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Das  AHA! – Erlebnis  des  Monats

jeden  Monat  neu  –  jeden  Monat  etwas  anderes

—  Juni  2003  —

 

„ Amerika  du  hast  es  besser ,

als  unser  Kontinent  der  alte “

( Goethe )

 

Bibliophilie

 

In  der  Neuen  Welt  in  489  Exemplaren

John Keats, Unpublished Poem

auf  Pergament  …

und  damit  wirklich  würdig  diesem

„ größten  neueren  Lyriker  Englands “,

dessen Überzeitlichkeit Shelley

in seiner schmerzlichen Totenklage Adonais

gelegentlich der frühen Beisetzung

bei der Cestius-Pyramide rühmte.

John Keats. Unpublished Poem To His Sister Fanny, April 1818. Faksimile der Handschrift nebst typographischer Transkription. Einleitung von Charles C. Hurd. Boston, The Bibliophile Society, 1909. Kl.-4°. 22 (recte 20) SS. incl. radiertem Titel und radiertem Impressum. OHpgt.-Bd. mit goldgeprägtem Rückentitel. Unbeschnitten.

Erste  Ausgabe . – Eins  von  489  Exemplaren  auf  Pergament ,

John Keats, Unpublished Poem

herausgegeben  ausschließlich  für  die  Mitglieder  der  Bibliophile  Society ,

die das Original zwecks Zueignung an William K. Birby kurz zuvor erworben hatte. Gedruckt auf Doppelblätter, deren Paginierung fehlerhaft ist, nämlich Titelei und Hs.-Faksimile einschließlich weißer Innenseiten zählt, den übrigen Text indes nur mit seinen bedruckten Seiten. Die Faksimileblätter zudem an den Schluß verbunden. – Titel mit Portrait-Medailllons Keats’ und Fanny’s sowie reicher Ornamentik. Vortitel in ausführlicher Gestaltung Wahlspruch der Bibliophile Society, Sinnbilder des Bücherfreundes sowie Impressum enthaltend. – Unbeschadet seiner für alteuropäische Verhältnisse außerordentlich hohen Pergament-Auflage praktisch nicht am Markt vorkommend.

„ Ein Gedichtblatt Keats’ bleibt insolange nichts als ein armes Blatt Papier, insofern in uns nicht schon bei der bloßen Anrufung dieses Namens ehrfürchtige Erinnerung aufklingt an heilig schöne Verse, die wir von ihm gelesen haben und die unserer Seele so wirklich und gegenwärtig sind … “

(Stefan Zweig gelegentlich eines Keats-Autographs).

Heftung etwas gelockert, Einband minimal unfrisch. Die radierte Titelei vom Druck her gewellt, sonst tadellos frisch.
Angebots-Nr. 13.091 / EUR  998. / Export price EUR  948. (c. US$ 1500.) + Versand

 

…  und  zu  gleicher  Zeit  im  alten  Europa
in  ganzen  2  Exemplaren

in  Pergament

und auf nur pergamentartigem Papier ,
nicht „auf Pergament“ à la Impressum:

Katalog einer Ridinger-Sammlung: Exemplar Nr. I/II

 

Die  Nr.  I  des  Barons

( aus  der  österreichischen  Rothschild-Linie )

der  nur  zwei  römisch  numerierten  Exemplare

Ridinger – von Gutmann – Schwarz, Ign(az). Katalog einer Ridinger-Sammlung. 2 Bände. Wien, Selbstverlag, 1910. 4°. XX, 210; XI, 169 SS. Mit (innerhalb des Textes über die gedruckten)

zahlreichen  aufmontierten  Abbildungen

+

118  aufmontierten  Tafeln ,

davon  6  farbig  +  1  doppelblattgroß.

Orig.-Kalb-Pergament-Bände auf 5 Bünden mit zwei dunkelroten, goldgeprägten Rückenschildern und ebensolcher Fleural-Ornamentik nebst Goldfileten in den freien Feldern, selbst noch

goldenen  Kapitalbändern ,

zweifacher Doppelfilete mit Eckfleurons am inneren bzw. Rosette im äußeren Karée, alles in Gold, dem

goldgeprägten  Supralibros  Ritter  von  Gutmann’s

nebst  Wahlspruch

Rudolf Ritter von Gutmann, Katalog einer Ridinger-Sammlung, Exemplar Nr. I/II (Wappen-Supralibros)

„Semper  Progrediens“

auf  allen  vier  Deckeln ! ,

marmoriertem Farb-Vorsatz à la Pompadour-Parts der legendären Marjoribanks Folios Gutmann’s in farbig marmorierten, mit Moiré gefütterten Orig.-Schubern. Goldschnitt.

Rudolf Ritter von Gutmann, Katalog einer Ridinger-Sammlung, Exemplar Nr. I/II

Die  unnahbar  elitäre

Nr.  I/II  Exemplaren

in  adäquaten  Pergament-Bänden  von  betörend  schlichter  Eleganz ,

begleitet von einzigartigem Pedigree, dem Begleitbrief vom 6. September 1951, mit dem der Antiquar Robert Alder in Bern das Exemplar „Im Auftrag von Herrn von Gutmann“ an Frau Dr. Waeckerlin in Zürich überstellt.

Als Manuskript gedruckt in nur 202 Exemplaren, davon 200 arabisch numerierte mit den Illustrationen in Mitdruck und in lediglich Interimsumschlag als Ordinärausgabe und 2 römisch numerierte auf pergamentartigem Papier (also nicht impressumgemäß „auf Pergament“) ist dieser von 6 (!) Indices erschlossene Privatdruck die nobelste Verneigung der Literatur vor dem Œuvre Ridinger’s

und  mit  der  Nr. I  von  nur  zweien  ein  bibliophiles  non  plus  ultra .

Verfaßt vom Doyen der Wiener Antiquare und von Rudolf R. von Gutmann

Rudolf Ritter von Gutmann, Katalog einer Ridinger-Sammlung, Exemplar Nr. I/II (Dedikation an seine Mutter)

„ In  Treue  (s)einer  Mutter “

gewidmet. – Schuber minimal berieben, die Pergament-Rücken zu Altweiß verblichen, sonst

erstrahlend  in  nahezu  tadelloser , unberührter  Frische .

Rudolf Ritter von Gutmann, Katalog einer Ridinger-Sammlung, Exemplar Nr. I/II (Titel-Rückenschild)

Rudolf Ritter von Gutmann, Katalog einer Ridinger-Sammlung, Exemplar Nr. I/II (Band-Rückenschild)

Rudolf (1880-1966) war der zweite Sohn von Wilhelm Ritter von Gutmann und dessen Frau Ida, einer geborenen Freiin von Wodianer. Der das Glück hatte, daß der ältere Bruder Max die wirtschaftliche Führung eines Imperiums übernahm, dessen Kern jene von der österreichischen Rothschild-Linie rund dreißig Jahre zuvor geerbten Rechte bildeten, die noch unerschlossenen Kohle- und Eisenvorkommen in Witkowitz bei Mährisch-Ostrau in Böhmen auszubeuten, welcher Ort erst kurz zuvor von Gutmann und Rothschilds gegründet worden war. Sie gediehen zu den größten Eisenwerken der k.k. Monarchie und erlaubten eine Ausdehnung der Familieninteressen auf Schwerindustrie und Banking. Eingefaßt von runden 50000 ha Ländereien. Entsprechend war die Ridinger-Sammlung eingebettet in eine solche noch ganz anderer Dimension. Darunter der schlesische Hedwigs-Codex, der später über die Sammlung Ludwig in Aachen ins Getty Museum gelangte. Und damit zurück nach Amerika. Denn dorthin war der Codex dem Baron gefolgt, als dieser „aus Wien nach Vancouver gekommen (war), etwa so weit fort von Hitler, wie es nur möglich war“ (H. P. Kraus in „Die Saga von den kostbaren Büchern“).

Ein Teil all dieses geistigen und wirtschaftlichen Glanzes denn, es sei wiederholt, anstehende

Nr. I  als  das  einst  persönliche  Exemplar  des  Barons

in  Pergament

mit den gegenüber den mitgedruckten der Papierausgabe offensichtlich handverlesenen  montierten  Illustrationen. Damit aber eine absolute édition de luxe für die Vitrine. Im Nebeneinander mit einem einfachen für den Alltag, für die so unendlich beglückende Beschäftigung in und mit der Sammlung.
Angebots-Nr. 28.886  /  Preis auf Anfrage

 

…  und  dieses  Kräfteverhältnis  besteht  fort ,

ob  es  strammen  Alt-Europäern  paßt  oder  nicht .

 


 

“ Thank you for your kind help with the Hogarth and for always pleasant correspondence ”

(Mrs. M. K., April 15, 2004)