeresarm geteilte Nowa Semlja, wie zuvor – auch nicht auf Rigobert Bonne’s Rußlandkarte, erschienen 1771 bei Lattré in Paris – auf wohl keiner Karte zu finden. Im übrigen mit Bezeichnung der bekannten Kaps und Buchten, darunter Kap  Nassau,  Nordkap Asiens und heute Kap Mauritius, sowie der Eishafen, in dem Willem Barents (Mitte 16. Jhdt. – Nowa Semlja 1697) während seiner zweiten Expedition den Winter 1696/97 verbrachte.

Komplettbeschreibung  per  12.250  aufliegend

 

Die  Kunst  des  Westens

in  einer  ihrer  berühmtesten  Sammlungen

St. Petersburg – Eremitage – The Hermitage Catalogue of Western European Painting. 16 Bde. 1983 ff. Gr.-4°. Mit zahllosen Abbildungen. Schwarze OLwd.-Bde. mit Serien- + Titelprägung auf Vorderdeckel + Rücken in Gold.

Der  erste  wissenschaftliche  Katalog

der von Katharina der Großen (1729-1796, regierend seit 1762) erbauten Eremitage, zu der auch die Galerie Peter’s des Großen gehört und die unter Nikolaus I. ihren von Klenze 1840-50/52 errichteten Anbau erhielt.

Der  monumentale  Katalog  über  die  rund  8  Jahrhunderte

repräsentierenden  ca.  5000  Öle  der  westlichen  Schulen ,

davon  viele  bislang  generell  unveröffentlicht  oder  nur  in  russischen Periodica .

Niederländische + französische (jeweils 4 Bde.) , italienische (3) , deutsche (2) , britische + spanische sowie sonstige (je 1).

Bd. I: Kustodieva, Tatyana K. Italian Painting – 13th to 16th Centuries. 488 SS. 440 Abb.
Angebots-Nr. 28.580 / EUR  193. (c. US$ 305.) + Versand
Bd. II: Fomichova, Tatiana D. Venetian Painting – 14th to 18th Centuries. 406 SS. 296 Abb.
Angebots-Nr. 28.581 / EUR  193. (c. US$ 305.) + Versand
Bd. III: Italian Painting 17th to 18th Centuries.  – In Vorbereitung
Angebots-Nr. 28.582
Bd. IV: Kagané. Spanish Painting – 15th to 19th Centuries
Angebots-Nr. 28.583 / EUR  166. (c. US$ 263.) + Versand
Bd. V: Nikulin, Nikolai N. Netherlandish Painting – 15th and 16th Centuries. 224 SS. 169 Abb.
Angebots-Nr. 28.584 / EUR  138. (c. US$ 218.) + Versand
Bd. VI: Flemish Painting – 17th and 18th Centuries – In Vorbereitung
Angebots-Nr. 28.585
Bd. VII: Dutch Painting – 17th and 18th Centuries. Bd. I – In Vorbereitung
Angebots-Nr. 28.586
Bd. VIII: – – – Dasselbe. Bd. II – In Vorbereitung
Angebots-Nr. 28.587
Bd. IX: French Painting – 15th to 17th Centuries – In Vorbereitung
Angebots-Nr. 28.588
Bd. X: Nemilova, Inna S. French Painting – 18th Century. 496 SS. 414 Abb.
Angebots-Nr. 28.589 / EUR  166. (c. US$ 263.) + Versand
Bd. XI: Berezina, Valentina N. French Painting – Early and Mid-Nineteenth Century. 552 SS. 464 Abb.
Angebots-Nr. 28.590 / EUR  193. (c. US$ 305.) + Versand
Bd. XII: Barskaya, G. + A. G. Kostenevich. French Painting – Mid-Nineteenth to Twentieth Centuries. 472 SS. 360 Abb.
Angebots-Nr. 28.633 / EUR  193. (c. US$ 305.) + Versand
Bd. XIII: Dukelskaya, L. A. + E. P. Renne. British Painting – 16th to 19th Centuries. 552 SS. 465 Abb.
Angebots-Nr. 28.634 / EUR  193. (c. US$ 305.) + Versand
Bd. XIV: Nikulin, Nikolai N. German and Austrian Painting – 15th to 18th Centuries. 542 SS. Über 589 Abbildungen, davon 147 Signaturwiedergaben in jeweils eigenem Abbildungsfeld. – Hinsichtlich Ridinger’s wertvoll durch Erstveröffentlichung von vier seiner nur ganz wenigen bekannten Gemälde. Weitere der von Katharina der Großen erworbenen Öle offensichtlich verschollen.
Angebots-Nr. 28.062 / EUR  193. (c. US$ 305.) + Versand
Bd. XV: Asvarishch, B. I. German and Austrian Painting – 19th and 20th Centuries. 374 SS. 280 Abb.
Angebots-Nr. 28.635 / EUR  166. (c. US$ 263.) + Versand
Bd. XVI: Painting of the 18th to 20th Centuries – Miscellaneous Schools – In Vorbereitung
Angebots-Nr. 28.636

 

ridinger — niemeyer’s  quizfragen

gewinnen  Sie  mit !!

Der frühere Direktor des Kupferstichkabinetts der Hamburger Kunsthalle, Wolf Stubbe, konstatierte in seiner Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767) gewidmeten Publikation von 1966, dieser sei „ein Tiergestalter sui generis gewesen, dessen – wirklich einzige – Art von keinem anderen Künstler auch nur ähnlich wieder erfüllt worden“ sei. Worüber gern übersehen wird, daß ihn Ernst Welisch 1901 zugleich für den unstreitig „bedeutendste(n) Augsburger Landschafter (seiner) Zeit (in Anspruch genommen hatte) …, obzwar er hauptsächlich als Tiermaler bekannt ist“. Und resümierend erinnerte Rolf Biedermann 1987 in seinen „Meisterzeichnungen des Deutschen Barock“ daran, daß er „einer der wenigen Barockkünstler (sei), der seit seinem Tod … nie in Vergessenheit geriet“. Während weiterführend hierselbst seine Einbindung in die L’Art Macabre ebenso belegt werden konnte, wie, daß er die Jacques Louis David zugeschriebene Urheberschaft für die Wandlung des Historienbildes von der Darstellung heldenhafter Taten zur Reflexion über dieselben locker um sechzig Jahre vorweggenommen hat. Dennoch, so 1997 Alojzy Oborny, Direktor des Polnischen Nationalmuseums in Kielce, sei „dieser Künstler in der Vergangenheit einigermaßen verkannt (worden, doch würde sein) Rang in der Kunstgeschichte mit der Zeit immer höher“.

Nicht nur, daß er solchen Rang schon zu Lebzeiten eingenommen hatte, vielmehr konnte er es sich leisten, über selbst allerhöchste Wünsche nach Ölen erst nachzudenken, da sein ihn zu Berühmtheit geführtes graphisches Schaffen ihn vollauf beanspruchte. So klagte bereits der erst 50jährige gegenüber Wille in Paris, daß er „… wann mich die anfangs gedachte arbeit vor Sr Maj. die … nicht hinderte … (und er) nimmermehr geglaubet (habe) das ich den pensel noch einmahl ergreiffen würde da ich aber vor 2 Jahren ein paar quader an disen Hof gesant so bin ich bis dahero darum angegangen worden so das ich mich nicht entziehen kunte es zu acceptiren ich verhoffe bis ende otobris mit disen 4 Stücken fertig zu werden …“.

Und so finden sich die schönsten seiner bekannten Öle heute in einer der berühmtesten Galerien der Welt.

Frage

Um welche dieser nur wenigen Galerien von Weltrang handelt es sich und wer war der Auftraggeber ??

Als Preis winkt den ersten zehn richtigen Lösungseinsendern – Eingangsschluß ist der 31. Mai 2003, 24 Uhr, als dem Aufgalopp der nächstfälligen monatlichen  Aha-Seite –  bei Ausschluß des Rechtsweges eines der gelegentlich des 300. Geburtstages des Meister’s aufgelegten 1984 handschriftlich numerierten Exemplare (Gesamtauflage 2000 Explre.) der 19 € wertvollen, als Jubiläumsschrift in die deutsche Nationalbibliographie aufgenommenen, 100seitigen quartformatigen zeitlosen Hauspublikation auf holz-und chlorfreiem Bilderdruckpapier in Hotmelt-Klebebindung

Erlebnis  Ridinger©  1698 – 1998

mit ihren 112 zu Erwerb gestellten Positionen Handzeichnungen + Kupfer-Druck-Platten , Büchern + Radierungen in Folgen + Einzelblättern , Kopien + frühen Postkarten, illustriert mit 53 (26 farbigen) tlw. blattgroßen bzw. (3, davon 2 farbig) gefalteten Abbildungen. Herausgegeben als Heft 20 der schriften der ridinger handlung niemeyer. Den Druck besorgte – natürlich – die 1740 zu schönster Ridinger-Zeit während dessen fruchtbarer Zusammenarbeit mit dem dortigen Senator, Juristen und Dichter Barthold Heinrich Brockes begründete Christians Druckerei in Hamburg, der heutigen Partnerstadt von St. Petersburg.

Ganz gleich nun, ob Sie mailen, faxen oder schreiben – Seien Sie auf jeden Fall unter den ersten Zehn !!

 

„ Ist  gleich  Münnich  nicht  ein  Sohn ,

so  ist  er  doch  ein  Vater  des  russischen  Reiches “

(Katharina die Große)

Lotter, Tobias Conrad (1717 Augsburg 1777). Carte Geographique representant le Théatre de la Guerre entre les Russes, les Turc, et les Polonois Confédérés; C’est à dire: Les Provinces d’Ukraine, de Nouvelle Servie, de Moldavie, Valachie, Krimée; le Gouvernement de Woronez et d’Astrachan, comme aussi la Tartarie de Kuban. Mit großer figürlich gestalteter Titelkartusche (18,5 x 22 cm), Windrose, doppeltem Meilenzeiger und reicher textlicher Erläuterung des Kriegsgeschehens von 1736-39 sowie 1769-74. Von 4 Platten gedruckte Geschichtskarte ca. 1 : 1,59 Mill. in lasiert kolor. Kupferstich von Georg Friedrich und Gustav Conrad Lotter in Augsburg. (1774.) Signiert, bezeichnet. 49,5-72 x 22,4-154 cm.

Stopp/Langel S. 149. – Weder bei Grenacher, Guide to the cartographic history of the imperial city of Augsburg, in Imago Mundi XXII, 85 ff., noch in der Library of Congress. – In der British Library allein die auch von Tooley geführte, lediglich das erste Kriegsjahr des ersten russisch-türkischen Krieges (1768-74) wiedergebende Ausgabe von 1769. Eine in den vergangenen 70ern im Handel aufgetauchte weitere spätere Ausgabe – wiederum gänzlich literaturunbekannt – erschien 1783 zu der Eroberung der Krim nebst Umländern durch Potemkin.

ADB XXIII, 19 ff.; Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XI, 885 f.; Tooley 454 (alle Münnich). – Links auf oder knapp innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. Verschiedene meist winzige Einrisse des breiten weißen Randes säurefrei hinterlegt. Etliche stecknadelkopfgroße Wurmlöcher überwiegend den Papier-, weniger die Randpartien des Kartenbildes betreffend, ebenso wenig auffallend wie die namentlich das Mittelblatt betreffenden, vom Druck herrührenden schwachen Quetschfalten. Verso Numerierung von alter Hand. – Die von 3 Platten gedruckte Hauptkarte unten links durch eine kleinere bis Konstantinopel reichende Nebenkarte (23,9 x 22,5 cm) erweitert. – Die Kartusche, nicht aber die Windrose, in Schwarz-Weiß belassen. –  Früher  Abdruck  mit noch zahlreichen feinen Konstruktionslinien.

Burchard  Christoph  von  Münnich

(Neuenhuntorf/Oldenburg 1683 – St. Petersburg 1767) ,

von Peter II. 1728 in den russischen Grafenstand erhoben, von Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen 1741 zum Reichsgrafen ernannt, war bereits als 18jähriger Hauptmann in hessen-darmstädtischen Diensten, wurde 1705 fürstl.-ostfriesischer Oberingenieur, um „insbesondere beim Deich- und Sielwesen ‚guten Rath und Anweisung zu geben‘“ (ADB) und nahm bis 1739

– seit  1721  als  General-Ingenieur  und  -Lieutenant  in  Diensten  Peters  des  Großen –

an nahezu allen bedeutenden kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa teil. Darunter nicht zuletzt auch an den Feldzügen Prinz Eugens in Oberitalien und den Niederlanden, mit dem ihn Friedrich der Große später würdigend verglich:

„ Le  Comte  de  Münnich  était  …  le  Prince  Eugène  de  Moscovites . “

Wenngleich die teils tollkühnen Eroberungen während des Türkenkrieges von 1735-39 – dem letzten Feldzug unter seinem persönlichen Befehl – durch den von Österreich ausgehenden Frieden von Belgrad wieder preisgegeben wurden, so sind doch in der diesen Krieg betreffenden Hälfte der umfangreichen Kartenlegende

nahezu  alle  Daten  mit  seinem  Namen  verbunden .

1740 verhalf er der mit Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg vermählten Anna Leopoldowna auf den Zarenthron, reichte indes, da im österreichisch-preußischen Krieg auf Seiten Friedrichs stehend, 1741 seinen Abschied ein, wurde indes von der kurz darauf durch einen Staatsstreich an die Macht gelangten Elisabeth Petrowna zum Tode verurteilt, jedoch zu sibirischer Verbannung begnadigt. Erst Peter III, Verehrer Friedrichs d. Gr., berief ihn bei seiner Inthronisierung 1762 in alle Ehren und Ämter zurück.

Neben seinen militärischen Erfolgen galt sein Hauptinteresse, begünstigt durch seine Herkunft – der Vater war oldenburgischer Deichgraf – , dem Wasserbau. Erste größere Arbeit auf diesem Gebiet war nach seiner 1713 erfolgten Entlassung aus französischer Kriegsgefangenschaft die Anlage der Häfen und Kanäle von Karlshafen. Nach Eintritt in russische Dienste „ übernahm er die Ausführung eines Werkes, welches

seinen  Namen  auf  dem  Felde  des  Wasserbaues  verewigt  hat ,

die Erbauung des die Wolchow mit der Newa verbindenden Ladogakanals, ‚welcher

Wilbrecht, Petersburga (Detail Ladoga-Kanal)
Detail aus obiger Petersburg-Karte 14.676

…  Rußlands  Handel  mit  dem  übrigen  Europa  blühend  machen  sollte‘ “

(ADB). Bereits 1728 begann die Schiffahrt auf dem Kanal, 1732 konnte er auf der gesamten Länge von 110 km und mit 32 Schleusen dem Verkehr übergeben werden. Die letzten Lebensjahre Münnichs, 1762 von Katharina II. als Generaldirektor der Seehäfen und Kanäle eingesetzt, galten wiederum einem großen Projekt, dem Bau des baltischen Hafens Rogerwik bei Reval: „Mit Eifer entwarf der Greis einen neuen Plan für diese schon von Peter d. Gr. projectirte Anlage und mit jugendlicher Begeisterung ging er an die Ausführung“. Und noch 1764 verfaßte er eine allerdings erst 36 Jahre nach seinem Tode im Druck erschienene ausführliche Vorstellung wegen Erbauung von Kanälen und Erhaltung der Deiche in den heimatlichen Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst, „eine Schrift, die einen glänzenden Beweis liefert, nicht nur von der Liebe des Verfassers zu seinem Vaterlande … sondern auch von der Geistesklarheit, welche selbst dem Greise noch eigen war, und

von  dem  Scharfblicke , mit  dem  er  auch  das  Kleinste  nicht  übersah . “

Hinsichtlich Münnichs Interesse und Leistungen für den Wasserbau ist auch bedeutsam, in hiesiger Karte noch einen Hinweis auf

Leibniz’  Version  des  Wolga-Don-Kanals ,

einer Verbindung der beiden Nebenflüsse Ilovlya und Kamyshenka entlang des alten Handelsweges, zu finden (siehe Abbildung per 14.977 oben). Dies ganz im Gegensatz zu anderen Karten jener Jahre, in denen das Projekt keine Beachtung mehr fand. – Hinsichtlich

thematischer  Provenienz , Seltenheit  +  Format

eine  kartographische  Trouvaille  par  excellence .

Angebots-Nr. 12.020verkauft

 

Erarbeitete  auch  Gutachten

für  zwei  Petersburger  Häfen

(Wiebeking, Karl Friedrich von, Wollin 1762 – München 1842). Der Küstenverlauf der  Elbe  von Grodenstack über Cuxhaven bis nordwestlich Kugelbake. Mit

6  großen  Detaildarstellungen

zur Vorlandbefestigung sowie dreifachem Maßstab. Von 2 Platten gedruckter Kupferstich. 44,4 x 72 cm.

Plattenrand oben + unten jeweils ca. 4,5 cm breit. – Kaum bemerkbare Bugfalte am linken Bildrand. – Die Seitenränder unbeschnitten. Der rechte Rand von der Montage her etwas wellig und quetschspurig. Vereinzelte kleine Einrisse im Papierrand säurefrei hinterlegt.

Herausragende  Spezialkarte , neben der genauen kartographischen Darstellung des Verlaufs der verschiedenen Deiche – Steinmarner , alter + neuer (von 1741) Döser Seedeich sowie alter + neuer Neuenfelder Deich nebst zugehörigen Sielen , Lahnungen , Watten und Vorländern – von besonderem Interesse die

ebenso  instruktiven  wie  dekorativen  Darstellungen

verschiedener  Maßnahmen  des  Böschungsschutzes ,

so Profil der Steinkisten im alten Zustande – Steinkisten im neuesten Zustande – Profil der Ziegelböschung – Das Parabelwerck – Die Sinusböschung – Steindosierung am Neufelder Deich .

Deren jeweilige Verwendung zum Schutze des Vorlandes ebenso wie die Lahnungen im Watt in der Karte gesondert vermerkt. Darüberhinaus mit Baken, Leuchtfeuern und Landmarken wie Windmühlen und Häusern. Unter letzteren namentlich bezeichnet das Ritzebütteler Schloß – am Unterrand mit hierauf bezogenem Meridian und angedeutetem Breitenkreis – sowie das Quarantainehaus an der Kugelbake. Watten, Sände, Wiesen und Sumpfland mit jeweiliger Kennung.

Wiebeking , technisch ebenso vielseitig gebildet wie darüberhinausgehend geschichtlich interessiert, fand 1788 in Düsseldorf seine erste Stellung als Wasserbaumeister des Großherzogthums Berg, wechselte jedoch bald in hessische, österreichische und schließlich bayerische Dienste, um sich bereits 1818 aus dem Alltagsgeschäft zurückzuziehen und ganz seinen Schriften zu widmen. Indes lag

„ der Schwerpunkt seines Wirkens … unzweifelhaft auf dem Gebiete des Wasserbaues … (Er) verlangte die Schaffung hydrotechnischer staatlicher Versuchsanstalten … Der Kartographie wurde von W. sehr viel Zeit zugewendet … “

(ADB LV, 659 ff.). – Und Zögner, Kartenschätze, S. 157 :

„ … eine der fähigsten und produktivsten Persönlichkeiten des Kartenwesens seiner Zeit u. zugleich bekannter Wasser- u. Straßenbaumeister . “

Importante Arbeiten bildeten u. a. die Anlage eines neuen Hafens für Lindau sowie die erste größere Isarkorrektur nahe Münchens. Daneben Gutachten zu Überschwemmungsschutz und Anlagen von zwei Häfen in St. Petersburg, zur Verbesserung der Hafenverhältnisse Venedigs, Triests und Nieuwendieps in Holland. Den Bau des Ludwigs-Kanals lehnte er indes aus tiefer Überzeugung und in der Einsicht des Vorteils der aufkommenden Eisenbahnen ab. Hiesige Karte nun

Die seltene Gelegenheit zur Vergegenwärtigung des hochinteressanten Deichbaues neuzeitlicher Prägung à la Hauke Haien im heute

Petersburg  partnerstadtschaftlich  verbundenen  Hamburgischen .

Angebots-Nr. 12.211 / EUR  808. / Export price EUR  768. (c. US$ 1215.) + Versand

 

St. Petersburg? – Wolfsfänger, Russischer. Vorn groß nach links vor einem Holzlager zur Rechten mit Arbeiter-Staffage am Ufer eines von Segelboot + Ruderbooten belebten breiten Flusses mit gegenüberliegender Stadtteil-Silhouette, dominiert von Kuppel-Kathedrale, nebst steinerner Brücke (Petersburg mit Peter-und-Paul-Kathhedrale und Petersburger Brücke?). Stahlstich von Johann Siebert (geb. 1804, 1822/28 Schüler der Kunstschule, 1846 noch tätig, alles Nürnberg) nach S. Cooper (der Tiermaler Thomas Sidney C.?, Canterbury 1803 – Vernon Holme bei C. 1902). Ca. 1835. Bezeichnet: XXV / S. Cooper pinx. / I. Siebert sc. Nbg., ansonsten wie vor nebst Adresse der Kunstanstalt des Bibliograph. Instituts. 16,9 x 20,3 cm.

Mit dem nicht mitgemessenem vollen Plattenrand, wie für Stahlstiche eher seltener, und linksseitigem Heftrand.
Angebots-Nr. 14.823 / EUR  79. (c. US$ 125.) + Versand

 

Aus  beiden  Städten  übrigens , Petersburg  wie  Hamburg ,

wie des weiteren bis aus Odessa, Moskau, Mailand, Amsterdam, Kopenhagen, versammelten sich auf teils klangvolle Empfehlungen hin seit 1803, im wesentlichen aber wohl erst nach 1825, in Wien 92 Schüler um einen Vollblut-Musiker, dessen Eigen-Kompositionen mit 1700 Aufführungen „bei weitem an der Spitze (standen), gefolgt von Wolfgang Amadeus Mozart mit (nur) 400“. Und der als Ohren- und Augenzeuge dabei war, als Beethoven in seinen dortigen frühen Jahren im Hause des Barons Wetzlar mit dem begnadeten Joseph Wölfl, „Clavierspieler außerordentlichster Art“, um die Siegespalme stritt und seinen bis heute bewunderten Ruhm des freien Fantasierens begründete. Als Dirigent stand jener Musiker diesem Titanen in dessen unerhörtester Schaffenszeit, für die die Literatur die Jahre von 1800 bis etwa 1812/13 ansieht, bis hin zu zeitweiser Haus- und Tischgenossenschaft nahe und dirigierte, beispielsweise, 1806 die beiden Aufführungen der zweiten Fassung des „Fidelio“, wobei die Meinungen der Literatur, ob als Ganzes oder nur teilweise, auseinandergehen. Am Ende schrieb er dem „ewig unbegreiflichen Meister“ (Schott’s Söhne in Ankündigung von op. 130 im August 1825, ergo zu Lebzeit!) und Gefährten der frühen Jahre die Choralmusik zur Totenmesse. Sein eigenes Leichenbegängnis zum Währinger Friedhof vierzehn Jahre später gestaltete sich seinerseits „unter einem ungeheuren Zudrange von Menschen aus allen Volksklassen“ und das „Österreichische Morgenblatt“ vom 1. September 1841 reihte ihn ein „in die (schon benachbart gelegene) Gesellschaft der unsterblichen Tonkünstler Beethoven und Franz Schubert … ‚Er ist in ihrem Bunde der Dritte‘ …“.

Als nun 1831 die Pest durch Abreise zahlreicher Schüler gedachtem Musiker spürbare finanzielle Einbußen brachte, machte er sich an eine Beethoven gewidmete Arbeit, die ihm die Fachwelt als unseriös bis heute verübelt. Gleichwohl nicht deren Anhang, in welchem er des vier Jahre zuvor Verewigten miterlebt-biographisch gedachte und damit den zweitfrühesten Abriß dessen Lebens, sprich Wirkens in Wien, lieferte. Den Titel dieses Anhanges zu jener 1832 erschienenen Publikation mißbrauchte sechs Jahre später ein deswegen ungerügt gebliebener anderer für seine eigenen Beethoven-Erinnerungen.

Der Zufall ließ das Original-Manuskript zu gedachtem biographischen Anhange auf den Markt und in hiesige Handlung gelangen, bereit, weitergereicht zu werden. Bei welcher Gelegenheit eine druckunbekannte Passage für einen der bewegendsten Momente im Leben des Unsterblichen zu Tage trat. Nämlich in Verbindung mit der ganz großartig noblen Geste der London Philharmonic Society, die den Sterbenden vor Dankbarkeit so unsagbar erschütterte. Der sich verarmt glaubende hatte die Gesellschaft um einen Vorschuß auf Späteres gebeten und postwendend 100 £ erhalten. Die der Testamentsvollstrecker, Stefan von Breuning, als ohnehin nicht benötigt gewesen „mit dankbarer Erkenntlichkeit remittirt(e)“. Diese im Manuskript ungeändert gebliebene importante Passage fehlt gleichwohl im Druck.

Frage

Wer  ist  der  Autor , um  welche  Publikation  handelt  es  sich  und  wie  lautet  der  Titel  des  Anhangs?

Als Preis winkt den ersten zehn richtigen Lösungseinsendern – Eingangsschluß ist der 31. Mai 2003, 24 Uhr, als dem Aufgalopp der nächstfälligen monatlichen  Aha-Seite – bei Ausschluß des Rechtsweges ein Exemplar der 15 € wertvollen, gelegentlich des Erwerbs des Manuskriptes per Bild + Transkription unter dem Titel

Gefährte  schon  der  frühen  Jahre – … …

erstmals vollständig veröffentlichten 12½blätterigen Manuskriptfassung mit illustriertem Umschlag in Rot + Schwarz.

Ganz gleich nun, ob Sie mailen, faxen oder schreiben – Seien Sie auf jeden Fall unter den ersten Zehn !!

 


 

„ herzlichen Dank für die rasche und ausführliche Behandlung meiner Anfrage. Ich bestelle hiermit beide o. a. Gebote … bin ich auch mit Vorauszahlung einverstanden “

(Frau R. R., 20. November 2002)