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Das  AHA! – Erlebnis  des  Monats

jeden  Monat  neu  –  jeden  Monat  etwas  anderes

—  November  2006  —

 

Die  erlebnisreiche  Welt  der

Pietät  +  Vanitates

Von letzter Ölung über das Sterben selbst und den Abschied am offenen Sarge, übers Procedere der Trauerfeier, Unschicklichem während solcher nebst Regelung und freudiger Nutzung des Nachlasses hin zu erregender Verbildlichung der Auferstehung zu ewigem Leben oder Höllenfahrt + grandiosen Memento mori.

Äußerst  selten  für  Andreani

Andrea Andreani - Johann Elias Ridinger, Allegorie des Todes

Literaturunbekannt  für  Ridinger

 

The  Company  of  Undertakers ,

den  Begräbnisunternehmern,

deren  Wappenbild  so  offen  wie  brutal  ist:

Ein  Collegium  Medicum  –

als  Hoffnung  in  wirtschaftlicher  Flaute

Hogarth, William (1697 London 1764). Consultation of Physicians (Arms of the Undertakers). Das Collegium Medicum oder das Wappen der Begräbnisunternehmer. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1809. Signiert, datiert, bezeichnet. Bildgröße 17,1 x 14,2 cm.

Cook’s kleinere Fassung ohne den 6zeil. Untertext dieses geistreichen Standeswappens mit dem Motto Et plurima mortis imago. – Innerhalb des breiten Plattenrandes geschnitten und namentlich in dessen Oberrand etwas zeitfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 8.929 / EUR  125. (c. US$ 198.) + Versand

 

Oelung, Die Letzte. Kupferstich. (1679.) Bezeichnet. 8,8 x 6 cm.

Verso: (Die Beichte.) Kupferstich wie vor. – Arbeiten eines anonymen Stechers – an anderer Stelle signiert als „Stich fecit“, doch ein solcher nicht nachweisbar – eines Catechismus des Petrus Canisius SJ, Köln 1679. – Schwacher Wasserrand oberhalb des Bildes. Säurefrei hinterlegter Randeinriß.
Angebots-Nr. 13.087 / EUR  35. (c. US$ 55.) + Versand

 

Todt, Der. Nach Empfang der Sakramente erscheint der Sterbenden der geflügelte Tod mit Sanduhr und Pfeil. Kupferstich wie vor.

Verso: Das letzte Gericht. Die Erde bricht auf und entläßt ihre Toten, erfüllt von verschiedenerlei Staunen, Dank und – Erwartung. Wie vor. – Schwacher Wasserrand oberhalb des Bildes. Dortselbst und gleichfalls außerhalb des Bildes säurefrei versorgter größerer Ausriß unter Verlust einiger Buchstaben des allgemeinen Textes. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 13.085 / EUR  35. (c. US$ 55.) + Versand

 

Santomaso, Guiseppe (1907 Venedig 1990). Memento mori. Farb-Lithographie. 1964.  Hs.  signiert, datiert. 54,5 x 37 cm.

Santomaso, Memento mori

Nr. 17/100 Abzügen auf Papier Rives. – Trockenstempel Erker-Presse. – Santomaso war Gründungsmitglied von „Fronte Nuovo delle arti“. Verbindung zu Braque, Léger, Morandi. Entwicklung auf einen abstrakten Hermetismus. Professor an der Akademie Venedig. Zahlreiche internationale Ausstellungen.
Angebots-Nr. 14.548 / EUR  930. / Export price EUR  884. (c. US$ 1399.) + Versand

 

Bijapur / West- + Ostghuts – Bejapore, Sultan Mahomed Shah’s Mausoleum in. Der prächtige Kuppelbau oberhalb des Wassers. Stahlstich von Ad. Rottmann. Ca. 1855. Signiert, bezeichnet. 11,7 x 17,2 cm. – Schwacher Wasserrand im rechten Rand.
Angebots-Nr. 11.262 / EUR  40. (c. US$ 63.) + Versand

 

Gehrts, Johannes (St. Pauli/Hamburg 1855 – Düsseldorf 1921). Der Heldentod der Stedinger. Holzstich von Rupert (so der Hamburger Hafen nach Bartels) oder Heinrich Schlumprecht nach/bei Adolf Cloß, Stgt. (1880/81.) Signiert, bezeichnet. 18 x 23,8 cm.
Angebots-Nr. 8.271 / EUR  71. (c. US$ 112.) + Versand

 

Marschkirche auf dem Stedinger Schlachtfeld. Im Winter, vorne der Gottesacker. Holzstich bei Adolf Cloß, Stgt. (1880/81.) 10,3 x 12,9 cm. – Beidseits fortlaufender Text. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 8.272 / EUR  44. (c. US$ 70.) + Versand

 

Siegfrieds Leiche wird über den Rhein geführt. Getönter Holzstich nach Albert Baur (Aachen 1835 – Düsseldorf 1906) bei Adolf Cloß, Stgt. (1875-76.) Signiert, bezeichnet. 17,7 x 24 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 14.392 / EUR  86. (c. US$ 136.) + Versand

 

Ein  spektakulärer  Fund

Um  den 14 ( sic! ) Konkurrenten  sich  balgten !

Anschließend  der  Kustos  einer  bedeutenden  öffentlichen  Sammlung :
„ Dann waren Sie es also , der uns das Blatt wegschnappte .

Gratuliere .
Ich  hätte  es  auch  gerne  gekauft . “

 

Johann  Elias  Ridinger

Ulm 1698 – Augsburg 1767

Die  Allegorie  des  Todes

Kupferstich  +  Radierung

nach

Andrea  Andreani

(auch Andriani, Andreini, Andreasso, Andrea Mantuano; Mantua 1541 oder später – wahrscheinlich ebda. ca. 1623) auf Grund dessen Clair-obscur-Schnitt nach Giovanni Fortuna Fortunius (1535-1611, tätig in Siena). Bezeichnet: Joh. El. Ridinger excud. Aug. Vind. Blattgröße 57 x 40,6 cm.

Unbekannt  der  einschlägigen  Literatur

zu Ridinger bis hin zu Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik (1975), Niemeyer, Die Vanitas-Symbolik bei Joh. El. Ridinger (in L’Art Macabre, Bd. 2, 2001) und den maßgeblichen Sammlungs-, Verkaufs- und Ausstellungs-Katalogen von Weigel (1838) bis zur Gegenwart. Thematisch aber

in  seinem  ikonographischen  Reichtum  unerreicht

vom Kern seiner teils extrem seltenen, aber eben doch bekannten Mementi, den Schabblättern Thienemann-Stillfried 1426-1431. Und kompositorisch weit entfernt von deren letzten beiden, den von Johann Jacob nach Dieffenbrunner gearbeiteten brutal realistischen (1430 f.). Hier denn

das  Memento  mori  als  Virtuosenstück ,

als intellektuelle Herausforderung bei sprechend-reizvoller Bildhaftigkeit. Als

äußerst  selten  für  Andreani

(generell sprechen Thieme-Becker von „der großen Seltenheit der Blätter“) , als

Nahezu-Unikat  für  Ridinger .

Hier denn vorliegend in schönem, nicht mehr ganz zeitgenössischem Druck auf linienfreiem Papier mit Wortmarken-Wz. bei umlaufend feinem Rand um die Bildeinfassung. Nur hier und da knapp bis an diese beschnitten. Der gesamthaft gewissen Altersspurigkeit restaurativ professionell begegnet, wie auch die rückseitige (Wasser-)Fleckigkeit bildseits nur partiell ganz schwach durchscheint. Im schraffierten Randfeld unten rechts ein noch schwach sichtbarer Künstlerhinweis. Kurz ,

ein  seinesgleichen  suchendes  Rarissimum  von  schönem  Gesamteindruck .

Angebots-Nr. 28.482 – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – Abbildung eingangs.

 

Im  Tode  vereint

Daumier, Honoré (Marseille 1808 – Valmondois 1879). L’Unité Allemande. Die Walze des Mars ebnet die Toten ein, als da sind Württemberger, Badenser, Bayern, Hannoveraner, Sachsen, Hessen. Lithographie. (1870-71.) Monogrammiert, bezeichnet. 22,2 x 18,1 cm.

Delteil 3831, III (von 3) mit Abb. dieses Zustands. – Sorgfältiger Druck auf beserem Papier ohne Rückseitentext und den Actualité-Serientitel.

Geschaffen  im großartigen Altersstil der letzten Jahre, alles Gegenständliche weglassend und „nur in symbolischen Gestalten Anklage erhebend gegen das Unrecht des Krieges“ (Glaser). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 13.385 / EUR  404. / Export price EUR  384. (c. US$ 608.) + Versand

 

Alter Gottesacker in Crefeld. Denkmal für die Gefallenen von 1813-14. Holzstich nach Theodor Alexander Weber (Leipzig 1838 – Paris 1907). (1875-76.) Signiert, bezeichnet. 15 x 9,1 cm.

Rückseits: Neuss / Oberthor mit Drususthurm. Holzstich wie oben. 15,3 x 10,5 cm. – Beidseits nicht abschließender Düsseldorf-niederrhein. Lokaltext.
Angebots-Nr. 6.230 / EUR  60. (c. US$ 95.) + Versand

 

Hogarth, William (1697 London 1764). Funeral Ticket. Einladungsvordruck zur Teilnahme an einer Bestattungsfeier. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1809. Signiert, datiert, bezeichnet. Bildgröße 16,3 x 18,6 cm.

William Hogarth, Funeral Ticket

Bildlich  reich  gestaltete , seltene  Geschäftsgraphik, geschaffen für Humphrey Dren Undertaker, in Kingstreet Westminster, und dort z. Zt. anstehender Stichfassung noch in Gebrauch gewesen. Zeigt eine reiche Trauerprozession vor dem Eingang zur Kirche. Darunter die hs. zu ergänzenden Daten. – Innerhalb des breiten Plattenrandes geschnitten und in diesem minimal zeitfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 9.015 / EUR  95. (c. US$ 150.) + Versand

 

– – Die Trauergesellschaft. Abschiednehmend von der zu Hause im noch teils geöffneten Sarg aufgebahrten Verstorbenen. Kupferstich. Signiert. 32 x 39 cm.

Nagler 17, 6. –  Harlot’s  Progress VI. – Von der Platte des 1744er 3. Zustandes, hier in harmonischem breitrandigen Druck auf festem Papier, vielleicht aus der von Boydell von 1790-1809 hrsg. Gesamtausgabe. – Schwacher Wasserstreifen in oberer Randecke.

„ Hier liegt sie nun endlich … ruhig und still im Sarge, sicher vor Sir John Gonsons (des Richters) Trabanten, Herrn M. Thwackums Hieben und – Dr. Misaubins Pillen. Was für eine kräftige Schutzwehr ein Sargdeckel nicht ist! “

(Lichtenberg). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.635 / EUR  151. (c. US$ 239.) + Versand

 

– – – Dasselbe. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1799. Signiert, datiert, bezeichnet. 35,5 x 41,1 cm.

Im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben  in  dessen  ursprünglichem  Folio-Format. – Kleine Braunstelle im weißen Oberrand. – Von sehr schöner Hell-Dunkel-Wirkung.
Angebots-Nr. 7.510 / EUR  240. (c. US$ 380.) + Versand

 

– – – Dasselbe. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840). Signiert. 20 x 24,8 cm. – Auf besonders festem Papier, wohl um 1850.
Angebots-Nr. 7.637 / EUR  50. (c. US$ 79.) + Versand

 

– – – Dasselbe in Lithographie. (1833/36.) Bezeichnet. 19,6 x 21,4 cm. – Ausführlicher Untertext à la Lichtenberg in Deutsch.
Angebots-Nr. 7.638 / EUR  59. (c. US$ 93.) + Versand

 

Cassas, Louis François (Azay-le Ferron, Indre, 1756 – Versailles 1827). Mausolée d’Jamblichus. Innenansicht mit zwei Figurinen im Eingang, darüber das Epitaph mit dem aufgestützt lagernden, von drei Genien oder Schülern umstandenen Verstorbenen, wohl des neuplatonischen Philosophen aus Chalkis (gest. um 333). Radierung von Jean de la Porte (geb. ca. 1760), mit dem Grabstichel vollendet von Pierre Gabriel Berthault (St. Maur 1748 – ca. 1819). (1799.) Signiert. 46 x 29,4 cm. – Dreiseits unbeschnitten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 12.528 / EUR  302. / Export price EUR  287. (c. US$ 454.) + Versand

 

– – – Vue générale de Néapolis. Gesamtansicht des römischen Neapolis, des alten und heutigen Sichems in Samaria, der Begräbnisstätte Josephs, in dessen Nähe der Jakobsbrunnen liegt. Kupferstich von Jean Baptiste Racine (Paris 1747 – ca. 1805). (1799.) Signiert. 29,7 x 46,3 cm. – Kleiner Wasserrand und meist nur stippenhafte Stockflecken im breiten weißen Rand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 12.540 / EUR  910. / Export price EUR  865. (c. US$ 1369.) + Versand

 

Kapelle mit Braubach. Mit schönem Blick auf die Marksburg. Vorn verwilderter Friedhof. Holzstich von Niedermann nach Richard Püttner (Wurzen 1842 – München 1913). Signiert, bezeichnet. 14,6 x 18,7 cm.

Verso: Blick auf Oberlahnstein. Holzstich nach P. 11,6 x 17,5 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext. – Ein Seitenrand etwas stockfleckig.
Angebots-Nr. 8.799 / EUR  47. (c. US$ 74.) + Versand

 

Liverpool – St. James Cemetery. Looking North / Looking South. 2 Blatt. Stahlstiche von Fenner nach Thomas Mann Baynes (1794 – nach 1854). 1831. Signiert, datiert, bezeichnet. 10,8 x 15,9 cm. – Unter Gemeinschafts-Passepartout mit Zwischensteg.
Angebots-Nr. 14.097 / EUR  71. (c. US$ 112.) + Versand

 

Aufferstehung des Fleisches. Die Posaunen des Jüngsten Tages lassen die Erde aufbrechen und das Heer der Toten voll verschiedenerlei Staunens, Dankes, doch auch ungewisser Erwartung dem Kommenden entgegensehen. Kupferstich. (1679.) Bezeichnet. 8,7 x 6,4 cm.

Verso: Vnd ein ewiges Leben, Amen. Die Auferstandenen, vorn Petrus mit dem Schlüssel, folgen dem das Kreuz haltenden Christus zum himmlischen Vater und seinen Heerscharen. Kupferstich wie vor. – Arbeiten eines anonymen Stechers – anderwärts signiert als „Stich fecit“, doch ein solcher nicht nachweisbar – eines Catechismus des Petrus Canisius SJ, Köln 1679.
Angebots-Nr. 13.084 / EUR  35. (c. US$ 55.) + Versand

 

Lebendigen und die Todten, Von dannen Er kommen wird zu richten die. Der von den Heiligen umgebene Christus oberhalb der Auferstehenden und Lebenden. Kupferstich wie vor. – Verso: Ich glaub in den hl. Geist. Kupferstich wie vor.
Angebots-Nr. 13.086 / EUR  35. (c. US$ 55.) + Versand

 

Höll, Die. Der Rachen der Hölle, versehen mit dem Auge der Gerechtigkeit, verschlingt die Verdammten. Kupferstich wie vor. – Verso: Das Himmelreich. Bedenck dann … deiner letzten Ding, so wirstu ewiglich nit sündigen. Die Auferstandenen, vorn Petrus mit dem Schlüssel, folgen dem das Kreuz haltenden Christus zum himmlischen Vater und seinen Heerscharen. Kupferstich wie vor. – Schwacher Wasserrand oberhalb des Bildes. Säurefrei hinterlegter Randeinriß.
Angebots-Nr. 13.399 / EUR  25. (c. US$ 40.) + Versand

 

Trauernder – Pu-Quà. Ein Reisender. Der zu Fuß reisende Chinese. Kolor. Punktierstich von Dadley. Ca. 1810. Signiert. 25,7 x 22 cm.

Aus Lipperh. Le 21. – „ Sein Anzug verrät, daß er um einen Verstorbenen trauert. Er trägt einen Stock, eine Art von Dorn, die in einigen Theilen von China wächst, deren man sich oft zu Reisestöcken bedient. “
Angebots-Nr. 14.635 / EUR  75. (c. US$ 119.) + Versand

 

„ Das  große  Totentanzblatt “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Totentanz. Kreiskettenreigen von neun Frauen plus Gerippen um geöffneten Sarg mit zwei Gerippen inner- und außerhalb der Friedhofsmauer als Mittelstück. Darüberhinaus, zurückgesetzt, Kapelle + Beinhaus (?) samt Mauern. In den Ecken Sündenfall – Golgatha – Ewiges Leben + Fegefeuer, dazwischen zwei Textkartuschen. Umgeben im Außenfeld von 12 Medaillons nebst Textkartuschen für den Tanz der Männer, getrennt von 8 (6 verschiedenen) Vanitas-Attributen. Schabkunstblatt von Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784). Bezeichnet: Ioh. Iacob Ridinger sculps. / Ioh. El. Ridinger excud. Aug. Vindel., ansonsten wie nachfolgend. 65,3 x 48 cm.

Th.-Stillfried + Schwarz 1428. – Abbildung in L’Art Macabre 2, Jahrbuch der Europ. Totentanz-Vereinigung, D’dorf 2001, innerhalb des hiesigen Beitrags „Die Vanitas-Symbolik bei Joh. El. Ridinger“. – II. Zustand (von 2?), wie auch das Explr. der Staatlichen Graphischen Sammlung München. – Die Exemplare Stillfried + Schwarz und das der Versteigerung Gräflich Faber-Castell (1958 als

„ Das  große  Totentanzblatt / Hauptblatt “

an Hand ihrer Beschreibungen zustandsmäßig nicht fixierbar. Hingegen erweist sich das von Patrick Pollefeys im Internet vorgestellte als früherer, derzeit zu unterstellender Erstzustand.

Johann Elias Ridinger, Totentanz

Nicht bei Thienemann und in Dresden, siehe unten, fehlend den umfangreichen Beständen Weigel (1857) , Coppenrath (1889/90) , Wawra (1890) , Helbing (1900) , Rosenthal (1940) u. a. m.

Typographisches + figürliches Wz. – Oben + rechts mit nahezu durchgehend feinem Rändchen, links + unten (hier gleichwohl bei 1,5 cm breitem Plattenrand) überwiegend auf Plattenkante geschnitten. – Hälftig alt per Eckmontage auf breitrandiges Bütten aufgelegt, wovon eine Ecke sich unter Rißbildung (restauriert) gelöst hat. Praktisch nicht störende Mittelfalte.

Das  druck-  und  erhaltensmäßig  sehr  schöne  Exemplar

einer gepflegten Sammlung von in allen Partien nuanciertem Hell-Dunkel. Und solchermaßen

von  größter  Seltenheit

nicht allein am Markt, wie oben belegt, sondern generell. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60 (!). (H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann (SS. VIII + 270) :

„ Die  Schwarzkunstblätter  sind  im  Handel  fast  gar  nicht  mehr  …
zu  bekommen  …  sämmtliche  von  und  nach  Joh.  El.  Ridinger  gefertigte
(sind)  so  selten , dass  sie  fast  nur  in  einigen  öffentlichen ,
grossartigen  Kupferstichcabineten  zu  finden  sind .

Ich  habe  die  meisten  der  beschriebenen
nur  in  dem  berühmten  Dresdner  Cabinet  angetroffen  … . “

Nicht  einmal  dort  denn  aber  das  hier  erstmals  vorliegende

großartige  Blatt  reichster  Thematik ,

das erst 1876 Graf Stillfried bekanntmachte. Die dortigen Zitate nicht ganz akkurat. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.414  /  Preis auf Anfrage

 

Buochs (CH), Beinhaus in. Besucherstaffage vor dem Schädelregal. Holzstich bei Adolf Cloß (1840 Stgt. 1894; „seinerzeit einer der besten seines Faches in Deutschland“, Thieme-Becker). (1875/77.) 16 x 13,8 cm.

Verso: Melker von Buochs. Pfeiferauchend am offenen Fenster. Holzstich, wohl nach Charles Hermans (Brüssel 1839 – Mentone 1924). Monogrammiert: CH. 15,5 x 10,8 cm. – Beidseits in sich geschlossener Text zur Folklore, namentlich zum Älplerkilde zur Heimkehr der Herden.
Angebots-Nr. 9.655 / EUR  48. (c. US$ 76.) + Versand

 

Rethel, Alfred (Diepenbend bei Aachen 1816 – Düsseldorf 1859). Der Tod als Freund. Der alte Turmwächter ist in seinem Sessel entschlafen, der Tod läutet für ihn die Glocke. Holzschnitt von Richard Julius Jungtow (geb. Dresden 1828). (1851.) Bezeichnet im Bild: J. Jungtow sc. / AR, darunter: Aus den Vorzugsdrucken herausgegeben vom Kunstwart / Alfred Rethel, ansonsten wie vor. 30,2 x 27,4 cm.

Zoege von Manteuffel 25, hier im dort nicht vermerkten Beilagen-Abdruck der Zeitschrift der KUNSTWART (1887-1937, davon nur bis 1894 im Dresdner Eigenverlag) auf breitrandigem büttenartigen schweren Papier. – Untere Blattkante mit säurefrei hinterlegtem Kleineinriß sowie schwachem Wasserrand und von rückseitig umlaufender Rahmungsspur durchscheinender leichter Verfärbungsspur wie ganz wenig auch rechts.

DAS  BERÜHMTE  SUJET , von Thieme-Becker Rethels „bedeutende(n) Holzschnittkompositionen“ zugerechnet und eigens auch per Jungtow vermerkt, wie die in Dresden befindliche Zeichnung auch von Boetticher.
Angebots-Nr. 15.023 / EUR  89. (c. US$ 141.) + Versand

 

Clemenskapelle und Falkenburg (Mittelrhein). Vorn die erstere, errichtet an der Stätte des von Rudolf von Habsburg gehaltenen Halsgerichts, mit vorgelagertem Friedhof. Holzstich von W. Werkmeister nach Richard Püttner (Wurzen 1842 – München 1913) bei Adolf Cloß, Stgt. (1875/76.) Signiert, bezeichnet. 12,1 x 18,8 cm. – Verso: Sooneck. Mit Elsternschwarm. Holzstich von R. Köber nach P. Signiert, bezeichnet. 22,4 x 11,6 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
Angebots-Nr. 8.803 / EUR  40. (c. US$ 63.) + Versand

 

Todtenkapelle auf dem St. Gotthard. Holzstich nach 1875er Vorlage von Albert Hertel (1843 Berlin 1912, „Maler heroischer Landschaften“ und „ein echtes künstlerisches Verhältnis zur Natur“, Thieme-Becker). (1875/77). Bezeichnet: AH. (ligiert) 1875., ansonsten wie vor. 21,5 x 13,2 cm.

Verso: Hospiz auf dem St. G. Davor hochbeladene große Wagenstaffage. Holzstich wie vor, doch nach 1876er Vorlage. Bezeichnet: AH. (ligiert) 1876., ansonsten wie vor. 15 x 18,7 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
Angebots-Nr. 9.795 / EUR  69. (c. US$ 109.) + Versand

 

Bauernfeind, Gustav (Sulz a. N. 1848 – Jerusalem 1904). Friedhof von Silenen. Holzstich nach B. (1875/77.) Bezeichnet: GBfd, ansonsten wie vor. 13,3 x 18,5 cm. – Verso: Zwing-Uri. Holzstich wie vor. 12,9 x 19,4 cm.
Angebots-Nr. 9.649 / EUR  48. (c. US$ 76.) + Versand

 

– – Das Innere eines etruskischen Grabes bei Perugia. Blick durch die mit allerlei Gebrauchsgegenständen und religiösen Zeichen bestückte Vorhalle auf das eigentliche Grabmal. Holzstich nach B. (1876.) Bezeichnet: G. Bauernfeind., ansonsten wie vor. 19,7 x 15,2 cm.

Beidseits lokaler Text. – „Perugia … die gewaltigste aller Etruskerstädte … einst eine so starke Festung, daß sie selbst Hannibal nach seinem großen Sieg am Trasimenersee nicht anzugreifen wagte.“ – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 10.192 / EUR  40. (c. US$ 63.) + Versand

 

– – Etruskische Felsengräber von Castel d’Asso bei Viterbo. Links die Grabeingänge, rechts hinten über der Ebene dieser malerischen Landschaft niedergehender Regen. Holzstich des Monogrammisten F. W. (Friedrich Weigand, geb. Wien 1842?). (1876.) Bezeichnet: GB. (ligiert) / F. W. Sc., ansonsten wie vor. 11,7 x 18,8 cm. – Beidseitiger Lokaltext.
Angebots-Nr. 10.199 / EUR  46. (c. US$ 73.) + Versand

 

Hogarth, William (1697 London 1764). The Idle ‘Prentice at Play in the Church Yard, during Divine Service. Der Zeugweberlehrbursche Faulhans mit Schuhputzer-Jungen und zwei weiteren Genossen beim Hazardspiel auf dem Kirchhofe während des Gottesdienstes, an einem  ausgehobenen  Grabe  gar, und vom Bettelvogt mit Nachdruck ihres lasterhaften Tuns verwiesen. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1795. Signiert, datiert, bezeichnet. 28,6 x 36,5 cm.

Industry and Idleness III. –  Herrlicher  Abdruck auf schwerem Papier. Dessen breiter Rand oben rechts mit schwachem Wasserstreifen. Im übrigen – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben –  in  dessen  ursprünglichem  Folio-Format. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 7.530 / EUR  373. / Export price EUR  354. (c. US$ 560.) + Versand

 

– – Dasselbe. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840). Signiert, bez. 22,5 x 28 cm

Riepenhausens Stiche nach Hogarth („Sehr schätzbar“) zählen zu seinem Hauptwerk und werden teilweise sogar den Hogarth’schen Blättern vorgezogen. – Auf leicht getöntem minderen Papier.
Angebots-Nr. 5.645 / EUR  76. (c. US$ 120.) + Versand

 

– – Dasselbe. Stahlstich. Ca. 1850. 13 x 16 cm.
Angebots-Nr. 7.689 / EUR  43. (c. US$ 68.) + Versand

 

Unbußfertigkeit fürsätzlich verharren, In der. Diese Sünden werden in dieser und jener Welt gar nit, oder schwerlich verzihen. Eingehüllt in Decken weist der Sterbende die Sakramente, die ihm der links stehende, vom Erzengel begleitete Geistliche reichen will, zurück. Derweil von rechts der geflügelte Satan nach ihm greift. Ein zweiter das Kreuz des Heilands verhüllend. Rechts eine gefüllte Schatztruhe, der Pfeil des Todes dagegen die Taube des Heiligen Geistes treffend. Kupferstich. (1679.) Bezeichnet. 8,6 x 5,8 cm.

Verso: Ein verstocktes Herz haben. Der König auf dem Thron noch im Alter der Versuchung der Schlange zuneigend. Durch das Fenster Blick auf die Verdammung des Jüngsten Gerichts, das ihm seine Berater vor Augen halten. Wiederum der Pfeil des Todes gegen den Heiligen Geist gerichtet. Kupferstich wie vor. – Arbeiten eines anonymen Stechers – anderwärts signiert als „Stich fecit“, doch ein solcher nicht nachweisbar – eines Catechismus des Petrus Cansius SJ, Köln 1679. – Zwei bis in den Untertext reichende Einrisse unten rechts säurefrei hinterlegt.
Angebots-Nr. 14.372 / EUR  35. (c. US$ 55.) + Versand

 

Bracht, Eugen (Morges 1842 – Darmstadt 1921). Hünengrab auf der Lüneburger Haide. In malerischem Mondlicht, vorne auf dem Pfad Rammler mit Häsin. Holzstich bei Adolf Closs, Stgt. (1880/81.) Bezeichnet: A. Closs X. I. / Eugen Bracht, ansonsten wie vor. 17,4 x 23,6 cm.

„ (Bracht) hinterläßt ein umfangreiches maler. und zeichner. Oeuvre, das sich nahezu ausschließl. der Landschaft widmet … Die erste Hauptschaffensphase (1875-93) zeigt versch. dt. Heidelandschaften (Lüneburger Heide, Rügen, Hohes Venn) mit pastoralen und historisierenden Motiven. Der überregionale Erfolg seiner kargen Landschaftsschilderungen bringt offizielle Aufträge … “

(Manfred Großkinsky, Allgemeines Künstler-Lexikon XIII, 1996, 511). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 8.365 / EUR  64. (c. US$ 101.) + Versand

 

Wernerkapelle in Bacharach. Mit schöner Ansicht des vorgelagerten Friedhofes. Holzstich von A. Wolf bei Adolf Cloß, Stgt. (1875-76.) Signiert, bezeichnet. Ca. 19 x 18,8 cm. – VERSO: In der Pfalz (Caub). Holzstich nach Richard Püttner (Wurzen 1842 – Mchn. 1913). Signiert, bezeichnet. 14,3 x 8,3 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
Angebots-Nr. 8.800 / EUR  35. (c. US$ 55.) + Versand

 

Mit  briefträgerlicher  „ehemännlicher  Genehmigung“

673.120  Mark  ( und  das  vor  115  Jahren ! )  für  die  Gattin

Erbschein für Louise Friederike Therese Schubert, geb. Häusser, Ehefrau des Briefträgers Johann Friedrich Carl Sch., Übertragung und Zusammenlegung des von dem Webermeister Johann Gottlieb Erdmann Häusser nachgelassenen Grundbesitzes zu Stadt- und Kirchremda (Sachsen-Weimar) betreffend. Ausgefertigt Blankenhain 17. Januar 1889. Handschrift auf Papier. Kl.-2°. 6 unnum. Bll. Mit Landesfarben-Kordelheftung und Amtsgerichts-Papier-Siegel.

Mit  beigeheftetem Katasterauszug (Formulardruck) nebst Amtsstempel und dataillierter Eintragung des der Witwe Marie Katharine Friederike Häusser, geb. Morgenroth, und der obengenannten gemeinsamen Tochter nachgelassenen Grundbesitzes des am 24. September 1888 verstorbenen und Zeugnis des infolge Erbverzichts der Witwe zu Gunsten der Tochter gebotene Zusammenlegung der verschiedenen in Stadt- und Kirchremda gelegenen Grundstücke im Gesamtwert von 663.120 Mark. Daran anschließend die Festlegung der Steuer- und Rentenzahlungen sowie Vorlagebestätigungen bei der Stadtsteuereinnahme und der Pfarrei als Ab- und Zugangsbehörde. Rückseits weitere Bestätigungen. – Mit Urkunden-Wz. bzw. Blindprägung Großherzogthum Sachsen nebst Wappen. – Unwesentliche Mittelfalte.
Angebots-Nr. 10.412 / EUR  118. (c. US$ 187.) + Versand

 

London – St. John the Baptist, Savoy. Im Vordergrund der offenbar aufgelassene alte Kirchfriedhof mit weidenden drei Schafen und einem Esel. Stahlstich von James Baylie Allen (Birmingham 1803 – London 1876) nach Thomas Hosmer Shepherd. 1830. Signiert, datiert, bezeichnet. 10,7 x 14,6 cm.
Angebots-Nr. 9.237 / EUR  25. (c. US$ 40.) + Versand

 

Gold  –  Hypotheken  –  Wertpapiere

Hogarth, William (1697 London 1764). Die Erbschaft. Der frischgebackene Erbe des reichen Geizhalses Rakewell bereitet seinen Eintritt in die Gesellschaft vor. Im Vordergrund läßt er sich neue Beinkleider anpassen, indes sich der breit hinter ihm sitzende, das Nachlaßverzeichnis zusammenstellende  Notar  vorab schon einmal mit dem Nötigsten versorgt, während Jung Rakewell Guineen feilhält für die, die sie nicht nehmen wollen, nämlich Sarah Young und ihre Mutter. Oben an der Decke bricht dem Tapezierer eine Leiste, worauf sich ein Goldregen bodenwärts ergießt. In der Kammer nebenan die etlichen Perücken des verblichenen Sammlers lukrativer Wertpapiere + Hypotheken, die nun, gebündelt und lose herumliegend, ihrer Verwertung entgegensehen. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840). Signiert. 20,5 x 27 cm.

The Rake’s Progress I. – Auf besonders festem Papier, wohl um 1850. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 11.835 / EUR  228. (c. US$ 361.) + Versand

 

– – Dasselbe in Kupferstich von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim 1779 – Wien 1843). (1818/23.) 21 x 27 cm. – Etwas blasser Druck.
Angebots-Nr. 7.641 / EUR  118. (c. US$ 187.) + Versand

 

– – Dasselbe in Lithographie von O. C. Apelt. 1834. Signiert, datiert. 22,8 x 22 cm. – Ausführlicher Untertext à la Lichtenberg in Deutsch. – Einige Stockflecken vornehmlich im breiten weißen Rand.
Angebots-Nr. 11.836 / EUR  240. (c. US$ 380.) + Versand

 


 

„ Best her Niemeyer, De prenten zijn vanmiddag in goede staat gearriveerd. Alleen al het uitpakken is een genot! Ze zien er prachtig uit (vooral The Idel 'prentice is een juweel) … Wat dat betreft, zijn eigenlijk alle prenten die u mij hebt toegezonde, van uitstekende kwaliteit … “

(de heer P. E., 1. Februar 2008)