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Das  AHA! – Erlebnis  des  Monats

jeden  Monat  neu  –  jeden  Monat  etwas  anderes

—  August  2009  —

 

3x  Sommer

3x  Schäferszenen

3x  François  Boucher

1703 Paris 1770

 

Das  glückseelige  Schäferleben

Vita  pastoritia  felix

Der schmachtende Schäfer-Galan zu Füßen seiner noch sehr überlegenen Schäferin liegend und auf den mitgebrachten Wein deutend. Links vor der Hütte ein auf den Rücken eines Stiers gelehnter Hirte, rundum Schafe sowie zu Füßen seines Herrn der Hund. Schabkunstblatt von oder bei Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767) nach François Boucher (1703 Paris 1770). Unten rechts signiert: J. E. Ridinger exc. Aug. Vind., bezeichnet wie oben. 42,5 x 53,4 cm.

Thienemann-Stillfried / Schwarz 1400 + Helbing 1537 (jeweils Variante?); erlebnis ridinger 1698-1998, 18, mit Abb. – Nicht bei Weigel + Coppenrath. – Zweiteil. typograph. Wz. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext:

François Boucher/Johann Elias Ridinger, Glückseliges Schäferleben

„ Verachte dieses feld, und dies unschuld’ge Leben, / Verwirrte Hoffart! nicht, es weiß dir das zu geben, / Was dein verstiegner Pracht dir nimmer geben kan, / Der Unschuld Vaterland, der tugend reine Bahn. “

Erst durch Stillfrieds 1876er dritten Nachtrag zu Thienemann bekanntgewordenes

herrlich  großes  Blatt

und wie alle Ridinger’schen Schabblätter sehr selten. Bekannt hier nur noch das Exemplar der 1958 aufgelösten Sammlung Faber-Castell sowie ein weiteres, sofern nicht dasselbe, Anfang der 60er.

Angesichts  verschiedener  Abweichungen  im  Druck

indes  mit  letzterem  nicht  identisch .

Von größter Seltenheit, da die empfindliche Schabkunst nur Auflagenhöhen von etwa „50 oder 60 saubere(n) Abdrucke(n) (zuläßt), hernach aber schleift (das Bild) sich bald ab“ (Sandrart 1675), was erst unter dem Aspekt der im bibliophilen Bereich in unserem Jahrhundert üblichen Anzahl numerierter Vorzugs-Exemplare oder Pressendruck-Auflagen den gebotenen Klartext ergibt. So notierte denn auch bereits Thienemann 1856:

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr … zu bekommen …

„ Übrigens sind sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte Schwarzkunstblätter so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen grossartigen Kupferstichcabinetten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen nur in dem berühmten Dresdner Cabinett angetroffen …“

Kurz ,

Die  ganze  empfindliche  Technik  der  Schabkunst  –

hier  springt  sie  uns  an .

Daß anstehenden Falles als herausragender zusätzlicher Seltenheitsfaktor eine geradezu superbe Breitrandigkeit von 9,7-10,3 für die Seiten und 4,5 bzw. 5,6 cm oben und unten hinzutritt, ist denn schon nur noch das den anspruchsvollen Sammler so unendlich beglückende letzte non plus ultra. Hier denn also

die  Rarität  an  sich  –  der  stark  abweichende  Frühdruck  –

herrliches  Hell-Dunkel  +  enormer  Rand .

Links im letzteren die vielfach zu konstatierenden technischen Nadellöchlein, oben und unten gleich kleine weitere nebst Druckspuren von Heftzwecken. Der untere Rand zudem minimal rissig. Rückseits schwach sichtbare Mittelfalte. – Mit „sehr breitem Rand“ bestach seinerzeit (1900) übrigens auch das Exemplar Helbing’s, hochbewertet mit 70 Goldmark als guter Hälfte ( sic! ) dessen, was er für ein sehr gutes Exemplar der 23blätterigen ( sic! ) Jagtbaren Thiere veranschlagte, nämlich 130.

Die Zuweisung als einer Arbeit nach Boucher („Hauptmeister des Rokokos“, Jahn) thematisch wie auch rein äußerlich gegeben, sodann gestützt auf Schwarz’ Legende zu 1463 (siehe nachfolgendes Blatt): „Gegenseitige Kopie nach  Bouchers  ‘Les amours pastorales’, gestochen von Gaillard. Zur Folge 1399 und 1400 gehörig“, wie denn doch wohl auch 1461 (siehe unten).
Angebots-Nr. 28.106 / EUR  1380. / Export price EUR  1311. (c. US$ 2116.) + Versand

 

Die  süße  Gefangenschafft

Jucunda  captivitas

Ein Schäfer bläst vor seiner unter einem Vogelbauer sitzenden Schäferin den Dudelsack, eine zweite junge Frau sitzt zwischen ihnen und hat die Linke auf das Knie des Jünglings gelegt. Des weiteren Schafe und der Hund des Liebenden. Schabkunstblatt von oder bei Ridinger nach François Boucher (1703 Paris 1770) wie vor. Bezeichnet: Joh. El. Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 42 x 54 cm.

Schwarz 1463 + Taf. Bd. 2, XXII (Variante); Helbing 1539 (Variante? Das Schwarz-Explr.?); erlebnis ridinger 1698-1998, 20, mit Abb. – Nicht bei Weigel + Coppenrath. – Zweiteil. WANGEN-Wz. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext:

François Boucher/Johann Elias Ridinger, Süße Gefangenschaft

„ Der Vogel lockt und singt in der Gefangenschafft, / Er holet Trost und Muth weil ers nicht ändern können / Und Thyrsis machts ihm nach, er sucht erholte Krafft, / Wann sein gefangnes Herz darf seine Sehnsucht nennen. “

Thienemann und Stillfried unbekannt gebliebenes

herrlich  großes  Blatt

und von Helbing ( „Sehr seltenes Schwarzkunstblatt“ ) im Jahre 1900 mit 75 Goldmark noch näher seinem sehr guten Exemplar der 23blätterigen ( sic! ) Jagtbaren Thiere (130 Goldmark) bewertet als „Das glückseelige Schäferleben“ (70 Goldmark , siehe vorstehend). Wie hiesiges denn auch auf der Gräflich Faber-Castell’schen Versteigerung (1958) sichtbar höher geschätzt und bezahlt worden ist als letzteres. Vorliegend zudem im erhaltensmäßig schönsten Exemplar dieser hier gesamthaft bekannten vier.

So war das Helbing’sche oben und unten restauriert, das Gutmann’sche (Schwarz) im unteren Teil eine Ruine und noch das Faber-Castell’sche mit Oberteileinriß und kleinen Knitterfalten behaftet. Hier denn lediglich eine bildseits nur schwer wahrnehmbare Mittelfalte, eine stecknadelkopfkleine Abschabung und ebensolches Löchlein im freien, äußersten Plattenfeld des Schriftrandes. Der breite weiße Oberrand hingegen säurefrei hinterlegt rissig, im linken Seitenrand die vielfach zu konstatierenden technischen Nadellöchlein und gleich kleine weitere nebst Druckspuren von Heftzwecken in allen vier Ecken. Zur besonderen Breitrandigkeit, die auch das Faber-Castell-Exemplar für sich reklamiert, siehe Schluß. Unabhängig hiervon gegenüber – zumindest – dem Gutmann’schen (die übrigen beiden hier ohne Abbildung) in

sichtbar  abweichendem  früheren  Zustand .

Die geradezu superbe Breitrandigkeit von 9,3-10 für die Seiten und 4,8 bzw. 5,5 cm oben und unten schon nur noch das den anspruchsvollen Sammler so unendlich beglückende letzte non plus ultra. Hier denn also

die  Rarität  an  sich  –  der  stark  abweichende  Frühdruck  –

herrliches  Hell-Dunkel  +  enormer  Rand .

Im Gegensinn gestochen nach Bouchers („Hauptmeister des Rokokos“, Jahn) ‘Les amours pastorales’ im Stich von Gaillard ist hiesige Station in der Person der Schäferin eine sehr reizvolle Weiterentwicklung gegenüber dem von Schwarz ausdrücklich beigezogenem „Glückseeligen Schäferleben“ ( „Zur Folge 1399 und 1400 gehörig“, wie denn doch wohl auch 1461, siehe folgend ). Ist dort nicht nur das Gesicht untertextentsprechend hoffärtig, sondern die Schöne auch generell noch ganz zugeknöpfte Dame, so sehen wir sie hier allseits gelöst. Das Gesicht ganz Zuwendung, wird Bein gezeigt, der Busen ohnehin, findet sich der Überrock einladend weit zurückgeschlagen. Alles aber sehr leicht und charmant und von gleichem Liebreiz denn auch der Schäfer.
Angebots-Nr. 28.108 / EUR  1467. / Export price EUR  1394. (c. US$ 2250.) + Versand

 

Die  thörichte  Eifersucht

Zelotypia  stolida

Als Schäfer posierender junger Galan gesteht seiner Schäferin seine Liebe, belauscht dabei von einem jungen Hirten. Beidseits Schafe + Lämmer. Schabkunstblatt von oder bei Ridinger nach François Boucher (1703 Paris 1770) wie vor. Bezeichnet: Joh. El. Ridinger exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor und unten. 42,3 x 54,3 cm.

Schwarz 1461 + Taf. Bd. 2, XX (Variante); erlebnis ridinger 1698-1998, 19. – Nicht bei Helbing, Weigel + Coppenrath. – Typograph. Wz. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext:

François Boucher/Johann Elias Ridinger, Törichte Eifersucht

„ Der Neidische belauscht des treuen Schäfers Glück, / Warum wirfft Gifft und Gram sein tückisch Aug zurück? / Er quälet sich nur selbst, und jener darf nur lachen, / Kan er nur, wie er wünscht, sein Glück vollkommen machen. “

Thienemann und Stillfried unbekannt gebliebenes

herrlich  großes  Blatt ,

neben dem von Gutmann’schen hier allein noch nachweisbar in dem knitterfaltigen und bis zum Bildrand beschnittenen Exemplar der 1958 aufgelösten Gräflich Faber-Castell’schen Sammlung, bei dem mangels Abbildung die Zustandsmerkmale offenbleiben müssen. Hier denn nun von größter Breitrandigkeit – siehe Schluß – mit lediglich bildseits nicht wahrnehmbarer Mittelfalte. Im linken Seitenrand die vielfach zu konstatierenden technischen Nadellöchlein und gleich kleine weitere nebst Druckspuren von Heftzwecken in allen vier Ecken. Der breite weiße Unterrand säurefrei hinterlegt rissig. Unabhängig hiervon gegenüber dem Gutmann’schen in

abweichendem  früheren  Zustand .

Der herausragende zusätzliche Seltenheitsfaktor einer geradezu superben Breitrandigkeit von 9,2-10,2 für die Seiten und 4,8 bzw. 5,5 cm oben und unten schon nur noch das den anspruchsvollen Sammler so unendlich beglückende letzte non plus ultra. Hier denn also

die  Rarität  an  sich  –  der  sichtbar  abweichende  Frühdruck  –

herrliches  Hell-Dunkel  +  enormer  Rand .

Und wie schon Schäferleben und Gefangenschafft gestochen schließlich im Gegensinn nach Bouchers („Hauptmeister des Rokokos“, Jahn) ‘Les amours pastorales’ im Stich von Gaillard.
Angebots-Nr. 28.107 / EUR  1380. / Export price EUR  1311. (c. US$ 2116.) + Versand

 


 

“ I have now fetched the parcel and I am very satisfied. Its a good copy and I think it is telling a lot about Ekeman Alleson … Thank you for good envelope around it and for good service! ”

(Mrs. G. H., March 7, 2005)