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Der die Grundlage schuffür die Königin unter den Ridinger-SammlungenMit autographer Widmung eben des Sohnes + SammlersGutmann, Wilhelm Ritter von. Aus meinem Leben. Als Manuskript gedruckt. Neudruck nach der Originalausgabe des Jahres 1891. Wien, Carl Gerold’s Sohn, 1911. 140 SS., die ersten vier + letzten drei weiß. Dunkelgrüner HMaroqu.-Bd. mit besonders breiten Maroqu.-Ecken mit von 3facher Goldfilete abgesetztem Marmor-Deckelbezug, reicher Rückenverg. incl. Autor-/Titelprägung, Marmor-Vorsatz + hellgrünem Lesebändchen. Goldschnitt. (Ferdinand Bakala, Erzh. Kammerlieferant, Wien, IV. Belvedergasse 21.) – Santifaller II, 112. Die schöne bibliophile Ausgabe
auf breitrandigem schweren, vélinartigem Maschinen-Bütten mit Wz. im Einband des erzherzoglichen Buchbinders Bakala
mit dessen von Wappen begleiteter Goldprägung im Innern des Vorderdeckels und der hs. Widmung Rudolf von Gutmann’s
„ Mr. Leonard Kuring (?) in / aufrichtiger Verehrung / Gewidmet / … / März 1932 “ auf Seite 3 (weiß). – Rücken zu hellerem Braun verblichen, sonst tadellos. – Selten , kein Exemplar beider Ausgaben auf der 1993er Londoner Gutmann-Versteigerung. Wirtschaftliche Entwicklung und geistiger Rückhalt des Großindustriellen
Wilhelm von Gutmann (1826-1895) als eines Krupps der k.k. Monarchie gelegentlich seiner „40jährigen selbständigen geschäftlichen Thätigkeit“ unter dem Motto „Den wichtigsten Factor in der geistigen und sittlichen Entwicklung der Kinder bildet das Leben der Eltern“ und mit dem résumé
So ausgreifend sich diese Unternehmungen bis hin zu Banking und runden 50000 ha Ländereien schließlich entwickelt hatten, so umfassend gestaltete sich die Sammeltätigkeit des zweiten Sohnes Rudolf (1880-1966), der das Glück hatte, daß der ältere Bruder Max die wirtschaftliche Führung des Imperiums übernahm. Seiner sich nicht zuletzt durch Zustandsdrucke auszeichnenden Ridinger-Sammlung widmete er ein auf Vollständigkeit des graphischen Œuvre gerichtetes Interesse, wie vor und nach ihm nicht seinesgleichen hatte. Seinen von Ignaz Schwarz verfaßten 2bändigen Sammlungs-Katalog von 1910 – siehe sein hiesiges Präsentations-Exemplar römisch I –dedicierte er „in Treue“ seiner Mutter Ida, einer geborenen ungarischen Freiin von Wodianer. Thematisch weit über Thienemann hinausführend und mit einer bis heute beispiellosen Illustrationsfülle ist er die nobelste Verneigung der Literatur vor dem Œuvre des Meister‘s. Und deren bibliophiles Vergnügen sui generis dazu. Rudolf von Gutmann sah sich in der komfortablen Situation, vorzuleben „ daß man Kapital nur genießen kann , wenn man es in Kunst verwandelt “ (Dirk Schümer in der FAZ vom 6. April 2004 gelegentlich der Genueser Ausstellung Das Zeitalter von Rubens mit dem résumé „Da tut es gut, die ökonomische Globalisierung um 1600 zu studieren, als die Reichen noch wußten, daß man Kapital …“). So gediehen die Gutmann’schen Sammlungen zum Extrakt dessen, was obiges geistiges und wirtschaftliches väterliches Trachten war.
(Mr. R. H. P., July 25, 2005) |