1911 — 2011
Im Wappen-Einband May von Weinberg’s
von Ernst Ludwig
„ der bis heute wichtigste Roman
vom französischen Bauerntum “
mit den Jeanniot-Illustrationen
Weinberg – Jeanniot – Balzac, Honoré de. Les Paysans. Scènes de la vie de campagne. Mit
50 Radierungen von Georges Jeanniot
in Braundruck, davon 24 als Tafeln (ca. 19-19,5 x 13-14 cm) , 24 im Text (ca. 7 x 12,5-13 cm bzw. die des Titels 7 x 5 cm) + 2 auf dem Umschlag (20 x 13 bzw. 10,5 x 10,5 cm), tlw. mit Signatur bzw. Monogramm in der Platte, die des Vorderumschlags auch mit Datum 1911, sowie Initialen + Schmuck-Vignetten in Grün- + Schwarzdruck. Paris, SOCIÉTÉ des AMIS du LIVRE MODERNE, 1911. 4° (28,5 x 22 cm). 4 unnum. Bll. Titelei, 378 SS., 1 Bl. Impressum. Kornblumenblauer Maroquin-Bd. a. 5 Bünden mit

Wappen-Supralibros May von Weinberg’s
geb. Villers Forbes aus dem Hause des Earl of Granard
nebst Forbes-Wahlspruch Bear and Forbear
auf dem Vorderdeckel, 4 cm breiter vielfältig gebildeter Einfassung beider Deckel mit namentlich
Kornblumenblüten-Leiste als Weinberg’schem Wappen-Symbol ,
nur von Titelschild unterbrochener kornblumenblütenbestimmter totaler Rücken- + Stehkantenverzierung sowie breiter Innenkanten-Bordüre, alles in Gold, blauem Seiden-Moiré für Spiegel + Vorsatz sowie eingeb. OUmschlag. einschließlich dessen Rücken. Goldschnitt. (E. Ludwig, Frankfurta/M 1911.)
Loubier, Der Bucheinband in alter und neuer Zeit, 1903, Seite 178; Carteret IV, 55 ( „Belle publication cotée“ ); Mahé 122. – Arrangement von Charles Meunier + Jean Renouard. – Titelei in Rotbraun (so auch die Kapitelüberschriften) + Schwarz. – Druck der Radierungen von Ch. Wittmann, des Textes von FIRMIN-DIDOT („pflegt insbesondere auch ill. Werke, Prachtwerke“, Löffler-Kirchner I, 541) unter Leitung von Th. Levevre. Das eigens gefertigte Papier von PERRIGOT-MASURE .
Nr. 45/125 A-Explren. (Gesamtaufl. 150 Explre., davon 15 außerhalb des Handels [B] + 10 für Mitarbeiter [C]) als

Exemplaire imprimé
pour
Madame MAY VON WEINBERG
(Plymouth 1866 – Frankfurt/M 1937) als Mitglied der zweitältesten, 1874 gegründeten französ. Bibliophilen-Gesellschaft, der Société des Amis du Livre Moderne, und hier im brandfrischen
persönlichem luxuriösen Meister-Einband

von Ernst Ludwig in Frankfurt
( „Auch von Ernst Ludwig in Frankfurt a. M. sind in letzter Zeit geschmackvolle Einbände in verschiedenem Material bekannt geworden “
so Jean Loubier, „Anreger auf dem Gebiet der modernen Buchkunst … in der auf seine Anregung entstandenen Einbandkommission leistete er die wichtigsten Arbeiten“ [L.-K. II, 1936, 372]).
Dank der seitens der Auftraggeberin ideell voll ausgeschöpften familiären Wappen-Vorgaben bot sich Ludwig hier die selten so schöne Gelegenheit, dieselben thematisch wie farblich gestalterisch einzigartig miteinander verschmelzen zu können.
So wurden, verehelicht mit dem Industriellen (Casella AG), Sammler und Mäzen Carl von Weinberg, zur ohnehin generellen Kornblumenblüten-Dominanz als weitere Reverenz gegenüber dessen Familienwappen (Kornblumenblütenschild unter aufsteigendem Pferd) im Wappenschild des Supralibros unterhalb des vorwärtsschreitenden Bären zusätzlich dessen drei Bärenköpfe mit Halterungsriemen durch drei Pferdeköpfe ersetzt.
Mit einem Ergebnis non plus ultra .
Eingehend in ein Ambiente, anmutend wie „die Residenz eines Fuggers oder Welsers“, wie Walter Moszkowski am 26. Oktober 1926 in der B.Z. am Mittag von Haus Waldfried schrieb (Mack, s. u., SS. 45 + 30).
Mary („May“) von Weinberg war eine der tätigsten Wohltäterinnen Frankfurts, ihre Grabkapelle am Turm der Kirche Mutter vom Guten Rat in Niederrad. Ihr graphisches Exlibris mit den Wappenschildern beider Familien unter Krone und dem Motto „Dvm vivam et vltra“ rückseits des Vorsatzes.
Zur Weinberg-Familie siehe Ernst Mack, Die Frankfurter Familie von Weinberg / Im Zeichen der Kornblumenblüten, veränderte Neuauflage, Ffm. 2000, hier beiliegend.
Exemplarisches Beispiel der Einbandkunst des frühen 20. Jahrhunderts
adäquat beinhaltend

„ de(n) bis heute wichtigsten Roman vom französischen Bauerntum “
aus der Feder der „grandios faunische(n) Natur Balzacs , erdhaft elementar und den dunklen Ursprüngen des Lebens verbunden“ (Laaths, Geschichte der Weltliteratur, 1953, Seite 612) und, wiederum adäquat – wie denn auch, abgesehen von leichter Wellung des Spiegel-Moirés, die Erhaltung – , kraftvoll illustriert von Pierre Georges Jeanniot (Genf 1848 – Paris 1934, seit 1906 Ritter der Ehrenlegion, befreundet mit Manet, familiär mit Degas):




„ Dieselbe Vielseitigkeit des (malerischen) Stoffgebiets u. der Technik bekunden J.s graph(ische) Arbeiten.
Hauptsächlich pflegt er die Radierung
… Seine mühelose Beherrschung der Darstell(ung) der Bewegungsformen befähigte ihn besonders zum Illustrator … u. a. … Balzac’s (1845er) ‚Paysans‘ “
(Thieme-Becker XVIII [1925], 476). Sein Nachruf am 4. Januar 1934 in den New York Papers.
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