Erleben Sie Tiere und Jagd hautnah …

… bei lüder h. niemeyer

Cornelis Cort, St. Hubertus
Cornelis Cort, St. Hubertus >

Sankt Hubertus / Saint Hubert

 

Hubertushund. Kopfporträt. 17 x 15 cm. – Hlzst. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.463 / EUR  66. (c. US$ 76.) + Versand

Im  heimischen  Umfeld  des  Heiligen

und  somit  von  größter  Authentizität

und  gar

mit  de  Marselaer – Provenienz

als  von

letzter  Originalität ?

Bruyn, Nicolaes de (Antwerpen 1571 – Rotterdam [vor?] 1656). St. Hubertus. Der fürstliche „Wilde Jäger“ als nach Döbel Vater der Parforcejagd und entsprechend mit Horn und 6köpfiger Meute in großer Waldlandschaft barhäuptig vor dem Hirsche knieend. Auf dem Pool hinter letzterem zwei Schwäne als den weissagenden Vögeln der Mythologie, am Stamm oberhalb des Pferdes eine zischelnde Schlange als Versucherin, dem Hirsch am nächsten in Einzelstellung und als einziger auf seinen Herrn schauend ein Hubertus-Hund. Kupferstich. (1614.) Blattgröße 69,9 x 45,8 cm.

Das  superb  seltene  Blatt ,

unerreicht  geblieben  Schwerdt

und so vielerorts mehr ,

jüngst  erst  hiesigerseits  bekanntgemacht  Günther  Schlieker

bei Vorbereitung seiner Hubertus-Monographie wie denn

unbekannt  geblieben  schon  Huyghebaert

selbst  nach  seinerseits  21  weiteren  Forschungsjahren

bei umfassendst erweiterter Neuauflage seines „Sint Hubertus, Patroon van de Jagers in Woord en Beeld“ (Antwerpen [!] 1949 mit nunmehr 361 Seiten + 173 Abbildungen gegenüber 158 Seiten + 34 Abbildungen 1927!!),

was  besagte  Seltenheit  umso  signifikanter  belegt

als er Frederic de Marselaer ausführlich dokumentiert (SS. 174-181 + Abb. 75-80).

Provenienz

de  Marselaer , (handschriftlich) 1656

als 

Taufgeschenk

Frederic  de  Marselaer’s

(Antwerpen 1584 – [St. Hubert-] Elewijt 1670;

Jöcher III, 208 + VIII, 789) ,

Obmann  der  St. Hubertus – Bruderschaft

und

Gralshüter  der  Elewijter  Hubertus – Insignien

für 

Frederic  Jozef  Ignatius  de  Marselaer  (1656-1718)

als 

dem  Enkel-Stammhalter ?

Conte  Giovanni  Maria  Mazzuchelli

(Brescia 1707 – 1765)

Jöcher VIII, 1127 ff.; Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., IX, 98.

Für wie kostbar dieser das Blatt hielt, belegt die rückseitige 5fache Besitzstempelung
„Con. Gio. Mazzuchelli“ unter der Grafenkrone.

Früher Abdruck wie erstrebenswert  vor  den Adressen („… sind die besseren, weil seine feine Grabstichelarbeit bald abgenützt war“, Wurzbach) von Gerard Valck (1626 – nach 1694) + Peter Schenk I (1661-1715). – Hier mit Joannes Meyssens’ (Antwerpen 1612 – Brüssel 1670)

Verleger - Dedication  für  eben  den  Obigen :

„ I(ll?). Nob(i)lissi(mum) Do FR(E)DERI(C)O de MARSELAE(R,) Equiti Aurato et Lauretano, Baroni de (Perc)k (et E)lewyt S. Huberti, Toparchæ liberi Dominii de Opdorp. Hærseaux Oycke, etc. … Man. à Consiliis B(e)lli, septimum Bruxellæ Cons(uli, ha)nc D. Huberti iconem D. C. Q. Io(a)nnes Meyssens “.

Darüber im Bild selbst unten rechts

das  „MARSELARE“ – Wappen

bestehend aus dem Stamm-Wappen unter der 5zackigen Adelskrone nebst den beidseitigen aufgerichteten Parforce-Hunden, hier Wappen-Fahnen haltend: links die Marzelaer’sche, rechts die der Frau, Margriete van Borainage (de Bernaige, Baronaige, geb. 1584, Eheschließung 1626, weiteres siehe ausführliche Beschreibung).

Oben auf Bildkante geschnitten, an den Seiten mit feinem, unten unterhalb der Dedicationszeile (diese mit minimalem Restaurierungsausfall) etwas breiterem Rändchen. So voll entsprechend dem von Wurzbach (52) mit 69 x 46 cm genanntem Maß. Etlicher Risse und Rißchen oder dünner Stellen halber professionell dubliert, wie bildseits nur bedingt und ohne Störung des faszinierenden Bildeindruckes bemerkbar.

Die  das  Wunder  viel  treuer  als  Dürer  verdeutlichende  Scenerie

als Ausfluß eines ganz anderen Selbstverständnisses, wurzelnd eben in dessen natülichem und damit, vor allem, auch geistigem Ambiente. Während der  bemützte ( sic! ) Jäger bei Dürer (1501) linksseits des Pferdes kniet, das somit optisch zwischen diesem und dem Hirsch steht, so bei Bruyn  vor  dem im linken Bildfeld angesiedelten Pferd. Und zwar, auf kleiner Lichtung, in denkbar größter Nähe zu dem Zehnender. Und während Dürer’s Ritter den Rücken betont durchdrückt, welches mit hochgelegener stolzer Burg kommunizierendem Selbstbewußtsein auch von glattem Gesicht (nach Winkler, Seite 97, übrigens die Gesichtszüge Kaiser Maximilians!) und gesellschaftlicher Willkommensheißung der Hände untermalt wird, kniet er bei Bruyn geschehensangemessen leicht vorgebeugt, mit Gesicht und den nach unten ausgebreiteten Armen

das  Wunder  dieses  Augenblickes  miterlebbar  machend .

Und ehrfurchtsvoll vor sich abgelegt die standesgemäße Kopfbedeckung. Sinnvoll auch die Hinzufügung der Schwäne, der Schlange, des Hubertus-Hundes. Die reiche Landschaft Natur pur. Entsprechend denn Wurzbach I, 217 f.:

„ … (Bruyn) ist ein vorzüglicher Zeichner, seine Köpfe sind voll Ausdruck und Wahrheit, seine Kostüme phantastisch interessant und die Fülle der Figuren überraschend. “

Und Thieme-Becker V, 160:

„ die Mehrzahl (seiner Blätter) aber nach eigener Erfindung – so auch das hiesige! – und hierin zeigt sich de Br. als ein höchst origineller Künstler, der die Kunstsprache des Lucas van Leyden (Bredius erinnert zugleich auch an Hendrick Goltzius) noch ein Jahrhundert nach dessen Ableben mit Geschick fortsetzte … Sein sehr reichhaltiges Œuvre …

gehört  zu  den  interessantesten  seiner  Zeit. “

Und zusammen mit der von Gillis van Coninxloo III (1544-1607) herkommenden Landschaft von in die Tiefe führendem differenzierenden Hell-Dunkel – diesbezüglich bei Dürer die jüngste Forschung auf italienische Vorbilder erkennt – gibt de Bruyn seinem Hubertus denn

die  Authentizität

schlechthin. Nämlich in jeglicher Hinsicht

das  heimische  Umfeld  des  Heiligen !

Und dem einzigartigen Geschehen

mit  70  x  46  cm ( sic! )

das ihm angemessene Format dazu. Damit aber mit dem einen wie dem anderen seinesgleichen suchend. Um mit der

de  Marselaer – Dedikation

jegliches Feld endgültig und weit abgeschlagen hinter sich zu lassen. Erstmals präsent hier denn mit dem ganzen Anspruch seiner überragenden Seltenheit, auch mit den Spuren seiner Jahrhunderte, gewiß, doch

gesamthaft  als  ein  wundervolles  Blatt .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.753 / Preis auf Anfrage

Une St. Hubert siehe Jagd allgemein

„ … er  aber  öffnete  die  Bahn  der  Stecherkunst  im  Grossen “

Hier  denn  sein

1573er  Hl. Hubertus

Cort, Cornelis (Hoorn 1533 – Rom 1578). St. Hubertus. Der südniederländische fürstliche „Wilde Jäger“ als nach Döbel Vater der Parforcejagd und entsprechend mit Horn auf dem Rücken und Hirschfänger mit Greifkopf an der Seite in kniender Demutshaltung – anders als bei Dürer denn auch entblößten Hauptes – vor dem über ihm auf einer Felsnase stehenden Hirsch. Hinter ihm, erst noch aus dem Walde hervortretend, sein Pferd und zwei Hunde. Zurückgesetzt im Mittelfeld seine Bergveste oberhalb eines weiteren Anwesens. In der Luft ziehende Vögel, darunter nach deren Flugbildern wohl die auch anderwärts (so etwa 1614 bei de Bruyn) aufscheinenden zwei Schwäne als den weissagenden Vögeln der Mythologie und ein Reiher. Kupferstich mit Radierung nach Girolamo Muziano (Acquafredda bei Brescia 1528/32 – Rom 1592). Bezeichnet: im Bild unten rechts HIERONYMO MVCIANI INVE(N). / Corneli cort. fe. / 1573 + im unteren Plattenrand In Roma presso Carlo Losi l’anno 1774. 52 x 39,2 cm.

Hollstein 113, IV. – Aus Wurzbach Cort 33; Nagler III, S. 126, und, Muziano, X, S. 87; AKL XXI, SS. 341 f.; Schwerdt III, S. 49 (mit gleichfalls der späteren Losi-Adresse).

Zumindest  nicht  unter  den  173  Abbildungen  der umfassendst erweiterten Neuauflage von Huyghebaert’s Sint Hubertus, Patroon van de Jagers in Woord en Beeld, Antwerpen 1949, bei nunmehr 361 Seiten gegenüber nur 158 SS. + 34 Abbildungen der 1927er ersten Auflage).

Aus der Folge der Sieben großen Landschaften mit Heiligen

– „ Meisterstücke  und  selten  in  guten  Abdrücken “ –

(Nagler 1836), „unter dem Namen der Büssenden bekannt“, geschaffen „auf persönliche Bitte von Muziano … wobei C. mit der Herausgabe nicht weiter befaßt ist …

zweifelsohne  seine  populärsten  und  am  häufigsten  aufgelegten  Stiche “

(AKL 1999), hier denn in gleichmäßig gutem Abdruck Losi’s, dem aus den 1770ern noch weitere Neuauflagen aus 16. Jhdt. zu danken sind, bei unverändert schöner differenzierter Abgesetztheit des Hintergrundes vom Geschehen welchem des Vordergrundes und noch ungereinigtem rechten Plattenrand. – Auf schwerem Bütten mit zweifach eingefaßtem Wz. Lilie in Kreis nebst Anhänger V, verwandt der Gruppe Heawood 1589 ff. als durchweg italienischer Papiere des 16. bis späten 18. Jhdts. – Oben + links 2,4 cm, unten + rechts 0,6-1 cm breitrandig. Die geglättete Mittelfalte bildseits nur mittig noch schwach erkennbar, ebenso fast nur rückseits eine leichte Stockstippigkeit. Minimale Druckstelle unterhalb der Burg. Solchermaßen von allseits schönem Gesamteindruck, wie bei diesen großen Formaten der Alten Graphik vielfach vergebens gesucht, stehend zudem für Cort’s mit Ankunft 1565 bei Tizian in Venedig einsetzenden Ruhm.

„ C(orte war) dank den Vorzügen seiner Kunst in Rom zu großer Beliebtheit gelangt … C. wurde der bevorzugte Stecher der beiden Zuccari … dann des (denn auch hier anstehenden)

Muziano , der  damals  in  Rom  großes  Aufsehen  erregte

… Der Einfluß, den C. auf den italien. Kupferstich der 2. Hälfte des 16. Jahrh. ausübte, ist im einzelnen noch nicht untersucht worden. Sicher ist, daß erst Goltzius wieder die Entwicklung der Kupferstichtechnik um einen neuen Schritt vorwärts brachte u. daß bis zu dessen Auftreten

C.  den  Ruhm , der  erste  Stecher  der  Welt  zu  sein ,

unbestritten  behaupten  konnte

… Die Stiche C.s müssen eine große Verbreitung gewonnen haben, denn die meisten erschienen nacheinander in mehreren Verlagen … “

(L. Burchard 1912 in Thieme-Becker VII, 475 ff.).

Hier denn nach Muziano, dessen „großer Feinheit u. starkem Naturgefühl“ im Landschaftsfache Thieme-Becker (XXV, 1931, S. 304) gedenken. Er hatte sich seinerseits „in Venedig unter dem Einfluß Tizians und seit ca. 1548 in Rom unter dem Michelangelos“ weitergebildet. Und adäquat erbat er sich für die Wiedergabe seiner Sieben großen Landschaften die Hand Cort’s, aus welcher Folge der Hl. Hubertus als Primus inter pares herausragt. Als

erster  graphischer  Hubertus  wandtüchtig  großen  Formats .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.266 / Preis auf Anfrage

Fränkischer  Hl.  Hubertus  in  Rom

Die Landschaft mit dem Hl. Hubertus. In bühnenartig felsig-waldigem Vordergrund zur Linken der erhöht stehende Hirsch, auf gegenüberliegender Seite symbolträchtig besonnt der auf die Knie niedergefallene junge Edelmann mit dem Hirschfänger an der Seite, die Rechte auf die Brust gedrückt und mit der erhobenen Linken grüßend. Hinter ihm Dreier-Meute und das Pferd führender Jagdknecht mit Gewehr. Talwärts geht der Blick mittels Bildöffnung in das in hellem Licht liegende tiefgestaffelte bergige römische Umfeld. Radierung von Johann Christian Reinhart (Hof 1761 – Rom 1847). 20,7 x 26,9 cm. – Andresen-Feuchtmayer 123, II (von III); Nagler, Künstler-Lex., 50. – Blatt 1 der 6blätt. Folge von Landschaften, „deren eine die Legende vom hl. Hubertus enthält“. – Nicht unter den 172 Abbildungen der gegenüber der 1927er Erstauflage reich vermehrten 1949er zweiten von Huyghebaerts Sint Hubertus Patroon van de Jagers in Woord en Beeld. – Sehr schöner Druck mit 0,3 (unten) bis 0,8 cm Rand rundum auf tonigem Velin. – Rückseitige Bräunung nebst zwei schwachen Wasserstreifen am Rand, erstere bildseits fast nur unten rechts im weißen Rand etwas, von den Wasserstreifen nur der linksrandige und nur kaum bemerkbar. –  DAS  REICHE  SUJET. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.176 / EUR  790. / export price EUR  751. (c. US$ 868.) + Versand


„ … Die (vom Schwiegervater geerbten Par force-Jagd) Ridinger … habe ich in meinem Arbeitszimmer bestens neben einem Gobelin plaziert und möchte sie nicht mehr verkaufen. Besten Dank und ein Kompliment an Ihr Haus, dass Sie nach so vielen Jahren noch an mich gedacht haben “

(Herr K.-A. H., 2. Februar 2004)

 

Die  Auslese  des  Tages