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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Das  herrliche  Blatt  eines  wundervollen  Bildes

Weenix, Jan (1644 Amsterdam 1719). Jagd-Ausbeute. Vorne am Boden liegend ein Schwan, zur Linken an einer tempelartigen Gartenanlage hängend ein Stück Rotwild sowie ein Hase. Daneben, teils hängend, teils liegend, zahlreiche weitere Vögel, darunter Schnepfe, Birkhahn und Drossel. Ferner Jagdhorn- und -tasche, Falkenhaube, Gewehr und Garne. Der Jäger selbst zur Rechten auf den Stufen sitzend, umgeben von drei Hunden, darunter sein ganz persönlicher, jener wundervolle große mit Blesse, weißer Brust und tiefem buschigen Behänge, erinnernd an den Großen Münsterländer ebenso wie anSchweizer Sennenhunde, wie er uns z. B. auch auf dem Leipziger Öl (Inv.-Nr. 1617, Kat. Slg. Speck von Sternburg, 1998, I/129 nebst Abb.). oder in Petersburg (Inv.-Nr. 2785, Kusnezow, 1983, Nr. 274 mit Farbtafel) begegnet, doch auch auf einem weiteren in München (Inv.-Nr. 246, Bernt, 1970, Nr. 1375 nebst Abb.). Ganz hinten Durchblick auf Gärten und Schloß (Bensberg bei Köln, wie es sich einst darbot?) Mit grauer Tonplatte gedruckte Lithographie von Johann Woelfle (Endersbach, Württemberg, 1807 – Fauerndau 1893) bei Piloty & Loehle in München. Ca. 1851. Signiert, bezeichnet. 44,5 x 50,4 cm.

Jan Weenix, Jagdausbeute

Vgl. Nagler XI, Piloty, 312 ff., XXI, Weenix, 204 ff. + XXII, Wölfle, 24 ff. – Nicht bei Schwerdt. – Auf aufgewalztem China. – Der Montagekarton rückseits schwach stockig, nur am linken Seitenrand auch vorderseits sichtbar. Sonst makellos.

Erschienen innerhalb Piloty's seit 1834, ab 1837 in Verbindung mit Loehle in Lieferungen herausgegebener Wiedergabe der Gemälde der Münchner Pinakothek. "Dieses Unternehmen erregte bald allgemeines Interesse, da die Theilnehmer ... eine bis dahin unerreichte technische Vollkommenheit entwickelten" und unter "welchen sich Wölfle's Hauptblätter finden".

" Besonders schön sind die Abdrücke auf chinesisches Papier (wie hier) ... Wölfle war schon zu Lebzeiten Piloty's einer der ausgezeichnetsten Arbeiter, und noch gegenwärtig kommen ihm außer Hanfstängel wenige gleich "

(Nagler zu Piloty und Wölfle).

Hiesiges Sujet wohl dem von Weenix 1712-14 im Auftrag Kurfürst Johann Wilhelm's von der Pfalz geschaffenen und später nach München verbrachten Gemäldezyklus für drei Säle des Schlosses Bensberg bei Köln zugehörig, deren einer dem Geflügel, der zweite der Jagd gewidmet war.

" Man findet ... besonders Jagdstücke von ihm gemalt. In der Darstellung von lebenden und todten Thieren erreichte er den Gipfel der Kunst. Sein todtes Geflügel ist ebenso treu und meisterhaft gemalt als sein lebendes Federvieh. Die jagdbaren Thiere erscheinen im Leben und im Tode in unübertroffener Wahrheit. Doch zeichnete Weenix auch die menschliche Figur in jeder Lage richtig, ohne Affektation, so wie er sie im Leben vorfand ... und jeder Pinselstrich verräth den geistreichen und geübten Meister. "

Anstehende Wiedergabe dem Vorbild in jeder Hinsicht entsprechend, wie schon Nagler insbesondere den späteren Lieferungen von Piloty's Galeriewerk attestiert:

" Endlich aber war man im Stande, getreue und vollendete Nachbildungen der Urbilder zu geben, in welchen alle Schwierigkeiten der Technik überwunden (waren), um desto vollkommener in den Geist und den Charakter des Originals eindringen zu können . "

Und solchermaßen

ein  den  Glanz  des  Münchner  Originals  widerspiegelndes  lith.  Meisterwerk .

Angebots-Nr. 12.260 / EUR  496. / export price EUR  471. (c. US$ 610.) + Versand

 


 

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(Mr. P. C., July 22, 2002)

 

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