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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

In  einem  ganz  seltenen  Augsburger  Künstler + Schabblatt

Das  Ausweiden  des  Hirschen

Thoman(n) von Hagelstein, Ernst Philipp (1657 Augsburg 1726). Die Erden / La Terra. Nach der Rückkehr von der Jagd. Reiche Szenerie rund um die Ausweidung des Hirsches am Brunnen, besorgt vom Jäger selbst, dem ein Knecht zur Hand geht. Daneben ein Damschaufler, vielleicht auch noch Meister Reineke, vorn neben zwei Jagdhunden sitzend ein weiterer Jagdknecht, indes links im Bild ein dritter in scharfem Gang mit Dreierkoppel hinzukommt und ein vierter sich um das Gespann kümmert. Weitere zwei Hunde, der Sohn und die Hausfrau, Gebäude und Landschaft runden das Ganze. Schabkunstblatt in Braundruck. Bezeichnet: 4 / E. Ph: Thoman exc(.), Vierzeiler wie unten. Blattgröße 36,2 x 48,5 cm.

Ernst Philipp Thomann von Hagelstein, Die Erden

DIE VIER ELEMENTE IV. – Nur der Titel in dt.-latein. Paralleltext. – Auf Bildkante geschnitten. Unauffälliger 3 x 1,5 cm-Ausriß im linken Bildrand hinterlegt und nachgezeichnet, gleichfalls hinterlegt Ausriß der rechten Unterrandecke außerhalb der Schrift und kleine Randeinrisse. Einige dünne Papierstellen und stecknadelfeine Löchlein, völlig geglättete Mittelfalte. Der nur ganz wenig beriebene Druck selbst sehr schön. Unidentifiziertes Wz.

„ Auff dem Rucken und blosser Erd , Der Hirsch da ligt in seinem werth. Vom Weidmann wird geweydnet aus , Das ander Fleisch man richt zum Schmauss. “

Lindauer Patriziergeschlecht entstammend, aus dem als erster der Großvater, Jakob Ernst, als Maler des Elsheimer-Kreises hervortrat, starb schon der Vater, David, als Ratsconsulent in Augsburg, während der künstlerisch nur vorzüglich dilettierende Sohn David Ernst dortselbst zum Senator aufstieg, weitere Künstler-Söhne dort verblieben bzw. sich nach Stockholm und Dresden wandten. Ein Hieronymus (Bruder?) „bildete sich (als Architekt) unter dem berühmten Elias Holl und war an dessen Rathhausbau zu Augsburg thätig“ (über die Gesamtfamilie ADB XXXVIII, 65 f.).

„ In der späteren Zeit seines Lebens befasste (Ernst Philipp) sich mit der schwarzen Manier, und hatte hierin in Augsburg nur Einen Vorgänger “

(Nagler, der Tier- und Jagdstücke, lt. ADB in eben dieser Manier, nur nach Hinweisen des jüngeren Paul von Stetten, 1731-1808, nennt, selbst aber „keines derselben näher bezeichnet“ fand).

Die solchermaßen

altbelegte  Seltenheit  der  Thoman’schen  Tierstücke

harmoniert mit seinem gesamten graphischen Werk, von dem sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts unter den über 20.000 (sic!) Graphiken der ersten 28 Abteilungen des Weigel’schen Kunstcatalogs  nur  je  1  Blatt  von Ernst Philipp (das auch Nagler einzigbekannte Porträt Rauner) bzw. des Sohnes Tobias Heinrich (Marder, Taubennest ausnehmend) befand (6211 + 19.715). Auch Thieme-Becker (1939) sind über den Nagler’schen Kenntnisstand von 1848 nicht hinausgekommen. Doch Schwerdt III (1928), 170 f. verzeichnet von ersterem zwei jeweils 4blätterige geschabte Jagd-Suiten aus Baillie-Grohman’s Collection und von letzterem, 171 f., 9 geschabte und 4 gestochene, gleichfalls der Jagd gewidmete Arbeiten, teils in Blaudruck, darunter Folgen zu vier (je 1 geschabte aus B.-G’s. Besitz und gestochene) und zwei Blatt. Die gestochene vierblätterige als Jahreszeiten-Suite. Für die vermutlich auch ganz der Jagd verpflichtete Folge der Elemente wäre hiesiges Blatt außerhalb etwaiger Spezialliteratur  somit  ein  erster  Hinweis. Es ist mit seinen gezeigten Utensilien

ebenso  instruktiv  wie  in  der  bildlichen  Dichte  von  ganz  eigenem  Charme .

Angebots-Nr. 12.434 / EUR  1176. / export price EUR  1117. (c. US$ 1555.) + Versand

 


 

„ Herzlichen Dank für die sorgfältig verpackten Bände … “

(Herr H. M., 26. Mai 2007)

 

Die  Auslese  des  Tages