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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Der  allgegenwärtige  Ridinger  –

hier  aber  entschlüpft  der  Kenntnis  seiner  Werkbearbeiter

(Mellin, August Wilhelm Graf von.) Versuch einer Anweisung zur Anlegung, Verbesserung und Nutzung der Wildbahnen so wohl im Freyen als in Thiergärten. Mit 2 Holzschnitt-Vignetten und

118  Kupfern

incl. Frontispiz, Titelvignette + Dedications-Wappen-Kupfer. Berlin u. Stettin, Joachim Pauli, 1779. 4°. XXI, 1 (Errata), 356 SS. Dklgrün. marmor. Pp.-Bd. d. Zt. m. leerem Bibl.-Rückenschild. Verblaßter Punktierschnitt.

August Wilhelm von Mellin, Wildbahnen

Holzmann-Bohatta IV, 9279; Lindner 11.1427.01; Schwerdt II, 22 („a beautiful and scarce book“); Nagler, Monogrammisten, II, 430 + 457, + V, 1598; Thieme-Becker XXIV, 366; Lipperheide Tf 19; Kat. d. Ornamentstichslg. Bln. 3354. – Nicht bei Souhart. – Dediciert dem „würklichen Geheimen= Etats= Kriegs= und dirigirenden Minister Freiherrn von der Schulenburg“ (Lewin Rudolf v. d. Sch.?, ADB XXXII, 667).

August Wilhelm von Mellin, Wildbahnen (Schulenburg-Dedikation)

Name auf Titel. – Einband namentlich an den Stehkanten und Ecken sowie den Gelenken berieben bzw. bestoßen. Inhalt (SS. IX-XXI) und gegen Schluß akzeptabel braun- bzw. stockfleckig, dazwischen zwei Lagen (8 Blatt) gleichmäßig gebräunt und einige wenige Seiten braunschmutzfleckig. Sonst nur vereinzelte unwesentliche Stockflecken und gesamthaft ein gutes, zugreifenswertes Exemplar.

August Wilhelm von Mellin, Wildbahnen (Damhirsch)August Wilhelm von Mellin, Wildbahnen (Hirsch)

Die bald rein instruktiven, bald bildschönen Kupfer unterschiedlichen Formates bis hin zu (Fast-)Seitengröße überwiegend von Mellin nach eigenen Vorlagen, teils „ad vivum“ gearbeitet, jedoch auch nach Jacques de Sèves (um 1742 – nach 1788) und Joseph Halfpenny (Bishopsthorpe 1748 – York 1811) sowie

August Wilhelm von Mellin, Windhetzer (Ridinger)

mindestens  9  nach  Johann  Elias  Ridinger ,

darunter der Windhetzer Th. 124 aus Jägers u. Falconiers (S. 316), das flüchtige Reh Th. 453 aus Entwurf einiger Tiere (S. 164), verschiedene Hunde aus der gleichen Folge (SS. 199, 295, 209, 215), das umstellte Jagen Th. 22 der Fürstenlust (S. 268), das im freyen auf den ball gehaezte Schwein Th. 66 (S. 301) sowie innerhalb einer Geweihtafel drei nach Th. 244, 247 und dem dritten von Th. 249, alle aus den Wundersamsten Hirschen (S. 142). Gegenüber den Vorlagen teils seitenvertauscht und durchaus der nötigen Verkleinerung entsprechend in der Darstellung etwas vereinfacht.

August Wilhelm von Mellin, WildbahnenAugust Wilhelm von Mellin, Wildbahnen

Fünf Kupfer mit der Signatur „J. E. Ridinger del.“. Das daneben figurierende „W. C. M. sculp.“ Mellins die auch noch von Lipperheide kolportierte aktive Mitarbeit Ridinger’s, de Sève’s und Halfpenny’s als Irrtum Nagler’s belegend. Indes nahm Mellin für andere eindeutig nach Ridinger gefertigte Kupfer auch das „del.“ für sich selbst in Anspruch. Darüberhinaus dürfte ein springendes Schwein nach einer Vorlage Joh. Heinrich Tischbein’s II gearbeitet sein.

August Wilhelm von Mellin, Wildbahnen (Saurüde)

Nach Einleitung und Generellem über Wildbahnen, gegliedert in Hege, Naturgeschichte der edeln Thiere und Von der Jagd derselben. Im einzelnen u. a. über Hirsch-, Dam-, Reh- und Schwarzwildpretbestand sowie Wechselwildpret und dessen Sicherung für das eigene Revier, die Anlage, Einfriedung, Einrichtung und Verzierung sowie Nutzung des Tiergartens im allgemeinen wie speziell für Rehe, Schwarzwild, Hasen und Kaninchen, Schutz von Bäumen + Sträuchern vor Verbiß, deren aller Naturgeschichte und schließlich deren Jagd mit all ihrem Zubehör und in allen nur möglichen Facetten. Und dem großen Schuhu als Beschluß-Vignette. Solchermaßen aber

August Wilhelm von Mellin, Wildbahnen (Geweihe)

das  umfassende , gesuchte  Kompendium  für  den  Jäger ,

für  den  Ridinger-Sammler  aber  auch  ein  erquickendes  Bilderquiz .

Etablierter preußischer Familie entstammend, besuchte Mellin zunächst das von Herzog Carl I. (reg. 1735-1780) gestiftete Braunschweiger Collegium Carolinum als einer neuzeitlichen Fachhochschule und gesellschaftlicher Bildungsanstalt, sodann die Universität Halle. Neben seinen wissenschaftlichen und sprachlichen Studien interessierten ihn zunehmend zoologische Zeichnungen und Gemälde. Zurückgekehrt auf seine Besitzung Damizow bei Stettin, bereicherte er diese um einen zoologischen Garten und eine Fasanerie, stand in regem Austausch mit Naturwissenschaftlern wie Buffon, Schreber und Bloch und ritt im übrigen sein ureigenstes Steckenpferd, die Jagd.
Angebots-Nr. 13.215 / EUR  1994. / export price EUR  1894. (c. US$ 2453.) + Versand

August Wilhelm von Mellin, Wildbahnen

 


 

“ I received the (Ridinger) prints yesterday in perfect shape due to your careful and thorough packaging. They are spectacular … I believe I can safety say you are Honorable and Trustworthy … You will always have me as a Devoted customer. Regards. And God Bless. ”

(Mr. L. A. F., July 1, 2004)

 

Die  Auslese  des  Tages