Mit nunmehriger Manuskript-Ergänzung zu den
Charakterzügen und Anekdoten
Ohren-
und
Augenzeuge
des legendärsten Klavier-Ringkampfes
der Musikgeschichte
als naher Weggefährte und Dirigent
der wichtigen frühen Jahre .
So schrieb er auch die Choralmusik zur Totenmesse .
Und 1831
als zweitfrüheste ausführlichere Mitteilungen
die
„ Biographische Notitzen “
über
Ludwig van Beethoven
Offeriert hier in ihrem in sich completten
druckabweichenden
Original Manuscript
Enthaltend u. a.
seinen faszinierenden Erlebnisbericht
vom
„ 1798(er) Klavierwettkampf mit dem Virtuosen Wölffl “
im Hause Baron Wetzlar’s
als grandiosem Beispiel Beethoven’scher Fantasier-Virtuosität.
Und in Fortsetzung der Notitzen das Kern-Manuskript der
„ Charakterzüge und Anekdoten “
(Seyfried, Ignaz Ritter von, Musiker und musikalischer Schriftsteller, 1776 Wien 1841).
Biographische Notitzen + Charakterzüge und Anekdoten


zu Ludwig van Beethoven
Eigenhändige Manuskripte. (1831.) 12 SS. auf 3 Doppelblättern + ½ Bl. bzw. 13 SS. auf 9 (4 blauen) Einzelblättern. Dunkelbraune Ziegenleder-Mappe mit facsimiliertem Titel Biographische Notitzen / über / Ludwig van Beethoven in Blindprägung auf dem Vorderdeckel (37 x 23,5 cm) + goldgeprägt 13zeilig im Innenspiegel
„ Die ‚Biographische(n) Notitzen‘ / Ignaz von Seyfried’s / (1776 Wien 1841) / als die zweitfrüheste ausführlichere Quelle / der Beethoven-Literatur / im 1831er autographen Manuskript / abweichend vom Druck 1832 / betreffend einen der / bewegendsten Momente im Leben Beethoven’s / Enthaltend u. a. auch / seinen fascinierenden Erlebnisbericht / vom / ‚1798(er) Klavierwettkampf mit dem Virtuosen Wölffl‘ “
mit den Biographie-Manuskript-Blättern als originärer Einlage, der die Manuskript-Blätter der Charakterzüge + Anekdoten in ihren unterschiedlichen Formaten, Papieren + Farben per eigener beigefarbener Bütten-Mappe dergestalt paßgenau einverleibt wurden, daß deren neun Themen auf sieben von 1 bis 7 goldgeprägt numerierten Blättern mit Einstecklasche aufliegen. Goldgeprägt denn auch der Vorderumschlag der Mappe mit
„ Ludwig van Beethoven / Charakterzüge und Anekdoten / mitgeteilt / von / Ignaz von Seyfried / Autographes Manuskript / 1831 “.
Publikation
Ludwig van Beethoven. Studien im Generalbasse … Aus dessen hs. Nachlasse gesammelt u. hrsg. von … Seyfried. (Nebst einem Anhange biographischer Notizen [„ Früher Beitrag zur Beethovenliteratur “, Katalog Wolffheim II/1929, 423, in Sperrsatz] etc.) Wien, Haslinger, (1832, bei Vorabzeichnung durch 1214 Subskribenten!). Anhang SS. 3 ff.
Literatur
Nohl, Beethoven nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen, 1877, SS. 25, 38-43, 182 f.; Kerst, Die Erinnerungen an Beethoven, 1913, per 15 Passagen lt. Index; Bettina von Seyfried, Ignaz Ritter von Seyfried, 1983/90 (noch in Unkenntnis des hiesigen Manuskriptes); Honegger-Massenkeil VII (1982, revid. 1987), 346; Musik in Geschichte u. Gegenwart XII, 603 f.; Sadie, New Grove Dict. of Music and Musicians, 1980, XVII, 208 f.; ADB XXXIV, 113 ff. und, Beethoven, II, 251 ff.; Wurzbach XXXIV, 176 ff.; Prietznigg, Mitteilungen aus Wien – Zeitgemälde, 1835 (ausführlichere Darstellung Seyfried’s nebst Werkkatalog); Bauer, Ignaz Ritter v. Seyfried. Kurze Lebensgeschichte. Ca. 1950 (masch.-schriftl. Ms. im Musikwissensch. Institut Wien, nach B. v. Seyfried, wie auch Prietznigg); Rolland, L. v. Beethoven, 1918 + Beethoven the Creator, 1929.
Authentizität
Die Handschrift der Notitzen lag der Musikologin Bettina von Seyfried vor. Sie ließ an der Echtheit derselben keinen Zweifel, wenngleich die Schrift nicht der gewohnten Qualität entspräche. Letzteres mag als mit dem Inhalt korrespondierender Ausdruck tiefer Rührung gewertet werden, wie entsprechend von dem schon an der Grabrede arbeitenden Grillparzer beim Vernehmen der Gewißheit überliefert: „Da tat es einen starken Fall in meinem Innern … und wie es mir auch bei sonstigen Arbeiten ging, wenn wirkliche Rührung mich übermannte: ich habe die Rede nicht in der Prägnanz vollenden können, in der sie begonnen war“ (Kerst, a. a. O., Bd. II, Seite 249; gerade dieser unprägnante Schluß aus heutiger Sicht von größter Schönheit). Bedingt sicherlich aber auch als Ausfluß seiner die letzten fünfzehn Jahre überschattenden gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Die Jahre 1827-1829 waren gezeichnet von unheilbarem Magenkrebs in Anfangsphase; Seyfried bereitete sich auf baldigen Tod vor. 1831 verursachte die Pest spürbare finanzielle Einbußen durch Abreise zahlreicher Schüler. Mit dem hier wichtigen Ergebnis „Also machte ich mich daran, den Anfang zu Beethoven’s Studien auszuarbeiten,
nehmlich die biogr. Notizen …
ganz so, wie das Werk in der diesjährigen (sprich 1832) Ostermesse erschienen ist“ (Seyfried in seiner Autobiographie, zitiert nach B. v. S., Seite 33, Fußnote 183, wie auch die Umfeldangaben von B. v. S., SS. 32 ff. übernommen wurden). Aus dem Text selbst ergäbe sich als frühester Fixpunkt seiner Niederschrift der 2. März 1830 als dem Todestag des Rasumowski’schen Kammervirtuosen Ignaz Schuppanzigh, dem am 25. Januar bereits Franz Weiß vorangegangen war ( „ ‚Also war es!‘ denn leider sind auch schon die zwey ersten Blätter des herrlichen Trifoliums abgefallen!“ ).
Rangmäßig sind es die Manuskripte zur
zweitfrühesten Beethoven-Biographie,
nach jener gleichfalls nur kleinen 1827er des in Freiburg/Brsg. tätigen und per 1828 in Augsburg verselbständigten Buch-/Kunsthändlers + Verlegers Johann Aloys Schlosser als eines lediglich außenstehenden Auch-Musikologen (L. v. B. Eine Biographie desselben … Hrsg. zur Erwirkung eines Monumentes für dessen Lehrer Joseph Haydn; Cooper 1996: „… has long intrigued scholars, and many have pointed out the flaws in Schlosser’s ‚Biography‘“).
Und weit vor den sich gleichen Titels anschließenden „Biographischen Notizen“ von Wegeler-Ries (1838), ersterer für die Wiener Zeit ohnehin ausscheidet, indes Ries, Schüler von 1801/05, für so wesentliche Begebenheiten wie das pianistische Kräftemessen mit Wölfl und das Leonore/Fidelio-Desaster noch nicht bzw. nicht mehr Ohren- + Augenzeuge sein konnte.
Und entsprechend noch weiter vor der Biographie Schindlers (1840), der in jener Frühzeit noch ein Kind war und seitens Beethoven’s anfangs, also frühestens 1814, überdies nur widerwillig akzeptiert wurde und zudem nur für die letzten acht Jahre Kontaktzeuge ist.
Der Stellenwert der Seyfried’schen Niederschrift ist somit konkurrenzlos ,
wie für die Zeit von 1853 bis 2008 wie folgt dokumentiert.
Wert- + Einschätzung
1853
„ Die vorstehende biographische Skizze enthält Alles ,
was über des verehrten Meisters Lebensverhältnisse bekannt
und als wahr verbürgt ist “
(Henry Hugh Pierson gelegentlich der Neuausgabe der ‚Studien‘).
1877
„ (Die Schilderung , siehe unten) steht im Anhang
jener an sich so sehr gefälschten ‚Beethoven-Studien‘ von
Ignaz von Seyfried , der aber damals schon
mit Beethoven genauer bekannt war
und daher in dieser Sache
ein zuverlässiger Zeuge ist “
(Ludwig Nohl, Beethoven nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen).
1907/17
„ (Seyfried’s) persönlicher Charakter war unantastbar .
Es war natürlich , daß er Zutritt zu den musikalischen Salons erhielt ,
und seine Erinnerungen an Musik und Musiker in diesen Jahren dürfen als
Ergebnisse persönlicher Beobachtung
angesehen werden …
Das ungünstige Licht , welches … auf ihn als Herausgeber
der sogenannten Studien Beethovens (gefallen ist) ,
fällt nicht auf die tatsächlichen Berichte über tatsächliche Dinge …
und der Abschnitt , welcher hier aus dem Anhange zu den ‚Studien‘ mitgeteilt wird …
trägt alle Kennzeichen eines wahrheitsgetreuen Berichtes
aus des Schreibers eigener Erinnerung “
(Alexander Weelock Thayer, Ludwig van Beethovens Leben).
1926
„ Seyfried hat nahe Beziehungen zu Beethoven gehabt ,
vieles gemeinsam mit (ihm) erlebt
und davon manches der Nachwelt mitgeteilt …
(S)o sind seine Mitteilungen über Beethoven
von großem Wert .
… der Anhang zu (den Studien) wird mit Recht
der vielen Mitteilungen über Beethoven wegen
noch heute sehr geschätzt
und unzähligemale benutzt ( so erneut 1978 von Salomon ) .
Er enthält
‚ Biographische Notitzen ‘ ,
die für die Bonner Zeit zwar belanglos , aber
für Beethovens Wirken in Wien wertvoll
sind … Im vorliegenden Handbuch wird wiederholt
auf Seyfrieds Mitteilungen hingewiesen “
(Theodor Frimmel, Beethovenhandbuch).
1983
„ Die insgesamt umfangreichste Erwähnung
erfährt (Seyfried) in der Beethoven – Literatur “
(Bettina von Seyfried, Ignaz Ritter von Seyfried).
1987
„ (Seyfrieds) Äußerungen über Beethoven
sind von großem biographischem Wert “
(Honegger-Massenkeil, Große Lexikon der Musik, Bd. VII,
letzterer Direktor emeritus des Instituts für Musikwissenschaft der Universität +
1972/74 kommissarischer Leiter des Beethoven-Archivs, beide Bonn).
Dieses durch die Zeiten tönende Unisono der Zustimmung + Wertschätzung vermag denn auch der seinerzeitig aus dem Bonner Beethoven-Haus verlautbarte einzige Mißton nicht zu verunreinigen. So denn dort
1988
„ Ich kann (dem Seyfried-Manuskript) keinen besonderen
wissenschaftlichen oder sammlerischen Wert zuerkennen
und halte den (damals sichtbar niedriger) veranschlagten Preis
nicht für angemessen . “
Welche Meinung hiesigerseits nur in Verbindung mit dem 1987er Wiederauftauchen der Handschrift unter dem Aspekt verständlich erscheint – siehe denn auch per 2007 + 2008 – , daß sie zwar nach Bonn gelangte, aber eben in andere dortige Hände. Denn ihr Fehlen in der Literatur bis hin zu Bettina von Seyfried’s 1983er großer Dissertations-Untersuchung, deren Wissensstand zumindest diesbezüglich auch nicht mehr für deren 1990er Typoskriptauflage aktualisiert worden ist,
macht ihr Wiederauftauchen
aus doppelter Sicht zu einem Ereignis .
So zunächst in herkömmlichem Sinne als, so zum einen Schletterer 1892 in der ADB,
„ S(eyfried’s) gesamter musikalischer Nachlaß in den Besitz seines Schülers Binder, Capellmeisters am Josephstädter Theater (gelangte) … Da nun auch er seit 1860 ohne Erben verstarb, besteht die Befürchtung, daß
Seyfried’s immerhin sehr wertvollen Manuscripte
möglicher Weise verzettelt wurden. “
Zum andern als, so aus neuerer Sicht Sadie, vieles zwischenzeitlich in festen Besitz gelangt zu sein scheint:
„ His works (als Schriftsteller) in manuscript and in print
are in the important libraries in Vienna . “
Letzteres ein Schlaglicht auf deren heutige Seltenheit wirft. Wie denn generell autographe Beethoveniana dem Lauf der Dinge folgend am Markt seltener und seltener und damit kostbarer und kostbarer werden. Wechselte deren importanter Bestand der Sammlung Louis Koch beispielsweise in den 1950ern zunächst noch in die Privatsammlung Bodmer, so alsbald zusammen mit dieser ans Beethovenhaus in Bonn. Womit nahezu 800 (sic!) Autographen, Originaldrucke und Briefdokumente zu Beethoven gleich einem Paukenschlag dem Markt unwiderruflich verlorengingen, unerreichbar neuer Sammellust in Gegenwart und Zukunft.
Ereignisreich schließlich auf ganz anderer Ebene, als in spektakulärer Sache, siehe unten, von der Druckfassung abweichend. Und so dürfte anstehenden Falles denn wohl auch nur noch marginal hinzukommen, wonach
1990
„ Die Institutionen der öffentlichen Hand
ihre eigenen Wertmaßstäbe (entwickeln), die leider nicht immer
dem Sammeln + Bewahren förderlich sind “
(F. H. Franken in der FAZ zum Erscheinen von „Internationales Symposium Musikerautographe“ des Instituts für Österreichische Musikdokumentation).
2007
„ Falls das Original noch nicht verkauft ist ,
würde ich mich sehr freuen , wenn Sie mir
den Preis des wertvollen Manuskriptes mitteilen würden “
(ein dem Beethoven-Haus in Bonn verbundener Musikologe in privater mail nach hier gelegentlich der Bestellung der hiesigen 1990er Manuskript-Wiedergabe nebst Transkription).
2008
Anderweitiger privater Anruf bezüglich des Seyfried-Manuskriptes
aus dem Kreise wie vor
unter Betonung von Seyfried’s Stellung + Bedeutung
im Beethoven-Kontext
A) Zum Manuskript der Biographische Notitzen im einzelnen :
35 x 21,5 cm à 36-45 Zeilen bzw., Schlußseite, 28 ZZ. + das ½ Bl. (14,3 x 21,2 cm) mit 6 ZZ., abbrechend.
(Ignaz Ritter von Seyfried.) Biographische Notitzen. Verkleinerte vollständige Wiedergabe der Handschrift nebst Transkription. Bonn, Niemeyer, 1990.
Das mit brauner Feder auf unbeschnittenem Bütten mit figürlichem + typographischem Wasserzeichen geschriebene und nahezu fließend lesbare – Transkription gleichwohl beiliegend – Manuskript ist
in sich komplett .
Bogennumeriert von I. bis IV. (I-III à 4 halbseits beschriebene Seiten, IV als einseitig beschriebenes Halbblatt) und beginnend mit – entsprechend dessen eigener Angabe –
„ Ludwig van Beethoven erblickte zu Bonn ahm 16ten December 1772 das Licht der Welt … “ (im Druck berichtigt in 17. Dez. 1770 unter Beachtung der im Manuskript vorgenommenen Satzumstellung),
endend mit
„ Wie das kunstsinnige Wien Beethovens Andenken ehrte, ist notorisch bekannt; auch Prag, Berlin, Breslau, ja die meisten Städte Deutschlands wetteiferten, dem Verewigten die letzte Huldigung darzubringen, und feyern jetzt noch alljährlich seinen Todestag auf die würdevollste Weise … Dieses (das Grabmal) wurde nun auch nach Jahresfrist beendigt, und denn feyerlich eingesegnet. / Es besteht. (Folgt Freiraum, sodann)
Über das Leichenbegängniß selbst erschien damals ein Aufsatz, dessen Authentizität von allen Augenzeugen verbürgt wird, und welcher, wörtlich abgedruckt, den Schluß dieser biographischen Scizze bilden soll.
(Folgt auf dem Halbblatt)
/: Nun wird eingeschaltet der Vorbericht zum Miserere.:/ (Folgt wiederum Freiraum, sodann)
Beylagen.
I. Rede, verfaßt von Grillparzer, und auf dem Währinger-Friedhofe gehalten von dem k.k. Hofschauspieler “
(Anschütz, doch per Seitenende zuvor abbrechend).
Obigem Hinweis auf die vorgenommene Einweihung des Denkmals folgt im Druck ein 6zeil. Zusatz über den das Restdefizit abdeckenden Franz Kirchlehner aus Nußdorf bei Wien. – Der „den Schluß … bilden soll(ende)“ Aufsatz über das Leichenbegängnis erscheint im Druck unter eigenem Titel. Statt dessen enthält der Druck 7 Schlußzeilen über (Nicht-)Verheiratetsein und Körperbau, indes das Manuskript besagtermaßen fortfährt „(Nun wird eingeschaltet der Vorbericht …)“, wohl die erst innerhalb des „Leichenbegängniß“ wiedergegebene Entstehungsgeschichte, namentlich auch hinsichtlich des Seyfried’schen Beitrages.
Ansonsten reich durchsetzt mit all jenen
begehrten reizvollen Handschriften-Zeugnissen
als da sind Streichungen, Umstellungen und Änderungen im Text selbst und, vereinzelt und auch von anderer Hand und auch in Bleistift, auf den hierfür eigens freigehaltenen jeweils halben Seiten, die sich dann überwiegend im Druck entsprechend berichtigt wiederfinden. Unter den das Manuskript nicht minder durchziehenden Höhepunkten vorweg
jene höchst importante Abweichung vom Druck

betreffend das generöse 100 Pfund-Geldgeschenk
der London Philharmonic Society ,
das den sich verarmt glaubenden Beethoven auf seinem Sterbelager vor Dankbarkeit so unsagbar erschütterte.
Am 14. März 1827, zwölf Tage vor seinem Tode, hatte Beethoven dem Freunde Moscheles geschrieben :
„ … Wahrlich ein hartes Loos hat mich getroffen! Doch ergebe ich mich in den Willen des Schicksals und bitte nur Gott stets, er möge es in seinem göttlichen Willen so fügen daß ich, solange ich noch hier den Tod im Leben erleiden muß, vor Mangel geschützt werde. Dies wird mir so viel Kraft geben, mein Loos, so hart und schrecklich es immer sein möge, mit Ergebenheit in den Willen des Allerhöchsten zu ertragen.
So mein lieber Moscheles, empfehle ich Ihnen nochmals meine Angelegenheit … “
(Kalischer 1215). – Hierzu heißt es in der Literatur :
„ Beethoven … hatte die Philharmonische Gesellschaft in London und Moscheles, der damals in England war, gebeten, für ihn ein Konzert zu arrangieren. Die Gesellschaft war großzügig genug, ihm umgehend 100 (Pfd.) zu schicken, wovon Beethoven tief ergriffen war. Sein Freund Rau erzählt:
‚ Es war herzzerreißend, ihn zu sehen, wie er seine Hände faltete
und sich beinahe in Tränen der Freude und des Dankes auflöste. ‘Durch die freudige Erregung verursacht, öffnete sich in der Nacht eine seiner Wunden … “
(Rolland 1918, SS. 128 ff.). – Entsprechend Beethoven wieder an Moscheles :
„ Mit welchen Gefühlen ich Ihren Brief vom 1. März durchlesen, kann ich gar nicht mit Worten schildern.
Dieser Edelmuth der Philharmonischen Gesellschaft ,
mit welchem man beinahe meiner Bitte zuvorkam, hat mich bis in das Innerste meiner Seele gerührt … [Sagen Sie diesen würdigen Männern daß, wenn mir Gott meine Gesundheit wieder wird geschenkt haben, ich mein Dankgefühl auch durch Werke werde zu realisiren trachten … Eine ganze skizzirte Symphonie {die zehnte} liegt in meinem Pulte, ebenso eine neue Ouvertüre … Kurz alles was die Gesellschaft nur wünscht, werde ich mich zu erfüllen bestreben, und noch nie bin ich mit solcher Liebe an ein Werk gegangen, als es hier der Fall sein wird. Möge mir der Himmel nur recht bald wieder meine Gesundheit schenken und
ich werde den edelmüthigen Engländern zeigen ,
wie sehr ich ihre Teilnahme an meinem traurigen Schicksale
zu würdigen weiß .]
… Ihr edles Benehmen wird mir unvergeßlich bleiben, sowie ich noch insbesondere Sir Smart (Sir George S., Londoner Verleger) und Herrn Stumpff (siehe unten) meinen Dank nächstens nachtragen werde … “
(Kalischer 1218). – Dieser Brief datiert vom 18. März 1827, am 26. starb er.
Und in diesem Sinne denn auch Schindler in seinem Bericht vom 12. April 1827 an den Verleger Schott Söhne in Mainz, der nach ärztlichem Rat auf des Meisters Bitte hin seinerseits eine großzügige Partie 20 Jahre alten Rüdesheimers auf den Weg gebracht hatte, „über die letzten Lebensstunden des gewaltigen Van Beethoven“ (CÄCILIA VI, SS. 309-312) :
„ Darauf bat er mich nochmals, nicht an Schott zu vergessen und auch der philharmonischen Gesellschaft nochmals in seinem Namen für das große Geschenk zu danken, mit dem Beisatze, daß die Gesellschaft ihm seine letzten Lebenstage erheitert habe, und daß er noch am Rande des Grabes der Gesellschaft
und der ganzen englischen Nation
danken werde! Gott wolle sie segnen … “
(Kalischer 1220).
Mit seiner Bitte um vermittelnden Beistand hatte sich Beethoven am 8. Februar an Stumpff (der Harfenfabrikant J. A. St., der den Meister kurz zuvor erst mit „der großen Prachtausgabe der Werke Händels“ unendlich erfreut hatte, hier irrtümlich mit Max St. übertitelt; vgl. Register und Anmerkung zu 1034) und am 22. Februar an Sir Smart und Freund Moscheles, alle London, gewandt. Sein nachfassender Brief an letzteren vom 14. März hatte sich mit dem schönen Antwortschreiben des ersteren vom 1. März gekreuzt, in dem sich Sätze finden wie
„ Wie sehr mich die Nachricht erschreckt und mit Schmerzen durchdrungen … kann ich mit Worten nicht ausdrücken! … oft stehe ich im Geiste in der Stube an dem Bette des Leidenden und frage so offen, so ängstlich den Arzt … und möchte ihm gerne die Versicherung abnöthigen, daß die Krankheit nicht gefährlich, und daß der Kranke bald gänzlich wiederhergestellt sein würde! … könnten heiße herzliche Wünsche eines Freundes die Genesung bewirken, so würden die Herzen Ihrer Verehrer bald auf den Wogen einer Ihrer Brust entströmten Dank=Symphonie zu dem sich erheben, der nur allem helfen kann …
Ihrem Wunsche gemäß, habe ich ohne den geringsten Verzug die Hrn. G. Smart und Moscheles für die gute Sache gewonnen, sowohl als die Direktoren der Philh. Gesellschaft davon benachrichtigt, worüber dann sogleich berathschlagt wurde:
daß fürs erste ( sic! ) eine Summe von 100 Pfund
sogleich an den Baron Rothschild hier eingehändigt, mit der Bitte solche mit ersterer Post an Baron Rothschildsche Haus in Wien zu remittiren … “
(Kalischer 1200). – Hierzu berichtet Seyfried
nur hier im Manuskript ,
also auch nicht zuvor 1828 in der „Caecilia“, daß der Jugendfreund Stefan von Breuning als nur wenige Wochen später (4. 6. 1827) seinerseits verstorbener lebenslanger Vertrauter und nunmehriger Vormund des Neffen Karl diese nicht mehr in Anspruch genommene Gabe zurückgegeben habe :
„ Das Gesammt-Vermögen belief sich beyläufig auf 20000 fl – im Druck benannt mit 9000 fl. Conv. Silbermünzen zuzgl. 125 St. Duc. Außenstände – , wodurch das Gerücht: daß B. nahe daran war, Mangel zu leiden, bündig entkräftet wird.
Aus diesem Grunde wurde auch die aus England
großmüthig überschickte Unterstützung von
(nicht genannten 100) Pfund Sterling
durch den Testamentsvollstrecker H. Hofrath von Breuning ,
mit dankbarer Erkenntlichkeit remittirt . “
Diese in Verbindung mit
einem der bewegendsten Momente im Leben Beethoven’s
stehende
England-Passage von schönster Aussage ,
zu der im Manuskript auch keine Änderung erfolgte,
fehlt im Druck .
Bezüglich Testamentsvollstreckung seien in diesem Zusammenhang gleichwohl Beethoven’s Briefe an seinen juristischen Vertrauten Dr. Johann Baptist Bach vom 6. März 1823 + 3. Januar 1827 (Kalischer 879 + 1199) sowie Kalischers Fußnote zum Codizill vom 23. März 1827 (K. 1219) nicht übersehen. Wie auch nicht die von von Breuning und Schindler als ersuchte Zeugen unterzeichnete Erklärung Beethoven’s gegenüber Schott’s Söhne vom 20. März 1827 als Anhang zu eben obigem Brief 1220, begleitet von Kalischers résumé
„ Die englische Nation und die Firma Schotts Söhne in Mainz blieben also als
erhebendste Schlußerinnerung im Wesen des sterbenden Beethoven
zurück “.
Als Forschung und Allgemeinheit gleichermaßen faszinierend des weiteren herausgehoben der hier gleichfalls
erstmalige Bericht
über die die Literatur als geradezu legendär bis heute beschäftigende Improvisationsmächtigkeit Beethoven’s. Wie Generationen später seitens von Dommer’s für die ADB rekapituliert :
„ Namentlich der hinreißenden Gewalt seiner Improvisation hat nicht leicht jemand widerstehen können, das bestätigen
aus seinen Biographien bekannte Erzählungen . “
Und Reclams Konzertführer konstatiert noch heute :
„ Seine Kunst , frei zu fantasieren ,
wird als einzigartig geschildert . “
Dazu Seyfried’s Erinnerung ( Nohl :
„ Jetzt aber folgt die Scene eines Ringkampfes … “ )
als Ohren- und Augenzeuge von Anfang an ,
also auch bei den Soirees im Hause Wetzlar (Baron Raymund von W., Protecteur Mozart’s, zu dessen „wahren guten Freunden“ der „reiche getaufte Jud“, so M. im Brief vom 24. 11. 1781 an den Vater, gehörte, der auch Wölfl beste Empfehlungen mitgegeben hatte), auf denen Beethoven und Joseph Wölfl (Salzburg 1772 – 1812 oder 1814 bei London, „Clavierspieler außerordentlichster Art“, ADB; Beethoven widmete ihm seine 1796er Klaviersonate, Die „verliebte“ Sonate, op. 7) miteinander wetteiferten, eigens geführt als Ereignis sui generis in Kerst’s periodischer Auflistung,
„1798. Klavierwettkampf mit dem Virtuosen Wölffl .“ :
„ Dort verschaffte der höchst interessante Wettstreit beyder Athleten nicht selten … einen unbeschreiblichen Kunstgenuß; jeder trug seine jüngsten Geistesproducte vor; bald ließ der Eine oder der Andere den momentanen Eingebungen seiner glühenden Phantasie freien, ungezügelten Lauf; bald setzten sich beyde an zwey Pianos. improvisirten wechselweise über gegenseitig sich angegeben Themas, und schuffen also gar manches vierhändige Capriccio, welches, hätte es im Augenblicke der Geburt zu Papier gebracht werden können, sicherlich der Vergänglichkeit getrotzt haben würde. —
„ An mechanischer Geschicklichkeit dürfte es schwer, vielleicht unmöglich gewesen seyn, Einem der Kämpfer vorzugsweise die Sieges-Palme zu verleihen … Im Phantasieren verleugnete Beethoven schon damals nicht seinen mehr zum unheimlich Düsteren sich hinneigenden Charakter; schwelgte er einmal im unermeßlichen Tonreich, dann war er auch entrissen dem Irrdischen … jetzt brauste sein Spiel dahin gleich einem wild schäumenden Cataract, und der Beschwörer zwang das Instrument mitunter zu einer Kraftäusserung welcher kaum der stärkste Bau zu gehorchen im Stande war; nun sank er zurück, abgespannt, leise Klagen aushauchend … wieder erhob sich die Scala, triumphirend über vorübergehendes Erdenleiden, wandte sich nach oben in andachtsvollen Klängen … Doch, wer vermag zu ergründen des Meeres Tiefe? Es redet in geheimnisreicher Sprache, deren rethselhafte Hierogliphen nur der Eingeweihte zu lösen ermächtigt ist! —
„ Wölfl hingegen, in Mozarts Schule gebildet blieb immerdar sich gleich; nie flach, aber stets klar, und eben deswegen der Mehrzahl zugänglicher … Noch ein ganz eigenthümliches Vergnügen erwuchs dabey dem vorurtheilsfreyen, unbefangenen Beobachter im stillen Reflectieren beyder Mäcenaten (Fürst Lichnowsky von der Beethoven-, Baron von Wetzlar von der W.-Partei). Wie sie in gespannter Aufmerksamkeit den Leistungen ihrer Schützlinge lauschend folgten, beyfallspendende Blicke sich zusandten … “
Dies also nun hier als Autograph
eines solchermaßen begnadeten Dabeigewesenen !
Der im übrigen auch schon gleich zu Anfang vorwegnehmend hierzu vermerkt :
„ Aber das eigentliche Feld der Ehre des genialen Kunstjüngers war die freie Phantasie und die Fertigkeit, ein aufgegebenes Motiv zu bearbeiten, und thematisch durchzuführen; worin er, wie Gerber (Lexikon der Tonkünstler, 1812/14) … erzählt, zu Cöln, vor den gelehrten Componisten Junker aus dem Stehgreife eine höchst ehrenvolle Probe ablegte. “
Die Quelle des direkt Mitbeteiligten
– auch in puncto nicht in die „Biographische(n) Notitzen“ eingeflossener physiognomischer Beobachtungen diente Seyfried als solche – ist dieser aber auch für das Desaster der ersten Fidelio-Aufführungen, worüber er in den hiesigen „Biographischen Notitzen“ berichtet :
„ Der jetzt zu einem europäischen Ruf gelangte Fidelio ging damals unter einer keineswegs glücklichen Constellation in die Scene … Auch für die Prager-Bühne entwarf B. eine neue, minder schwierige Ouverture … Im Verlauf der nächsten Jahre wählten die Regisseure des Kärtnerthortheaters … diese Oper zu ihrer Benefice-Vorstellung. Sie erhielt nunmehr ihre jetzige Gestalt, sie wurde in 2 Akte abgetheilt, und mit der imposanten Ouverture in E Dur ausgestattet. Aber auch diese war am ersten Abend (23. 5. 1814) noch nicht complett ausgeschrieben, und mußte Aushilfsweise durch jene zu den Ruinen von Athen … supplirt werden. “
In diese unerhörteste Schaffensperiode
– für die von Dommer in der ADB die Zeit von 1800 bis etwa 1812/13 sieht, indes sich Rolland näher am Meister selbst orientiert :
„ The Eroica and the Appassionata were in Beethoven’s eyes the culminating peaks of his genius. Speaking generally, the works of this period of three years (1803-1806) remain his favourites until near his death … Among these privileged works Leonora occupies a special position. He placed it on the same height as the others, and he loved it more because it had suffered more … It is one of the Great Days of music. It inaugurates an era “ (Beethoven the Creator, 1929, SS. 207 + 101). –
also fällt
der enge Kontakt zwischen Beethoven und Seyfried ,
dessen Skizzierung die anstehenden „Biographischen Notitzen“ enthalten.
„ Von diesem Zeitabschnitte an datirt sich hauptsächlich der innige Freundschaftsbund mit dem Herausgeber dieser Blätter. Wir herbergten unter einem und demselben Dache, waren tägliche Tischgenossen … Alles was sein nie ruhender Genius in dem beschränkten Raum zweyer Jahre (Anmerkung: in teils erst Ansätzen) erschuf – die wundervolle Leonore, das Oratorium: Christus am Oehlberge, das Violin-Concert, die Sinfonia eroica, und pastorale, so wie jene in C-moll, die Pianoforte=Concerte in G, Es, und C-minore, welche er sämmtlich für mehrere, zu seinem Vortheile veranstalteten Academien setzte, und
„ mit dem , unter meiner Leitung stehenden ,
sehr tüchtigen Orchester produzirte , –
alle diese Bürgen der Unsterblichkeit war ich so glücklich ,
zuerst bewundern zu können . “
Mit den Geburtswehen dieser Kinder ist von Seyfried’s Name auf immer mitverbunden. Wir müssen uns dies vor Augen halten, wenn wir uns der geistigen Ein-, sprich Wertschätzung dieses Autographs nähern wollen .
Der Erhaltungszustand
gesamthaft bestens bei leichter Bräunung der ersten + letzten Seite, kleinen Bugfaltenhinterlegungen und solchen von zwei unwesentlichen kleinen Tintendurchbrüchen. Adäquat hierzu denn auch
Die Präsentation

in allseits eingeschlagener, vitrinenwirksamer Ziegenleder-Mappe mit dem
facsimilierten Titel
„ Biographische Notitzen. (über) Ludwig van Beethoven “
in Blindprägung .
Würdig seines hohen Ranges als eines einzigartigen Dokumentes
„ eine(r) der fruchtbarsten Perioden

des abendländischen Musiklebens “
(Frankfurter Allgemeine Zeitung).
B) Zum Manuskript der ineinanderübergehenden Charakterzüge und Anekdoten im einzelnen :
À 17-30 Zeilen in brauner Feder auf 5 (4 beidseits beschriebenen) Blatt Bütten, davon die vier großen (23,8-24 x 18-18,5 cm) auf Formular-Papier mit geglätteter Mittelfalte bei 1seit. Aufdruck
„ Orchester=Rapport / aus dem kais. königl. priv. Theater / an der Wien. (dem Seyfried über Jahrzehnte als Kapellmeister angehörte) / vom 180 “ bzw. „ Orchester=Rapport. / Probe oder Vorstellung / Ganz ausgebliebene Mitglieder / Zu spät gekommene. / Zu früh gegangene. / Anmerkungen. “
sowie 4 einseits beschriebenen Blatt auf blauem Umschlag-Papier (21,4-22 x 12-12,5 cm; geglättete Mittelfalte) der von Seyfried mitherausgegebenen
„ Cæcilia / eine Zeitschrift / für die / musikalische Welt / herausgegeben / von einem Vereine von Gelehrten / Kunstverständigen und Künstlern. “
der Nrn. 3-6, Mainz, Schott, 1824/25. – Nahezu fließend lesbar , Transkription gleichwohl beiliegend. – Bis auf 1 aber gleichfalls gesetzte Seite vom Setzer als Zeichen des Erledigtseins kreuzweis mit Bleistift durchgestrichen, doch nur auf dem blauen Papier deutlicher sichtbar, ohne indes wirklich zu stören und ganz gegenteilig Merkmal der bei Autographen so geschätzten Spuren der Arbeit und des Werdens. Diesbezüglich denn auch Seyfried’sche Berichtigungen in Form von Einschüben , Wort- und Zeilenstreichungen Kenner wie Puristen auf ihre Kosten kommen lassen. – Von einigen Kleineinrissen im Oberrand zweier Blaublätter und einem hellen Papierrest am Außenrand eines weiteren abgesehen von tadelloser Erhaltung.

Präsent hier als in sich abgeschlossene Passagen an Hand der von Pierson besorgten 1853er Neuausgabe im Anschluß an die Biographische Notitzen (SS. 3-10) die Eingangsseiten 14 bis 19, Absatz 1 mit deren im Druck als selbständig markierten 8 ersten Berichten, nämlich
„ Beethoven brachte die Sommermonate alljährlich auf dem Lande zu … (1)
Als der Meister seine Phantasie mit Orchester und Chor das erste Mal öffentlich zu Gehör brachte … (2)
Jemand sendete Beethoven eine Neujahrskarte … (3)
Je mehr der Mangel des Gehörsinns und die im Verlauf seiner letzten Lebensjahre … (4)
Im Dirigiren durfte unser Meister keineswegs als Musterbild aufgestellt werden … (5)
Als Beethoven noch nicht mit seinem organischen Gebrechen behaftet war … (6)
Unser Beethoven gehörte schlechterdings nicht zu den eigensinnigen Componisten … (7)
Als Beethoven an seinem Fidelio componirte … ” (8)
sowie der große Schlußakkord der Seiten 26/27
„ Beethoven war, im eigentlichsten Sinne des Wortes, ein echter Deutscher … sogar das exotische Wörtlein: Pianoforte versuchte er auszumerzen, und wählte dafür den bezeichnenden Ausdruck: Hammer-Clavier als zweckmässig passenden Stellvertreter … “ (9)
Entsprechend hatte der Meister mit Brief vom 23. Januar 1817 Steiner & Comp. in Wien verpflichtet, „daß hinfüro auf allen unsern Werken, wozu der Titel deutsch, statt Pianoforte Hammerclavier gesetzt werde …
Statt Pianoforte Hammerclavier –
(Zentrierung im Original) womit es sein Abkommen einmal für allemal hiermit hat“ (Kalischer 618 unter zusätzlichem Bezug auf hiesige Seyfried-Passage sowie dem Bemerken „Die Verdeutschung erhielten gleichwohl nur die Sonaten in A [op. 101] und B-Dur [op. 106]“).
Die (9) vorangehende lange Passage der Griesinger’schen Überlieferung, Seiten 23 unten bis 26 oben, als spätere Pierson-Ergänzung (siehe Bettina von Seyfried, a. a. O., S. 63, Abs. 3) nicht Gegenstand der Seyfried’schen Arbeit und damit auch keine Auslassung innerhalb dessen anstehenden Manuskriptes.
Beginnend also mit dem Aufbruch in die Sommerfrische nach Mödling behufs dessen „ein vierspänniger Lastwagen mit wenig Mobilien zwar, dagegen aber mit einer ungeheuern Wucht von Musikalien befrachtet (wurde) … und der Besitzer dieser Schätze marschirte seelenvergnügt, per pedes Apostulorum, voraus …“. Doch kaum war die freie Natur erreicht, als der Meister auch schon alles um sich herum vergaß … Per pedes Apostulorum. Hier die Anfangs-,
in Horst Seemann’s großartigem 1976er DEFA-Film
Beethoven – Tage aus einem Leben die Schluß-Szene :
der umzugsfreudige Beethoven marschiert seinem Umzugswagen hinterdrein , unbeeindruckt von allem um ihn herum – einem automobilen Boulevardverkehr des fortgeschrittenen 20. Jahrhunderts.
Und hiesige vierte Passage auf ihren zwei prallen Großseiten inspirierte Seemann zu seiner
umwerfenden Dinner-Szene „ Die Suppe , die Suppe “
Der Meister als Koch Mehlschöberl !


Hier denn die Quelle dieser famosen Anekdote ,
gespeist gleichwohl aus lange zurückliegenden Tagen. Denn bereits um 1799 endete der Meister ein humorvolles Billett an den Kollegen Hummel mit „… Dein Beethoven / auch Mehlschöberl genannt“ (Kalischer 28 nebst der Anmerkung
„ … Sehr interessant ist es, hieraus zu erkennen, daß der lustige Beiname Beethovens als ‚Mehlschöberl‘ schon im Freundeskreise dieser Zeit gang und gebe zu sein schien. In einer beliebten Burleske ‚Das lustige Beilager‘ spielt der ‚Koch Mehlschöberl‘ eine hervorragende Rolle. Wie uns nun Ignaz v. Seyfried erzählt, gefiel es Beethoven in den letzten Zeiten seines Erdenwallens zuweilen …“
Köstlichkeit 5 denn führt den Meister aus dem Kreis seiner Mittagsgäste zurück vors Orchester, vor dem er bald „immer kleiner wurde und beym pianissimo so zu sagen unter das Taktirpult schlüpfte. So wie die Tonmassen anschwellten, wuchs auch er wie aus einer Versenkung empor, u. mit dem Eintritte der gesammten Instrumentalkraft wurde er, auf den Zehen=Spitzen sich erhebend, fast riesengroß und schien, mit beyden Armen wellenförmig rudernd, zu den Wolken hinaufschweben zu wollen … Bey zunehmender Harthörigkeit entstand freylich öfters ein derber Zwiespalt … Auch kam ihm in solchen Fällen das Auge zu Hülfe; er beobachtete nehmlich den Strich der Bogeninstrumente, errieth daraus die eben vorgetragene Figur, und fand sich bald wieder zurechte.“
Überlieferung 6 verso desselben Blattes wie voriges Hochkarätiges bleibt vor Ort und beileibe nicht hinter jenem zurück, doch nun als Publikum von Kollegen-Darbietungen, „gerne und wiederholt Opern=Vorstellungen; besonders jene in dem damals so herrlich florirenden Theater an der Wien; mitunter wohl auch der lieben Bequemlichkeit zu Nutz u. Frommen, da er gewissermassen nur den Fuß aus seiner Stube („Wir herbergten [zu jener Zeit] unter einem und demselben Dache, waren tägliche Tischgenossen“, so Seyfried in seinen Biographische Notitzen), und ins Parterre hinein zu setzen brauchte. Dort fesselten ihn vorzugsweise Cherubini’s und Mehul’s Schöpfungen, welche gerade in selber Epoche anfingen, ganz Wien zu enthusiasmiren. Da pflanzte er sich denn hart hinter die Orchester=Lehne, und hielt, stumm wie ein Öhlgötze, bis zum letzten Bogenstrich aus. Dieß war aber auch das einzige Merkmal, daß ihm das Kunstwerk Interesse einflößte; wenn es ihm im Gegentheile nicht entsprach, dann … Ueberhaupt war es schwer, ja rein unmöglich, aus seinen Mienen Zeichen des Beyfalls oder des Mißbehagens zu entziffern; er blieb sich immer gleich, scheinbar kalt, und eben so verschlossen in seinen Urtheilen über Kunstgenossen; nur der Geist arbeitete rastlos im Innern; die animalische Hülle glich einem seelenlosen Marmor … dagegen das Anhören einer recht erbärmlich schlechten Musick … er auch mittelst eines brüllenden Gelächters proclamirte. Jedermann, der ihn genauer kannte, weiß (1853 wird es bei Pierson „wußte“ heißen!), daß er in dieser Kunst nicht minder Virtuose vom ersten Range war; nur schade … da er zum öftern die eigenen geheimsten Gedanken und Einfälle zu belachen geruhte, ohne weiters Rechenschaft darüber zu geben. “
Überlieferung 7 schließt sich auf einseits beschriebenem separaten Großblatt adäquat wie folgt an :
„ … Wenn er nun aber gewahrte, wie die Musiker in seine Ideen eingingen, mit wachsendem Feuer zusammenspielten,
von dem magischen Zauber seiner Tonschöpfungen
ergriffen , hingerissen , begeistert wurden ,
dann verklärte freudig sich sein Antlitz, aus allen Zügen strahlte Vergnügen und Zufriedenheit, ein wohlgefälliges Lächeln umspielte die Lippen, und ein donnerndes: ‚Bravi tutti!‘ belohnte die gelungene Kunstleistung.
Es war des hehren Genies erster und schönster Triumph=Moment ,
gegen welchen, wie er unumwunden gestand, selbst der Beyfalls=Sturm eines großen, empfänglichen Publikums im Schatten stand … kam aber, besonders in den Scherzo’s seiner Symphonien beym plötzlich unerwarteten Taktwechsel, alles auseinander, dann schlug (er) eine dröhnende Lache auf, versicherte: ‘er hätte es gar nicht anders erwartet; hätte schon zum voraus darauf gespitzt’ und äusserte eine fast kindische Freude, daß es ihm geglückt: ‚so bügelfeste Ritter aus dem Sattel zu heben.‘ ”
Sammler hört die Fanfare ! So nur bläst ein Dabeigewesener !
Achtens weiteres der frühen Jahre oder Seyfried assistiert dem Mästro bei den Klavierkonzerten 3-5
„ Als B: an seinem Fidelio componirte, domicilirte er, wie bereits in den biographischen Notitzen erwähnt wurde, in den Wohngebäuden des Theaters an der Wien, und veranstaltete mehrere Academien, die sowohl durch die Einführung seiner neuesten Geistesproducte, als durch das eigene Meisterspiel das höchste Kunst=Interesse gewannen. Beym Vortrag der Pianoforte=Concerte in C-moll, G und Es, lud er mich /: den Herausgeber nehmlich /: freundschaftlich zum Umwenden ein, und ergötzte sich an meiner Verwunderung, als ich in der aufliegenden Stimme, trotz der bewaffneten Augen, ausser dem Schlüssel, der Vorzeichnung und verschiedenen, über das Blatt hinlaufenden Kreuz= und Querstrichen wenig mehr als Nichts zu gewahren im Stande war. Er hatte sich nehmlich, einzig zur Erinnerung, blos die Ritornelle und die Eintritte der Solos mittelst nur ihm verständlicher Zeichen notirt … Bei solcher Gestalt der Sachen wurde also zwischen uns der Accord geschlossen, gemäß welchem ich jedesmal vor Beendigung einer Seite zum vertiren avisirt werden sollte. Während der Production jedoch konnte der damals noch so lebenslustige, für jeden harmlosen Scherz, und unschuldige Neckerey immerdar gestimmte Meister, sich die Lust nicht versagen, mich recht in die Enge zu treiben, und das verabredete Signal so lange als möglich, meistens bis zum letzten Entscheidungsmoment hinauszuschieben … “
Neuntens + Schluß : der politisierende Beethoven und – nochmals Horst Seemann !
„ Wiewohl der lateinischen, französischen und italienischen Sprache vollkommen mächtig, auch im Englischen kein Fremdling (fehlt im Druck, gleichwohl dokumentiert mit Brief an Ferdinand Ries in London vom 9. Juli 1817 [Kalischer 637] betreffend den für spätestens Januar 1818 vorgesehenen Aufenthalt bei der London Philharmonic Society:
‚7tens: Noch bitte ich die … Bestätigung in englischer Sprache … ‘
[Sperrung nicht im Original]), bediente er sich dennoch, wo es immer nur angehen mochte, am liebsten seines vaterländischen Idioms. Hätte er seinen Willen durchsetzen können, alle seine Werke würden mit deutschen Titelblättern gedruckt erschienen seyn … Unter Deutschlands Dichtern war und blieb Göthe sein Liebling. Auch in andern schönen Künsten und Wissenschaften besaß er, ohne damit zu prunken, mehr denn oberflächliche Kenntnisse;
besonders gerne sprach er im trautlichen Zirkel
über politische Gegenstände sich aus ,
mit solch hellem Überblick ,
richtiger Auffassung , und klarer Ansicht ,
wie man es dem, nur in und für seine Kunst lebenden diplomatischen Proselyten nimmermehr zugetraut hätte. “
Wie steht er uns vor Augen , Horst Seemanns Zuträger bei Metternich berichtend , was der Beethoven abends zuvor im Wirtshaus wieder Unbotmäßiges geäußert habe und sich sagen lassen muß , was de Gaulle in Sachen Sartre’s zu sagen pflegte : ich kann doch Voltaire nicht verhaften ! Womit Seemann natürlich zugleich seinen Ost-Berliner Bonzen die roten Schienbeine traktierte .
Ohne Zweifel ,
das Kern-Manuskript der Charakterzüge und Anekdoten .
Schließend mit der Einschätzung
„ Während eine halbe Welt wiederhallt in Lob und Preis des verklärten Sängers, sind (im Druck ‚dürften‘) nur Wenige seinen hohen Menschenwerth im vollsten Umfange zu würdigen fähig … Weil die Mehrzahl … den inliegenden herrlichen Kern gar nicht einmal entfernt ahnen konnte … “
Ignaz von Seyfried war einer dieser Wenigen .
Es weht uns an aus seinen Zeilen , seine Schriftzüge beginnen zu atmen , spiegeln wider , welche Anteilnahme hier die Feder geführt hat . Damit aber Saiten zum Klingen bringend , wie sie nur eine Handschrift zu rühren vermag .
Wie sehr denn auch dem Beethoven-Gefährten der namentlich so überaus wichtigen und damit kostbaren frühen Jahre sein Schluß am Herzen lag , offenbart der Nachtragssatz dieser letzten Manuskriptseite , mit dem er Ludwig van’s „besten aller Tobiasse“ , dem gemeinsamen Freunde Haslinger als Verleger auch der Studien im Generalbasse – nur hier per Manuskript ! – nahelegt
„ /: Vorstehendes könnte vielleicht am glücklichsten
den gänzlichen Schluß der Anekdoten und Charakterzüge bilden. :/ “
Wie denn geschehen und somit auch hier vorliegend.
Und welchen Ranges Seyfried sich zu seiner Zeit erfreute, belegen die 1700 Aufführungen seiner Eigen-Kompositionen, womit er „bei weitem an der Spitze (stand), gefolgt von Wolfgang Amadeus Mozart mit 400“. Seine bleibende kompositorische Leistung indes sah Schletterer vor 100 Jahren in seinen Kirchen-Kompositionen, um mit den Worten zu enden :
„ Er war ein ebenso großer Künstler als liebenswürdiger Mensch .
Sein Porträt , von Kriehuber lithographiert , erschien (1829) in Wien .“
(Das von Alois Martin Stadler, 1792-1841, geschaffene Bildnis
erschien als Lithographie 1846 bei J. Höfelich.)
All diesem entsprach die Anzahl (92) seiner bis aus Petersburg, Moskau, Odessa, Amsterdam, Hamburg, Kopenhagen, Mailand und auf teils klangvolle Empfehlungen hin seit 1803, im wesentlichen aber wohl erst nach 1825, um ihn versammelten Schüler.
Sein Leichenbegängnis gestaltete sich „unter einem ungeheuren Zudrange von Menschen aus allen Volksklassen“ entsprechend. Und das „Österreichische Morgenblatt“ vom 1. September 1841 reihte ihn ein
„ in die Gesellschaft der unsterblichen Tonkünstler
Beethoven und Franz Schubert …
Er ist in ihrem Bunde der Dritte ‘ …“
Seinen Klavierunterricht hatte er nach Philosophie- und Jurastudien bei W. A. Mozart und L. Koželuch erfahren, während ihn Joh. Gg. Albrechtsberger (1736-1809), der berühmte Theoretiker und Lehrer auch Beethovens, Hoforganist und Kapellmeister am Stephansdom in der Kompositionslehre unterwiesen hatte, wie auch der ihm freundschaftlich verbundene P. von Winter. 1797-1801 war er Kapellmeister an E. Schikaneders Freihaus-Theater, anschließend, bis 1825, am Theater an der Wien.
„ Seit 1803 (Nohl: seit 1800, Thayer von 1802-1805) war er mit Beethoven befreundet (‚zu dessen wärmsten Verehrern er zählte‘, ADB) und
dirigierte 1805 ( recte 1806 )
die beiden Aufführungen der zweiten Fassung des ‚Fidelio‘ “
(Honegger-Massenkeil).
Über gedachte Stabführung als Ganzes, oder auch nur teilweise (Kinsky-Halm: Leonoren-Ouvertüre III) unter Einschluß auch der Uraufführung und ihrer beiden Wiederholungen 1805 urteilt die Literatur unterschiedlich. Die zeitgenössischen Rezensionen sind diesbezüglich so wenig ergiebig wie die Erinnerungen der Zeitgenossen zuverlässig erscheinen. Und Bettina von Seyfried übt sich insbesondere auch zur Frage bestimmter Aufführungen in größter familiärer Zurückhaltung, verweist aber auf Seyfried selbst und dessen Mitteilung in der „Caecilia“ (1828, S. 219):
„ Die Symphonien und Concerte, welche (Beethoven) bei seinen Beneficen im Theater an der Wien zum erstenmale producirte, das Oratorium, und die Oper, studierte ich selbst, nach seiner Angabe, mit dem Sänger-Personale ein, hielt alle Orchester-Proben, und leitete persönlich die Vorstellungen. “
Wie denn schon mit obigem Beethoven-Brief vom April 1806 betreffend Fidelio dokumentiert.
Gesichert schließlich, daß er die Choralmusik zur Totenmesse schrieb, die dann auch sein eigenes Leichenbegängnis begleitete. „Nach der heiligen Einsegnung wurde der Leichnam auf einem vierspännigen Paradewagen unter Fackelbegleitung … auf den neuen Währinger Friedhof hinausgeführt“ (B. v. S., Seite 36).
Dies denn also der Mann, dem wir das vorliegende Autograph dieses
zeitgenössischen Dokumentes
von großer Wärme
und Schönheit des Ausdruckes
verdanken. Dessen Schriftzüge zumindest mit widerspiegeln, welche Anteilnahme hier die Feder geführt hat. Damit aber Saiten zum Klingen bringend, wie sie nur eine Handschrift zu rühren vermag. Denn
„ nur von der Seele her … kann die Schönheit
und der geistige Wert der Autographen
verstanden werden “
( Stefan Zweig ) .
Als musikalischer Schriftsteller – schreibt Wurzbach – „veröffentlichte (er) meist anonym (wie auch hier) …
„ In allen diesen … Artikeln sind ein rechter Schatz treffender Bemerkungen und den Gegenstand gründlich erfassender Urtheile, ferner in Biographien zuverlässige Beiträge niedergelegt. “
Speziell anstehenden wertet v. Dommer als eine jener
„ nicht lange nach (Beethovens) Tode erschienenen Schriften von Personen, die ihn noch gekannt haben und ihm nahegestanden haben … als Zeugnisse Mitlebender … (aus denen) man … sein Charakterbild doch am deutlichsten (wird) sich zusammensetzen können. “
Und da neben Seyfried’s Beitrag in der „Cäcilia“ praktisch auch kein zeitungsbiographisches Material existiert, nicht einmal Grillparzers Grabrede diesbezügliches enthält – Nekrologe der Leipziger musikal. Zeitung vom 28. 3. + der Berliner Nachrichten vom 5. 4. 1827 machen in Seyfrieds 1832er Anhang ganze 1½ bzw. 2½ SS. aus – , genießt Seyfrieds für „Notizen“ recht umfangreiche Niederschrift gegenüber Schlosser die Qualität der auf einem „über drei Decennien bestandene(n) freundschaftliche(n) Verhältnis“ fußenden Authentizität. Gestützt zudem von einer „Bruderschaft in Apollo“
(so Beethoven im Herbst [?] 1822 an Seyfried :
„ Mein lieber werther Bruder in Apollo!
Meinen herzlichen Dank für die Mühe, welche Sie sich um mein menschliches Werk gegeben, und ich freue mich, daß auch das Gelingen allgemein anerkannt geworden; ich hoffe, daß Sie mich nie vorbeigehen, wo ich im Stande bin, Ihnen mit meinen geringen Kräften zu dienen. Die löbl. Bürgerschaftscommission ist ohnehin von meinem guten Willen genugsam überzeugt; um ihr diesen neuerdings zu bethätigen, werden wir uns einmal freundschaftlich besprechen, auf welche Art ihr am besten gedient sei. – Wenn Meister wie Sie an uns Theil nehmen, so dürfen die Schwingen wohl nie lahm werden.
Mit herzlicher Hochachtung Ihr Freund
Beethoven. “
[Kalischer 849 mit dem Bemerken „Es war 1822 als Beethoven zu Ende September seine große fugierte Ouvertüre in C-dur zur Eröffnung des Josefstädter Theaters zur Aufführung brachte … In einem Konzert für den Bürgerspitalfonds, das Seyfried dirigierte, ward diese Ouvertüre ebenfalls zur vollen Zufriedenheit des Meisters vorgeführt. Seyfried erwarb sich so dieses enthusiastische Anerkennungsschreiben Beethovens … “] )
als einem Sockel der älteren Bekanntschaft, der gemeinsamen Arbeit, der Hausgenossenschaft während, es sei wiederholt,
„ one of the Great Days of music , “
wie unter den Biographen somit ausschließlich Seyfried qualifizierend, dessen gutes und herzliches Verhältnis zu Beethoven „in der Tat aus (dessen) Briefen hervor(geht)“ (Nohl). Dies alles denn also
die nachvollziehbaren Kriterien
anstehenden Manuskriptes, betreffend
die miterlebte Biographie
eines Lebens, von dem es 165 Jahre nach dessen Ende heißt :
„ From the day he died, Beethoven has been immortal. Other composers – Bach, Mozart, Schubert, Bruckner, Mahler – took years and years to achieve similar status … ‚No living man (so Grillparzer’s Grabrede, siehe oben) enters the halls of immortality. The body must die before the doors are opened. He whom you mourn is now among the greatest men of all time. Unassailable forever‘ … for it is a reminder that in Beethoven’s genius there was indeed ‚the surest promise of immortality‘. Is Mozart similarly blessed? Is Bach or Schubert, or any of the other composers whose music we continually celebrate and to whom posterity has awarded the worth of greatness? The answer, I think, is no. At least, I don’t believe that Mozart and all are immortal in the same way that Beethoven is … And (so) it is no wonder that Beethoven’s exalted position has never been seriously threatened … it seems that many of the ideas born of that spirit took permanent hold in Western Culture … Beethoven was of his time, but he is also of our time, more so than any of his mates in the Great Composer’s Hall of Fame. Eighteen years after his death he was memorialized in Bonn, 165 years after his death he is being memorialized in St. Louis, probably for the same reasons “
(James Wierzbicki, St. Louis Post-Dispatch, September 13, 1992).
Und von dem ganz in eben diesem Sinne Jahrzehnte zuvor Oswald Spengler hinsichtlich der Möglichkeit einer Definition der Seele respektvoll vergleichend geschrieben hatte „Eher ließe sich ein Thema von Beethoven mit Seziermesser oder Säure zerlegen …“
(Untergang des Abendlandes I [1923], 386).
Und für einen der bewegendsten Momente im Leben eben dieses Unsterblichen denn
obige druckunbekannte Passage
nur hier
im Manuskript der Biographische(n) Notitzen. In Verbindung mit einer ganz großartig noblen Geste. Der der London Philharmonic Society. Die „der Sterbende … über Land und Meer um Hilfe“ angerufen hatte (Stefan Zweig, Sinn und Schönheit der Autographen).
Handschriftlich hier von dem Manne, dem man seinerseits nachrief :
„ Ihr aber Freunde
schenkt (Ignaz von Seyfried’s) Andenken eine Träne ,
er war nicht nur ein großer Künstler ,
er war auch ein – großer Mensch !
Sein ganzes Leben “
(August Schmidt 1841 in dem sich über drei Ausgaben erstreckenden Nekrolog in der „Allgemeine(n) Wiener Musikzeitung“, dann nochmals, unwesentlich verändert, 1848, in dessen „Denksteine“, zitiert nach B. v. Seyfried).
Angebots-Nr. 15.767 / Preis auf Anfrage
niemeyer’s – wo ein mehr das tun bestimmt
„ Vielen Dank für Alles, liebe Grüße und schönes Wochenende von der Mosel Herzlichst “
(Frau A. B., 4. April 2003)





