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Cornelis Cort, St. Hubertus
Der Heilige Hubertus von 1573

Der südniederländische fürstliche „Wilde Jäger“ als nach Döbel Vater der Parforcejagd und entsprechend mit Horn auf dem Rücken und Hirschfänger mit Greifkopf an der Seite in kniender Demutshaltung – anders als bei Dürer denn auch entblößten Hauptes – vor dem über ihm auf einer Felsnase stehenden Hirsch. Hinter ihm, erst noch aus dem Walde hervortretend, sein Pferd und zwei Hunde. Zurückgesetzt im Mittelfeld seine Bergveste oberhalb eines weiteren Anwesens. In der Luft ziehende Vögel, darunter nach deren Flugbildern wohl die auch anderwärts (so etwa 1614 bei de Bruyn) aufscheinenden zwei Schwäne als den weissagenden Vögeln der Mythologie und ein Reiher. Kupferstich mit Radierung von Cornelis Cort (Hoorn 1533 – Rom 1578) nach Girolamo Muziano (Acquafredda bei Brescia 1528/32 – Rom 1592). Bezeichnet: im Bild unten rechts HIERONYMO MVCIANI INVE(N). / Corneli cort. fe. / 1573 + im unteren Plattenrand In Roma presso Carlo Losi l’anno 1774. 52 x 39,2 cm.

Hollstein 113, IV. – Aus Wurzbach Cort 33; Nagler III, S. 126, und, Muziano, X, S. 87; Allgemeines Künstler-Lexikon XXI, SS. 341 f.; Schwerdt III, S. 49 (mit gleichfalls der späteren Losi-Adresse).

Zumindest nicht unter den 173 Abbildungen  der umfassendst erweiterten Neuauflage von Huyghebaert’s Sint Hubertus, Patroon van de Jagers in Woord en Beeld, Antwerpen 1949, bei nunmehr 361 Seiten gegenüber nur 158 SS. + 34 Abbildungen der 1927er ersten Auflage.

Aus der Folge der Sieben großen Landschaften mit Heiligen

– „ Meisterstücke und selten in guten Abdrücken “ –

(Nagler 1836), „unter dem Namen der Büssenden bekannt“, geschaffen „auf persönliche Bitte von Muziano … wobei C. mit der Herausgabe nicht weiter befaßt ist …

zweifelsohne seine populärsten und am häufigsten aufgelegten Stiche “

(AKL 1999), hier denn in gleichmäßig gutem Abdruck Losi’s, dem aus den 1770ern noch weitere Neuauflagen aus 16. Jhdt. zu danken sind, bei unverändert schöner differenzierter Abgesetztheit des Hintergrundes vom Geschehen welchem des Vordergrundes und noch ungereinigtem rechten Plattenrand. – Auf schwerem Bütten mit zweifach eingefaßtem Wz. Lilie in Kreis nebst Anhänger V, verwandt der Gruppe Heawood 1589 ff. als durchweg italienischer Papiere des 16. bis späten 18. Jhdts. – Oben + links 2,4 cm, unten + rechts 0,6-1 cm breitrandig. Die geglättete Mittelfalte bildseits nur mittig noch schwach erkennbar, ebenso fast nur rückseits eine leichte Stockstippigkeit. Minimale Druckstelle unterhalb der Burg. Solchermaßen von allseits schönem Gesamteindruck, wie bei diesen großen Formaten der Alten Graphik vielfach vergebens gesucht, stehend zudem für Cort’s mit Ankunft 1565 bei Tizian in Venedig einsetzenden Ruhm.

„ Lampsonius (Dominique L., Dichter + Kunstschriftsteller, „genoß schon bei Lebzeiten den Ruf eines der besten Humanisten der Niederlande“, Thieme-Becker XXII, 277) … lobt an den C.schen Blättern

den kühnen und flotten Strich , vor allem in der Behandlung der Landschaft

… C(ort war) dank den Vorzügen seiner Kunst in Rom zu großer Beliebtheit gelangt (und) wurde der bevorzugte Stecher der beiden Zuccari … dann des

Muziano , der damals in Rom großes Aufsehen erregte …

Der Einfluß, den C. auf den italien. Kupferstich der 2. Hälfte des 16. Jahrh. ausübte, ist im einzelnen noch nicht untersucht worden. Sicher ist, daß erst Goltzius wieder die Entwicklung der Kupferstichtechnik um einen neuen Schritt vorwärts brachte u. daß bis zu dessen Auftreten

C. den Ruhm , der erste Stecher der Welt zu sein ,

unbestritten behaupten konnte

… Die Stiche C.s müssen eine große Verbreitung gewonnen haben, denn die meisten erschienen nacheinander in mehreren Verlagen … “

(L. Burchard 1912 in Thieme-Becker VII, 475 ff.).

Und 1999 Manfred Sellink im Allgemeinen Künstler-Lexikon :

„ Die technische Fertigkeit und das Vermögen, die Gemälde unterschiedl. Meister überzeugend graphisch wiederzugeben, bringen C. lebenslange Anerkennung als einer der besten Stecher seiner Zeit ein. “

Hier denn nach Muziano, dessen „großer Feinheit u. starkem Naturgefühl“ im Landschaftsfache Thieme-Becker (XXV, 1931, S. 304) gedenken. Er hatte sich seinerseits „in Venedig unter dem Einfluß Tizians und seit ca. 1548 in Rom unter dem Michelangelos“ weitergebildet. Und adäquat erbat er sich für die Wiedergabe seiner Sieben großen Landschaften die Hand Cort’s, aus welcher Folge der Hl. Hubertus als Primus inter pares herausragt. Als

erster graphischer Hubertus wandtüchtig großen Formats .

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