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Das  AHA! – Erlebnis  des  Monats

jeden  Monat  neu  –  jeden  Monat  etwas  anderes

—  Juni  2006  —

 

„ Der  Hunde  pflege  laß  dir  sehr  empfohlen  seyn … “

„ Besonders  trefflich  sind  die  Blätter  mit  den  Hunden … , welche ,

gleichsam  das  Leben  derselben  beschreibend ,

einen  Schatz  für  den  Waidmann  bieten “

(Nagler)

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Jagd oder Spuhr Hund. Un limier. Angekettet vor seiner Hütte liegend mit Blick zum Betrachter. Strauchwerk- + Staketenstaffage. Kolor. Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: Ridinger, fec., dazu neben Obigem Canes Sagaces / Familia IV. Fünfzähige. 31,7 x 20,5 cm.

Im

Johann Elias Ridinger, Jagd oder Spuhr Hund

RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT

Thienemann + Schwarz 1057. – Aus dem 1768 postum abgeschlossenen , unnumerierten „Kolorierten Thier-Reichs“. – Breitrandig, mit Wz. C & I Honig. – Die um 1824 von Engelbrecht/Herzberg in Augsburg von verkürzten Platten bei Fortfall der Ridinger-Signatur, doch nunmehriger Numerierung veranstaltete Neuauflage zwar sowohl koloriert wie schwarz/weiß angekündigt, doch sind Thienemann wie auch bislang hier nur letztere Version bekannt geworden.
Angebots-Nr. 14.805 / EUR  435. / Export price EUR  413. (c. US$ 654.) + Versand

 

Die  Vier  Jahreszeiten der  Hunde

– – – Die vier Jahreszeiten der Hunde. Folge von 4 Blatt in Radierung mit Kupferstich. Vermutlich Anfang der 1740er. Bezeichnet: avec privil. de Sa Maj. Imp. / J. E. Ridinger inv. peint grave(è) et excud à(a) augs(Augs)., ansonsten mit Blattitel + Vierzeiler in dt.-frz. Paralleltext. 46,5-46,8 x 34,8 cm.

Die  bildreiche , herrliche  Suite

Johann Elias Ridinger, Der Frühling der HundeJohann Elias Ridinger, Der Sommer der Hunde

Thienemann + Schwarz 105-108; Nagler 25; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger-Appendix, vor 10, B; Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. u. M. E. Ridinger, 1900), 251 (Th. 106 in späterem Abdruck) + 252 (bis zur Darstellung beschnitten); Schwerdt III, 136; Blüchel, Die Jagd (1996) II, 78 f. (Abb. Th. 105 + 108). – Coppenrath (1889/90) besaß nur das Frühlingsblatt.

Johann Elias Ridinger, Der Herbst der HundeJohann Elias Ridinger, Der Winter der Hunde

in  sehr  schönen , breitrandigen  Abzügen  auf  Linienpapier

mit Wz. Stilisierte arabische Vier nebst C + R am Senkrechtbalken (Bll. 2-4), wie hier bislang nicht dokumentiert und für etwas später angesehen, wohl Anfang 19. Jhdt. Weigel pauschaliert nur in „Alte Abdrücke auf Linienpapier“ + „Neue Abdrücke“, also Nicht-Bütten, und vermerkt schon zehn Jahre früher per Sammelnummer 16545 (Abt. XIX, 1847) gegebenenfalls „alte jetzt nur selten vorkommende Abdrücke“.

Dreiseits 5-7 cm breitrandig, rechts 2,5-3,5 bzw., Thienemann 106, 1,5-3,5 cm. Im oberen Außenrand jeweils vier technische Löchlein. Ober- + rechte Seitenränder mit Spuren von Rotschnitt für das Herkommen aus altem Sammelband. – Vereinzelte schwache Randstockfleckchen, die Außenkanten meist mit Spuren früherer Rahmungsmontage, bildseits nur linksseits und an drei Unter- und einer Oberkante bemerkbar. Sämtlichs mit jeweils drei geglätteten, bildseits unsichtbaren Querfalten. Das Herbstblatt mit einer oben rechts unauffällig durchs Bild gehenden Diagonalfalte, das des Winters mit deren zweien im weißen Ober- bzw. Unterrand, davon letztere unscheinbar in den Untertext reichend. Kurz, von sehr schönem Gesamtzustand.

Der Frühling. / Le Printems.

„ Der Hasen werden viel, Zur Frühlings=Zeit gefangen, / Bevorab wan(n) sie sich, ins Saamen Feld vergangen: / Doch wan(n) mit höchster Wuth, die Hunde an ihn setzen, / So hat der Schirmer Sorg, daß sie ihn nicht Zerfetzen. “

Über dem Hasen sitzend, hat er sich namentlich gegen zwei von vieren Respekt zu verschaffen. – Die für die Übertragung auf die Platte gegriffelte und rückseits gerötelte malerische Vorzeichnung im Gegensinn hier nachfolgend. – „Das Frühlingsblatt der Jahreszeitenfolge von Ridinger zeigt die Niedere Jagd auf Hasen“ (Blüchel).

Der Sommer. / L’Ete.

(darunter „No. VII.“, wie auch bei Schwarz)

„ Im Som(m)er in der Feißt, wird offt der Hirsch gefällt, / Durch die par force Hund, die hiezu sind bestellt, / Und wan(n) er dann erlegt, daß er all viere streckt, / Dem Jäger der da müd, ein Pfeiffgen Tobac schmeckt. “

„ Ein reiches Blatt. Scene im Walde. Ganz vorn liegt eine sehr lange Flinte, darüber der erlegte (Zwölfender). Ein getigerter Jagdhund stellt die Vorderpfoten darauf und blickt … seinen Herrn an … Noch sehen wir fünf andere Hunde in verschiedenen Stellungen “ (Thienemann).

Der Herbst. / L’Automne.

„ Weil zu der Reyher beitz der Herbst die beste Zeit, / Macht sich der Falconier auch fertig und bereit, / Und hält zu diesem End parat auf Zeit und Stund, / Die Stöber gleichwie auch Wind, Wasser Wachtel=Hund. “

„ Ein noch reicheres Blatt. Ein Falkonier … hält dem auf der Rechten sitzenden Falken mit der Linken einen Frass vor. Fünf Hunde stehen um ihn herum … und möchten gern auch etwas … haben. Ein anderer (behaubter) Falke sieht auf die unter ihm befindlichen Vögel, darunter ein grauher Reiher, eine wilde Gans, eine Krückente u. a. “ (Thienemann).

Der Winter. / L’Hiver.

„ Im Winter hat der Bär die grösseste Gefahr, / Dieweil zu solcher Zeit sein Peltz sehr fein von Haar, / Es stellt Ihm der Polac auf allen Seiten nach, / Doch dient die Englisch Dock am besten zu der Sach. “

„ Drei englische Doggen haben einen Bär erlegt, aber wir sehen es ihnen an, welche Anstrengung ihnen dies gekostet hat … Da zeigt sich oben ein Polack mit dem Jagdspiess. Er scheint etwas von der Physiognomie der Bärenbeisser profitirt zu haben, und schaut sich die erlegte Beute an “ (Thienemann).

Ridinger „rät im Winter zur Bärenjagd mit der Englischen Dogge, wie sie die Polen praktizieren“ (Blüchel).

Und hiesigerseits denn die Empfehlung, sich diese schöne Trouvaille – 1991/92 lief letztmals ein Exemplar derselben hier durch – „nicht durch die Lappen gehen zu lassen“. Denn, nochmals Ridinger,

„ Der  Hunde  pflege  laß  dir  sehr  empfohlen  seyn … “

(so unter der Titelvignette der „von verschidenen Arthen der Hunden behaezte[n] Jagtbare[n] Thiere“, Th. 139-160, hier derzeit in getrüffeltem und auch sonst absolutem Ausnahme-Exemplar aufliegend; siehe unten).
Angebots-Nr. 28.843  /  Preis auf Anfrage

 

– – – Der Frühling der Hunde . Lavierte Pinselzeichnung über Bleistift. Im Bild unten links mit zartem Bleistift bezeichnet: Joh Elias Ridinger inv. et del. 438-440 x 336 (Bildgröße 426-429 x 336) mm.

Die für die Übertragung auf die Platte gegriffelte und rückseits gerötelte

Johann Elias Ridinger, Die originale Vorzeichnung zum „Frühling der Hunde“

malerische  Vorzeichnung

im Gegensinn zu Blatt 1 – Th. 105, abgebildet bei Blüchel, Die Jagd, II, S. 79 – der Folge auf festem, doch nicht schwerem, Bütten mit Wasserzeichen „IV“ als zeitbekannt und für Ridinger, beispielsweise, hier für seine 1723er Zeichnung „Alexander der Große 326 am Hyphasis“ ebenso belegt wie für zwei Blätter der wohl erst von den Söhnen als Zweitausgabe koloriert herausgegebenen Folge der Affen.

Stecknadelkopfkleines Löchlein und sieben überwiegend rückseitige Randspuren von punktueller Montage auf einem erst jetzt entfernten Untersatzbogen (auf diesem von alter Hand in Kursive als Bezeichnung in der Mitte „Coursing“ und rechts „Ridinger“), sonst bestens. In der Mitte des schmalen weißen Unterfeldes der Zeichnung selbst in Bleistift eine „20.“ als anzunehmende Vorbesitzer-Inventar-Nummer und damit Herkunftsmerkmal einer umfassenderen Zeichnungs-Sammlung.

Die  auch  formatmäßig  herrliche  Zeichnung

zum Eingangsblatt dieser gesuchten bildreichen Suite. – Der Schwanz des Schirmers gegenüber dem Stich in leicht vereinfachter Endkrümmung, der linke Vorderlauf des Wasserhundes bleibt hier unsichtbar unter dem Leib.

Zum Komplex der Hunde-Vier-Jahreszeiten war Thienemann (1856, Mappe 2, e, Seite 275) nur die gleichfalls getuschte Zeichnung des Sommer-Blattes (Th. 106) aus dem Weigel-Bestand bekannt geworden, die sich indes nicht mehr im Weigel’schen Nachlaß-Katalog von 1869 findet (siehe dort SS. 197 ff.). Dann fand sich, gleichfalls zum Sommerblatt, die ebenfalls großformatige und getuschte Skelett-Studie zu dessen Hirsch innerhalb der 1890 bei Wawra in Wien „aus dem Besitze eines bekannten Sammlers“ aufgelösten „Schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen Joh. El. Ridinger’s“ (Nr. 67). Und 1900 in Helbing’s großer Ridinger-Offerte (Arbeiten von J. E. and M. E. Ridinger, XXXIV, 1547) die „brillante Federzeichnung in Umriß“ gleichen Formates zum Herbstblatt. Hier bekannt schließlich noch die ebenso große des Winters. Und die

bildlich  ganz  ausgeführte , letztgültige  des  Frühlings-Blattes

ist nach langer Marktferne – nach hiesiger Kenntnis wurde sie letztmals im Frühjahr 1969 verhandelt – in bester Verfassung denn nunmehr hier präsent.

Außerordentlich reizvoll schließlich die an dieser nachzuvollziehenden Arbeitsgänge des Meisters bei der Übertragung auf die Platte in Form schon besagter Rötelung und Griffelung, letztere bis hin zu Nebenpartien, wie nicht generell gehandhabt. Damit aber den so begehrten, ebenso berühmten wie kostbaren „Blick über die Schulter“ gewährend.
Angebots-Nr. 28.878  /  Preis auf Anfrage

 

– – – Wasser Hunde, Pom(m)er und Budel Hunde. Barbets. Vierergruppe vor leichtem Gesträuch. Kolor. Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: Ridinger, fec., dazu neben Obigem Canes Aquatici. / Familia IV. Fünfzähige. 31,6 x 20,3 cm.

Im

Johann Elias Ridinger, Wasser Hunde, Pommer und Budel Hunde

RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT

Thienemann + Schwarz 1060. – Aus dem 1768 postum abgeschlossenen , unnumerierten „Kolorierten Thier-Reichs“ wie eingangs, doch mit großem Lilien-Wz.

Thienemann: „… ein großer und ein kleiner Pudel (ohne Ähnlichkeit mit den heutigen, deren Ahnen eben Jagdgebrauchshunde vor allem zur Wasservogeljagd waren), ein eigentlicher Spitz und ein Otterhund.“
Angebots-Nr. 14.806 / EUR  390. / Export price EUR  371. (c. US$ 587.) + Versand

 

Langlumé (Lithograph, nachweisbar in Paris vor 1822 – 1824). Jagd- und Hühnerhund. Jeweils gestreckten Leibes/Laufes bei der Arbeit. 2 Blatt. Kolorierte Kreide-Lithographien. 21-23,5 x 26-28,5 cm. – Thieme-Becker XXII, 351.

SEHR  REIZVOLLE  PENDANTS

Jagdhund. Kolor. Lithographie von Langlumé   Hühnerhund. Kolor. Lithographie von Langlumé

dieser  frühen  Lithographien.

Angebots-Nr. 14.529 / EUR  299. / Export price EUR  284. (c. US$ 449.) + Versand

 

Mitbegründer  der  Familien-Dynastie  Karlsbader  Glasschneider

Pfeiffer, Josef Anton (1807 Karlsbad ca. 1870). Die Jagdhündin mit sechs Welpen in strohausgelegtem Verschlag. Rechts hölzerner flacher Wassertrog.

Josef Anton Pfeiffer, Die Jagdhündin mit Welpen

Weißgehöhte Deckfarbenmalerei

mit partieller weißer Lasierung. Rückseits hs. in Tinte bezeichnet: J. Anton Pfeiffer / 1825. 40 x 55 cm.

Thieme-Becker XXVI, 527. – Jugendarbeit Josef Anton’s, der zusammen mit seinem älteren Bruder Anton Heinrich den Start des Familien-Clans Karlsbader Glasschneider repräsentiert. Siehe hierzu auch Pazaurek, Gläser der Empire- und Biedermeierzeit, Lpz. 1923. – Unten rechts von fremder Hand in Bleistift: Ant. Pfeiffer 1825. – Oben mit schmalem Papierrand, sonst bis an die, tlw. auch knapp innerhalb der Einfassungslinie geschnitten. Am rechten Rand an drei Stellen bis 5 mm ins Bild reichende Spuren rückseitiger früherer Montage.
Angebots-Nr. 14.831 / EUR  785. / Export price EUR  746. (c. US$ 1181.) + Versand

 

Wintter, Joseph Georg (1751 München 1789). Drei Hunde, darunter Jagdhund + Bulldogge, vor Hundehütte, sich die Knochen streitig machend. Radierung. Bezeichnet: Jos Geo: Wintter inv fecc et excc . 10,9 x 17,5 cm.

Niemeyer 125, II. – Offenbar keiner der Folgen zuordbar, sofern nicht zu Niem. 3-14 gehörig. Die 137blätterige Komplettausgabe Weigel 21336 ( „Die meisten Blätter sehr selten“, 1857! ) hier anderwärts nicht nachweisbar. – Aus der frühestens 1821 erschienenen 44blätt. Augsburger Sammelausgabe Schwerdt III, 190, a („Rare“), deren herrliche Druckqualitäten die kleinen Auflagen verraten und Schwerdt irrtümlich vielfach auf Probedrucke vor der Schrift schließen ließ.

Seine „Radierungen sind trefflich und stehen in der Behandlung zwischen jenen von Hollar und Riedinger. Im Jahre 1784 wurde W. churf. Hof- und Jagdkupferstecher“ (Nagler, im 1863er Bd. III, Nr. 68, des Monogramm.-Lexikons seinerseits auf die Seltenheit dieser schönen Blätter hinweisend). – Auf schwerem Papier.
Angebots-Nr. 13.185 / EUR  135. (c. US$ 214.) + Versand

 

– – – Der Löwe, die drei Hunde unterrichtend. Radierung. Bezeichnet: JG Wintter inv 1784 . 4,9 x 5,8 cm.

Niemeyer 9, II. – Aus Nagler 21. – Lt. Robels, Frans Snyders, 1989, S. 43, war der Löwe neben Affe, Lamm und Schwein eines der auf frühchristl. Quellen zurückgehenden vier Elemente. – Aus der frühestens 1821 erschienenen Sammelausgabe wie vor.
Angebots-Nr. 13.057 / EUR  99. (c. US$ 157.) + Versand

 

Tischbein II, Johann Heinrich (Haina 1742 – Kassel 1808). Walkire, ein Jagdhund. Breitseits nach links stehend und ganz Aufmerksamkeit. Umriß-Radierung. 15,7 x 20 cm.

Blatt 55 der 1827er Tischbein-Suite Nagler 44 – Lindner 11.2083.01; Schwerdt III, 173 – als einer punktweise aufmontierten Zusammenstellung durchweg alter/früherer Abdrucke. – Auf Bütten. – Innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten.
Angebots-Nr. 5.262 / EUR  60. (c. US$ 95.) + Versand

 

– – – Ein liegender Jagdhund. Umriß-Radierung. 10,9 x 17 cm.

Blatt 56 vorgenannter Suite. – Innerhalb des Plattenrandes geschnitten. – Aus Slg. des legendären DR. STROUSBERG, Berlin.
Angebots-Nr. 5.263 / EUR  60. (c. US$ 95.) + Versand

 

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Par force Jäger mit der meute. Tiefdruck-Postkarte nach Thienemann 115 von O. Felsing, Hof-Kupferdruckerei, (Bln.-)Charlottenburg. Ebda., Nationaler Verlag Wilhelm Felsing, ca. 1900-1918. 13,8 x 9,2 cm.

Nicht gelaufene „KÜNSTLERKARTE“ nach dem von Martin Elias R. radierten Sujet der Falconiers-Suite. – „Er reitet einen Engländer und blaset das Jagdhorn. Die Meute begleitet ihn ernst und ruhig“.
Angebots-Nr. 28.455 / EUR  29. (c. US$ 46.) + Versand

 

Der  Nymphenburger  Hühnerhund

als

Dokument  eines  Augenblicks  deutscher  Geschichte

gelegentlich

der  Rückkehr  des  Wittelsbacher  Kurfürsten  Karl  Albert

als  deutscher  Kaiser  Karl  VII.  nach  München

wobei  Ridinger  sich  ins  Buch  der  Geschichte  eintrug .

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Anno 1734. Ist diser wohlgerichte Hüner Hund bey dem  Keyserlichen  Lustschlosse Nymphenburg (dieses oberhalb des Geschehens samt hoher Fontaine) in den Fasanen Garten in der Action wie er vorgestanden  nach  dem  Leben  gezeichnet worden. Kupfer-Druck-Platte im Gegensinn. Bezeichnet: J. E. Ridinger fec. et excud. 1744 , ansonsten wie vor. 37,3 x 28,7 cm.

Die optisch hervorragend erhaltene

originale  Druck-Platte

zu Blatt 32 (Radierung + Kupferstich, Thienemann + Schwarz 274) der Folge der „Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“

im  rotgoldenen  Glanze

Johann Elias Ridinger, Die originale Kupfer-Druck-Platte zum Nymphenburger Hühnerhund

ihres  264  Jahre  alten  Kupfers .

Und kostbares, hier weit über Thieme-Becker (Bd. XXVIII, 1933, S. 308) hinaus nahtlos direkt bis in den Ridinger-Nachlaß selbst recherchiertes, von Thienemann im Rahmen der Kupferdruckplatten zu den Wundersamsten 1856 noch für verloren gehaltenes, und auch historisch einzigartiges, weltweit unikates Sammlungsstück von Graden dazu. Denn

„ Erhaltene  originale  Druckplatten  aus  dem  18.  Jahrhundert  sind

eine  große  Seltenheit “

(Stefan Morét im Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, S. 62 ff. Siehe auch die dortigen Kupferdruckplatten I.13, I.8 + I.11, Farbabbildung 6 + SW-Abb. SS. 63 f.).

Und speziell zu denen Ridinger’s :

„ Vom hohen technischen und qualitativen Niveau der Werke Ridingers und seiner Söhne, die im Verlag vor allem als Stecher mitarbeiteten, künden die (nur noch sehr partiell) erhaltenen Druckplatten noch heute. “

Im selben Sinne schon vorher Bernadette Schöller in „Der Kölner Graphikmarkt zur Zeit Wenzel Hollars“ innerhalb „Wenzel Hollar – Die Kölner Jahre“, hrsg. von Werner Schäfke, Köln 1992, S. 19:

„ Die  Kupferplatten ,

die  aufgrund  ihres  Materialwertes  wie  auch  der  darin  investierten  Arbeitszeiten

eine  weit  höhere  Wertschätzung  genossen

als  etwa  eine  allzu  oft  achtlos  behandelte  Vorzeichnung … “

Wie denn auch anderwärts: „Der Nürnberger Verleger Frauenholz war so angetan von diesem Blatt, daß er die Platte  für  eine  beträchtliche  Summe  von Reinhart (1761-1847) erwarb“ (Teeuwisse III [2007], 29).

Und ganz konkret Cornelis Koeman in Atlantes Neerlandici II (1969), SS. 138 + 345:

„ (Eines  der  dramatischsten  Ereignisse  in der frühen Geschichte der kommerziellen Kartographie in Amsterdam war der Verkauf von Jodocus Hondius Jr.’s Kupfer-Platten an Willem Jansz. Blaeu 1629, dem Jahr seines Todes. Wenigstens 34 Platten, von denen Jodocus II zu eigenem Nutzen Einzelkarten gedruckt hatte, wechselten in die Hände seines großen Konkurrenten. Unmittelbar darauf veranlaßten sein Bruder Henricus und (dessen Schwager) Joannes Janssonius das Stechen identischer Platten. “

Wobei das mitgeteilte Procedere dieses Auftrags einmal mehr

die  ganze  Werthaltigkeit  von  Kupfer-Druck-Platten

dokumentiert:

die Vergabe an zwei Stecher mittels notariellen Vertrags, der die Fertigstellung von nunmehr 36 Platten binnen 18 Monaten festschrieb, gearbeitet „(akkurat und fein, ja, feiner und besser und qualitativ nicht schlechter als die an die Stecher gegebenen Karten)“. Die Auftraggeber trugen die Kosten für das Kupfer und dessen Polieren und zahlten für das Stechen selbst 100 Gulden pro Platte bei Vorauszahlung von 500 Gulden hinsichtlich zu entlohnender Arbeiter. Betreffend offenbar praxisnaher Hinzuziehung selbständiger Aushilfsstecher wurde den Auftraggebern untersagt, mit solchen namentlich genannten – insgesamt sieben, von denen zwei gleichwohl ausgenommen wurden – und etwaigen sonstigen weiteren Beschäftigten während der Laufzeit selbständige Geschäfte zu tätigen. Im Falle vorzeitigen Todes des einen, offenbar auf das Schriftstechen spezialisierten, der beiden Auftragnehmer stand es dem anderen bei Fehlen eines guten Schriftstechers frei, den Vertrag zu beenden oder allein fortzusetzen. Im Falle vorzeitigen Todes des anderen war lediglich die Lieferfrist angemessen zu verlängern.

Indem wir uns diese aufschlußreichen Details vergegenwärtigen, gewinnen die Platten zwangsläufig an zusätzlicher Intimität. Erzählend von Zwängen und Zeitnot, taten Mitspieler einen wirtschaftlich bedrohlich werden könnenden unerwarteten Schachzug, wobei Lieferfrist und ins Auge gefaßte Anzahl der Stecher schlagartig den Vorsprung der Konkurrenz illustrieren. Und eben den oben schon seitens Bernadette Schöller’s mitangesprochenen reinen Arbeitswert einer solchen Platte, hier potenziert um den Genauigkeitsgrad einer Kartenübertragung mit ihren, nicht zuletzt und speziell, siehe oben, unendlich vielen Lokalbezeichnungen! Wie gesagt, fürwahr dramatisch.

Dabei anstehendenfalls, wohlgemerkt, gleichwohl doch immer nur Reproduktions-Platten betreffend. Welch künstlerischer und damit zeitloser Faktor denn erst dort wertbestimmend, wo das Genie des Künstlers selbst die Linien zieht, die Nadel führt, die Intensität des Ätzens dort verstärkt und hier zurücknimmt und dem Kupfer die eigene Vision aufzwingt! Hier + heute denn solchermaßen Ridinger-Platten!

Und so hieß es hierselbst denn auch gelegentlich des Wiederauftauchens von Teilen des sogenannten Thieme-Becker-Blocks Ridinger’scher Druckplatten „Einer der sensationellsten Funde der Kunstgeschichte … Ridinger’s originale Druck- (sic!!!) Platten“. Daß anstehende

vom  Meister  eigenhändig  allein  gearbeitet  ist

sei eigens erwähnt. So, wie denn auch entsprechend obiger Signatur dokumentiert. Die ursprüngliche Numerierung „32“ indes nach einer Umnumerierung für eine um 1824/25 anders zusammengestellte Neuausgabe erst gelegentlich einer späteren neuen Gesamtausgabe wiederhergestellt.

Die  1744er  „kaiserliche“  Platte ,

mit  der  Ridinger  den  Wittelsbacher  Kurfürsten  Karl  Albert

bei  seiner  Rückkehr  1744  nach  München

als  nunmehr  Kaiser  Karl VII.  begrüßte .

Gewählt und

von  seinem  Bruder  Clemens  August , Kurfürst  von  Köln , gekrönt

war er als dritter und letzter seines Hauses zwar bereits 1742 in Frankfurt/M.,

wo  Goethes  Vater  ihm  seinen  „Kaiserlichen  Rath“  verdankte

und  die  Mutter  von  den  melancholischen  kaiserlichen  Augen  schwärmte ,

doch die damit verbundenen Querelen hielten ihn dortselbst gefangen. Bei endlichem Einzug in München, 1744, erwies ihm Ridinger mit anstehender Arbeit seine Reverenz

durch  Betonung  des  Schlosses  Nymphenburg

als  nunmehr „ Keyserlichem “.

Schon ein Jahr später war der Glanz dieser für den Kaiser wie für Bayern und Deutschland schweren Jahre durch Tod wieder erloschen. Doch unverändert strahlend über die Jahrhunderte hinweg der rotgoldene Glanz dieser optisch wundervollen originalen Kupfer-Druck-Platte von 1744 ,

mit  der  sich  Ridinger  ins  Buch  der  Geschichte  eintrug .

Mittels feinen Lackauftrags vor Umwelteinflüssen geschützt, ist die Kupferdruckplatte im Rahmen ihres altersmäßigen Gebrauchs generell noch druckfähig. Angeboten und verkauft wird sie indes als Kunstwerk und Sammlungsstück im Sinne des ermäßigten MwSt.-Satzes, also unbeschadet ihrer schlußendlichen Druckqualität.

Und  was  sagten  private  Ridinger-Platten-Erwerber  generell ?

„ … haben  Sie  mich  überrascht “,

so ein Vorsitzender Richter i. R. und zwei dieser Zimelien erstehend,
von denen er auch Abzüge machen ließ
(siehe Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, I.10 + I.12).

„ Ich  möchte  mich  bei  Ihnen  bedanken,

die  Platten  sind  schöner , als  ich  erwartet  hatte,

ich  übernehme  beide , gar  keine  Frage “,

so ein Unternehmer, der zwischenzeitlich drei weitere erwarb.

„ … and  I  know  the  plate  will  only  gain  in  value “,

so ein amerikanischer Erwerber.

Und die Kunstsammlungen Augsburg präsentierten 2001 den erworbenen 12er Satz zur Paradies-Folge
innerhalb der Ausstellung „KUNSTREICH“ als den bedeutenden Erwerbungen des letzten Jahrzehnts
(Katalog KUNSTREICH Nr. 102, SS. 198-201).

All obigen Fakten schlußendlich einen an Hand der beigezogenen Blaeu’schen Karten-Platten möglichen Wertevergleich einst + jetzt zur Seite zu stellen, erweist sich als ebenso interessant wie aufschlußreich:

100 Gulden (in den nördl. Niederlanden kamen im 17./18. Jhdt. auf den Gulden 20 Stuiver, auf den Stuiver 16 Pfennige) zahlten Hondius-Janssonius besagtermaßen 1630 zusätzlich zu Materialwert + Aufbereitung für den Stich jeder einzelnen Karten-Platte. Demgegenüber betrug der Verlagspreis für Joan Blaeu’s rund 600 (sic!) Karten umfassenden 12- bzw. 11bändigen Atlas Maior aus den 1660ern – Le Grande Atlas als das herausragendste Atlas-Ereignis aller Zeiten, erschienen in einer Gesamtauflage von etwa knapp 1000 Exemplaren – 1670 für die grenzkolor. Standardausgabe in verziertem Pergament nur ganze 450 bzw. 430 Gulden! Gleichwohl zwangsläufig nur „für einen kleinen Käuferkreis bestimmt … (für das) Repräsentationsbedürfnis reicher Handelsherren und Reeder“. Denn ein normaler Tageslohn betrug in gedachter Zeitspanne auf dem platten Land im Westen rund 1 Gulden, im Süden + Osten nur zwischen ½ + 1 Gulden. Für Fachkräfte etwas mehr, für Knechte etwas weniger. Und in den Städten etwa das Doppelte.

Für die frühen 1970er bezifferte Traudl Seifert, seinerzeitige Leiterin der Kartenabteilung der Münchner Staatsbibliothek, für den Atlas Maior der Standardausführung einen Antiquariatspreis von etwa 150 Tausend DM. Auf 1984er Auktion wurde für einen auf 250 Tausend geschätzten 11bändigen solchen bei 5 fehlenden Karten ein Endpreis von 347700 DM bezahlt. Eine Steigerung ab Erscheinen vor 300 Jahren auf 80760%. Die ihrerseits schon wieder zwei Jahrzehnte zurückliegen!

Analog hierzu würden sich die 100 Gulden Stichkosten pro Platte von 1630 bei unverbindlich unterstellter und grobrechnender Gleichsetzung zur DM per 1984 um eben das 807fache auf 80760 DM oder 41292 EUR vervielfacht haben. Dabei, gewiß, aber nur, ausschließlich handwerkliches Können voraussetzend.

(Basierend auf Koeman, wie oben; Traudl Seifert, Der Atlas major des Joan Blaeu, in Börsenblatt für den Dt. Buchhandel, Frankfurter Ausgabe, vom 25. 2. 1975; sowie statistischen Quellen.)

Und  so  ist  das  Elitärste  vielfach  noch  immer  das  Preiswerteste

Angebots-Nr. 14.953  /  Preis auf Anfrage

–  samt  Vorrichtung  für  zeitlos-elegante  rahmenlose  Hängung  –

 

Augsburg’s  Zirbelnuß – verewigt  von  Ridinger

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Kleiner vorstehender Hüner Hund auf Wachtlen (sic!). Vor einer aus Arabesken zusammengesetzten, mit der Augsburger Wappen-Zirbelnuß bekrönten Herme inmitten fülliger Landschaft. Vorn rechts Getreidefeld. Radierung und Kupferstich. Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. del. sc. et exc. A. V., ansonsten wie vor. 29,2 x 26,1 cm.

Thienemann + Schwarz 104. – Schlußblatt der unnumerierten 4blätt. Hühnerhund-Folge,

Johann Elias Ridinger, Kleiner vorstehender Hüner Hund

„von  Ridinger  in  seiner  besten  Zeit  gearbeitet“.

Die alte hs. Bister-Numerierung „26“ oben rechts hiesigen Erachtens nach nicht von Ridinger selbst. Schwarz 104a verzeichnet als Variante ein dortselbst mit „86“ drucknumeriertes Exemplar als Hinweis für dessen Verwendung als Blatt 86 der „Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“ anstelle des dort sonst stehenden „Wohl tressierter Hüener-Hund wie er Rebhüener vorstehet“ als 1766er Arbeit des Sohnes Martin Elias nach väterlicher Vorlage von 1757 als Variante des 3. Blattes der Hühnerhund-Suite („Großer vorstehender Hüner Hund auf Reb Hüner“, Th. 103). – Umrißmäßig erkennbares Wz.
Angebots-Nr. 13.190 / EUR  445. / Export price EUR  423. (c. US$ 669.) + Versand

 

Folgen  Stahlstiche  um  1835 mit vollem Plattenrand (nicht mitgemessen, soweit nicht anders erwähnt), wie für Stahlstiche eher seltener, und linksseitigem Heftrand.

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767) – Nach. Jagdhund. Bildfüllend stehend vor Landschaftsstaffage, eine vor ihm sitzende Bremse interessiert fixierend. Seitenrichtig nach Thienemann 734, zugehörig dem 1728er Neuen Thier Reis Büchl. Bild-/Plattengröße 18,2 x 23,2 cm.

Johann Elias Ridinger, Jagdhund mit Bremse

Das  sympathisch-reizvolle  Motiv

Angebots-Nr. 14.821 / EUR  84. (c. US$ 133.) + Versand

 

– – – – Zwei Jagdhunde. Vor einer Art Zelt mit landschaftlicher Staffage zur Linken. Der gesprenkelte vordere schlafend, wachsam hinter ihm aufgerichtet und knurrend der zweite. Seitenrichtig nach Thienemann 735, zugehörig wie vor, Bild-/Plattengröße wie vor. – Das eindrucksvolle Motiv. – Siehe die Abb. bei Schwarz I, S. 92.
Angebots-Nr. 14.820 / EUR  89. (c. US$ 141.) + Versand

 

Cooper, S. (der Tiermaler Thomas Sidney C. ?, Canterbury 1803 – Vernon Holme bei C. 1902) – Nach. Russischer Wolfsfænger. Vorn groß nach links vor einem Holzlager zur Rechten mit Arbeiter-Staffage am Ufer eines von Segelboot + Ruderbooten belebten breiten Flusses mit gegenüberliegender Stadtteil-Silhouette, dominiert von Kuppel-Kathedrale, nebst steinerner Brücke (Petersburg mit Peter-und Paul-Kathhedrale und Petersburger Brücke?). Im Stich von Siebert wie oben. Bezeichnet: XXV / S. Cooper pinx. / I. Siebert sc. Nbg., ansonsten wievor.. 16,9 x 20,3 cm.
Angebots-Nr. 14.823 / EUR  79. (c. US$ 125.) + Versand

 

Spanischer Hühnerhund. Fündig geworden, der Jäger erst noch näherkommend. 17,2 x 20,3 cm. – Die Schrift recht blaß, doch nicht das Bild selbst.
Angebots-Nr. 14.811 / EUR  69. (c. US$ 109.) + Versand

 

Der Wachtelhund / Schnepfen-Jagd. Mit dem Jäger im Anschlag, der Hund vorspringend. 17 x 20,2 cm.
Angebots-Nr. 14.812 / EUR  74. (c. US$ 117.) + Versand

 

Der Huehnerhund Birkhühner stehend. Mit jeweils berittenem Jäger + Jagdknecht sowie weiterem Hund. 17,6 x 20,2 cm.
Angebots-Nr. 14.813 / EUR  72. (c. US$ 114.) + Versand

 

Setter. Vorstehend, mit dem hinzukommenden Jäger. Im Stich von Christian Daumerlang in Nürnberg nach Fremdvorlage. 17,1 x 20 cm.
Angebots-Nr. 14.814 / EUR  72. (c. US$ 114.) + Versand

 

Englische Dachshunde (Therriers). Deren drei und ein sich zu verdrücken suchender Grimbart. Im Stich von F. Hirchenhein(m?). Bezeichnet: XXIII / Hirchenhein (anderwärts Hirchenheim) sc:, ansonsten wie vor. 17 x 20 cm.
Angebots-Nr. 14.822 / EUR  72. (c. US$ 114.) + Versand

 

Der Solofaenger. Porträthaft groß ganz vorn Jagdhund mit dem erbeuteten Hasen,

Jagdhund ’Der Solofaenger’

während seitlich links zurückgesetzt das Feld der Reiter die noch andauernde Hasenhatz begleitet. 17,4 x 20 cm.
Angebots-Nr. 14.819 / EUR  74. (c. US$ 117.) + Versand

 

Scheute  Ridinger  die  Auseinandersetzung

mit  dem  eigenen  Werk ?

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die durch erdichteten Vorwand unterdrükte Unschuld. Der sich vor drei Hunden auf einen Fels gerettete Hase wird das Opfer eines herabstoßenden, in seinem Gefieder herrlich gezeichneten Falken. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1730 Augsburg 1780). Nach 1767. Bezeichnet: J. El. Ridinger. inv: et del. / M. El. Ridinger. sc. et exc: A.V., ansonsten wie vor in Dt.-Lat.-Frz. 33,5 x 24,9 cm.

Thienemann + Schwarz 784; Metzner-Raabe, Illustr. Fabelbuch, 1998, Bd. II (Bodemann), 123.I. – Blatt 20 der Fabeln. – Ganz herrlicher Abdruck mit wohl WANGEN-Wz. nebst figürl. Anhänger und 5-27 mm breitem Rand rundum. – Der wiederholte „.“ nach Ridinger nicht von Schwarz wiedergegeben, anstelle des hiesigen „:“ nach „inv“ dort nur ein „.“ und anstelle des dortigerseits analog zu Thienemann und entgegen hier auch für die Bll. X ff. vermerkten „:“ nach „FABUL“ nur ein Punkt.

Johann Elias Ridinger, Die durch erdichteten Vorwand unterdrückte Unschuld

Das  außerordentlich  seltene  Schlussblatt

der geistig wie optisch überaus reizvollen „Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend“, mit denen

„ Ridinger ein typisches Ziel seiner Epoche (verfolgte). Eine ‚Verbesserung der Sitten‘ durch die moralische Wirksamkeit der Kunst hatte – freilich auf ganz andere Weise – der mit Ridinger fast gleichalte  William  Hogarth  in seinen Gemälden und graphischen Blättern versucht … Doch während Hogarth und Chodowiecki durch satirische Bildfolgen, wie ‚Das Leben eines Lüstlings‘, 1735, … ihren (gleichen) Vorstellungen Geltung zu verschaffen suchte, knüpfte Ridinger an die – ihm besonders gemäße (nämlich, so er selbst, ‚von den eisgrauen Zeiten des Alterthums an‘) – Tradition der Tierfabel an “

(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96).

Wobei Ridinger anstehenden Falles noch ein ganz anderes, nämlich gesellschaftspolitisches, Ziel ins Visier nimmt. Gibt der Titel schon mit

„ Die  durch  erdichteten  Vorwand  unterdrückte  Unschuld “

den Tenor vor, so heißt es in Brockes’ (1680 Hamburg 1747) separat gedrucktem Text

„ Genug  man  schreibt  dem  Armen  an , / Was  er  sein  Tage  nicht  getan . /
Der  mächt’gen  Vögel  freches  Rasen /
Trifft  noch  gar  oft  den  schwachen  Hasen ! “

Und interpretierend Thienemann : „Spricht der Falke zum Hasen und erwidert dieser:

‚ Warte, ich will Dich lehren, die Hunde zu meinem Neste zu führen, damit sie mir die Jungen rauben!‘ / ‚Wie möchten wir ohne Flügel uns Deinem Horste nahen können?‘ / ‚Ja, ja; Du denkst stets auf mein Verderben, hast Du mich nicht vor zwei Jahren dem Jäger verrathen wollen und meinen Jungen arg geflucht?‘ / ‚Da war ich ja noch nicht geboren.‘ / ‚So war es Deine Mutter. O dies böse Geschlecht kann ich nicht länger dulden.‘

Hierauf ergriff (der Falke) und zerriss das Häschen, welches sterbend noch schrie: ‘Ach, wie leicht gelingt es der Bosheit, die Unschuld zu unterdrücken!’ … ‘Genug man schreibt dem Armen an …’ “.

Diese Sentenz steht in engstem Zusammenhang mit Brockes’/Ridinger’s mittels der Blätter Th. 716-719 der Folge der „Kämpfe reißender Thiere“ vorgetragenen Anprangerung des absolutistischen Systems ihrer und aller Zeit(en). Siehe hierzu die hiesige 1998er „Dresdner Rede – Der verharmloste Ridinger“.

Künstlerisch über all das hinaus zugleich aber auch, einen neuen Bildtypus kreierend, einmal mehr Tradition und Feld hinter sich lassend. Denn, so Ulrike Bodemann in Metzner-Raabe,

„ Keine  Ähnlichkeiten  mit  bisher  bekannten  Fabelillustrationen .

Riesige Bildformate werden fast völlig von der Darstellung eines zentralen Moments der Fabelerzählung gefüllt. Umgebung meist dichter, urwüchsiger Wald .“

Und Regine Timm, ebda., Bd. I, Seite 171 :

„ Ridinger hat in seinen großen Tafeln … zwar pflanzliches Wachstum oder auch Felsbrocken manchmal bildbestimmend in seine Illustrationen einbezogen, aber ohne dekorative Absicht. Die Pflanzen und Felsen bedeuten das Dickicht, die menschenferne Waldeinsamkeit, in der sich die seltsamen Geschichten unter den Tieren zutragen. “

Die Folge besteht aus zwanzig Blatt, von denen Johann Elias gleichwohl nur die ersten sechzehn veröffentlichte. Vermutlich aus stilistischen Skrupeln. Denn mit den erst vom Ältesten, Martin Elias, auf Kupfer übertragenen und postum herausgegebenen vier letzten gibt er die Überfülle der vorangegangenen, seiner überdies erst neugeschaffenen Fabel-Konzeption, weitergehend zu Gunsten einer nun auch für ihn völlig neuen, souverän konzipierten großflächigen Klarheit (beispielhaft hierfür neben hiesiger namentlich die 17.) auf, womit auseinanderzusetzen er sich schlußendlich aber offenbar scheute. Und wohin ihm noch hundert Jahre später auch Thienemann nicht folgen mochte („haben weniger Kunstwerth, sind aber dennoch schätzbar und ihre Seltenheit zu bedauern“). Was hiesigerseits hingegen als ein bemerkenswert weiterentwickeltes künstlerisches Ausdrucksvermögen gesehen wird. Gipfelnd eben in dem Fascinosum, nicht allein ein neues Fabelbild geschaffen, sondern dieses in sich noch einmal zu neuem Ufer fortentwickelt zu haben.

Vergleichbar als von Ridinger wiederholt zitiert sei in diesem Zusammenhang an Watteau und hier an dessen „Gesellschaft im Freien/Park“ in Berlin erinnert, zu dem Pierre Rosenberg anmerkt: „… ist das Berliner Gemälde

ein  Beweis  dafür , daß  der  Künstler  sich  erneuern  wollte ,

indem  er  einen  neuen  Typus  der  Komposition  schuf …“

(Ausstellungskatalog Watteau, Washington/Paris/Berlin 1984/85, S. 415).

Für Ridinger diesbezüglich ganz exemplarisch sein in Schabkunst gearbeitetes „Memento Mori“ Schwarz 1426, für das hier erstmals drei Zustände beschrieben werden konnten, die eine radikalisierte Vergeistigung der ursprünglich niederländisch verankerten bürgerlich-schönen Bildkomposition dokumentieren. In diesem Falle durchaus begünstigt von der Notwendigkeit von Überarbeitungen der sich technisch bedingt extrem schnell abnutzenden Schabplatte, die nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht.

Ridinger’s generelles Fabelbild denn also ein höchst gewichtiger Meilenstein innerhalb des „rund 900 Ausgaben (ausmachenden) Grundcorpus illustrierter Fabelbücher“ bis hin zu Chagall’s 200 Jahre späterem Lafontaine-Folio mit seinen 100 Radierungen als geradezu einem Schlaglicht für die Unsterblichkeit der Fabel-Illustration.

Daß Ridinger seine Folge ursprünglich gleichfalls wesentlich umfangreicher konzipiert hatte, belegen seine hier durchgelaufene Vorzeichnung zur 20. Fabel, die er mit „Fab 31“ bezeichnet hatte, jene mit “Fabel 29.” bezeichnete zur 19. (Weigel, 1869, Nr. 384) und die Thienemann vorgelegene, mit „30“ genummerte, die gleich weiteren, unnumerierten, indes unverarbeitet blieb.

Die praktisch vorprogrammiert gewesene große Seltenheit der vier Supplementblätter seit Thienemann (1856, Seite 151) literaturbekannt: sie „machen sich sehr rar, finden sich schon in manchen älteren Ausgaben nicht, und sind in der neuesten ganz weggelassen, was jedoch zu bedauern ist“.

Entsprechend denn auch der 1889er Katalog der Slg. Coppenrath zu 20blätt. Exemplar: „Schöne Hauptfolge … Selten“. Und Helbing 1900 in seiner 1554blätt. Ridinger-Offerte (Katalog XXXIV): „Die letzten (4) Nummern sind höchst selten“. Und während er neben einem Komplett-Exemplar die ersten sechzehn bis auf 12 + 13 mehrfach apart besaß, so von den letzten vier nur 17 + 19 jeweils einmal zusätzlich. Am Markt denn auch bis heute meist nur die 16blätterige Grundfolge.

Die die Nachauflagen dokumentierenden verschiedenen Druckzustände des Titels im übrigen schönster Beweis für den Erfolg der Arbeit, die ihre namentliche Zielgruppe, die Jugend, offensichtlich erreicht hat.
Angebots-Nr. 12.514 / EUR  1007. / Export price EUR  957. (c. US$ 1514.) + Versand

 

„ Der  Hunde  pflege  laß  dir  sehr  empfohlen  seyn … “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die von verschidenen Arthen der Hunden behaezte Jagtbare Thiere / Mit anmerckungen wie solche von denenselben gejagt, angefallen, gefangen, gehalten, nidergezogen, und theils gewürget werden … Vorgestellet und heraus gegeben von Johann Elias Ridinger Mahler und Kupferstecher auch der Augspurgischen Academie Directori Anno 1761. Folge der 22 Blatt.

Gestochener  Titel  mit  großer  Sauhatz-Vignette

+

21  Kupfertafeln

(28,4-28,8 x 24,8-25,3 cm) in der für Ridinger und seine Zeit typischen Mischtechnik von Radierung + Kupferstich.

Bordeauxroter  Maroquin-Band

mit 4 imit. Bünden, 2 dunkelgrünen goldgeprägten Rückenschildern, goldgepr. 2teil. Titel auf Vorder- und Ridinger-Hirsch-Vignette auf Rückdeckel, Goldfilete auf beiden sowie ridinger handlung niemeyer auf vorderem Innenspiegel unten, alles 23,5karätig,

Johann Elias Ridinger, Kassetten-Exemplar der „Von verschidenen Arthen der Hunden behaezte Jagtbare Thiere“

in  gleichartiger  Kassette

mit  der

hier nahtlos unter Berichtigung Thienemann’s, der die Platten dieser Folge 1856 noch für verloren hielt, bis weit über Thieme-Becker (Bd. XXVIII, 1933, S. 308) hinaus direkt bis in den Ridinger-Nachlaß selbst recherchierten

originalen  Druck-Platte

zum  Titel

im  rotgoldenen  Glanze

ihres  247  Jahre  alten  Kupfers

(28,6 x 25,5 cm) als unter Polykarbonatglas (alterungs- + UV-beständiger als Plexiglas, aber ebenso kratzempfindlich) auf den Vorderdeckel eingelegtem, herausnehmbarem Außen-Solitär, darüber der goldgepr. Künstler-Name, darunter

Johann Elias Ridinger, Le Grand Exemplaire

und auf dem Innenspiegel des Vorderdeckels ridinger handlung niemeyer wie vor.

Thienemann + Schwarz 139-160; Weigel, Kunstlager-Cat., XXVIII, 13 A (?, evt. Zwischenzustand, von A-C); Nagler 16; Coppenrath Abt. II, 1464; Schwerdt III (1928), 137 ( „An interesting series“ ). – Abbildungen: Schwarz I, Taf. VIII; Stubbe, Ridinger, 1966, Taf. 14-16; Ridinger-Katalog Kielce, 1997, 49-57 nebst Abb. SS. 38-41.

Altem  umfangreichen  Sammlungsbesitz  entstammendes  Exemplar

von  ganz  einheitlicher  Druckqualität

bei  mit  54,5-56 x 36,5-38 cm  Blattgröße  größter  Breitrandigkeit ,

will  heißen …

3seits  unbeschnitten

mit  den  originalen  Büttenrändern (sic!),

indes der vor Bindung linksseitige glatte Schnitt bei praktisch voller Wahrung der rechtsrandigen ca. 6 cm daran denken läßt, daß je zwei Blatt auf einen Bogen gedruckt worden sind, was dem Format der von einer Platte gedruckten Ridinger’schen Imperialen, Th. 67/68, entspräche. Mangels jeglicher Marmorierungs- und früherer Heftspuren ist die Folge zuvor offensichtlich nie gebunden gewesen. Nur der abweichend auf besonders schwerem Bütten abgezogene leicht randschmuddelige und rechtsseits etwas rissige Titel auch oben glattkantig und mit nur 53 cm eine Idee kürzer.

Zum Vergleich :

Schwerdt’s Exemplar erreichte bereits das Ende seiner Saufeder bei nur 44,5 x 29,8 cm Blattgröße !

Vereinzelt typograph. Wz. – Drei Blatt mit ursprünglichem Kleinausriß bzw. kleinem Doppelloch in äußerster Randecke. Leichte Quetschspur im weißen Außenrand von XI, die äußerste weiße Plattenecke tangierende geglättete diagonale Faltspur im linken Seiten-/Unterrand und auf den äußeren weißen Oberrand beschränkte zweite bei XII. Überwiegend auf die rechte Blatthälfte beschränkte und hier nur außerhalb des Bildes etwas störend bemerkbare generelle Papierquetschung bei VII.

Enthält :

Der Auer Ochse (recte der europ. Wisent/Büffel, Bison europaens Ow.) – Der Baehr („ … so gibt es einen guten Stich von einem mit Hunden kämpfenden Bären, Tafel 14“, Stubbe) – Der Elends Hirsch – Der Edle Hirsch – Die Wilde Sau oder Schwein – Der Wolff – Der Weisse Thann Hirsch (Damhirsch) – Der Wilde Schwan („wohl der seltnere Singschwan“) – Der Luchs – Das Rennthier – Das Rehe – Die Gemse – Der Fuchs – Der Biber – Der Fisch Otter – Die Wilde Katze – Der Hase – Der Dachs – Der Marder – Der Iltis, Eichhörnlein und Wiesel – Wilde Enten .

Thienemann :

„ Das wäre also ein Thema mit 21 Variationen … Welch‘ eine Abwechslung, welch‘ eine Wahrheit im Ausdruck der Leidenschaften! Ja er ist in Wahrheit ein Thierseelenmaler.  Daher  sprechen uns seine Werke so ungemein an,  daher  können wir uns nicht satt an ihnen sehen,  daher  bleibt er … immer neu , werthvoll und geachtet … (E)ine von den späteren Arbeiten Ridinger’s, die er aber ganz selbst gefertigt hat … “

Die Darstellungen oben gerundet. – Mit 9-13zeiligem Untertext zum Wilde selbst wie zu Auswahl + Einsatz der unterschiedlichen Rassen seiner Gegner. In dieser Instruktivität ganz im Sinne Stubbe’s, der gelegentlich der Par force Jagd-Folge als weiterem Spätwerk ausführt (Seite 30) :

„ … und ihre Unterschriften … bring(en) zudem die angenehme Befriedigung,

die gute, von Grund auf entwickelte Informationen zu bereiten vermögen.

Ein  Leben  voller  Jagderfahrungen ,

ein mit denkbar wacher Aufmerksamkeit in vielen Jahren erworbenes Wissen von den Ursachen und Überlegungen, die zu den einzelnen Maßnahmen und Gebräuchen bei der Jagd führen, befähigten den Künstler, alle Arten der Jagd

nicht  nur  ihrem  Vollzug  nach ,

sondern  vor  allem  aus  ihren  Gründen  heraus

zu erklären. Das geschieht … in aller Kürze … der knappe Raum unter den Bildern genügt zu intensiven, dabei leicht verständlichen Erläuterungen in gestochener Schrift. “

Und so ist es hiesige ganz außerordentliche Genugtuung und Freude zugleich, nach den früher hier durchgelaufenen Exemplaren der Sammlung Dr. Luza, Amsterdam (1982) und innerhalb des zweiten der beiden Pompadour-Bände der Marjoribank-Folios (1998) diese

textlich  wie  optisch  so  großartige  Hommage  auf  unsere  Hunde  –

„ Der Hunde pflege laß dir sehr empfohlen seyn

aus finstrem Lager treibst du wohl ein wildes Schwein

durch diser Bellen auf ! “

( Untertext der Titelvignette ) –

nicht allein erneut vorlegen zu können, sondern in Gemeinschaft mit der  originalen  Titel-Platte und der von drei unbeschnittenen Seiten gekrönten Breitrandigkeit als ein wahrhaft

grand  et  unique  exemplaire  du  luxe

für elitäre Plazierung. Als ein provozierend unnahbar souveräner Blickfang, beneidet widerspiegelnd die Noblesse des Hauses.  Denn  nicht  zuletzt  sind  originale  Kupfer-Druck-Platten … siehe  oben , und auch anstehende  ist  vom  Meister  eigenhändig  allein  gearbeitet  und ebenfalls mittels Lackauftrags vor Umwelteinflüssen geschützt. Kurz , Sie werden  dieses  unvergleichliche  „ – Le Grand Exemplaire – 

ob  seiner  Schönheit  als  Gesamtkunstwerk

immer wieder voll innerer Berührung betrachten.

Angebots-Nr. 28.822  /  Preis auf Anfrage

 

Die  Plage  für  Fuchs,  Hund  +  Mensch:

4x  Kampf  der  Tollwut  –  4x Hygienegeschichte

Mandat (Friedrich Augusts, Hzg. zu Sachsen), die wider das Herumlaufen und die Wuth der Hunde vorzukehrenden Anstalten betreffend. Nebst den Beilagen „Ursachen der Wuth der Hunde, und die Kennzeichen solcher Wuth“ sowie „Anweisung wie man sich bey dem Bisse toller Hunde zu verhalten habe und dessen traurigen Folgen vorbeugen könne“. Gegeben Dresden 7. Sept. 1782. 2° (34,8 x 21 cm). Mit Eingangs- + Schluß-Vignette in Holzschnitt. 12 Bll. Mit gedruckter hzgl. Unterschrift nebst L(oco) S(igilli)-Marke.

Hs. Aktenvermerk „Nom: 13.“ von alter Hand auf Titel. – Namentlich der Hauptteil in schöner, großer Typographie. – Breitrandig.

Außerordentlich  inhaltsreiche  Verordnung

zu Bekämpfung + Heilung der Tollwut durch Tollwurmschneiden + 8seitige Anweisung zur Heilung Gebissener.
Angebots-Nr. 13.081 / EUR  496. / Export price EUR  471. (c. US$ 745.) + Versand

 

Mandat (Friedrich Augusts, Hzg. zu Sachsen), wegen Einschränkung des Hundehaltens, und der wider das freye Herumlaufen der Hunde, auch sonst zu Verhüthung der von wüthenden Hunden zu besorgenden Gefahr, zu treffenden Vorkehrungen. Nebst den Beilagen „Ursachen der Wuth der Hunde und die Kennzeichen solcher Wuth“ sowie „Anweisung, wie man sich bey dem Biße toller Hunde zu verhalten habe, und dessen traurigen Folgen vorbeugen könne“. Gegeben Dresden 2. April 1796. 2° (34,8 x 22 cm). Mit großer Anfangs-Vignette in Holzschnitt + Eingangs-Initiale. 16 Bll. Mit gedr. hzgl. Unterschrift nebst L(oco) S(igilli)-Marke. Geheftet. Unbeschnitten.

Hs. Aktenvermerk „Nom. 23“ von alter Hand auf Titel. – Letzte vier Blatt mit kleiner Wurmspur im breiten weißen Oberrand, Schlußblatt unten im Rand mit zwei Braunflecken. – Namentlich der Hauptteil in schöner, großer Typographie. – Breitrandig.

Außerordentlich  inhaltsreiche  Verordnung

zu  Bekämpfung  +  Heilung  der  Tollwut,

mit direktem Bezug zu vorstehender Verordnung vom 7. September 1782,

die  Hygiene  als  Schutz  vor  Krankheit

begreifend.
Angebots-Nr. 13.082 / EUR  496. / Export price EUR  471. (c. US$ 745.) + Versand

 

Vorschriften, für die Bewohner der Städte und des Landes, aus dem unterm 2. April, wegen Einschränkung des Hundehaltens und der von wüthenden Hunden zu besorgenden Gefahr, publicirten Mandate, nebst den darzugehörigen Beilagen „Ursachen der Wuth der Hunde und die Kennzeichen solcher Wuth“ sowie „Anweisung, wie man sich bey dem Biße toller Hunde zu verhalten habe, und dessen traurigen Folgen vorbeugen könne“. Kl.-4° (20,5 x 17 cm). 24 SS. Geheftet und mit Garnschlaufe oben links.

Hs. Aktenvermerk „Nom: 24“ von alter Hand auf Titel. Dieser gebräunt und etwas schmutzstippig sowie mit kleiner unauffälliger, das zweite Blatt noch ganz minimal berührender Wurmspur.

Die  zum  Aushang  verwandte  Version

der  außerordentlich  inhaltsreichen  Verordnung

zu  Bekämpfung  +  Heilung  der  Tollwut,

die Bestimmungen des im Vorjahr als Neufassung der Verordnung vom 7. Sept. 1782 erlassenen Mandates in teils abgeänderter Reihenfolge in

ebenso  knappen  wie  einprägsamen  Sätzen  zusammenfassend.

Angebots-Nr. 13.083 / EUR  345. / Export price EUR  328. (c. US$ 519.) + Versand

 

Edict (Friedrich Wilhelms, König v. Preussen, Markgraf zu Brandenburg) Wegen des Tollwerdens der Hunde und darin das sog. Tollwurmschneiden aufhebend, da „der Erfolg der gehoften Wirkung nicht entsprochen“. Gegeben Berlin 20. Feb. 1797. 2°. Titel, 3 unnum. Bll. auf 2 Doppelblättern. Mit Titel- und großer, reich gestalteter Anfangsvignette. Mit gedruckter kgl. Unterschrift nebst L(oco) S(igilli)-Marke.
Angebots-Nr. 12.238 / EUR  322. / Export price EUR  306. (c. US$ 484.) + Versand

 

„ Von  den  Hunden

und  deren  Abrichtung , Pflege  und  Cur … “

„ Wie  die  Parforce=Jagd=Hunde … “

Döbel, Heinrich Wilhelm. Neueröffnete Jäger=Practica Oder der wohlgeübte und Erfahrne Jäger, Darinnen Eine vollständige Anweisung zur gantzen Hohen und Niedern Jagd=Wissenschaft in Vier Theilen … Alles aus vieljähriger eigenen Praxi gründlich und deutlich beschrieben … Nebst einer Vorrede des Herrn Cantzlers (Reichs)Freyherrns von Wolf. 3. verb. und sonderlich in Forstsachen sehr vermehrte Aufl. 4 Tle. in 1 Bd. Lpz., Joh. Sam. Heinsius, 1783. Kl.-2°. Mit mehreren auch figürl. Holzschn.-Vign- und -Illustrationen und

21  Faltkupfern

(20 ca. 35 x 40, eines 35 x 19 cm, alle komfortabel auf blattgroßes blaues Bütten gefalzt). 13 unnum. Bll. Titel, Vorworte + Inhalt, 148, 264, 192, 108 SS., 32 unnum. Bll. Reg. Späterer hellbrauner HSchws.-Ldr.-Bd. mit gepr. Rückentitel + -Fileten, Ldr.-Ecken m. Fileten, dunkelbraun-marmor. Deckelbezügen und blaugrauem Spiegel + Vorsatz.

Schwerdt I, 146 c; Jeanson 1709 + Kat. 1987, 183 sowie Souhart 143 für jeweils andere Ausgaben. – Der erstmals 1746 dreiteilig und mit nur 20 Kupfern gleichfalls bei Heinsius erschienene Klassiker, dem 1754 die auf vier Teile vermehrte Zweitauflage und hier denn anstehende nochmals erweiterte dritte, wiederum in Folio, mit nunmehr 21 Kupfern folgte. Kleinformatiger (8° bzw. gr.-8°) denn eine Wiener Ausgabe von 1785/86 und als 4. Auflage die von C. Frdr. L. Döbel + Frdr. Wilh. Benicken „völlig und wenig wertvoll“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., Bd. V [1889], S. 16) umgearbeitete und lediglich von 9 darstellenden Tafeln begleitete Leipziger von 1828.

I

Von  den Eigenschaften des eigentlichen und des Feder=Wildes , den  Hunden  und  deren  Abrichtung ,  Pflege  und  Cur , wie auch von Anlegung einiger Wild=Bahnen und Gehäge.

II

Von den mancherley Arten der Jagden, den zu einer jeden gehörigen Geräthe und dessen rechten Gebrauche.

Hierin  unter  vielem  einschlägig  Anderem

Von der Parforce=Jagd / Was zu Einrichtung einer völligen Jagd=Equipage oder Parforce=Jagd gehöre / Von  Erziehung  der  jungen  Hunde  /  Von  der  Fütterung  der  jungen  Hunde  / Von den Parforce=Pferden / Die Vorsuch zur Parforce=Jagd / Von  Einjagung  der  jungen  Hunde  /  Wie  die  Parforce=Jagd=Hunde , ehe sie zum völligen Jagen gebraucht werden können, in Arbeit und Athem gesetzt werden / Die Anjagd, den Hirsch par Force zu fangen / Wie es bey der völligen Jagd ferner gehet / Wie  die  Hunde  zu  pflegen , und  bey  Gesundheit  zu  erhalten  /  Recepte  vor  allerhand  Kranckheiten  der  Hunde  / Von Haltung des Hubertus=Festes / Vom Pürschen oder Schiessen / Wie ein Hirsch=Ruff gemacht und gebraucht wird / Von der wilden Sau=Pürsche / Vom Reh=Blatten / Von der grossen Brach=Vogel=Pfeiffe / Von dem Schnepflein=Grießhuhn= und Sandläuffer=Pfeifflein / Von der Kuckucks=Pfeiffe / Von der Feder Wildpret=Jagd (Kap. 136-217, SS. 171-264).

III

Von der Beschaffenheit der Holtzungen und andern zum edlen Weidewerck gehörigen Wissenschafften.

IV

Von allerhand nöthigen Jagungs=Sachen, und Beschaffenheit der Höltzer. – Hierin unter anderem

Einige Anmerckungen von des edlen Hirsches Eigenschaften, so im ersten Theile übergangen worden / Vom  unrechten  Geniessen  des  Leit=Hundes  /  Von  den  bekanntesten  Namen  der  Parforce=Hunde / Von der Fischerey (SS. 64-108).

Die  sorgfältig  gearbeiteten  Kupfer ,

deren eines die Signatur von Joh. Gottfried Krügner d. J. (1714 Leipzig 1782) aufweist, illustrieren die technischen Details des Ganzen, wie denn u. a.

Wie die Instrumente zum Abstecken der Alleen, Stell=Flügel und Jagens=Läuffte zu verfertigen seyn / Vorstellung von Verfertigung der Alleen, besonders zu einer achteckigen Stern=Allee (dito zu sechseckiger) Tücher, Netze, Lappen / Von einem Zeug-Wagen / Prospect Eines eingerichteten Haupt Jagens nebst dem Laufft (Löchlein im Fuß eines Beteiligten unten rechts) / Laufft zum Hirsch=Jagen / Jagt Schirm / Laufft zum bestætigten Hirsch(und Sau-)jagen / Ein Contra Jagen / Ein gantz runder Laufft / Grundriß zu einem Laufft / Ein Jagen mit einem gebrochenen Lauffte / Ein Laufft mit geraden Flügeln und einer Rundung + Noch eine Vorstellung von einem Lauffte zum Sau=Jagen / Fangeisen / Schlagbäume / Höhenmessung der Bäume / Holtz=Ausmessung / Schnell-Fallen für verschiedene Raubtiere + Spiegel zum Lerchen=Fang .

„ (Döbels) ‚Eröffnete Jägerpraktika‘ … behandeln manche Gegenstände der Jagdkunde so vortrefflich, daß sie noch jetzt Beachtung verdienen.

Die  Arbeit  des  Leit-  und  Schweißhundes ,

die  Einrichtung  der  eingestellten  Jagen  etc.

sind  musterhaft  dargestellt “

(Meyers Konvers.-Lex., s. o.).

SEHR  SCHÖNES  EXEMPLAR , nahezu absolut fleckenlos, nur zwei säurefrei hinterlegte winzige Randeinrißchen und besagtes obiges Tafellöchlein. Zu den Hölzern verschiedentliche saubere Randnennungen der lateinischen Namen in Bleistift. – Spiegel + Vorsatz (letzterer 3blättrig unter Verwendung je eines alten Papiers) erneuert, Stehkanten der Deckelbezüge bestoßen.
Angebots-Nr. 14.803 / EUR  1485. / Export price EUR  1411. (c. US$ 2233.) + Versand

 

173  Seiten + 12  Kupfertafeln  sind  den  Hunden  gewidmet

Daniel, W(illia)m B(arker). Rural Sports. 2 Bde. Mit gestochenen und (1) illust. Titeln von Peter William Tomkins (ca. 1763 – ca. 1836) und

63  (1  dblgr.)  Kupferstichtafeln

von John Scott (London um 1778 – nach 1821) nach Stephan Elmer (Farnham, Sussex, – 1795, 10), Sawrey Gilpin (Carlisle 1733 – London 1807, 10) u. a. (London,) Bunny & Gold, (1801-)02. Gr.-4°. 4 unnum. Bll., 383 SS.2 unnum. Bll.; 2 unnum. Bll., 520 SS., 2 unnum. Bll. Braune HLdr.-Bde. m. goldgepr. Rückenschild, Streicheisen- + ornamentaler Blindprägung, breiten Ldr.-Ecken und farb. marmor. Deckelbezügen. Kopfbraun- und verblaßter Punktierschnitt.

BMC IIL, 328; Souhart 132; Schwerdt I, 133 f. + Podeschi 83 + 100 (beide die nun 3bändige 2. Ausgabe von 1805 zuzgl. des Suppl.-Bdes. von 1813). – Erste Ausgabe. – Auf breitrandigem Whatman-Papier von 1794 + 1801. – Mit (Buchbinder-?, Vorbesitzer-?) Monogramm-Stempel H. B. in Oval, ein unidentifiziertes Figurenstück umgebend, unten links im Innern der Rückdeckel. – Einige wenige Tafeln innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten, nur ein Titel unter Anschnitt der Verlegeradresse. Ganz vereinzelte Randeinrisse hinterlegt. Abgesehen von den stärker befallenen Titeln sowie einzelnen Tafeln diese sonst nur wenig und dann meist nur in den weißen Rändern etwas stockstippig, wenige vereinzelte Lagen gleichmäßig schwach gebräunt, ansonsten von gesamthaft großer Frische.

Die einzelnen Kapitel

Hunden  ( 173 SS. + 12  Kupfertafeln ,

darunter  50  Seiten  Hundemedizin ) ,

verschiedenen Jagdtieren wie Fuchs, Hirsch, Hase, Otter, den Schwimm-, Scharr- + Stelzvögeln (Fasan, Ente, Gans, Rebhuhn, Schnepfe etc., 110 SS. mit 19 Tafeln) u. a. m. gewidmet. Darüberhinaus Geschichte, Grundsätze und Entwicklung der Jagdgesetze im allgemeinen sowie speziell Fische, Vögel und Hunde betreffend darstellend sowie abschließend Hinweise zu Waffen und Munition. Separate Band-Indices.

Mit 373 Seiten und 18 Tafeln thematischer Schwerpunkt  Fischen + Angeln , neben zahlreichen Artbeschreibungen mit Hinweisen zu Fang + benötigten Fliegen allein 22 Seiten zur Herstellung verschiedenster Kunstfliegen sowie 98 Seiten nach Grafschaften geordneter Gewässerbeschreibungen für England, Schottland und Irland enthaltend. Illustriert und gestochen das Ganze von Besten der Zeit.

Schönes  Exemplar  dieses  ebenso  reizvoll  illustrierten

wie  textlich  fundierten  Kompendiums .

Angebots-Nr. 13.130 / EUR  956. / Export price EUR  908. (c. US$ 1437.) + Versand

 

Folgen  Holzstiche  des  19. Jahrhunderts  als einer namentlich in der 2. Hälfte des Jahrhunderts gern geübten Technik, die um etwa 1800 aufkam und – entgegen dem mit dem Messer längs zur Faser als Linienschnitt gearbeiteten Holzschnitt – mit dem Grabstichel quer zur Faser und mit hartem Hirnholz als Stock auszuüben war, um jene malerische Tonigkeit zu erzielen, die

den  Charme  auch  anstehender  Blätter

von ca. 1870-1880 ausmacht. Überwiegend mit Künstler-/Stecher-Signaturen/Monogrammen in den Stöcken, sind diese Arbeiten teilweise, wie dann erwähnt, mit Tonplatte gedruckte Tafel-Holzstiche. – Siehe auch Hanebutt-Benz, Studien zum dt. Holzstich im 19. Jhdt., Ffm. 1984.

Jagdhunde, Spielende. Holzstich wie vor.
Angebots-Nr. 12.381 / EUR  76. (c. US$ 120.) + Versand

 

Pyrenäen, Hunde aus den. 2teilig: Oben Hündin mit 5 Welpen und dem im Hintergrund angebundenen Rüden im Stall, unten 3 Kopfportraits. Holzstich. Ca. 1870. 27,5 x 18,4 cm.
Angebots-Nr. 11.215 / EUR  76. (c. US$ 120.) + Versand

 

Specht, Friedrich (Lauffen a. N. 1839 – Stuttgart 1909) Bernhardiner Hunde. Zwei Hunde im verschneiten Gebirge, einer in eine Spalte witternd. Im Hintergrund wohl das Hospiz des Großen St. Bernhard. Getönter Holzstich von Richard Henkel bei A. Cloß, Stgt. (1875/77.) Bezeichnet: FSpecht / A Closs X I / R Henkel sc., ansonsten wie vor. 27,5 x 20,4 cm.
Angebots-Nr. 9.766 / EUR  82. (c. US$ 130.) + Versand

 

Specht, August (Lauffen a. N. 1849 – Stuttgart 1923), nach. Sennenhunde im Kampf mit einem Wolf. Der Wolf ist schon an der Kehle gepackt, vom Haus kommt der Senn mit Gewehr hinzu. Getönter Holzstich bei Cloß wie vor, doch ohne Stecher-Bezeichnung.
Angebots-Nr. 9.549 / EUR  84. (c. US$ 133.) + Versand

 

Gélibert, Gaston (Médouy/Hautes-Pyrénées 1850 – Châtillon-sous-Bagneux/Hauts-de-Seine 1931). Bracke. Kopfportrait mit Halsband nach links. Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Paris nach 1885). Ca. 1870. Bezeichnet: Gaston Gélibert, ansonsten wie vor. 18,4 x 14,5 cm.

Schüler seines Vaters, des Tiermalers Paul G., dessen Fach er gleich seinem Bruder Jules unter Einschluß der Jagd fortsetzend favorisierte. Stellte seit 1870 im Pariser Salon aus. – Einige schwache Stockflecken im breiten weißen Rand unten.
Angebots-Nr. 11.178 / EUR  46. (c. US$ 73.) + Versand

 

– – Kleine Bracke. Kopfportrait nach links. Holzstich wie vor.
Angebots-Nr. 11.179 / EUR  43. (c. US$ 68.) + Versand

 

– – Deckel (sic!). Zwei pausierende Teckel auf einer Lichtung. Holzstich wie vor, doch 15,5 x 16,8 cm.
Angebots-Nr. 11.192 / EUR  60. (c. US$ 95.) + Versand

 

– – Hund aus der Bretagne. Kopfportrait nach vorne rechts. Holzstich wie vor. Bezeichnet: Huyot. / Gaston (sic!), ansonsten wie vor. 15,3 x 14 cm.
Angebots-Nr. 11.227 / EUR  50. (c. US$ 79.) + Versand

 

Gélibert, Jules (Bagnères-de-Bigorre/Hautes-Pyrénées 1834 – Capbreton/Landes 1916). „Bull terrier“. In der Manche durch Kreuzung erzielt, sehr kleine und kräftige Race für Höhlenjagd. Ihrer zwei vor Stroh und großem Trog. Holzstich von Huyot wie vor. Bezeichnet: Huyot. / Jules Gélibert, ansonsten wie vor. 14,5 x 21,4 cm.

Thieme-Becker XIII, 365: (Gélibert) malt fast ausschließlich Tier- und Jagdbilder. – Schüler seines Vaters wie vor. Stellte seit 1859 im Pariser Salon aus, dann auch in Brüssel + Berlin.
Angebots-Nr. 11.213 / EUR  65. (c. US$ 103.) + Versand

 

– – Hubertushund (Chien de Saint Hubert). Kopfportrait. Getönter Holzstich von Huyot wie vor. 17 x 15.
Angebots-Nr.14.463 / EUR  66. (c. US$ 104.) + Versand

 

Gut erzogen. Hase apportierender Hund vor dem zwischenzeitlich unter einer Eiche eingeschlafenen Jäger. Holzstich von Huyot wie vor nach T. E. Lory. Bezeichnet: T E Lory / Huyot, ansonsten wie vor. 14,2 x 21,2.
Angebots-Nr. 11.180 / EUR  69. (c. US$ 109.) + Versand

 

Der  Jäger  und  der  Hunde  Lust

Johann Elias Ridinger
Ulm 1698 – Augsburg 1767
Die Lust des Jagens . Planung , Aufbruch ,
Erquickung und Ruhe der Jäger + Meute(n)
Johann Elias Ridinger, Lust des Jagens 1+2Johann Elias Ridinger, Lust des Jagens 3+4
Vier Stationen nebst jeweils 6zeil. Untertext auf 2 Blatt

Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1730 Augsburg 1780). Bezeichnet: XVI. bzw. XVII. / Ioh. El. Ridinger, inv. et del. / Mart. El. Ridinger, sculps. A. V. 31,8-32 x 21,4-21,6 cm.

Thienemann + Schwarz 359/360; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1875/76 ( „Aeusserst selten“, 1885! ); Slg. Reich auf Biehla 103/04 ( „Aeusserst selten“, 1894! ). – Blätter XVI + XVII der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge „Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd“ ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt) und ausschließlich von Johann Elias Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Bild 1

„ Des  Jägers  schlaue  List  denkt  hier  auf  neue  Neze  …

Theilt  seine  Hunde  aus , füllt  seine  Taschen  voll

Mit  Hagel  u:  mit  Feuer , dadurch  das  Schwein  zu  fällen  … “

zeigt in hügeliger Landschaft zwei Gruppen, deren eine – mit einem alle seinesgleichen machtvoll überragenden Hund à la bayer. Hiesel – noch plant, indes die andere schon talwärts zieht.

Bild 2

„ Des  Jägers  Kunst  weißt  hier  den  Haasen  zu  erreichen ,

Die  Hunde  stehen  ihm  mit  Schnelligkeit  auch  bey  … “

in Vorbereitung der Hasenjagd.

Bild 3

„ Ein  klare  Quell  …  gibt  …  oft  auch  dem  matten  Jäger  Stärkung ,

Der  manchmal  auf  sein  Glück  u:  hiziges  Jagen  flucht ;

Wenn  er  im  Wald  u:  feld  u:  in  den  heiß’sten  tagen

Muß  Hize , Staub  u:  Angst  gedultig  übertragen. “

 

Bild 4

„ Vom  Jagen  ganz  erhizt  u:  durch  den  lauf  ermattet

Erquikt  sich  Herr  u:  Hund  in  ausgestrekter  Ruh  … “

Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Thienemann). Hier denn die seltenen Sujets in

warmtonigen  Erstausgabendrucken

mit  der  römischen  Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Thienemann)

mit  Provenienz  Radulf  Graf  zu  Castell-Rüdenhausen

(1922-2004). – Auf schwerem Bütten mit typograph. Wz. bei Blattgrößen von 51 x 33,8 (XVI; oben noch die beiden originalen Aufhäng-Löchlein, drei säurefrei hinterlegte Kleinsteinrisse im extrem breiten Unterrand) bzw. 43,7 x 31,5 cm (XVII; linksseits unbeschnitten, schwacher kleiner Wasserrand in linker Oberrandecke), die unterschiedlich breiten Ränder optisch rundum gut proportioniert.
Angebots-Nr. 14.956 / EUR  1176. / Export price EUR  1117. (c. US$ 1768.) + Versand

 


 

„ Ich bin sehr zufrieden mit dem Objekt, dem Versand und auch mit der sorgfältigen Verpackung. Danke! “

(Herr N. B., 3. Januar 2003)