|
Widerrufsrecht Impressum William Hogarth Katalog 45 Jahre Kunsthandlung + Seltenheitsantiquariat Kataloge
Autographen
Kartographie
Bibliophilie Alte Meister Zeichnungen Grafik XX. Jahrhundert Recht Orts- + Landeskunde Miscellania: Bücher + Grafik Das AHA!-Erlebnis Juli 2008 Tiere, Jagen, Umwelt Fischen + Angeln Pferde + Reiten Joseph Georg Wintter Die Familie Rugendas Künstlerindex Homepage e-mail
Datenschutz Geschäftsbedingungen |
Die das Kräftige lieben …Der Bär als Antithese zur „Line of Beauty“Hogarth’s doppeldeutiger „The Bruiser“ vor dem FinisHogarth, William (1697 London 1764). (The Bruiser, C. Churchill … in the Character of a Russian Hercules.) Der Literat Charles Churchill, dessen „Epistle to Hogarth“ den Meister ergrimmt hatte, in Gestalt eines kräftigen Bären, dessen einzige Nahrung würziger Porter zu sein scheint, dessen Krug er fest an sich drückt, vom frischen Schaume schleckend. Der Epistel hingegen besorgt es Lieblingshund Trump auf seine Weise. Zur Rechten weitere zeitpolitische Anspielungen. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by W. Hogarth. / Engraved by T. Cook. / London Published by G. G. & J. Robinson Paternoster Row June 1st. 1800. 37,8 x 28,9 cm.
Hogarth-Katalog der Tate Gallery, 1971/72, 220 (2. H.-Zustand vor Überlagerung der Palette mit Stich-Illustration, so auch hiesige Cook-Fassung) + Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 91 (7. Zustand mit der Überlagerung), jeweils nebst Abbildung. Selteneres Blatt, für das in der Eile (August 1763) das 1749er Selbstportrait herhalten mußte, aus dem Hogarth sich selbst flugs herausnahm, um an seine Stelle den Widersacher ins Oval zu setzen. Einiges fügte er noch hinzu, die beiden Folianten-Titel – der dritte Band auch hier titellos – wurden angepaßt: Great George Street A List of the Subscribers to the North Britons + A new way to Pay old Debts, a comedy by Massenger. Auch „The Line of Beauty“ auf der Palette fiel angesichts eines solchen Rohlings dem Schliffe zum Opfer. Die die Palette nunmehr überlagernde Stich-Illustration von Cook ebensowenig übernommen wie der Untertext. Churchill, ein heruntergekommener dichtender Geistlicher, war ein Parteigänger John Wilkes, an dessen North Briton-Gazette er mitarbeitete, die hier als lügenbestückte, die Karikatur erschlagende Keule versinnbildlicht wird. Indes, wie häufig, wuchs die Arbeit weit über ihren Anlaß hinaus. Zunächst führte die Fortnahme der „Beauty Line“ direkt zum Analysis Complex:
Zum andern der zu später Zeit vorgenommene Bildaustausch zu geistiger Reflexion:
Und ‚What may follow God knows. Finis.‘ meditierte er in diesem Zusammenhang. Doch
(Alles Cat. Tate Gallery S. 89.) ‚The Bruiser‘ als somit vorletzte Arbeit. Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher, dessen vollständiges Werk er … nachgestochen hat“ (Thieme-Becker) und dessen Ursprungsformat er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben in seiner ersten, früheren Ausgabe beibehielt. Für einige von Hogarth nicht selbst veröffentlichte Blätter wurde Cook zu deren Erststecher, wie er denn auch den Beifall eines zeitgenössischen Kenners wie Maximilian Speck von Sternburgs fand. Herrlicher Abdruck von strahlendem Hell-Dunkel auf festem Papier. Die Darstellung im übrigen – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im ursprünglichen Hogarth’schen Folio-Format. – – – Dasselbe in Cook’s volkstümlicher späterer, kleinerer Wiederholung. Bezeichnet: C. Churchill. / Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, Nov. 1st. 1807. Bildgröße 17,5 x 14 cm. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. Dessen Außenkanten leicht stockig. – Siehe die Abbildung.
(Mr. L. A. F., December 6, 2005) |