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Ohren- + Augenzeugedes legendärsten Klavier-Ringkampfesder Musikgeschichteals naher Weggefährte und Dirigentder wichtigen frühen Jahre .So schrieb er auch die Choralmusik zur Totenmesse .Und 1831 als zweitfrüheste ausführlichereMitteilungen die„ Biographische Notitzen “überLudwig van Beethovenofferiert hier in ihrem in sich komplettendruckabweichendenOriginal-Manuskriptenthaltend u. a.seinen faszinierenden Erlebnisberichtvom„1798(er) Klavierwettkampf mit dem Virtuosen Wölffl “im Hause Baron Wetzlar’sals grandiosem Beispiel Beethoven’scher Fantasier-Virtuosität.Beethoven – (Seyfried, Ignaz Ritter von, Musiker und musikalischer Schriftsteller, 1776 Wien 1841). Biographische Notitzen (über Ludwig van Beethoven). Eigenhändiges Manuskript. (1831.) 2°. 12 SS. (3 Doppelblätter) à 36-45 ZZ. bzw., Schlußseite, 28 ZZ. + ½ Bl. mit 6 ZZ., abbrechend. In dunkelbrauner Ziegenleder-Mappe mit dem facsimilierten Titel in Blindprägung auf dem Vorderdeckel (37 x 23,5 cm) + goldgeprägt 13zeilig im Innenspiegel
Publikation Ludwig van Beethoven. Studien im Generalbasse … Aus dessen hs. Nachlasse gesammelt u. hrsg. von … Seyfried. (Nebst einem Anhange biographischer Notizen [„ Früher Beitrag zur Beethovenliteratur “, Katalog Wolffheim II/1929, 423, in Sperrsatz] etc.) Wien, Haslinger, (1832, bei Vorabzeichnung durch 1214 Subskribenten!). Anhang SS. 3-13. (Ignaz Ritter von Seyfried.) Biographische Notitzen. Vollständige Wiedergabe der Handschrift nebst Transkription. Bonn, Niemeyer, 1990 (= Nr. 13.097, Schutzgebühr EUR 15. (c. US$ 24.). Literatur Nohl, Beethoven nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen, 1877, SS. 25, 38-43, 182 f.; Kerst, Die Erinnerungen an Beethoven, 1913, per 15 Passagen lt. Index; Bettina von Seyfried, Ignaz Ritter von Seyfried, 1983/90 (noch in Unkenntnis des hiesigen Manuskriptes); Honegger-Massenkeil VII (1982, revid. 1987), 346; Musik in Geschichte u. Gegenwart XII, 603 f.; Sadie, New Grove Dict. of Music and Musicians, 1980, XVII, 208 f.; ADB XXXIV, 113 ff. und, Beethoven, II, 251 ff.; Wurzbach XXXIV, 176 ff.; Prietznigg, Mitteilungen aus Wien – Zeitgemälde, 1835 (ausführlichere Darstellung Seyfried’s nebst Werkkatalog); Bauer, Ignaz Ritter v. Seyfried. Kurze Lebensgeschichte. Ca. 1950 (masch.-schriftl. Ms. im Musikwissensch. Institut Wien, nach B. v. Seyfried, wie auch Prietznigg); Rolland, L. v. Beethoven, 1918 + Beethoven the Creator, 1929. Authentizität Die Handschrift lag der Musikologin Bettina von Seyfried vor. Sie ließ an der Echtheit derselben keinen Zweifel, wenngleich die Schrift nicht der gewohnten Qualität entspräche. Letzteres mag als mit dem Inhalt korrespondierender Ausdruck tiefer Rührung gewertet werden, wie entsprechend von dem schon an der Grabrede arbeitenden Grillparzer beim Vernehmen der Gewißheit überliefert: „Da tat es einen starken Fall in meinem Innern … und wie es mir auch bei sonstigen Arbeiten ging, wenn wirkliche Rührung mich übermannte: ich habe die Rede nicht in der Prägnanz vollenden können, in der sie begonnen war“ (Kerst, a. a. O., Bd. II, Seite 249; gerade dieser unprägnante Schluß aus heutiger Sicht von größter Schönheit). Bedingt sicherlich aber auch als Ausfluß seiner die letzten fünfzehn Jahre überschattenden gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Jahre 1827-1829 waren gezeichnet von unheilbarem Magenkrebs in Anfangsphase; Seyfried bereitete sich auf baldigen Tod vor. 1831 verursachte die Pest spürbare finanzielle Einbußen durch Abreise zahlreicher Schüler. Mit dem hier wichtigen Ergebnis „Also machte ich mich daran, den Anfang zu Beethoven’s Studien auszuarbeiten, nehmlich die biogr. Notizen … ganz so, wie das Werk in der diesjährigen (sprich 1832) Ostermesse erschienen ist“ (Seyfried in seiner Autobiographie, zitiert nach B. v. S., Seite 33, Fußnote 183, wie auch die Umfeldangaben von B. v. S., SS. 32 ff. übernommen wurden). Aus dem Text selbst ergäbe sich als frühester Fixpunkt seiner Niederschrift der 2. März 1830 als dem Todestag des Rasumowski’schen Kammervirtuosen Ignaz Schuppanzigh, dem am 25. Januar bereits Franz Weiß vorangegangen war ( „ ‚Also war es!‘ denn leider sind auch schon die zwey ersten Blätter des herrlichen Trifoliums abgefallen!“ ). Rangmäßig ist es das Manuskript zur zweitfrühesten Beethoven-Biographie , nach jener gleichfalls nur kleinen 1827er des in Freiburg/Brsg. tätigen und per 1828 in Augsburg verselbständigten Buch-/Kunsthändlers + Verlegers Johann Aloys Schlosser als eines lediglich außenstehenden Auch-Musikologen (L. v. B. Eine Biographie desselben … Hrsg. zur Erwirkung eines Monumentes für dessen Lehrer Joseph Haydn; Cooper 1996: „… has long intrigued scholars, and many have pointed out the flaws in Schlosser’s ‚Biography‘“). Und weit vor den sich gleichen Titels anschließenden „Biographischen Notizen“ von Wegeler-Ries (1838), ersterer für die Wiener Zeit ohnehin ausscheidet, indes Ries, Schüler von 1801/05, für so wesentliche Begebenheiten wie das pianistische Kräftemessen mit Wölfl und das Leonore/Fidelio-Desaster noch nicht bzw. nicht mehr Ohren- + Augenzeuge sein konnte. Und entsprechend noch weiter vor der Biographie Schindlers (1840), der in jener Frühzeit noch ein Kind war und seitens Beethoven’s anfangs, also frühestens 1814, überdies nur widerwillig akzeptiert wurde und zudem nur für die letzten acht Jahre Kontaktzeuge ist. Der Stellenwert der Seyfried’schen Niederschrift ist somit konkurrenzlos . wie für die Zeit von 1853 bis 2007 wie folgt dokumentiert : Wert- + Einschätzung 1853 „ Die vorstehende biographische Skizze enthält Alles , (Henry Hugh Pierson gelegentlich der Neuausgabe der ‚Studien‘).
1877 „ (Die Schilderung , siehe unten) steht im Anhang (Ludwig Nohl, Beethoven nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen).
1907/17 „ (Seyfried’s) persönlicher Charakter war unantastbar . Das ungünstige Licht , welches … auf ihn als Herausgeber (Alexander Weelock Thayer, Ludwig van Beethovens Leben).
1926 „ Seyfried hat nahe Beziehungen zu Beethoven gehabt , … der Anhang zu (den Studien) wird mit Recht Er enthält (Theodor Frimmel, Beethovenhandbuch).
1983 „ Die insgesamt umfangreichste Erwähnung (Bettina von Seyfried, Ignaz Ritter von Seyfried).
1987 „ (Seyfrieds) Äußerungen über Beethoven sind von großem biographischem Wert “ (Honegger-Massenkeil, Große Lexikon der Musik, Bd. VII,
Dieses durch die Zeiten tönende Unisono der Zustimmung + Wertschätzung vermag denn auch der derzeitig aus dem Bonner Beethoven-Haus verlautbarte einzige Mißton nicht zu verunreinigen. So denn dort 1988 „ Ich kann (dem Seyfried-Manuskript) keinen besonderen Welche Meinung hiesigerseits nur in Verbindung mit dem 1987er Wiederauftauchen der Handschrift unter dem Aspekt verständlich erscheint – siehe denn auch per 2007 – , daß sie zwar nach Bonn gelangte, aber eben in andere dortige Hände. Denn ihr Fehlen in der Literatur bis hin zu Bettina von Seyfried’s 1983er großer Dissertations-Untersuchung, deren Wissensstand zumindest diesbezüglich auch nicht mehr für deren 1990er Typoskriptauflage aktualisiert worden ist, macht ihr Wiederauftauchen aus doppelter Sicht zu einem Ereignis . So zunächst in herkömmlichem Sinne als, so zum einen Schletterer 1892 in der ADB,
Zum andern als, so aus neuerer Sicht Sadie, vieles zwischenzeitlich in festen Besitz gelangt zu sein scheint: „ His works (als Schriftsteller) in manuscript and in print Letzteres ein Schlaglicht auf deren heutige Seltenheit wirft. Wie denn generell autographe Beethoveniana dem Lauf der Dinge folgend am Markt seltener und seltener und damit kostbarer und kostbarer werden. Wechselte deren importanter Bestand der Sammlung Louis Koch beispielsweise in den 1950ern zunächst noch in die Privatsammlung Bodmer, so alsbald zusammen mit dieser ans Beethovenhaus in Bonn. Womit nahezu 800 (sic!) Autographen, Originaldrucke und Briefdokumente zu Beethoven gleich einem Paukenschlag dem Markt unwiderruflich verlorengingen, unerreichbar neuer Sammellust in Gegenwart und Zukunft. Ereignisreich schließlich auf ganz anderer Ebene, als in spektakulärer Sache, siehe unten, von der Druckfassung abweichend. Und so dürfte anstehenden Falles denn wohl auch nur noch marginal hinzukommen, wonach 1990 „ Die Institutionen der öffentlichen Hand (F. H. Franken in der FAZ zum Erscheinen von „Internationales Symposium Musikerautographe“ des Instituts für Österreichische Musikdokumentation). 2007 „ Falls das Original noch nicht verkauft ist , (ein dem Beethoven-Haus in Bonn verbundener Musikologe in privater mail nach hier gelegentlich der Bestellung der hiesigen 1990er Manuskript-Wiedergabe nebst Transkription).
Das mit brauner Feder auf unbeschnittenem Bütten mit figürlichem + typographischem Wasserzeichen geschriebene und nahezu fließend lesbare – Transkription gleichwohl beiliegend – Manuskript ist in sich komplett . Bogennumeriert von I. bis IV. (I-III à 4 halbseits beschriebene Seiten, IV als einseitig beschriebenes Halbblatt) und beginnend mit – entsprechend dessen eigener Angabe –
endend mit
Obigem Hinweis auf die vorgenommene Einweihung des Denkmals folgt im Druck ein 6zeil. Zusatz über den das Restdefizit abdeckenden Franz Kirchlehner aus Nußdorf bei Wien. – Der „den Schluß … bilden soll(ende)“ Aufsatz über das Leichenbegängnis erscheint im Druck unter eigenem Titel. Statt dessen enthält der Druck 7 Schlußzeilen über (Nicht-)Verheiratetsein und Körperbau, indes das Manuskript besagtermaßen fortfährt „(Nun wird eingeschaltet der Vorbericht …)“, wohl die erst innerhalb des „Leichenbegängniß“ wiedergegebene Entstehungsgeschichte, namentlich auch hinsichtlich des Seyfried’schen Beitrages. Ansonsten reich durchsetzt mit all jenen begehrten reizvollen Handschriften-Zeugnissen als da sind Streichungen, Umstellungen und Änderungen im Text selbst und, vereinzelt und auch von anderer Hand und auch in Bleistift, auf den hierfür eigens freigehaltenen jeweils halben Seiten, die sich dann überwiegend im Druck entsprechend berichtigt wiederfinden. Unter den das Manuskript nicht minder durchziehenden Höhepunkten vorweg jene höchst importante Abweichung vom Druck
betreffend das generöse 100 Pfund-Geldgeschenk der London Philharmonic Society , das den sich verarmt glaubenden Beethoven auf seinem Sterbelager vor Dankbarkeit so unsagbar erschütterte. Am 14. März 1827, zwölf Tage vor seinem Tode, hatte Beethoven dem Freunde Moscheles geschrieben :
(Kalischer 1215). – Hierzu heißt es in der Literatur :
(Rolland 1918, SS. 128 ff.). – Entsprechend Beethoven wieder an Moscheles :
(Kalischer 1218). – Dieser Brief datiert vom 18. März 1827, am 26. starb er. Und in diesem Sinne denn auch Schindler in seinem Bericht vom 12. April 1827 an den Verleger Schott Söhne in Mainz, der nach ärztlichem Rat auf des Meisters Bitte hin seinerseits eine großzügige Partie 20 Jahre alten Rüdesheimers auf den Weg gebracht hatte, „über die letzten Lebensstunden des gewaltigen Van Beethoven“ (CÄCILIA VI, SS. 309-312) :
(Kalischer 1220). Mit seiner Bitte um vermittelnden Beistand hatte sich Beethoven am 8. Februar an Stumpff (der Harfenfabrikant J. A. St., der den Meister kurz zuvor erst mit „der großen Prachtausgabe der Werke Händels“ unendlich erfreut hatte, hier irrtümlich mit Max St. übertitelt; vgl. Register und Anmerkung zu 1034) und am 22. Februar an Sir Smart und Freund Moscheles, alle London, gewandt. Sein nachfassender Brief an letzteren vom 14. März hatte sich mit dem schönen Antwortschreiben des ersteren vom 1. März gekreuzt, in dem sich Sätze finden wie
(Kalischer 1200). – Hierzu berichtet Seyfried nur hier im Manuskript , also auch nicht zuvor 1828 in der „Caecilia“, daß der Jugendfreund Stefan von Breuning als nur wenige Wochen später (4. 6. 1827) seinerseits verstorbener Testamentsvollstrecker diese nicht mehr in Anspruch genommene Gabe zurückgegeben habe :
Diese in Verbindung mit einem der bewegendsten Momente im Leben Beethoven’s stehende England-Passage von schönster Aussage , zu der im Manuskript auch keine Änderung erfolgte, fehlt im Druck . Als Forschung und Allgemeinheit gleichermaßen faszinierend des weiteren herausgehoben der hier gleichfalls erstmalige Bericht über die die Literatur als geradezu legendär bis heute beschäftigende Improvisationsmächtigkeit Beethoven’s. Wie Generationen später seitens von Dommer’s für die ADB rekapituliert :
Und Reclams Konzertführer konstatiert noch heute : „ Seine Kunst , frei zu fantasieren , wird als einzigartig geschildert . “ Dazu Seyfried’s Erinnerung (Nohl: „ Jetzt aber folgt die Scene eines Ringkampfes … “ ) als Ohren- und Augenzeuge von Anfang an , also auch bei den Soirees im Hause Wetzlar (Baron Raymund von W., Protecteur Mozart’s, zu dessen „wahren guten Freunden“ der „reiche getaufte Jud“, so M. im Brief vom 24. 11. 1781 an den Vater, gehörte, der auch Wölfl beste Empfehlungen mitgegeben hatte), auf denen Beethoven und Joseph Wölfl (Salzburg 1772 – 1812 oder 1814 bei London, „Clavierspieler außerordentlichster Art“, ADB; Beethoven widmete ihm seine 1796er Klaviersonate, Die „verliebte“ Sonate, op. 7) miteinander wetteiferten, eigens geführt als Ereignis sui generis in Kerst’s periodischer Auflistung, „1798. Klavierwettkampf mit dem Virtuosen Wölffl .“ :
Dies also nun hier als Autograph eines solchermaßen begnadeten Dabeigewesenen ! Der im übrigen auch schon gleich zu Anfang vorwegnehmend hierzu vermerkt :
Die Quelle des direkt Mitbeteiligten – auch in puncto nicht in die „Biographische(n) Notitzen“ eingeflossener physiognomischer Beobachtungen diente Seyfried als solche – ist dieser aber auch für das Desaster der ersten Fidelio-Aufführungen, worüber er in den hiesigen „Biographischen Notitzen“ berichtet :
In diese unerhörteste Schaffensperiode – für die von Dommer in der ADB die Zeit von 1800 bis etwa 1812/13 sieht, indes sich Rolland näher am Meister selbst orientiert :
also fällt der enge Kontakt zwischen Beethoven und Seyfried , dessen Skizzierung die anstehenden „Biographischen Notitzen“ enthalten.
Mit den Geburtswehen dieser Kinder ist von Seyfried’s Name auf immer mitverbunden. Wir müssen uns dies vor Augen halten, wenn wir uns der geistigen Ein-, sprich Wertschätzung dieses Autographs nähern wollen . Entsprechend denn auch Felix von Weingartner in Erinnerung eines Gesprächs mit der greisen Sopranistin Grebner als Mitwirkender der 1824er Uraufführung der Neunten, deren Partitur übrigens Seyfried als einer der Frühesten 1828 verständnisvoll besprochen hatte (Nef, Die neun Sinfonien Beethovens, 1928, SS. 264 + 308) :
(wiedergegeben bei Kerst, Die Erinnerungen an Beethoven, 1913, Bd. II, SS. 81 f.). Und welchen Ranges Seyfried sich zu seiner Zeit erfreute, belegen die 1700 Aufführungen seiner Eigen-Kompositionen, womit er „bei weitem an der Spitze (stand), gefolgt von Wolfgang Amadeus Mozart mit 400“. Seine bleibende kompositorische Leistung indes sah Schletterer vor 100 Jahren in seinen Kirchen-Kompositionen, um mit den Worten zu enden : „ Er war ein ebenso großer Künstler als liebenswürdiger Mensch . Sein Porträt , von Kriehuber lithographiert , erschien (1829) in Wien .“ (Das von Alois Martin Stadler, 1792-1841, geschaffene Bildnis All diesem entsprach die Anzahl (92) seiner bis aus Petersburg, Moskau, Odessa, Amsterdam, Hamburg, Kopenhagen, Mailand und auf teils klangvolle Empfehlungen hin seit 1803, im wesentlichen aber wohl erst nach 1825, um ihn versammelten Schüler. Sein Leichenbegängnis gestaltete sich „unter einem ungeheuren Zudrange von Menschen aus allen Volksklassen“ entsprechend. Und das „Österreichische Morgenblatt“ vom 1. September 1841 reihte ihn ein „ in die Gesellschaft der unsterblichen Tonkünstler Beethoven und Franz Schubert … Er ist in ihrem Bunde der Dritte ‘ …“ Seinen Klavierunterricht hatte er nach Philosophie- und Jurastudien bei W. A. Mozart und L. Kozeluch erfahren, während ihn Joh. Gg. Albrechtsberger (1736-1809), der berühmte Theoretiker und Lehrer auch Beethovens, Hoforganist und Kapellmeister am Stephansdom in der Kompositionslehre unterwiesen hatte, wie auch der ihm freundschaftlich verbundene P. von Winter. 1797-1801 war er Kapellmeister an E. Schikaneders Freihaus-Theater, anschließend, bis 1825, am Theater an der Wien.
(Honegger-Massenkeil). Über gedachte Stabführung als Ganzes, oder auch nur teilweise (Kinsky-Halm: Leonoren-Ouvertüre III) unter Einschluß auch der Uraufführung und ihrer beiden Wiederholungen 1805 urteilt die Literatur unterschiedlich. Die zeitgenössischen Rezensionen sind diesbezüglich so wenig ergiebig wie die Erinnerungen der Zeitgenossen zuverlässig erscheinen. Und Bettina von Seyfried übt sich insbesondere auch zur Frage bestimmter Aufführungen in größter familiärer Zurückhaltung, verweist aber auf Seyfried selbst und dessen Mitteilung in der „Caecilia“ (1828, S. 219):
Entsprechend Beethoven selbst mit Brief vom April 1806 an den ihm befreundeten Pizarro-Sänger Friedrich Sebastian Mayer (auch Meier, 1773-1835, Schwager Mozarts) :
(Kalischer 105). Gesichert schließlich, daß er die Choralmusik zur Totenmesse schrieb, die dann auch sein eigenes Leichenbegängnis begleitete. „Nach der heiligen Einsegnung wurde der Leichnam auf einem vierspännigen Paradewagen unter Fackelbegleitung … auf den neuen Währinger Friedhof hinausgeführt“ (B. v. S., Seite 36). Dies denn also der Mann, dem wir das vorliegende Autograph dieses zeitgenössischen Dokumentes von großer Wärme und Schönheit des Ausdruckes verdanken. Dessen Schriftzüge zumindest mit widerspiegeln, welche Anteilnahme hier die Feder geführt hat. Damit aber Saiten zum Klingen bringend, wie sie nur eine Handschrift zu rühren vermag. Denn „ nur von der Seele her … kann die Schönheit und der geistige Wert der Autographen verstanden werden “ ( Stefan Zweig ) . Als musikalischer Schriftsteller – schreibt Wurzbach – „veröffentlichte (er) meist anonym (wie auch hier) …
Speziell anstehenden wertet v. Dommer als eine jener
Und da neben Seyfried’s Beitrag in der „Cäcilia“ praktisch auch kein zeitungsbiographisches Material existiert, nicht einmal Grillparzers Grabrede diesbezügliches enthält – Nekrologe der Leipziger musikal. Zeitung vom 28. 3. + der Berliner Nachrichten vom 5. 4. 1827 machen in Seyfrieds 1832er Anhang ganze 1½ bzw. 2½ SS. aus – , genießt Seyfrieds für „Notizen“ recht umfangreiche Niederschrift gegenüber Schlosser die Qualität der auf einem „über drei Decennien bestandene(n) freundschaftliche(n) Verhältnis“ fußenden Authentizität. Gestützt zudem von einer „Bruderschaft in Apollo“ (so Beethoven im Herbst [?] 1822 an Seyfried :
[Kalischer 849 mit dem Bemerken „Es war 1822 als Beethoven zu Ende September seine große fugierte Ouvertüre in C-dur zur Eröffnung des Josefstädter Theaters zur Aufführung brachte … In einem Konzert für den Bürgerspitalfonds, das Seyfried dirigierte, ward diese Ouvertüre ebenfalls zur vollen Zufriedenheit des Meisters vorgeführt. Seyfried erwarb sich so dieses enthusiastische Anerkennungsschreiben Beethovens … “] ) als einem Sockel der älteren Bekanntschaft, der gemeinsamen Arbeit, der Hausgenossenschaft während, es sei wiederholt, „ one of the Great Days of music , “ wie unter den Biographen somit ausschließlich Seyfried qualifizierend, dessen gutes und herzliches Verhältnis zu Beethoven „in der Tat aus (dessen) Briefen hervor(geht)“ (Nohl). Dies alles denn also die nachvollziehbaren Kriterien anstehenden Manuskriptes, betreffend die miterlebte Biographie eines Lebens, von dem es 165 Jahre nach dessen Ende heißt :
(James Wierzbicki, St. Louis Post-Dispatch, September 13, 1992). Und für einen der bewegendsten Momente im Leben dieses Unsterblichen denn obige druckunbekannte Passage nur hier im Manuskript. In Verbindung mit einer ganz großartig noblen Geste. Der der London Philharmonic Society. Die „der Sterbende … über Land und Meer um Hilfe“ angerufen hatte (Stefan Zweig, Sinn und Schönheit der Autographen). Handschriftlich hier von dem Manne, dem man seinerseits nachrief : „ Ihr aber Freunde schenkt (Ignaz von Seyfried’s) Andenken eine Träne , (August Schmidt 1841 in dem sich über drei Ausgaben erstreckenden Nekrolog in der „Allgemeine(n) Wiener Musikzeitung“, dann nochmals, unwesentlich verändert, 1848, in dessen „Denksteine“, zitiert nach B. v. Seyfried).
DER ERHALTUNGSZUSTAND gesamthaft bestens bei leichter Bräunung der ersten + letzten Seite, kleinen Bugfaltenhinterlegungen und solchen von zwei unwesentlichen kleinen Tintendurchbrüchen. Adäquat hierzu denn auch DIE PRÄSENTATION
in allseits eingeschlagener, vitrinenwirksamer Ziegenleder-Mappe mit dem
Würdig seines hohen Ranges als eines einzigartigen Dokumentes „ eine(r) der fruchtbarsten Perioden
des abendländischen Musiklebens “ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Angebots-Nr. 15.049 / Preis auf Anfrage
Zuletzt aktualisiert am 12. April 2008.
(Mr. J. R. C., September 16, 2003) |