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Einer jener „ Augäpfel von Bibliophilen …
überhaupt  zu  kostbar , um gelesen  zu  werden “
(FAZ 26. 1. 2008)

Die  Nr.  I  des  Barons

der  nur  zwei  römisch  numerierten  Exemplare

in  Pergament

als  exquisitem  Dokument  großer  Sammlungskultur

Ridinger – von Gutmann – Schwarz, Ign(az). Katalog einer Ridinger-Sammlung. (Sammlung Rudolf Ritter von Gutmann.) 2 Bände. Wien, Selbstverlag, 1910. 4°. XX, 210; XI, 169 SS. Mit (innerhalb des Textes aufgesetzt auf die dort bereits mitgedruckten)

zahlreichen  aufmontierten  Abbildungen

+

118  aufmontierten  Tafeln,

davon  6  farbig  +  1  doppelblattgroß .

Orig.-Kalb-Pergament-Bände auf 5 Bünden mit zwei dunkelroten, goldgeprägten Rückenschildern und ebensolcher Fleural-Ornamentik nebst Goldfileten in den dortigen freien Feldern, selbst noch

goldenen  Kapitalbändern ,

zweifacher Doppelfilete mit Eckfleurons am inneren bzw. Rosette im äußeren Karée, alles in Gold, dem

goldgeprägten  Supralibros  Ritter  von  Gutmann’s

nebst  Wahlspruch

Rudolf Ritter von Gutmann, Katalog einer Ridinger-Sammlung, Exemplar Nr. I/II (Wappen-Supralibros)

„ Semper  Progrediens “

auf  allen  vier  Deckeln ! ,

marmoriertem Farb-Vorsatz à la der gleichfalls hier durchgelaufenen Pompadour-Parts der legendären Marjoribanks Folios Gutmann’s in farbig marmorierten, mit Moiré gefütterten Orig.-Schubern. Goldschnitt.

Ignaz Schwarz, Katalog einer Ridinger-Sammlung (Sammlung Rudolf Ritter von Gutmann)

Die  unnahbar  elitäre

Nr.  I / II  Exemplaren

in  adäquaten  Pergament-Bänden  von  betörend  schlichter  Eleganz ,

begleitet  von  einzigartigem  Pedigree ,

dem Begleitbrief vom 6. September 1951, mit dem der Antiquar Robert Alder in Bern das Exemplar „Im Auftrag von Herrn von Gutmann“ an Frau Dr. Waeckerlin in Zürich überstellt.

Katalog einer Ridinger-Sammlung: Das Exemplar I/II

Als  Manuskript  gedruckt

in nur 202 Exemplaren, davon 200 arabisch numerierte mit den Illustrationen in Mitdruck und in lediglich Interimsumschlag als Ordinärausgabe und 2 römisch numerierte auf pergamentartigem Papier (also nicht impressumgemäß „auf Pergament“), ist dieser von Rudolf R. von Gutmann

Rudolf Ritter von Gutmann, Katalog einer Ridinger-Sammlung, Exemplar Nr. I/II (Dedikation an seine Mutter)

„ In Treue (s)einer Mutter “  gewidmete  Privatdruck

die  nobelste  Verneigung  der  Literatur

vor  des  Meister’s  Œuvre ,

ein  illustrationspralles  Defilé  quer  durch  das  Schaffen ,

der  unverzichtbare  Werkkatalog

neben  und  über  Thienemann  hinaus

und  mit  der  Nr. I  von  nur  zweien  ein

bibliophiles  non  plus  ultra .

Am Schluß des 1. Bandes das Impressum der Druckerei Wilhelm Fischer in Wien. – Nach Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, erschien Band II erst 1918, was bei der Ordinärausgabe dessen abweichende Papierqualität erklären könnte, sich indes nicht aus dem unverändert 1910 datierten Titelblatt ergibt. Ob sich hieraus für die beiden römisch numerierten Luxus-Exemplare – Nr. II entspricht der hiesigen Nr. I – auch eine Erklärung für das nur pergamentartige Papier ableiten läßt, muß dahingestellt bleiben. – Schuber minimal berieben, die Pergament-Rücken zu Altweiß verblichen, sonst

erstrahlend  in  nahezu  tadelloser , unberührter  Frische .

Als die wohl umfassendste graphische Ridinger-Sammlung aller Zeiten, werden 1606 Blatt Graphik + 12 römisch numerierte Zeichnungen (zumindest die der nicht minder legendären Altmeister-Sammlung Baron von Lanna’s in Prag scheinen erst nach Manuskriptschluß hinzugekommen zu sein) beschrieben. Woraus sich gegenüber Thienemann und Graf Stillfried’s Ergänzungen zu diesem der

immense  Ergänzungs–Fundus

von  unbeschriebenen  15  Radierungen  +  126  (sic!)  Schabblättern ,

23  Varianten , 2  zusätzlichen  Portraits , 53  Blättern  nach  Ridinger

und  51  verlegten  Blättern  (47 von Rugendas , 4 vom Sohn Johann Jacob)

ergibt! Erschlossen zudem nach wissenschaftlichen Kriterien durch umfassende Register – Initien / Künstler / Verleger / Chronologie / Personen / Topographie – , gewährleistet der Katalog eine gebotene neuzeitliche Handhabung unter Beibehaltung + Fortführung der Numerierung Thienemann’s, dessen dankenswerte Blattbeschreibungen indes nicht unnötigerweise wiederholt werden.

Den Grundstock bildete die 1903 komplett übernommene Sammlung Josef Horn, die neben dem nahezu vollständigen Bestand nach Thienemann + Stillfried bereits eine Reihe unbekannter Blätter einbrachte. 1905 folgte als qualitativ bedeutsame Erweiterung die Reihe der geradezu göttlichen Marjoribanks Folios der Sammlung Dudley Coutts Marjoribanks, 1st Baron Tweedmouth, später Lord T. (1820-1894), in ihren unvergleichlichen französischen Wappen-Maroquins legendärer Bibliophiler der Ridinger-Zeit und früher, von denen die beiden Pompadour-Bände in den 90ern hier durchgelaufen sind.

Rudolf Ritter von Gutmann, Katalog einer Ridinger-Sammlung, Exemplar Nr. I/II (Titel-Rückenschild) Rudolf Ritter von Gutmann, Katalog einer Ridinger-Sammlung, Exemplar Nr. I/II (Band-Rückenschild)

Und so ist „der Schwarz“ denn auch die Widerspiegelung des immer aufs neue beherzten Zugriffes eines der ganz großen Sammler der k.k. Monarchie. Zu begreifen nur vor einem wirtschaftlichen Hintergrund von Graden.

Rudolf (1880-1966) war der zweite Sohn von Wilhelm Ritter von Gutmann und dessen Frau Ida, einer geborenen ungarischen Freiin von Wodianer, deren Schwester Rose Anna ihrerseits mit Jules Porgès als einem der legendären afrikanischen Diamanten-Randlords verbunden war. Rudolf also hatte das Glück, daß der ältere Bruder Max die wirtschaftliche Führung eines Imperiums übernahm, dessen Kern jene von der österreichischen Rothschild-Linie rund dreißig Jahre zuvor übernommenen Rechte bildeten, die noch unerschlossenen Kohle- und Eisenvorkommen in Witkowitz bei Mährisch-Ostrau in Böhmen auszubeuten, welcher Ort erst kurz zuvor von Gutmann und Rothschilds gegründet worden war. Sie gediehen zu den größten Eisenwerken der k.k. Monarchie und erlaubten eine Ausdehnung der Familieninteressen auf Schwerindustrie und Banking. Eingefaßt von runden 50000 ha Ländereien. Entsprechend war die Ridinger-Sammlung eingebettet in eine solche noch ganz anderer Dimension. Darunter der schlesische Hedwigs-Codex, der später über die Sammlung Ludwig in Aachen ins Getty Museum gelangte. Und damit zurück nach Amerika. Denn dorthin war der Codex dem Baron gefolgt, als dieser „aus Wien nach Vancouver gekommen (war), etwa so weit fort von Hitler, wie es nur möglich war“ (H. P. Kraus in „Die Saga von den kostbaren Büchern“).

Ein Teil all dieses geistigen und wirtschaftlichen Glanzes denn, es sei wiederholt, anstehende

Nr. I  als  das  einst  persönliche  Exemplar  des  Barons

in  Pergament

mit den gegenüber den mitgedruckten der Papierausgabe offensichtlich handverlesenen montierten Illustrationen. Damit aber eine

eine  absolute  édition  de  luxe

für die Vitrine. Im Nebeneinander mit einem einfachen für den Alltag, für die so unendlich beglückende Beschäftigung in und mit der Sammlung.

Angebots-Nr. 28.886 / Preis auf Anfrage


“ Thank for the images … Convinced … wrap it up and forward an invoice and I will post you a check … attached a photo of my Vessel … Look forward to more … Thanks ”

(Mr. M. M., June 13, 2006)