jeden Monat neu – jeden Monat etwas anderes
— Januar 2007 —
Mit Volldampf ins Neue Jahr

Eine Regierung tobt sich aus
Thomas Landseer
1795 London 1880
Tax Cart
Mit qualmenden Achsen
gezogen von lechzendem Mastiff
Der Wagenlenker als menschlich gekleideter Affe. Radierung. (1827/28.) Bezeichnet: Tho Landseer, ansonsten wie unten. 16 x 20,1 cm.
Rümann, Das Illustrierte Buch des 19. Jhdts., Leipzig 1930, SS. 99 ff.; Nagler 1; Thieme-Becker XXII, 305.
Auf besonders breitrandigem, schwerem Papier. – Fast nur im rechten weißen Außenrand ganz schwach stockfleckig. – Mit Zweizeiler aus Thomas Moore’s (1779-1852, „Ireland’s National Bard“) 1819 unter dem Pseudonym By One of the Fancy erschienenen Tom Crib’s Memorial to Congress:
„ Ya – hip my haerties!
here am I .
That drive the Constitution Fly. “
(„Der juristisch geschulte Verstand, der in der Lyrik Moores bisweilen stört, feiert indes seine größten Triumphe in satirischen, oft politischen, auf Tagesereignisse bezüglichen Gedichten“ mit namentlich den Tories „mit dem ihm eignen beißenden Witz“ als Zielscheibe [Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XI, 1889, S. 787]. Sein Tom Crib’s … innerhalb des Moore-Bandes V der Reihe British Satire 1785-1840 bei Pickering & Chatta, London 2003.)
Schöner Abdruck auf großem Papier aus der berühmten Monkeyana-Suite, einem der nur wenigen frühen und somit typischen Werke Landseer’s von nach 180 Jahren in Deutschland
unerhört abgabenerhöhend dölmernder Aktualität
„ … unter dem System der Leute von der (gemeinschaftlichen) Linken “.
„ Daß man Thomas Landseer
nur nach solchen Illustrationen beurteilen darf ,
beweist ein kleines Büchlein mit Holzschnitten, die so gut wie nichts von seinem Geist fühlen lassen “.
Ab 1827 geschaffen, erschienen die einschließlich Titel insgesamt 25 mit Untertexten aus Klassikern versehenen Radierungen lieferungsweise (The English Catalogue of Books: Januar bis Dezember) 1828 bei Moon, Boys & Graves in London in drei Ausgaben: Normalausgabe in Quart, Ausgabe auf größerem Papier in groß-4° sowie als Ausgabe mit Zustandsdrucken, gleichfalls in groß-4°. Daneben Exemplare auf aufgewalztem China.
Im übrigen qualifiziert Rümann unter anderem :
„ Viel bedeutender war Edwins Bruder Thomas Landseer … in den zwanziger Jahren trat er selbständig mit einer Serie von 25 Blatt hervor, die 1828 unter dem Titel ‘Monkeyana’ … erschienen … Technisch sind seine Radierungen meisterlich , nicht minder
bewundernswert ist die geistige Beherrschung des Stoffes .
Mit … scharfer Beobachtung versetzt er das bürgerliche Leben seiner Zeit ins Affenleben. Sein Spott ist beißend, fast bösartig. “
Und Stechow resümiert souverän :
„ Affen haben Künstler seit jeher fasziniert “
(Pieter Bruegel, Köln 1977, Seite 76).
„ Der Affe als das dem Menschen ähnlichste Tier spielt seit der Antike in der Kunstgeschichte eine wichtige Rolle.
Als figura diaboli ,
als Symbol der Sünde und des Sündenfalls ,
als Narr , als Vanitasfigur
kommt er in unterschiedlichstem Zusammenhang vor … (A)uch der übliche religiöse Bezug in der Sinngebung des Affen als
des in seiner Leidenschaft für weltliche Dinge
verstrickten Menschen … “
(Hella Robels, Frans Snyders, München 1989, Seite 43).
Später widmete sich Thomas Landseer lieber vorwiegend der Wiedergabe der Tierdarstellungen des Bruders Sir Edwin.
Angebots-Nr. 14.970 / EUR 630. / Export price EUR 599. (c. US$ 948.) + Versand
Wer aber dem Lebensgemenge mit seiner anstehenden schärferen Würze in schöpferischer Neugier auf den Fersen zu bleiben vorzieht, der wird nur zwanzig Jahre später in den Nachwehen der deutschen 1848er Revolution ausgerechnet bei einem allem Aktionismus eher unverdächtigen Förster erneut affenfündig, welcher am 28. Februar 1849 per Leserbrief an sein Wochenblatt (siehe unten) in Sachen
„ … unter dem System der Leute von der (gemeinschaftlichen) Linken
… hat (es) keinen Vortheil erlangt bei dieser (koalitionären) Löwentheilung …
die Gemeindeschulden und Lasten (mehrten) sich schreckenerregend .
Seit dem März haben sich täglich 20 bis 40 Meister aus der Gewerbesteuer=Rolle streichen lassen, und wer früher 10 Gesellen hielt, arbeitet jetzt allein. Die Zahl der Bauleute ist auf die Hälfte gefallen … Zwanzig Handwerker und Künstler waren in der Nationalversammlung, 27 Kaufleute und Fabrikanten und – 121 Rechtsgelehrte,
die nichts von Handel und Wandel verstehen ! “
der Berliner Regierung ins Stammbuch schrieb :
„ … hatte ich lange mit Betrübniß gehört und gesehn,
wie man das Volk gleich einem Bären bei der Nase herumführe ,
um auf seinem Nacken und Kopfe Affen tanzen zu lassen
… und es auf Kommando zu üben … . “
So wie ich Ihnen denn auf lediglich kalendarisches Kommando hin zum Jahreswechsel alles Gute und für die Abgabenschlitterpartien vor allem Hals und Beinbruch wünsche, will heißen, Gesundheit und jene innere Gelassenheit, die dem Allotria auf dem Lenkerbock so unendlich viel voraus hat. Mit anderen Worten:
kraftspendende erfüllte Stunden in und mit Ihrer Sammlung .
Herzlichst
Ihr lüder hainfried niemeyer
buch-und kunstantiquar
(Wochenblatt, Gemeinschaftliches, für die Königl. Preuß. Landräthlichen Kreise Aschersleben , Calbe , Mansfeld und die angrenzenden Herzogl. Anhalt. Lande. Jg. XXXI. Hrsg. v. C(arl) F(riedrich) Haller. Aschersleben, Druck Gebr. Haller, 1849. Kl.-4°. 412 (st. 422) SS. Marmor. Ppbd. d. Zt. mit rotem Rückenschild. Verblaßter Grünschnitt.
Der per redaktioneller Beiträge + Leserzuschriften für die
1848er März – Revolution
noch wichtige 1849er Jahrgang dieses gleichwohl nicht kostenlosen Vorläufers unserer heutigen Anzeigenblätter, hier in der ursprünglichen Mittwochs-Ausgabe, der des guten Erfolges wegen ab Herbst 1848 eine samstägliche Ausgabe zur Seite gestellt worden war.
Angebots-Nr. 14.546 / EUR 165. (c. US$ 261.) + Versand
Und sollte Ihnen nun für 2007 zu nicht erlahmender Vergegenwärtigung des Ihnen angetanen Neujahrstorts ein – nahezu – monatlich wechselnder , hier gleichwohl höchst charmanter Vertreter obiger Zunft nur zu willkommen sein, bietet Ihnen der 300jährige Altmeister der Tierdarstellung Johann Elias Ridinger seine Dienste umso lieber an, als er gemeinschaftlich mit Hamburgs Dichter-Senator Brockes mit seiner Folge der „Kämpfe reißender Thiere“ betroffenen politischen Spitzen aller Zeiten sein von seinen Konsens-Exegeten geflissentlich übersehenes Fanal für Freiheit und Menschlichkeit entgegenschleuderte. Oculi , hier kommn’ sie schon :
Zehn Tafeln Affen oder doch ihnen verwandte Thiere …
Folge von 10 Blatt. Radierungen mit Kupferstich nach Vorlagen Dritter und eigener. Variierend signiert. 31,6-32,2 x 21,1-21,7 cm.
Thienemann + Schwarz 541-550; Weigel 28 A/B; Schwerdt III, 141, f.; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, III.14-III.16 mit 2 Abb. – Herausgegeben ohne Titelblatt mit der „Bestimmung colorirt zu werden und sich dem großen Werke Ridinger’s anzureihen“,
gelten für die 1. Ausgabe – wie hier – generell nur schwarze Abdrucke .
Erst später, so Thienemann weiter, seien die Platten zwecks Kolorierens „verkleinert worden, und (auch teilweise textlich) etwas verändert den colorirten Tafeln einverleibt“. Dies dann sicher seitens der Söhne Martin Elias + Johann Jacob, die das vom Vater nicht mehr vollendete kolorierte „Thier-Reich“ um 1768 abschlossen. Gleichwohl sind auch von jener 2. Ausgabe als unabhängig gebliebener Eigenfolge kolorierte Exemplare weitestgehend unbekannt geblieben und werden auch nicht von Weigel erwähnt (28, A-E). Dennoch lief ein solches als extreme Ausnahme 1972 hier durch.
Vorliegendes Exemplar mit allen von Thienemann + Schwarz beschriebenen Merkmalen der Erstausgabe, doch diesbezüglich nur teilweise korrespondierend mit Weigel. Erstdruck-Kriterien sind für letzteren die einzeilige Unterschrift in Deutsch-Französisch sowie das Fehlen „der Einfassungslinie an beiden Seiten und … der geschwungenen oben. Diese Abdrücke scheinen ursprünglich zu dem Original-Thierwerk bestimmt gewesen zu sein.“ Die zweiten Abdrücke seien dann „mit den Einfassungslinien und veränderten Unterschriften, sowie mit Nummern versehen“.
Analog zu Thienemann + Schwarz weist auch hiesigerseits nur Blatt 1 eine 3zeilige Unterschrift auf, die Blätter 2-10 die einzeilige als einem Weigel-Merkmal für die Erstdrucke. Sämtliche Blätter indes mit Einfassungslinie + Nummer als lt. Weigel Kriterien der Zweitdrucke. Da sich andere Exemplar-Beschreibungen hierzu nicht äußern – nur Schwerdt III, 141, f vermerkt für sein Exemplar aus der Sammlung des Earl of Fife die Numerierung – bedarf es auch hier somit weiterer Vergleichsuntersuchungen.
Für die zeitliche Abfolge der (kolorierten) Tafeln der späten Jahre gewährt anstehendes Exemplar der Affen neben den schon oben erörterten Variationen auch papiermäßig einen interessanten Rückschluß. Abgesehen von dem nur auf die Linien als Wasserzeichen beschränkten Blatt 3 zeigen alle übrigen die von bekannter großer Wappen-Marke begleitete WANGEN-Schriftzeile samt „FAI“ (bekannt auch „FIAT“) auf vorangehender Eigenzeile, wobei in dem „A“ ein kleines „v“ ruht. Das Papier selbst in seinem Gewicht von schwer bis sichtbar leichter in Richtung feinen Holland-Büttens variierend. Eingedenk der noch von Ridinger selbst im Vorwort zu den 1770 postum erschienenen kolorierten „Hauptfarben der Pferde“ gemachten Anmerkung zum Papier ( „wegen der feinen Illumination auf holländischen Papier veranstaltet worden, weil es hierzu das anständigste und beste ist“ ), erweisen sich denn auch papiermäßig die hier anstehenden Affen als erscheinensmäßig an erster Stelle stehend. Denn sichtbar war Ridinger schon hier um ein möglichst feines Papier bemüht, wie es die WANGEN-Mühle offensichtlich indes nur bis zu einer gewissen Leichtigkeit fertigen konnte. Sodaß er für „Thier-Reich“ und „Hauptfarben“ auf holländisches Papier von C & I HONIG auswich.
Dank Kopfgoldschnittes die einstige Zugehörigkeit zu einem montagefreien Sammelband vermutend lassend, sind Druck- und Erhaltensqualität nahezu bestens, geht das Blattformat mit 43,5 x 29 cm über das des Earl of Fife bei Schwerdt mit nur 41,5 x 28 cm hinaus. Also 3,5-4 cm für die Seiten, 3-5 für oben + 7-8 unten. Nur Blatt 1 mit zwei längeren hinterlegten Randrissen, davon der obere den weißen Plattenrand tangierend, und leichter Altersschmuddeligkeit namentlich im Unterrand. Sonst generell im äußersten Unterrand und in der rechten Unterecke leicht fingerfleckig. Die Überschrift des 4. Blattes „CEBVS“ samt, partieweise, der Seiten- und Obereinfassung im Druck etwas schwach. Kleiner Braunfleck im Zweigwerk des 6. Blattes.
Die Folge – radiert nach wohl Jakob Jele (Süddeutschland 2. H. des 16. Jhdts.), Karl Wilhelm de Hamilton (Brüssel 1668 – Augsburg 1754), Lazarus Röting (1549-1614), Sir Hans Sloane (1660-1753), London, sowie auch eigener Zeichnung – gehört zu den seltensten des Meisters. Sie fehlte über Jahrzehnte der umfassendsten unter den derzeitigen Versammlungen, in die sie erst in den letzten Jahren nach hiesigem Teilerwerb der legendären Marjoribanks Folios Baron von Gutmann’s Eingang fand. Doch auch das nur 7blätterige Exemplar der immensen Gräflich Faber-Castell’schen Kollektion hatte bis zu deren 1958er Auflösung nicht komplettiert werden können. Und schon auf der 1889er Versteigerung Coppenrath war sie als „selten“ qualifiziert worden.
Angebots-Nr. 28.132 / Preis auf Anfrage
Doch auch der Fabel geben sie die Würze
Mit seinen um 1744 und (die vom Ältesten, Martin Elias, 1730-1780, auf die Platte übertragenen seltensten Bll. 17-20) nach 1767 im Format von ca. 33,5 x 25-26 cm in der Mischtechnik von Radierung + Kupferstich erschienenen Fabeln
„ verfolgte Ridinger ein typisches Ziel seiner Epoche. Eine ‚Verbesserung der Sitten’ durch die moralische Wirksamkeit der Kunst hatte – freilich auf ganz andere Weise – der mit Ridinger fast gleichalte William Hogarth in seinen Gemälden und graphischen Blättern versucht … Doch während Hogarth und Chodowiecki durch satirische Bildfolgen, wie ‚Das Leben eines Lüstlings’, 1735, … ihren (gleichen) Vorstellungen Geltung zu verschaffen suchte, knüpfte Ridinger an die – ihm besonders gemäße (nämlich, so er selbst, ‚von den eisgrauen Zeiten des Alterthums an’) – Tradition der Tierfabel an “
(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96).
Darüberhinaus zugleich aber auch, einen neuen Bildtypus kreierend, einmal mehr Tradition und Feld hinter sich lassend. Denn, so Ulrike Bodemann in Metzner-Raabe (Illustr. Fabelbuch, 1998, Bd. II, 123.I)
„ Keine Ähnlichkeiten mit bisher bekannten Fabelillustrationen .
Riesige Bildformate werden fast völlig von der Darstellung eines zentralen Moments der Fabelerzählung gefüllt. Umgebung meist dichter, urwüchsiger Wald .“
Und Regine Timm, ebda., Bd. I, Seite 171 :
„ Ridinger hat in seinen großen Tafeln … zwar pflanzliches Wachstum oder auch Felsbrocken manchmal bildbestimmend in seine Illustrationen einbezogen, aber ohne dekorative Absicht. Die Pflanzen und Felsen bedeuten das Dickicht, die menschenferne Waldeinsamkeit, in der sich die seltsamen Geschichten unter den Tieren zutragen. “
Die große geistige Verwandtschaft mit dem bereits erwähnten Hogarth übrigens auch unmißverständlich zum Ausdruck kommend in Garricks Epitaph für diesen:
„ Whose pictured Morals charm the Mind ,
And through the Eye correct the Heart.“
Zeitlich in diesem Zusammenhang interessant, daß 1726 jenseits des Kanals John Gay, berühmt-berüchtigt für seiner „Beggars Opera“ (Brecht, Dreigroschenoper!), mit seinen „Fables“ „das Bedeutendste (vorgelegt hatte), was bisher von englischen Dichtern in dieser Gattung geleistet worden war “ (Meyers, a. a. O., VI, 960/II).
Ridinger’s generelles Fabelbild denn also ein höchst gewichtiger Meilenstein innerhalb des „rund 900 Ausgaben (ausmachenden) Grundcorpus illustrierter Fabelbücher“ bis hin zu Chagall’s 200 Jahre späterem Lafontaine-Folio mit seinen 100 Radierungen als geradezu einem Schlaglicht für die Unsterblichkeit der Fabel-Illustration. Hier denn Ridinger’s fabelhafte Fabel-Affen :
Und weist mit den Fingern nach ihm
Das Alter ohne Verstand wird durch Kindisches bezeugen verächtlich. Der ob seines großen Bartes von den Tieren
zum Abgeordneten gewählte Ziegenbock
benimmt sich darob so geckig, daß er „theils Gelächter, theils Unwillen erregt. Dies stellt der Künstler trefflich dar. Der Dachs wälzt sich vor Lachen, der Hirsch, das Pferd, der Fuchs lachen höhnisch, der Tiger, die gestreifte Hyäne und der Luchs
bemerken ernst die Thorheit ihrer Wahl und nehmen sie zurück .
Der Affe aber weist mit den Fingern nach ihm“ (Thienemann). – Th. 773. – Blatt 9 der Folge.
Angebots-Nr. 12.507 / EUR 588. / Export price EUR 559. (c. US$ 885.) + Versand
Doch der Kater vergißt sich
– und muß später dran glauben
Tückische Schmeicheley wird endlich entdeckt und zu schanden. Zwei Hunde, Äffchen, Kater und Papagei bevölkern die Stube eines reichen Müßiggängers. Da vergißt sich der Kater zum Schrecken aller und umschmeichelt das Gefieder des Papageis. Dran glauben muß später der Kater. – Thienemann 776. – Blatt 12 der Folge.
Angebots-Nr. 12.509 / EUR 476. / Export price EUR 452. (c. US$ 715.) + Versand
Ein Affe mimt den Thronwürdigen
und alle sind es zufrieden …
Pracht und Herrlichkeit macht niemand gescheider. Ein Affe mimt den Thronwürdigen und Hirsch, Ziegenbock, Bär, Wolf, Hase, Ridinger-Hund und andere säugende Biedermänner sind es zufrieden. Doch der listige Fuchs läßt den Kater zum Verführer werden und den Affen „Allen höchst lächerlich“.

Thienemann 777. – Blatt 13 der Folge. – „… entschlossen, einen Affen zu krönen, der sich auf den Königsthron geschwungen, mit goldner Kette und prächtigen Decken geschmückt … hat. Aber der listige Fuchs vereitelt das thörichte Unternehmen, indem er den Kater beauftragt, einen zierlichen Korb, mit den lockendsten Früchten gefüllt, herbeizuholen und an die Stufen des Thrones zu tragen. Sobald der … Affe (dieselben) erblickt, fällt er aus seiner Rolle (und) stürzt … herab … “. Damals also. Damals und im naturvernünftigen Tierreich dazu bedurfte es somit nur einiger Früchte. Heute dagegen und, allerdings, im Humanbereich, wird selbst hanebüchener MwSt.-Aufschlag zwar zunächst viel bezetert, doch rechtzeitig zum Tage welchem glatt thronerhaltend wegkonsensiert. „Ein sehr gelungenes Blatt“, urteilte Pastor Thienemann 1856.
Angebots-Nr. 12.510 / EUR 562. / Export price EUR 534. (c. US$ 845.) + Versand
Was „ vernünftiger Leute Verachtung verdient “
Thörichte Einbildung auf fremde Schönheiten verdient vernünftiger Leute Verachtung. Zebra, Affe und Papagei reisen zusammen in ein Land, von dem sie meinen, daß dort alles Fremdländische hoch im Kurse stünde. Entsprechend beprahlen sie sich gegenseitig vor Pferd, Kuh und Schaf. Und sehen sich bei diesen mit vernünftigen Ansichten konfrontiert. – Thienemann 783. – Blatt 19 der Folge, gelegentlich der Vorzeichnung (schwarze Kreide; Weigel, 1869, Nr. 384) von Ridinger als „Fabel 29.“ bezeichnet. – Das dritte der von Martin Elias gearbeiteten vier seltensten Blätter der Folge.
Angebots-Nr. 12.513 / EUR 915. / Export price EUR 869. (c. US$ 1375.) + Versand
Der hiesige Weihnachts-/Neujahrsgruß 2005 endete mit „In diesem Sinne recht schöne Weihnachtstage voll Harmonie und sammlungszugewandter Muße … “ , letzterer Wunsch in einer Grußerwiederung aufgegriffen wurde mit den Worten
„ das Gutwort des Jahres – sammlungszugewandte Muße – wunderbar, hab einigen LBA/Goethefreunden dieses Gutwort genannt. Sie haben in einer verwahrlosten Zeit ein ‚linguistisches Gespür’! “
(Herr R. K., 5. Januar 2006)
|