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lüder h. niemeyer

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Fränkischer  Hl.  Hubertus  in  Rom

Reinhart, Johann Christian (Hof 1761 – Rom 1847). Die Landschaft mit dem Hl. Hubertus. In bühnenartig felsig-waldigem Vordergrund zur Linken der erhöht stehende Hirsch, auf gegenüberliegender Seite symbolträchtig besonnt der auf die Knie niedergefallene junge Edelmann mit dem Hirschfänger an der Seite, die Rechte auf die Brust gedrückt und mit der erhobenen Linken grüßend. Hinter ihm Dreier-Meute und das Pferd führender Jagdknecht mit Gewehr. Talwärts geht der Blick mittels Bildöffnung in das in hellem Licht liegende tiefgestaffelte bergige römische Umfeld. Radierung. Bezeichnet auf Stein unten rechts im Bild „R (ligiertes JR?) / 1811.“ + links unterhalb des Bildes J. C. Reinhart inv. et fec. Romæ 1810 (sic!). 20,7 x 26,9 cm.

Andresen-Feuchtmayer 123, II (von III); Nagler, Monogramm., IV, 3507 (als „R“), 1; Ders., Künstler-Lex., 50. – Blatt 1 der im Unterrand mit 1805, 1810 + 1815 datierten 6blätt. Folge von Landschaften, „deren eine die Legende vom hl. Hubertus enthält“ (Nagler 50-55; Weigel, Kunstlager-Cat., IV [1837], 5327 [Abdrücke auf Tonpapier]). – Eines der wenigen Blätter des Œuvre mit zusätzlichem Monogramm:

„ Die meisten Blätter tragen den Namen des Künstlers, nur  wenige  den  Buchstaben  R  und  C.R. Mit R sind (5) bezeichnet: 1) Die Landschaft mit dem hl. Hubertus, 1811. … “

(Nagler). – Nicht unter den 172 Abbildungen der gegenüber der 1927er Erstauflage reich vermehrten 1949er zweiten von Huyghebaerts Sint Hubertus Patroon van de Jagers in Woord en Beeld.

Johann Christian Reinhart, Die Landschaft mit dem Hl. Hubertus

DAS  REICHE  SUJET  – der Heilige gleichwohl dürer-deutsch mit aufbelassenem Federhut – in sehr schönem Druck mit 0,3 (unten) bis 0,8 cm Rand rundum auf tonigem Velin mit kleinem rückseitigen Sammler-Stempel (nicht bei Lugt). – Rückseitige Bräunung nebst zwei schwachen Wasserstreifen am Rand, erstere bildseits fast nur unten rechts im weißen Rand etwas, von den Wasserstreifen nur der linksrandige und nur kaum bemerkbar.

„ R.s frühe Entwicklung in Deutschland, durch Klengel glücklich geleitet, in Meiningen voll entfaltet, zeigt eine

ungemeine  Frische  u.  Freiheit  der  Empfindung  gegenüber  der  Natur ,

besonders in Zeichnung u. Radierung. Hier zählt er zu den bedeutendsten Entdeckern der intimen, nahe gesehenen Landschaft, zu den Befreiern eines neuen dinglichen Sehens aus den Fesseln holländ. Tradition in Deutschland. Diese erquickende Ursprünglichkeit der Beobachtung hält auch noch in der ersten röm. Zeit vor … ja erst dort sind seine lebensvollsten Tier-Radierungen entstanden, die ihn neben die Erneuerer der Tierdarstellung … stellen und weit ins 19. Jahrh. hineinweisen. Das starke Naturerlebnis von Meiningen durchglüht auch noch seine frühen Idyllenbilder in Rom mit ihrer schönen Verschmelzung von Naturalismus und kühner Raumweite … “

„ Ein großer Jagdfreund, staffirte er seine Landschaften gern mit Thieren … aus “

(Thieme-Becker XXVIII [1934], S. 126, bzw. Muther in der ADB [XXVIII, 1889, S. 75]).
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(Mr. D. D., July 23, 2004)

 

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