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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Thoman(n) von Hagelstein, Ernst Philipp (1657 Augsburg 1726). Marder am Gelege eines Wildenten-Paares im Schilf. Neben drei Küken mehrere Eier, davon je eines angeplatzt bzw. aufgeschlagen bei interessanter Darstellung des schon fertigen Kükens. Schabkunstblatt in Braundruck. Bildgröße 34,8 x 51,2 cm.

Zwecks Einpassung in einen Sammelband wohl unter Verlust des Untertextes dreiseits auf Platten-, unten denn auf Bildkante geschnitten, alt auf Bütten montiert und mit Bisterlinie eingefaßt. – Im weißen Oberrand alt aktualisierte Inv.-Beschriftung: Nro 5 / Tom: X / Fol 92. – Geglättete Mittelfalte. – Zwei haarfeine Fältchen am Hals des Marders.

Ernst Philipp Thomann von Hagelstein, Marder am Wildentennest

Prächtiges , auch  zoologisch  interessantes  Blatt  im  herrlichen  Druck

eines umfassenden alten Bestandes, reich nuanciert in seinem Hell-Dunkel und, wie alle Schabblätter Ernst Philipp’s – „eine(r) der besten Künstler seiner Zeit“, Nagler – , außerordentlich selten. So denn auch nur ein Blatt unter den rund 27600 der Abt. I-XXVIII des Weigel’schen Kunstlager-Catalogs (1838/57; per 6.211 das Portrait Rauner als auch Nagler einzigbekanntes Blatt + per 19.715 vom Sohn Tobias Heinrich „Marder, Taubennest ausnehmend“) und dieses auch nicht bei Schwerdt, der III, 170 f. für Ernst Philipp zwei jeweils 4blätterige Folgen aus Baillie-Grohman’s Collection verzeichnet, davon die eine hier per 28.415. Die überdies generelle Seltenheit der Schabblätter ergibt sich zudem bereits aus deren Technik. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann auf Ridinger bezogen :

„ Die  Schwarzkunstblätter  sind  im  Handel  fast  gar  nicht  mehr  …
zu  bekommen  …  und  (deren)  bei  Weitem  größten  Theil  …
(habe  ich)  allein  (im  Kupferstichcabinet  Dresden)  gefunden. “

Über die ursprünglich in Lindau ansässige, über 200 Jahre florierende Künstler-Dynastie der Thomänner siehe ADB XXXVIII, 65 f. Und Nagler zu Ernst Philipp :

„ In der späteren Zeit seines Lebens befasste er sich mit der schwarzen Manier, und hatte hierin in Augsburg nur Einen Vorgänger “ ,

die diesbezüglichen (so ADB) „Einige Thier- und Jagdstücke“ nur nach Hinweisen des jüngeren Paul von Stetten, 1731-1808, nennend, davon „wir aber keines derselben näher bezeichnet fanden“. Hierselbst noch sein dem Ausweiden des Hirsches gewidmetes Blatt „Die Erden“ als außerhalb etwaiger Spezialliteratur erster Hinweis auf eine 4blätterige Suite der Elemente.
Angebots-Nr. 28.416 / EUR  614. / export price EUR  583. (c. US$ 755.) + Versand

 


 

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(Mrs. B. F., October 24, 2007)

 

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