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In  einem  ganz  seltenen  Augsburger  Künstler + Schabblatt

Das  Ausweiden  des  Hirschen

Thoman(n) von Hagelstein, Ernst Philipp (1657 Augsburg 1726). Die Erden / La Terra. Nach der Rückkehr von der Jagd. Reiche Szenerie rund um die Ausweidung des Hirsches am Brunnen, besorgt vom Jäger selbst, dem ein Knecht zur Hand geht. Daneben ein Damschaufler, vielleicht auch noch Meister Reineke, vorn neben zwei Jagdhunden sitzend ein weiterer Jagdknecht, indes links im Bild ein dritter in scharfem Gang mit Dreierkoppel hinzukommt und ein vierter sich um das Gespann kümmert. Weitere zwei Hunde, der Sohn und die Hausfrau, Gebäude und Landschaft runden das Ganze. Schabkunstblatt in Braundruck. Bezeichnet: 4 / E. Ph: Thoman exc(.), Vierzeiler wie unten. Blattgröße 36,2 x 48,5 cm.

Ernst Philipp Thoman von Hagelstein, Die Erden

DIE VIER ELEMENTE IV. – Nur der Titel in dt.-latein. Paralleltext. – Auf Bild- bzw. Textkante geschnitten. Unauffälliger 3 x 1,5 cm-Ausriß im linken Bildrand hinterlegt und nachgezeichnet, gleichfalls hinterlegt Ausriß der rechten Unterrandecke außerhalb der Schrift und kleine Randeinrisse. Einige dünne Papierstellen und stecknadelfeine Löchlein, völlig geglättete Mittelfalte. Der nur ganz wenig beriebene Druck selbst sehr schön. Unidentifiziertes Wz.

„ Auff dem Rucken und blosser Erd , Der Hirsch da ligt in seinem werth. Vom Weidmann wird geweydnet aus , Das ander Fleisch man richt zum Schmauss. “

Lindauer Patriziergeschlecht entstammend, aus dem als erster der Großvater, Jakob Ernst, als Maler des Elsheimer-Kreises hervortrat, starb schon der Vater, David, als Ratsconsulent in Augsburg, während der künstlerisch nur vorzüglich dilettierende Sohn David Ernst dortselbst zum Senator aufstieg, weitere Künstler-Söhne dort verblieben bzw. sich nach Stockholm und Dresden wandten. Ernst Philipp seinerseits

„ Machte seine Studien in Italien, und erwarb sich den Ruf eines der bessten Künstler seiner Zeit … In der späteren Zeit seines Lebens befasste er sich mit der schwarzen Manier, und hatte hierin in Augsburg nur Einen Vorgänger “

(Nagler, der Tier- und Jagdstücke, lt. ADB in eben dieser Manier, nur nach Hinweisen des jüngeren Paul von Stetten, 1731-1808, nennt, selbst aber „keines derselben näher bezeichnet“ fand).

Mehr Licht in sein und des nächstinteressierenden Sohnes Heinrich Tobias graphisches Œuvre brachte namentlich erst der Schwerdt-Katalog (III [1928], 170 ff.), um von gelegentlichem Auftauchen weiterer Arbeiten, so denn auch hier, ergänzt zu werden.

Solchermaßen aber sind sie Trouvaillen, die noch über ihre technisch bedingte Kostbarkeit hinausgehen. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50-60 (!) … hernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“.

Für die vermutlich ganz der Jagd verpflichtete Folge der Elemente wäre hiesiges Blatt außerhalb etwaiger Spezialliteratur somit ein erster Hinweis. Es ist mit seinen gezeigten Utensilien

ebenso  instruktiv  wie  in  der  bildlichen  Dichte  von  ganz  eigenem  Charme .

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“ The prints arrived safely. What is your return policy? My boss, doesn’t like the images, which I understand is subjective (– probably in reaction on the 11th September –) and no reflection on the condition or any representations you made. Sorry to bother you with this ”

(Mrs. A. P., September 26, 2001)

 

Die  Auslese  des  Tages