„ In der Tiermalerei taten sich noch hervor … “
Thoman(n) von Hagelstein, Tobias Heinrich (1700 Augsburg 1764). Gems-Jagd. Vier Gruppen von Jägern, zwei davon mit Hunden, an verschiedenen Plätzen mit Pike und Flinte jagend. Schabkunstblatt in Blaudruck. Bezeichnet: T.H.Thoman inve. et excud. 36,6 x 48,5 cm.
Schwerdt III, 171 d; Blüchel, Die Jagd, I, 149 als in den Randpartien verkürzte Farbabbildung (dieses Exemplar). – Großes Kronen-Wappen-Wz. – Blatt 3.L. einer Suite. – Lateinischer Zwei- + dt. Vierzeiler:

Ein schneller Sprung zwar offt die Gemsen noch erhalt ,
Wan(n) sie von einem Fels bald auff den andern fliehen ,
Allein , dar hier und da die Jäger sich bemühen ,
So werden sie gar leicht durch Schuß und Spieß gefällt .
Dreiseits 1,5 cm breitrandig, rechts bis zum Bildrand beschnitten, doch angerändert. Durchweg geglättet altersknitterig, einige stecknadelfeine Löchlein, kleiner Haarriß im linken oberen Bildrand und hier und da Durchbruch der Plattenkante. Generell somit erheblich altersspurig, vom Passepartout indes weitgehendst eliminiert. Der Druck selbst schön,
das Blatt ganz selten , die Szenerie instruktiv
für ein Detail kulturhistorischer Jagd-Praxis :
„ Die Jäger führen lange Piken mit unterhalb der Spitze angesetzten sichelförmigen Schneiden, um damit den in den Fels flüchtenden Tieren von unten die Sprungsehnen an den Hinterläufen zu durchtrennen “
(Blüchel).
Und der jüngere Thomann selbst, so Welisch, Beiträge zur Geschichte der Augsburger Maler im 18. Jahrhundert, 1901, Seite 93 weiter,
„ auch von Ridinger hochgeschätzt “.
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