English

Noch  einmal  der  alte  Kalender

Noch  einmal  Batholomaei (Jagdaufgang)

am  4.  September

Verordnung, Erneuerte, August Wilhelm’s (1719) durch Carl I., Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg, das verbotene Wildprett=Schiessen in der Setz=Zeit betreffend. Gegeben seinerzeit Wolfenbüttel 2. August 1719, nunmehr Braunschweig 29. Juni 1778. 34,5 x 42,2 cm. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale. Mit den nebst L(oco) S(igilli)-Marken gedruckten herzoglichen Unterschriften und, zuletzt, der des J. E. F. v. Hoym.

Von neuem Vor- und Nachspann begleitetes, und damit allein formal schon seltenes, vor allem aber

in  seiner  indirekten  Aussage  aufschlußreiches  Dokument

und interessante Interpretation der zu unendlichem Thema zuvor von August Wilhelm, drittem Sohn Anton Ulrich’s, erlassenen Verordnung, die sich ihrerseits auf schon vorangegangene berief, nämlich daß Ober- und Unter-Jagd „binnen der von Alters her üblichen Setze=Zeit, nemlich von Lichtmessen bis Bartholomaei styl. vet. (vom 13ten Febr. bis zum 4ten Sept.) unter keinerley Praetext, es habe Nahmen wie es wolle, das geringste Wildprett (worunter Wir auch das Deputat-Wildprett verstehen) welches nicht nach guter weidemännischer Art zuläßig, in specie keine Thiere, Ricken, noch Bachen schießen oder fangen, sondern solche Zeit, wie gebräuchlich, allerdings respectiren sollen: Widrigenfalls gegen die Contravenienten mit der an den öffentlich gesetzten Hege=Pfählen bemerkten Strafe … verfahren werden“, frevelnde eigene Jagd-Bediente aber „ihrer Dienste ipso facto entsetzt seyn sollen“.

Betonte August Wilhelm begründend allein den „Unsern Wildbahnen (sonst drohender) merklicher Abgang“, so verweist Carl zusätzlich darauf, daß „die Erndten in Unsern Landen, vornemlich in den Gegenden der kalten Harz=Gebürge, fast niemalen gegen den 24. Aug. völlig geendiget sind, und um solche Zeit annoch viel Getraide im Felde und auf dem Halm stehet, einfolglich den Beschädigungen, welche durch das Jagen und Hetzen verursachet werden, zum Nachtheil Unserer getreuen Unterthanen“.

Verordnung zum Jagdbeginn an Bartholomäi nach altem Kalender

Den tatsächlichen und ganz besonderen Reiz bildet hierbei die Erwähnung des 24. August als dem neuerdings, zumindest gedanklich, nunmehr für möglich gehaltenen Jagdaufgang. Auf diesen Tag nämlich fiel nach neuem Kalender der Bartholmäitag als Kriterium und damit Streitpunkt. Denn den Jagdberechtigten galt Bartholomäi gleich Bartholomäi, wenn nicht gar schon, wie von Carl hier gerügt, der 14. August als Tag welcher zu gelten habe. Den Herzögen hingegen war der 4. September unverändert heilig. Und ganz offensichtlich nicht nur aus praktischen Erwägungen hinsichtlich des Vorteils für die eigenen Wildbahnen, so noch August Wilhelm, oder des der Landleute, wie seitens Carls als entwicklungshistorisch interessant in den Vordergrund gestellt. Denn letzteren war notfalls, wie zuvor und später immer wieder gehandhabt, mittels Terminverschiebung zu helfen.

Indem Carl das in dieser Sache offensichtlich zuletzt erlassene, immerhin zwei Generationen zurückliegende, Edict wortwörtlich zum Gegenstand seines eigenen Wollens macht, vertritt er unbeschadet offensichtlich persönlichen Liebäugelns noch einmal die alte Zeit. Nur sieben Jahre später wird sein Nachfolger mit Verordnung vom 18. August 1785 hieran nicht mehr erinnern und indirekt den 24. August als gegebenen Jagdaufgang voraussetzen.

Dies  macht  den  besonderen  Rang  dieser  beiden  Verordnungen  aus .

Und wird auch nicht dadurch gemindert, daß jener später auf den 4. September zurückkam, wie in seinen Verordnungen vom 23. 8. 1799 oder 30. 7. 1805.

Für  den  Maueranschlag

( „auch an gewöhnlichen Orten … zu affigiren“ )

bestimmter  rahmensreizvoller  Einblattdruck

von unbenutzter Frische. Nur oben und unten im breiten weißen Rand in der Bugfalte hinterlegter Kleineinriß bzw. Löchlein. – Typographisches und größeres figürliches Wasserzeichen mit dem Fürstenhut. – Zu den Herzögen siehe ADB I, 664 f. bzw. XV, 266 ff.

Die große V-Initiale in der Version mit Fürstenhut und dem Niedersachsenroß ohne Wappenschild, aber mit der zusätzlichen kleinen Krone. Hier durchgelaufene Verordnungen zwischen 1705 und 1749 ohne diese Attribute.

Angebots-Nr. 12.555 / EUR  391. / export price EUR  371. (c. US$ 429.) + Versand


„ besten Dank für die Mail und Ihre Sendung … Das Werk und die Kauf-Abwicklung sind wirklich tadellos! Nochmals besten Dank … “

(Herr D. B., 9. Oktober 2006)

 

Die  Auslese  des  Tages