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Was ist das ?In Kassel läuft’s , nach Leipzig wandert’s ?Richtig , die derzeit in Kassel bis zum 26. Februar laufende und nach Leipzig (18. März-4. Juni) weiterwandernde Ausstellung „3 x Tischbein und die europäische Malerei um 1800“. Und natürlich verlangt dieses Spektakel umsomehr nach anstehender Ergänzungs-Resonanz, als der hier nicht nur wegen seiner Tier- und Jagd-Graphik favorisierte Johann Heinrich Tischbein II (Haina 1742 – Kassel 1808) – älterer Bruder des sogenannten „Goethe-Tischbein“ – partout nicht ins Ausstellungs-Konzept der nur drei ( nur drei! Tischbeine! , verehrte Museale, ich bitt’ Sie! ) weitflächig Bekannten der berühmten hessischen Künstlerfamilie passen sollte. Auf die Meriten dieses nicht einmal nur zwangsläufig zugehörigen vierten Tischbeins aufmerksam zu machen, weitet somit das Blickfeld und reizt den händlerischen Sachwalter der Kunst umsomehr, als gerade Goethe es war, und dazu auch noch ausgerechnet während seiner Italienischen Reise als dem Bezugspunkt zum „Goethe“-Tischbein, der am 17. September 1786 in Verona die trefflichen Worte notierte
Wie weit und wie reich , erweist Johann Heinrich Jun.’s hier aufliegende, feinst in
rotes Maroquin gebundene und schubergeschützte zwischen 1808 + 1827 postum herausgegebene „ Sammlung von 170 Kupferstichen “ (recte „sämmtlich in Kupfer radirt und geätzt), die Nagler in seiner 1848er Auflistung unter Position 43 nicht ganz korrekt als „Gesamtausgabe seiner Werke“ qualifiziert, obgleich nicht alle aufgelisteten Blätter enthaltend, und er denn auch an anderer Stelle selbst von „ungefähr 184“ spricht, während Thieme-Becker 1939, alle Ätzversuche eingeschlossen, auf etwa 350 Blatt kommen. Auf jeden Fall ist die hier anstehende Sammlung die umfangreichste Ausgabe und damit die Werkdokumentation schlechthin, dominiert von den Tier- und Jagdstücken aber dennoch natürlich noch weit mehr bietend, auch mittels Lokalem den Tierstücken zusätzlich einheizend.
Geschaffen nach Bildern namentlich auch der legendären Kasseler Galerie, deren jahrzehntelanger Erster Inspektor er war, wie nach Vorlagen seines Onkels und Lehrers, Johann Heinrich I, des „Kasseler Tischbein“, und eigener nach Natur als Ergebnisse nicht zuletzt seiner persönlichen Jagdleidenschaft . Wobei allein schon der Einsatz verschiedenster Kupfer-Techniken, wiederholt auch farbiger Papiere, dem Auge optische Vielfalt und reizvolle Blickwinkel beschert. Dieses besondere Spektrum
denn auch seitens Walter Schürmeyer’s als ein wesentliches künstlerisches Charakteristikum sui generis hervorgehoben:
(Löffler-Kirchner, Lexikon des gesamten Buchwesens III [1937], 402 f.). Besagte Zusammenstellungen jeweils von durchweg alten oder früheren, nach Art der alten Klebebände innerhalb des weißen Plattenrandes geschnittenen Abdrucken in Formaten von 5,4-21,2 x 6,7-27,7 cm und punktuell auf – hier 59 – Untersatzbögen montiert. Zehn der Arbeiten
(teil)koloriert. Blatt 65, Zwei sich streitende Reiter (Nagler 16) wurde offensichtlich schon in alter Zeit entnommen, an dessen Stelle eine lavierte Pinselzeichnung in Grau + Braun zweier von einem Jungen beobachteter Ziegenböcke bei Mauerwerk (130 x 185 mm) auf altem Bütten aufmontiert ist, auf die wiederum später eine radierte „Ruhende Gruppe eines Ziegenbockes mit zwei Schafen“ nach Johann Heinrich Roos (12 x 17,7 cm, 10-13 mm breitrandig) aufgelegt ist, die zwecks Hochklappens an den beiden Unterecken nunmehr gelöst wurde. Der ausgezeichneten Druckqualität entspricht der Erhaltenszustand. Zu nennen nur vereinzelte Stockfleckchen, lediglich Blatt 147 (Schloß Hardenberg) namentlich in der Himmelspartie störend stärker, und ein partiell auftretender schwacher Wasserrand in der rechten Unterecke des Montagepapiers. Der gediegene Außenglanz
dieses Maroquin-Exemplars bedarf keiner Worte . Und so wird der schöne Band – der Schuber adäquat mit den Kanten aus gleichem Fell – als Ganzes Ihre Sammlung bereichern. Treten Sie näher , vertiefen Sie sich in nachfolgende Inhalts-Beschreibung , entdecken Sie Neuland wie Altbekanntes, dem Sie schon immer einmal wiederzubegegnen wünschten. Hier gebiert die Fülle den Appetit . Sollten Sie indes lieber dem Naschen frönen, voilà, nach dem Ganzen promenieren, weniger üppig, gewiß, doch noch immer ansehnlich, eine ganze Reihe Tiere , Jagdwild neben Friedvieh , apart durch die Offerte, erfreuend einst Dr. Strousberg, den legendären Unternehmer, den König der Eisenbahnen. Doch zunächst Das 170-Gänge-Menü im noblen Kuvert
Zwickau, Literatur- und Kunst=Comptoir, zwischen 1808 + 1827. Gr.-2°. 2 unnum. Bll. Titel, Vorwort + Inhalt und neben einer zusätzlichen alten lavierten Pinselzeichnung in Grau + Braun von anderer Hand besagte 170 (davon 1 ausgetauschte) Radierungen (5,4-21,2 x 6,7-27,7 cm), davon 10 (teil)koloriert, in punktueller Ursprungsmontage auf 59 Blatt. Rubinroter Maroquin-Band mit 5 imit. Bünden, grünem Rückenschild, Künstler-Namen auf Vorderdeckel + ridinger handlung niemeyer auf dessen Innenspiegel, Ridinger-Hirsch-Vignette sowie Filete auf beiden Deckeln, alles 23,5karätig goldgeprägt, in gleichartigem HMaroqu.-Schuber mit der Hirsch-Vignette a. beiden Decken. Aus Naglers Einzelauflistung 1-39 blieben unaufgenommen die Positionen 1-3 (Statue Landgraf Friedrich II. von Hessen, Portraits Eheleute Kästner), 8/9 (Augustus + Cinna, Augustus am Grabe Alexander’s), 14 (Alte Bettlerin), 29 Hirsche in Landschaft nach Potter) + 39 (Heuschreckenzug bei Bender, „selten zu finden“). Hier erstmals aufliegend, ist das Exemplar identisch mit dem für 1964 + 1980 (verfrüht „ca. 1800“) im JdA geführten und sind mir anderweitige sonstige nicht bekannt geworden. Die solchermaßen zu unterstellende ganz erhebliche Seltenheit wird gestützt durch das Fehlen in den frühen „National“-Bibliographien des 19. Jhdts., aber auch im National Union Catalogue unserer Tage . Sie ergibt sich ohnehin rein zwangsläufig allein aus der Tatsache der montierenden Zusammenstellung (Platten-Datierungen hier bis 1795). Weder Nagler noch Löffler-Kirchner nennen für die „Gesamtausgabe“ ein Datum, doch ergibt sich die postume Ausgabe hiesigen Exemplars aus dem Vorwort. Die teils mit mehr oder weniger, aber auch ganz in Aquatinta, vereinzelt auch in vernis mou, gearbeiteten und in ausgezeichneter Druckqualität vorliegenden Blätter sind tlw. bezeichnet mit Name(n)/Monogramm der Künstler + Datum, seltener mit Titel und vereinzelt mit Dedication. Für solche in rötlichem/bräunlichem Druck oder auf farbigem Papier siehe unten. – Titel + Inhalt auf Bütten mit großem Lilien- bzw. Whatman-Wz. I.) Menschliche Köpfe (16)
Vorab das Titelkupfer „Versuche in geaezten Blaettern von J. H. Tischbein jun“ nach Agricola zur 1775er 12blätt. Folge Nagler 40. – Ansonsten u. a. die Portraits des Grafen A. von Veltheim (auf braunem Papier) und des Göttinger Juristen Georg Heinrich Ayrer (Meiningen 1702 – 1774) sowie Köpfe nach Lievens + Jordaens (je 1) sowie Rembrandt (3, davon eines – Nr. 10 – nicht als nach Rembrandt zugeordnet, gleichwohl in Verbindung stehend mit dessen Selbstbildnis nach rechts Bartsch 27 [Abb. Schwartz, R.-Radierungen, 1978, 27], von Tischbein vermutlich nach der spiegelbildlichen 1634er Radierung des R.-Schülers Joris van Vliet gearbeitet). Sechs der Arbeiten nach eigener Vorlage. II.) Historische Figuren (19) Davon vier nach Joh. Hch. Tischbein I, dem Onkel. – Weitere nach Teniers (Der Philosoph, reich an Vanitates; Der Scherenschleifer; David Teniers II
Die Kegelspieler) + Rembrandt (2). – Ferner: Jacob segnet die Kinder Josephs / Termosiris unterrichtet Telemach in der Musik / Diogenes (sehr schön auf blauem Papier) / Schornsteinfeger / Dudelsackspieler / Violinspieler u. a. m. III.) Landwirthschaftliche Thiere (27) Darunter 5blätterige Pferde-Gruppe nach
Johann Georg Pforr (Freund + Schwager Tischbein’s, dessen „Pferdestücke allgemein bewundert, und als unübertroffen gepriesen“ wurden, Nagler; hier, sehr fein, mit leichtem Zaumzeug, Decke + Mantelsack, munter nach links), Philip Reinagle, Joh. Frdr. Steinkopf und Anonymen. – Im übrigen nach Berchem, Potter (4, darunter zwei von Nagler zu Tischbein’s vorzüglichsten Blättern gezählte Hornvieh-Gegenstücke „aus dem berühmten Gemälde … in der … Gallerie zu Cassel … [genannt] die pissende Kuh“), Willem Romeyn, Johann Heinrich (7) + Philipp Peter (1) Roos und Anonymen. IV.) Pferde und Reuter (siehe auch zu III) (2 st. 3) Neben dem „Mann zu Pferd im Mantel und mit dem Hute auf dem Kopfe“ (Nagler 17, „Fein radirt“) das berühmte Sujet „Falkner zu Pferde“ mit zwei Hunden (N. 15 irrtümlich „voran zwei Pferde“) nach – bezeichnet: M. D. Junge 1635 – Jan Martsen de Jonge 1635
J. H. Tischbein jun. f. 1785 Für das anderweitig ersetzte Blatt der beiden sich streitenden Reiter siehe oben. V.) Hunde (15) Neben Tischbein’s eigenem Hühnerhund
in Braundruck mit dem Besitzer-Zeichen „T“ auf dem Halsband hervorhebenswert besonders des Fürsten Friedrichs von Waldeck amerikanischer Jagdhund Trimm mit dem Halsband-Monogramm „F. F. Z. W.“ und des Fürstlich Waldeck’schen Oberstallmeisters von Schünstedt „berühmter Jagd(Dachs)hund Klopan nach dem Leben gezeichnet in Wildungen geätzt durch J. H. Tischbein 1794“ (so hs. Vorbesitzer-Untertext) mit dem Halsband-Monogramm „S“ – Des weiteren Dänische Dogge, Saurüde, drei Windhunde, ein Hühnerhund, drei Jagdhunde, darunter „Walkire“, ein liegender Hund in Braundruck (feines Blatt) + Spitze. VI.) Jagd-Stücke (9) Vorab als großartigstes Blatt des Œuvre (20,8 x 26,3 cm) die von vier Hunden vorgetragene Sauhatz auf blauem Papier
Dem Herrn Rittmeister von Schwertzell zugeeignet durch dessen ergebensten Freund und Diener J. H. Tischbein 1786.“. – Hervorhebenswert des weiteren Ruthart’s spannungsgeladene Szenerie der von drei Leoparden angefallenen beiden Hirsche (Hirsch + Alttier, koloriert, als mit 19,2 x 23,8 cm originalentsprechende spiegelbildliche Wiederholung der Ruthart-Radierung Hollstein 3) / Potter’s Ochsenhatz mit den drei Reitern und dem von vier Hunden bedrängten Bison, deren einer – als ganz außergewöhnliche Wiedergabe – durch die Luft geschleudert wird (15 x 23,8 cm) / Die Sauhatz mit den vier Hunden (11,3 x 16,9 cm) / Das von einem Hunde gejagde Hauptschwein (9,1 x 17,2 cm, sehr fein) / Der von wütender Meute, deren drei gleichwohl erledigt sind, gepackte flüchtige Zwölfender am Abhang (17,5 x 24 cm) / Der von einem Hunde gejagde angeschossene Achtender (14,5 x 20,2 cm, herrlich zart), von Tischbein nach dem Leben gezeichnet wie auch Die Hasen-Beitze (7,8 x 25,8 cm) / Der einen Stier niederreißende Bär (koloriert, 20,2 x 26,7 cm). VII.) Lebendiges Wild (14) Mit dem Vierzehnender (?) nach Ridinger (Schwarz I, XXIV „von 16 Enden“, 20,4 x 26,6 cm), bezeichnet: Joh: El: Ridinger del: 1734 (sic, im Gegensatz zu Schwarz!) / Dem Herrn Commandeur von Veltheim zugeeignet durch dessen ergebensten Freund und Diener / J. H. Tischbein jun: 1785. Sodann als von Tischbein nach dem Leben gezeichnet : Tannenwild im Thiergarten des Landraths von Meysenbug zu Riede (bei Wolfhagen, 19,2 x 27 cm; zwei kapitale Damschaufler mit Tier + Kitz, zurückgesetzt zur Linken am Beginn einer Allee tollendes Pferd + Schafe, an deren Ende Denkmal mit Figurine) / Weißes Edelwild …
in der Aue bey Cassel … 1787 (15,4 x 23,5 cm); Kapitaler mit vier Tieren) / Tannenwild in der Aue bei Cassel … 1787 (14,4 x 17 cm; kapitaler Damschaufler und zwei Tiere, in zartem Braundruck). Des weiteren eine kolor. Hirschkuh nach Johann Heinrich Roos (18,5 x 15,5 cm), drei Hirsche, ein Rehbock und fünf Schweine, davon vier springend, das stutzende fünfte „nach der Natur bei Wildungen … 1794 gezeichnet und geaezt durch H. Tischbein“. VIII.) Todtes Wild (10) Je drei Hirsche, Böcke + Schweine sowie ein Gems, sämtlichs von Tischbein nach der Natur. – Hierzu heißt es im Vorspann :
IX.) Wildes Federvieh (9) Nach Oudry von Greifvogel bei nahem Anwesen im Schilf überraschte Enten (18,1 x 24,4 cm) + Vorstehhund vor Fasanen (20,3 x 27,4 cm; koloriert) / Von Tischbein Ein Strauß nach dem Leben in Cassel + Enteschlagender Habicht, gleichfalls nach dem Leben. – Des weiteren je ein Auerhahn, Geier, Schwarzstorch, Fasan und Casuar. X.) Wilde Thiere (20) Sämtlichs (recte 19) von Tischbein nach dem Leben. Im einzelnen vier Löwen, davon einer einen Leoparden anfallend, zweimal derselbe Leopard mit zwei Jungen, ersterer bezeichnet „… nebst seinen ao 1774 geworfenen Jungen, in der Menagerie zu Cassel / H. Tischbein Jun. fec. 1783“ (14,6 x 18,1 cm), Tiger (2), Hyäne, Schwarz- + Weißbär, drei Wölfe (deren liegender dritter lt. Bezeichnung nach dem großen L. von Wildungen, Kurhess. Oberforstmeister in Marburg), Dachs, Biber, junger Elefant, Büffel, Fuchs + Kuder, letzterer „… den 19ten Febr. 1783 / H. Tischbein Jun. fec.“. XI.) Landschaften (14) Vorab das Titelkupfer „Versuche in geaezten Blaettern nach verschiedenen Manieren von Johann Heinrich Tischbein Jun: Inspector der Fuerstl: Gemaehlde Gallerie zu Cassel“ zur 1789er 64blätt. Folge Nagler 4. – Sodann Große Landschaft nach Rembrandt mit den zwei Jägern aus 1788 (18,1 x 25,5 cm) / nach Joh. Hch. Tischbein I Wohnung des Democrites ( mit Jäger )
auf dem Weissenstein bei Cassel bzw. Landhaus des Socrates daselbst / „Schloss Hardenberg bei Göttingen“ (16 x 19,4 cm) / „Das alte Schlos Hardenberg“ (15,7 x 19,5 cm) / Landschaft mit Gewässer nach Kobell / Ruine einer Kirche / Hügelige Landschaft mit Anwesen und Figurinen nach Gerbrand van den Eeckhout / Windmühle an Kanal und Stadtmauer einer ndl. Stadt / Landschaft mit Turm / Ein Wald / Baum nach wohl Jacob van Ruisdael / Eiche zu Riede. XII.) Thierköpfe und Thierseltenheiten (14) Mit Ausnahme eines Ochsenkopfs von Johann Heinrich Roos sämtlichs von Tischbein nach der Natur. – Im einzelnen drei Hirsch- (einer in Braundruck)
und ein Thierkopf (mit Horn) / zwei Bocksköpfe, der eine mit sechs Hörnern / Wildschweinkopf / Fuchs mit weißem Hals / Schwarzer Fuchs / Zwei Löwenköpfe, davon einer auf blauem Papier, der andere in Braundruck / Zweiköpfiges Lamm „… gezeichnet im Museum zu Cassel. 1786.“. Johann Heinrich jr. „malte Landschaft und Thiere und ließ sich nach längerem Aufenthalt in Holland in Kassel nieder“, wo er 1775 Inspektor der namentlich für ihre Niederländer berühmten dortigen Galerie wurde. Er „war auch – heißt es in der ADB XXXVIII, 364 f. weiter – ein tüchtiger Kupferstecher “. Zu letzterer Tätigkeit meinte 50 Jahre früher Nagler hingegen, seine Blätter seien zwar „nicht ohne Interesse, sie stehen aber in keinem hohen Werthe“. Was seitens des sonst so kenntnisreichen Nagler überrascht, zeichnen sie sich doch durch großes Einfühlungsvermögen + naturgetreue Wiedergabe aus. Persönlich „ (Liebte er d)ie Jagd fast leidenschaftlich und übte sie neben seiner Kunst zur Erholung und Zerstreuung … Ueber die Trefflichkeit seiner Arbeiten , besonders der Jagdstücke könnten die größten Lobsprüche berühmter Kenner als eines Grafen von Mellin (Verfassers der Wildbahnen) , von Wildungen und Hartig angeführt werden, welche die glückliche Wirkung von dem seltenen Vereine des geschickten Künstlers und Jägers in einer Person an seinen Arbeiten anerkannten und rühmten “ (aus dem Vorwort). Präsentiert denn per Vitrinen-Exemplar innerhalb der Reihe der Roten der ridinger handlung .
Folgen besagte Einzelblätter aus Vorbesitz Dr. Strousberg , Berlin Habicht im Sturzflug auf Enten im Schilf . Nahe eines Anwesens. Nach Jean Baptiste Oudry (Paris 1686 – Beauvais 1755). (1773.) 18,2 x 24,2 cm. – Signaturen + Daten wohl gelöscht und nicht „vor aller Schrift“, wie tlw. katalogisiert wird. – Nicht mehr montiert. – Rückseits partiell schwach gebräunt. – Oudry’s schönes Motiv von 1733 .
Ein Fasan . Nach links laufender Gockel. Mit leichter Aquatinta. Bezeichnet: JH T. 1791, 9,3 x 16,7 cm.
Ein Fuchs mit einem weißen Hals . Von Joh. Hch. II nach dem Leben gezeichnet . Mit Aquatinta. 8 x 14,2 cm.
Ein vor Fasanen stehender Hund . Mit Aquatinta. Nach Jean Baptiste Oudry (Paris 1686 – Beauvais 1755). 20,2 x 27,4 cm. – In der mittleren Himmelspartie bildseits nur wenig störende leichte Altersflecken. Vier kleine Randstellen nach der früheren Montage etwas dünn. – Abbildung des kolorierten Exemplars der Buchausgabe siehe oben.
Ein Habicht welcher eine Ente gefangen hat . Der Augenblick des Schlagens im Schilf. 13 x 16 cm. – Von Joh. Hch. II sehr schön dominant, namentlich der Habicht, nach dem Leben gezeichnet .
Ein Hirsch . Achtender , sich am Hinterlauf leckend. 12 x 13,4 cm.
Ein Hirsch , welcher von zwei Leoparden angefallen wird . Dem Alttier setzt ein dritter nach. 19,2 x 23,9 cm. – Dreiseits ganz und oben stellenweise auf Plattenkante geschnitten. Kleine dünne Stelle von früherer Montage – gereinigt – unten Mitte. – Hier die Abbildung des kolorierten Exemplars der Buchausgabe. – Spannungsgeladenes Blatt nach
Carl Ruthart (Danzig 1630? – Aquila 1703), spiegelbildlich gleichformatig zu dessen Radierung Hollstein 3. Über wechselseitige Einflüsse des namentlich an Fyt und Snyders anschließenden „flämisch geschulte(n) C. A. Ruthard“ (Gerson) siehe in neuerer Zeit Fred G. Meijer in OUD HOLLAND CIV, 331 ff. Nach hiesiger Ansicht neuerdings zu Unrecht zu Gunsten Ruthart’s zur Diskussion gestellt auch zwei der verbliebenen vier Petersburger Ridinger-Öle (The Hermitage Catalogue of Western European Painting Bd. XIV, Nrn. 286 + 287).
Ein sich äsender Hirsch (Sechsender). 17,1 x 21,6 cm.
Ein todter Hirsch . Achtender nach links mit auf Felsstück aufliegenden Hinterläufen. 19,2 x 26,2 cm. – Von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet . – Bütten .
– – (Zehnender). Von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet . Bezeichnet: JHT (ligiert) 1788. 12,5 x 25,8 cm. – Auf Bütten. – Nicht Provenienz Strousberg. – Minimal stockfleckig.
– Dasselbe im Explr. Dr. Strousberg unter Wegschnitt der tief unten links befindlichen Bezeichnung.
Eine Hirschjagd . Flüchtender 12-Ender, von wütender Meute gepackt. 17,4 x 23,9 cm. – Gereinigt.
Ein Hirschkopf (Achtender). 13,2 x 20,8 cm. – Auf Bütten.
– (Zwölfender). 19,8 x 19,1 cm. – Auf Bütten. – Gereinigt.
– (Sechzehnender). 10,4 x 7,7 cm. – In feinem Braundruck. – Abbildung siehe oben.
Eine Hirschkuh (Thier) . In vernis mou. Bezeichnet: Roos / T. 18,1 x 15,6 cm. Das zarte reizvolle Blatt nach
Johann Heinrich Roos (Otterberg, Pfalz, 1631 – Ffm. 1685). – Hier die Abbildung des kolorierten Exemplars der Buchausgabe.
Ein großes Horn . Mit Maßangaben. Mit Aquatinta. 11,3 x 24 cm.
Eine Gruppe Hornvieh mit der pissenden Kuh. Drei Rinder und ein Schaf nebst einer Mühle am Horizont. Mit reicher Aquatinta. 19,3 x 27,3 cm. Sujet „aus dem berühmten Gemälde von P(aulus) Potter (Enkhuizen 1625 – Amsterdam 1654), welches sich in der Churfürstl. Gallerie zu Cassel befindet und die pissende Kuh genannt wird“. Angebots-Nr. 14.897 / EUR 240. (c. US$ 380.) + Versand
Eine Gruppe Pferde mit einem Bauer und dessen Hund. Vier Tiere, davon eines lagernd. Am Horizont Kirchturm. Mit reicher Aquatinta. 19,7 x 25,4 cm. – Nach Paulus Potter wie vor und gleichfalls der Pissenden Kuh entnommen.
Walkire , ein Jagdhund . In Umriß, breitseits stehend und ganz Aufmerksamkeit. 15,7 x 20 cm. – Bütten. – Nicht Provenienz Dr. Strousberg.
Ein liegender Jagdhund . In Umriß. 10,9 x 17 cm.
Eine Kuh . Stehend nach links nach Paulus Potter (Enkhuizen 1625 – Amsterdam 1654). Mit Aquatinta, teils in Braun. 16,5 x 20 cm. – Auf Bütten. – Reizvolles Blatt .
– Schreitend nach links nach Johann Heinrich Roos (Otterberg, Pfalz, 1631 – Ffm. 1685). 15,1 x 20,9 cm. – Auf Bütten.
– Seitlich nach rechts, von hinten gesehen. Mit Aquatinta in feinem Braundruck. 12,3 x 8,7 cm.
Ein Ochse , ruhend nach rechts. Nach Johann Heinrich Roos (Otterberg, Pfalz, 1631 – Ffm. 1685). 12,5 x 20 cm.
Ein hängender Rehbock . Aufgebrochen am Haken. Von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet . Bezeichnet: T 1788. 17,3 x 10,6 cm. – Seltene Darstellung .
Ein Rehbock . Tot in Landschaft, die Hinterläufe gegen ein Felsstück hochgerichtet. Bezeichnet: H. Tischbein jun. fec. 1783. 12,2 x 15,4 cm. – Nach Natur gezeichnet . – Auf Bütten .n . – Löchlein oberhalb des linken Vorderlaufs. – Nicht aus Vorbesitz Dr. Strousberg.
– und ein Thier . Tot übereinander an Felswand, gegen die die Hinterläufe des ersteren hochgerichtet sind. 18,4 x 23,8 cm. – Von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet .
Ein merkwürdiger Rehbockskopf . – Von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet . 11,7 x 15,6 cm.
Eine Sauhatze . Geschwächt als gepackt von Vierermeute, deren zwei aber gleichfalls ziemlich geschafft sind. 11,4 x 16,9 cm. – In der Schwarte kaum auffallender kleiner Braunfleck.
Ein wildes Schwein , von einem Hunde verfolgt . Mit feiner Landschaftsstaffage und etwas Aquatinta. 9,1 x 17,3 cm. – Excellentes Blatt .
Ein springendes wildes Schwein . Besonders kraftvoll nach rechts in Felsscenerie. Unten rechts im Bild bezeichnet JHT (ligiert) 1793. 16,9 x 20,5 cm. – Auf leichtem Bütten .
– – Nach rechts , nur mit Bodenschraffur . Mit Aquatinta. 14,1 x 20,2 cm. – Mit Wz.
Ein wildes Schwein . Tot nach links am Waldsaum von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet . 14 x 20,8 cm. – Charmantes Blatt . – Auf Bütten .
– Tot nach rechts , nur mit Bodenschraffur. Graphisch feines Blatt in vernis mou , von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet . 15,2 x 22,2 cm. – Einige schwache Stockfleckchen, praktisch nur im weißen Oberrand auffallend. Stecknadelkopfkleines Löchlein unterhalb der Vorderläufe im weißen Feld.
– Tot nach links auf einer von Unterholz bestandenen Berglichtung. Von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet . 15,7 x 20,6 cm. – Sehr schönes Blatt voll kontrastreichen Lichtspiels .
Ein Wildschweinskopf . Nach links , von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet . 14,8 x 18 cm.
Ein Tannenhirsch . Äsender Damschaufler auf Hochebene nach links. 9,5 x 13,7 cm.
Ein Tannenhirsch . Toter Damschaufler nach rechts am Waldsaum einer Hochebene. Bezeichnet: H. Tischbein jun: fec 1782. 19 x 23,5 cm. – Nach Natur gezeichnet .
Ein merkwürdiger Thierkopf . Hirschtier mit Zweiender zwischen den Lauschern. 13,4 x 15,7 cm. – In feinem Braundruck , von Joh. Hch. II nach der Natur gezeichnet .
Ein Stier nach rechts. Nach Friedrich Wilhelm Hirt (1721 Ffm. 1772). 8,5 x 12 cm. – „Sehr gerühmt wird Hirt als Tiermaler …“ (Thieme-Becker). – Auf leichtem Bütten.
Ein Ziegenbock . Aufmerksam, erhobenen Hauptes nach rechts. 12,3 x 12,2 cm. – Liebenswertes Blatt .
Ein Viehstück . Stier mit zwei Kühen in verschiedener Stellung nebst ruhendem Schaf auf karger Weide. Rechts zurückgesetzt Dorfstaffage, davor zwei weidende weitere Tiere. In Aquatinta nach Paulus Potter (Enkhuizen 1625 – Amsterdam 1654). Bezeichnet: P. Potter / JHT (ligiert) 1789. 18,3 x 24,6 cm.
Eine Ziege . Nach links, mit den Vorderläufen auf einem Felsausläufer stehend. Nach Johann Heinrich Roos (Otterberg, Pfalz, 1631 – Ffm. 1685). Bezeichnet: JHRoos / JHT 1789. 16,2 x 14 cm. – Charmantes Blatt .
Ein Ziegenbock . Ruhend, nach links. In Aquatinta. 11,1 x 17,1 cm. – Sehr schönes Blatt .
Schönes Beispielkompositorischer „Auftürmung“ im Goldenen JahrhundertEin Viehstück . Stier, zwei Kühe und drei Schafe in der Ruhe an kleinem Gewässer in hügeliger Landschaft. Mit Aquatinta nach Gemälde von Willem Romeyn (Haarlem ca. 1624 – ca. 1694). Bezeichnet: WRomeyn pinx: / H. Tischbein fec. 1788
Das Original befindet sich in der Sammlung des Herrn Geheimen Regierungs Rath von Schmerfeld zu Cassell 19,2 x 25,2 cm. – Wurzbach, Romeyn, 8. Schönes Blatt des Berchem- und Dujardin-Schülers, im Gegensatz zu denen, so Bernt, „seine schwerfälligen Herdentiere nachlässiger gezeichnet“ sind. Solche Schwerfälligkeit indes hier nicht zu konstatieren, wohl der teils geradezu schöne Blick der Tiere. Und im übrigen „Eine stehende Kuh (hier Stier) ist typisch … In der Albertina … mit 13 schönen Blättern sehr gut vertreten“. Darüberhinaus zur Rechten mit der Gruppe der Kuh und den sich dieser anschließenden drei Schafe beispielhaft für die kompositorische „Hochstaffelung“ der Zeit (Hella Robels im Snyders-Werkverzeichnis, 1989, SS. 60 f., an Hand der Öle 12 + 15), wie im 20. Jhdt. etwa von Franz Marc wiederbelebt.
Und spätestens mit letzterem kunsthistorisch so belangreichen Bilde – in obiger „Gesamtausgabe“ ebenso enthalten wie alle 53 übrigen Einzelblätter – springt J H T jun Goethe bestätigend zur Seite und nimmt gern an, Ihren Blick auf die Tischbeine über die drei selektierten hinaus geschärft und geweitet zu haben. Und solchermaßen sich mitzusonnen in deren derzeit bevorzugtem Glanze. Und nun denn ab nach Kassel ( Neue Galerie bis 26. Februar ) hin nach Leipzig ( Museum der Bildenden Künste 18. März bis 4. Juni ) und in der Zwischenzeit auch die März-AHA-Seite nicht versäumt als dem zusätzlichen Mehr der laufend aktualisierten Dauer-Schaufenster Ihrer http://www.
(Mrs. C. C., March 7, 2003) |