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„ Kommt dir nicht bald ein solcher Thau vom Himmel …
bleibt auch dir nur eines noch zu wünschen :
Tod oder ach – des Wahnsinns milde Nacht ! “

Autographe  Dokumente  Oscar  Linke’s

( Schriftsteller + Redakteur , 1854 – 1928 )

Erwartung. Eigenh. Manuskript. 19 Zeilen. Unterzeichnet: 19/4 90 Oscar Linke.

Auf Maschinen-Bütten. – Quer- und schwache Längsfalte. Der weiße Oberrand etwas knittrig und rissig (säurefrei hinterlegt).

„ Im Kampf ums Dasein werden Stahl die Nerven – Gewiß, gewiß! Für andre mag es wahr sein, Nicht für den Dichter! Grinset ihm entgegen Aus allen Winkeln das Gespenst der Armuth, Hohläugig gar schon das Phantom des Hungers, dann fühlt er lahm die Hand, sonst leicht beweglich … Sein Fühlen wird umschnürt von Eisenklammern, …

Ein  Dichterherz  ist  eine  zarte  Blume ,
Es  braucht  der  Sonne  Lächeln …

Meine Sach, / Kommt dir nicht bald ein solcher Thau vom Himmel, Ersehnt nun schon seit vielen Schmerzensmonden, … “

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Folgen eigenh. Briefe + Postkarten aus Berlin (1891/99) + Weimar (1912/14) an Franz Hermann Meißner, Kunstschriftsteller und Direktor des Sedan-Panoramas, Berlin C, Panoramastr. 1, mit Ausnahme zweier durchgängig überschrieben „Lieber Freund!“, ab dem 11. 3. 1896 in vertrautem „Du“, doch unverändert mit O. / Oscar Linke unterschrieben, nur die letzten beiden nur noch mit dem Vornamen gezeichnet.

MEISSNER (1863 Berlin 1925) verfaßte neben Prachtwerken über Klinger und Hermann Prells Wandgemälde im Palazzo Cassarelli in Rom Monographien zu Tiepolo, Veronese, Dürer und Holbein d. J. sowie innerhalb der von ihm herausgegebenen Reihe Das Künstlerbuch zu, u. a., Klinger, Stuck, Thoma, Böcklin, Uhde, Defregger und Menzel. Später machte er sich als Direktor des Aktienvereins des Zoologischen Gartens „um die Entwicklung dieses Lieblingsinstituts der Berliner … sehr verdient“ (B.Z. am Mittag vom 5. Dez. 1913, zitiert nach Oliver Ohmann, Berlin 1913).

Brief zwischen ca. 1891 und 26. 2. 1896 aus Berlin N. 4, Gartenstr. 21, noch per „Sehr geehrter Herr College!“. 1 Seite.

„ Besten Dank für Dehmels Erlösungen (erschienen 1891): ich werde sehen, was sich machen läßt. Was Sie mir vom Heimgarten sagen, freut mich; aber ich glaube nicht eher, als bis ich ‚sehend‘ worden. / Können wir uns nicht wieder einmal Abends ‚irgendwo‘ sehen? Im Carlsbad etwa an den berühmten Freitagabenden? … / Und wie geht es Ihnen? Kommen Sie am Ende bald mit einem Romane wieder oder mit einem Bande ‚Gedichte‘? Sie sind ja Poet. Und Verse, wenn auch hienieden mehr als … (‚hundemäßiger‘) bezahlt, gelten doch im Himmel mehr … “ – Winziger, säurefrei hinterlegter Einriß im weißen Oberrand.

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Besuchsankündigung vom 26. 2. 1896 aus Berlin N. 58, Wörtherstr. 3. Kl.-8°. 1 Seite. – Optisch schön.

„ … so erscheine ich … zur bestimmten Zeit auf der Bildfläche. Mit bestem Gruß an Sie und Ihre Frau Gemahlin Ihr Dr. Oscar Linke. “

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Postkarte vom 11. 3. 1896 (Abgangs- + Zustellungsstempel, „6-7 N“!) aus wie vor.

„ Die Geschichte an H. ist abgesandt; wenn sie nur nicht zu lang ist: 40 Briefbogenseiten zu 20 Zeilen! Am Freitag kann ich leider nicht kommen … Für die nächste Woche stehe ich jeden Abend zu einem intimen Localbeisammensein zur Verfügung: ich bitte Dich daher … u. ‚Lacal‘ freundlichst mitteilen zu wollen … Dein Oscar Linke. “

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– vom 28. 7. 1896 (mit Zustellungsstempel noch gleichen Tages!) aus wie vor.

„ Ich komme am nächsten Freitag. Nicht zu spät! Glaser (der Kunsthistoriker Curt G.?) möchte Dich bis dahin auch noch einmal wegen des  Tizian  sprechen … “

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– vom 11. 8. 1896 (beide Poststempel vom 12., der des Zugangs von „7¼ – 8½ V.“ !) aus wie vor.

„ In der bewußten Angelegenheit, die ich wohlbehalten habe, wende Dich erst noch einmal persönlich an Glaser (der Kunsthistoriker Curt G.?) … Du weißt ja – letzte Instanz wegen der Bilder ist immer F.W. in B(raunschweig). Aber gerade dieses Thema hat für sich die allergrößte ‚Wahrscheinlichkeit‘ der Annahme (?) … “

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– vom 30. 10. 1896.

„ Hackerlbräu am Belle alliance-Platz (Ecke Wilhelmstr.) No. 15 Du fährst am besten mit Omnibus: Landsbergerstr. Halleschethor. … 8 Uhr! “

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– vom 17. 11. 1896 nebst Kurz-Brief vom 19. 11. 1896.

„ Am Mittwoch geht es nicht. Der ganze Tag ist einer dringenden Arbeit für uns gewidmet. Ist es Dir ernst, so komme ich am Sonnabend Abend direct aus der Halleschen Straße. “ / „ So komme ich denn heute Donnerstag Abend direct von der Halleschen Straße. In Eile! “ – Rechter Unterrand der Karte leicht geknickt, doch nur noch einen Strichausläufer berührend.

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Brief vom 19. 3. 1897 aus Berlin S.W., Teltowerstr. 15. 1 Seite.

„ … Mein Candide braucht viel Zeit: vorgestern bis ¾ 2, gestern … bis ¾ 3 auf u. dabei um 8 munter – tête et sang! da hole der Teufel den sogenannten lieben Gott dieser besten aller – schlechtesten Welten! / Schönsten Gruß an Dich u. Deine verehrte Hausherrin Dein O. Linke / Dichter erster Klasse mit Lorbeerlaub u. manchmal ‚Zacken‘.. “

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Postkarte vom 20. 5. 1897 aus wie vor.

„ Besten u. wärmsten Dank für den schönen Hinweis – übrigens ist der Essay selber meisterhaft, er hat leuchtende Farbe, man empfindet, Du hast ihn con amore geschrieben – nur – zumal als ‚Nörgler‘ auch meiner Pflicht zu genügen, – … Mensch, Du wirst doch nicht kurzsichtig? / Bist Du morgen, heute Freitag Abend, vielleicht in der  ‚Versenkung‘? Wenn Du kämst, käm ich auch. – Glaser (der Kunsthistoriker Curt G.?) ist in Braunschweig … Apropos, Deinen  Watteau  habe ich gelesen; sehr schön; aber kommen kann er vor Herbst nicht … In treuer Anhänglichkeit … “

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Brief vom 15. 9. 1897 aus wie vor. 1 Seite.

„ Dein Winterprogrammbrief ist gestern nach Braunschweig abgegangen; ich bin neugierig, ob W. diesmal nicht sagen wird: Ja, aber erst selbst sehen! – / Ueber das Dir Mitgeteilte hälst Du wohl reinen Mund – natürlich Deiner Frau gegenüber nicht. Ich werfe die Flinte noch lange nicht ins Korn. Kommt wirklich vor mir ein ‚officieller‘ Zweiter, so kann ich ja der Erste später werden. Mir ist es so sogar lieber: Direct auf Gl(aser?). folgen, ist schwer: man wirtschaftet zu rasch ab. So holt noch ein anderer die Kohlen aus dem Feuer u. läßt sich am Ende am 1. IV. 98 in den – April schicken. “

Angebots-Nr. 13.312 / EUR  65. (c. US$ 79.) + Versand

– vom 8. 2. 1898 aus wie vor. 1 Seite.

„ Ich lebe noch u. habe Dich vergeblich am Sonnabend auf dem  Marsfeste  in  Friedrichshagen  gesucht, wo es mit Damen äußerst schön von 9 Uhr A. – 6 M. herging. / Am Freitag werde ich in Torf.=H. (?) sein – aber sehr solide, ohne weitere Nach=Excursionen. / Vom 1. April ab bin ich nicht mehr bei Glaser; meine Kritikerstellung behalte ich so nebenher bei. Darüber mündlich mehr! Manche ‚Menschen‘ haben Riesenglück; manche Dichter mein ich grenzenloses Pech … doch ich verzage nicht – zum ‚Todtschießen‘ ists immer noch Zeit. Nächstens erhälst Du meine  ‚Vasanta=Lieder‘. “

Angebots-Nr. 13.313 / EUR  65. (c. US$ 79.) + Versand

– vom 19. 9. 1898 mit Briefkopf Mahlsdorf bei Wiesenburg Mark nebst Wappen. 4°. 1 Seite.

„ Hab’ ich Dir ein Ex. meiner  Vasanta(Lieder) schon geschickt oder nicht? Ich bin dazu jetzt in der Lage: aus dem Stormschen Schiffbruch habe ich noch für mich 25 Ex. gerettet. / Mir geht es im Allgemeinen gut – meinem Bruder noch besser: er ist Fürstl.  Hohenlohescher  Generaldirector geworden mit einem Riesengehalte. / Poetisch thue ich leider sehr wenig, seitdem mein Sommerdasein selber sonnige Poesie geworden ist. Aber wie lange vielleicht? Doch … Kerl, hoffentlich kannst Du noch genialisch!! / Beste Grüße an Dich u. Deine Haus- u. Herzensherrin! “ – Auch optisch sehr schön, auf feinem Maschinen-Bütten.

Angebots-Nr. 13.314 / EUR  86. (c. US$ 104.) + Versand

– vom 6. 4. 1899. 1 Seite.

„ Du hast klug reden: 1) habe ich mein Buch selber noch in keinem Schaufenster gesehen; 2) habe ich meine 15 Freiex. noch nicht erhalten – die – die faule Verlegerangewohnheit! … Ist doch von solchen Leuten wegen der … furchtbar dumm … aber natürlich: wir als Autoren sollen ja: immer noch dümmer sein … Vielleicht komme ich Freitag Abend, sonst Sontag … Habe viel zu erzählen! / Besten Gruß an Dich u. Deine Frau der Du hoffentlich für Deine … (serre jut!) … Abbitte geleistet hast. “

Angebots-Nr. 13.315 / EUR  65. (c. US$ 79.) + Versand

Postkarte vom 1. 12. 1899 aus Berlin, Dresdenerstr. 96.

„ Vorläufig meinen besten Dank für das schöne  Thoma-Buch, das ich mit höchstem Genusse gelesen habe. Wann können wir wieder einmal eines Abends gemütlich miteinander plauschen? … Mit bestem Gruß an Dich u. des Hauses waltende Herrin Dein O. L. “ – Feiner Schmutzstreifen am Oberrand.

Angebots-Nr. 13.319 / EUR  23. (c. US$ 28.) + Versand

Brief vom 7. 12. 1913 mit Briefkopf Dr. Oskar Linke Wörthstr. 47 / Weimar. 1 Seite.

„ Lieber Franz Hermann! Also heute Montag (8. 12.) bist auch Du in den Reigen der 50jährigen eingetreten: meinen herzlichsten Glückwunsch! Du … jetzt das Leben bereits auch von dem einzig richtigen Standpunkte an: innerlicher … gegenüber allem, was von außenher angeflogen kommt, selbst in Gestalt bekannter ‚Vögel‘, sie nicht abweisend, wenn sie kommen, u. dabei für Dich das beste bewahrend, treu den alten, hochheiligen Jugendidealen … Vor dreißig Jahren hast Du sicherlich andre Zukunftsträume gehegt. Und heute? – trotzalledem – darfst Du Dich einen glücklichen Mann nennen, den man nie eintag (?) wie einen räudigen Hund in Sturm u. Hungertod hinausjagen kann. Aber – verzeih, Deine heimlichste Liebste … ist: die edle Poesie – sie erst vergoldet das Leben! Was geht der Kult die Welt an? Wir bleiben und wollen immer die Alten bleiben! Mit besten Grüßen … Dein alter treuer Oscar / der soeben, am Sonntag!, eine 6 Spalten lange Theaterkritik hat … müssen. “ – Auf leichtem Karton. – Säurefrei hinterlegter Kleineinriß im weißen Rand der Mittelfalte.

Angebots-Nr. 13.321 / EUR  76. (c. US$ 92.) + Versand

– vom 13. 11. 1914 mit Briefkopf Redaktion der Weimarischen Landeszeitung Deutschland. 1 Seite.

„ Deinen schönen Aufsatz, den ich persönlich mit höchstem Genuß wie Kaviar und Burgunder genossen habe, kann ich leider für unsere Zeitung nicht verwenden. Du kennst den ‚Jeist‘ Weimar nicht .. … Ich persönlich habe jetzt (?) schweren Dienst: ½ 6 aufstehen, 1½ Stunden Pause, dann bis 7 Uhr abends, oft hinterher noch Theater mit folgender … Aber was tut man nicht pro patria! / Alle meine fünf Neffen sind im Feld. Was macht Dein Junge? Und sonst noch viele aus der Verwandtschaft … / Schlechte, schlechte Zeiten – wann werden sie enden? … Dein ‚unvergänglicher‘ Oscar / Sende mir ein Klingerexemplar – wohl Max Klinger: Radierungen, Zeichnungen, Bilder und Skulpturen – , Besprechung (?) folgt umgehend! “

Angebots-Nr. 13.322 / EUR  65. (c. US$ 79.) + Versand

En Bloc Preis der Positionen 13.302-13.315, 13.319, 13.321-13.322

Angebots-Nr. 14.498 / EUR  798. / export price EUR  758. (c. US$ 916.) + Versand


“ Subject: Thanks!

Thanks for your kind reply. I wanted to comment that your thoughts on freedom (the quote that you had on the end of your message to me) are exactly the same as my beliefs.

I write, however, because I was surprised to get it from Europe … Although an American, almost all my early family were Huguenots … In fact, my relative, Jan C. is noted as the earliest C. to have arrived in N. America (in 1636, I think) … ”

(Mrs. C. F., November 14, 2003)