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König Modus + Königin Ratio630 Jahre altes Lehrbuch des jagdlichen gewußt wie(Ferrières, Henri de.) Le Livre du Roy Modus / Das Jagdbuch des König Modus. Ms. 10218 der Bibliothèque Royale Albert Ier, Brüssel. Handschrift in Rot + Schwarz auf Pergament. Brügge 1. Hälfte bis Mitte des 15. Jhdts. 299 x 205 mm. 2, 105 Bll. Mit 56 Miniaturen (meist 8,5 x 13,5 cm) des Meisters des Girart de Roussillon und durchgehend verzierten Initialen, alles reichst in Gold und vielen Farben. Faksimile-Ausgabe im Originalformat und den -farben. Faksimile- + Kommentarband (von Dagmar Thoss nebst deutscher Übersetzung nach der 1379er ältesten Bilderhandschrift Fr. 12399 der Biblioth. Nat., Paris, von Max Haehn, 119 SS., 5 Abb.). 1989. Goldgepr. OLdr.-Bd. auf 7 imit. Bünden mit Filete und Akanthuswellenranke a. beiden Deckeln u. reicher Rückengestaltung mit von Akanthusblättern u. stilisierter Tulpe eingefaßten Granatäpfeln nebst Titelprägung auf rotem Grund u. farb. marmor. Vorsatz nebst Bibliothekzeichen der Bibliothèque Royale, alles entsprechend dem Orig.-Einband d. 18. Jhdts. m. Ausnahme der Marmorierung des Leders u. des Goldschnittes, hier nur ms.-typisch unbeschnitten, + OLwd. in OLwd.-Schuber mit Rückenschild.
CODICES SELECTI XCI. – Eins der nur 975 numerierten deutschsprachigen Sets neben 1650 für den französ. u. 375 für den spanischen Markt sowie jeweils 40 unnum. Beleg-Explren. als limitierter Weltauflage. – Für Philipp den Guten, Herzog v. Burgund (1396-1467), als jüngste von gesamthaft neun gefertigte Bilderhandschrift des ältesten französischen Jagdbuches , als Lehrbuch verfaßt von einem Kenner von Graden, der noch mit Karl IV. (gest. 1328) gejagt hatte und "demnach erst im hohen Alter, wie etliche seiner Zeit- und Standesgenossen, das Schwert mit der Feder vertauscht" hatte. Und dessen eigene Familienjagden noch 600 Jahre später als Les Chasses de Ferrières künstlerische Weihe erfuhren. Während das Château de Ferrières, damals schon Rothschild'sche "prachtvolle Besitzung", aufs Jahr genau 600 Jahre später Zeuge deutsch-französischer Vergangenheit wurde. Es diente vom 19. Sept. bis 6. Okt. 1870 dem König von Preußen als Hauptquartier und "hier fanden 19. und 20. Sept. 1870 resultatlose Friedensverhandlungen zwischen dem Grafen Bismarck und Jules Favre statt" (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VI, 163/II). Unterteilt in zwei Hauptabschnitte, erklärt "Modus" neben der Praxis des Waidwerks mit Hunden und der Falkenbeize auch jeweils mögliche Fallen + Fangvorrichtungen sowie das Bogenschießen. Besonderer Wert wurde auf die Veranschaulichung von Pirsch, Fangen + Erlegen gelegt. Die Darstellungen der Fangvorrichtungen zum Nachbau gedacht . Die Faksimilierung endet mit dem Lehrbuch, auf dessen letzter Seite sich – allen Handschriften gemeinsam – des Autors Songe de pestilence anschließt (Ms. 10.219). Es diente dem späteren, indes viel berühmter gewordenen Lehrbuch des Gaston de Phébus (dessen gleichartige Faksimileausgabe schon lange vergriffen) als Vorlage und wurde 1486 erstmals gedruckt. Die stilistisch dem Meister des Girart de Roussillon (= Meister der Chronik von Jerusalem) zuzuordnenden Miniaturen treten durch offene, malerische Pinselführung, differenziertes, reich abgestuftes Kolorit sowie eine großzügige Landschaftsgestaltung einschließlich illusionistischer Effekte hervor. Von hohem Rang die Pendant-Darstellungen von Rot- + Schwarzwild als Symbolen des Lichtes und der Finsternis, wiedergegeben im geweihreizvoll angeordneten Bilde des Hubertus-Hirsches + dem von Keiler aufgesuchten Baum des Bösen . Von dem Girart-Meister sind etliche für Philipp angefertigte Handschriften bekannt.
Und damit ganz in den Rahmen der Sammlungen Philipps passend, der
(Stange-Jerchel in Lexikon des gesamten Buchwesens). Für Sie nun aber die Gelegenheit , eines ihrer Prunkstücke als verschwenderisch schöne Wiedergabe Ihrer eigenen Bibliothek einzuverleiben , Jagdhistorie + Optik verknüpfend.
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(Sign. S. B. F., June 26, 2004)
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