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Stimmungsvolle Inszenierung
eines sich neigenden Wintertages

Seyfert, Der Darmstädter Keiler von 1765

Der Darmstädter Keiler von 1765

Eligius (Eloy) Baron von Seyfert (Deutschland um 1766 – Lothringen/Metz nach 1808; Balclis: aktiv 1790-1825). Der Darmstädter Keiler von 1765. Öl auf Leinwand nach Georg Adam Eger (1727 Murrhardt 1808). Bezeichnet mit dem Pinsel: Seyfert / Metz 1804 (rechts unten in Hellbraun) und

„ Ein solches Haupt=Schwein / 6. Schuh lang. 3 Sch. 7. zoll rein hoch / ist in der sogenanten Koberstatt a’rheilger Forsts / den 4ten Decembr 1765. lebentig gefangen, und Von des / Hr. Landgrafen zu Darmstatt. Hochfürstl Durchl / mit Schwärmern erlegt worden. / Hat abgerauscht 530 ℔. der Koph allein 85 ℔. / gewogen. “

(links unten in Schwarz auf bräunlichem Grund). 37,6 × 30,5 cm (14¾ × 12 in). Barocker Profilrahmen im Stil Ludwigs XIV. mit reichst ornamentiertem + ziseliertem vergoldeten Stuckdekor mit großer Bourbonen-Lilie als Eckkartuschen und 8 von Akanthusranken umgebenen muschelförmigen Akanthuskartuschen.

Die  qualitativ  sehr  schöne  Arbeit

als

Direktkopie  nach  Egers  verschollenem  Öl

(Gerhard Kölsch, Georg Adam Eger … Jagdmaler am Hessen-Darmstädter Hof. Katalog der Werke im Museum Jagdschloss Kranichstein, 64) seitens des 1924 von Bénézit’s Dictionnaire des Peintres in die allgemeine Literatur mit u. a. Landschaften eingeführten Seyfert mit 1789 und 1802 ff. als für Metz gesichert. Im dortigen Museum das Bildnis des Franz von Lothringen, Herzogs von Guise (Katalog 1891, Nr. 71).

Zweifellos nicht nach Heinrich Philipp Bosslers (Darmstadt 1744 – Leipzig 1812) mit Kaltnadel gearbeiteter Radierung nach Eger (Kölsch 27), von dessen Wortlaut hiesige Betextung abweicht, sondern direkt nach dem Eger-Original selbst gemalt. Denn

Seyferts  Palette  ist  die  Palette  Egers .

Die von reicher Craquelé durchzogene Malerei ausgesprochen fein, matten Glanzes und sehr guten Zustands auf dem originalen Keilrahmen. Offenbar an rahmungsstatt wurden die Kanten der Leinwand auf letzterem mit schmaler brauner Pinseleinfassung versehen. In diesem Zustand befand sich das Bild noch nach 1879, als es für eine Sammlung inventarisiert wurde, deren Aufkleber eine der Längsseiten überlappt und rudimentär auf der braun eingefaßten umgeschlagenen Leinwand haftet. Zwischen diesem unbestimmten Zeitpunkt und 1939 erfolgte die Rahmung, wie durch drei 1939er spanische Etiketten auf den breiten Rahmenleisten dokumentiert. Auf den Verbundleisten des Keilrahmens hingegen als hs. Klebezettel eines französischen Frühbesitzers der unentziffert unterzeichnete, ansonsten gut lesbare Text zur Biographie Seyferts mit dem Bemerken, das Bild 1830 in Belgien entdeckt und 1879 noch besessen zu haben, als er im April eine Reise nach Metz unternahm. Von diesem auch auf weiterem Klebezettel unmittelbar auf der Leinwand die französ. Übersetzung des Bildtextes. Seine Kenntnis von der Vita des Malers offensichtlich über Bénézit/Thieme-Becker hinausgehend.

Die nicht zuletzt ihrerseits künstlerisch wie zeit- und erhaltensmäßig – nur gänzlich übersehbare kleine Bereibungen und gelegentliche minimale Rißspuren – erstaunlich perfekte Historismus-Rahmung geradezu ein Sammlungsstück sui generis ausmachend. – Illustrierte Komplettbeschreibung auf Wunsch.

Angebots-Nr. 16.128 / Preis auf Anfrage


“ … I was digging and I found you. I needed to tell you that your collection for whatever reason has brought tears to my eyes. Thank you … I’m not a collector, or I haven’t known myself to be … I was going to sell this (sheet), but I just may have discovered that I’m to keep this for whatever reason. Have you made a collector out of me … For all your devotion, hardwork … I thank you ”

(Mrs. D. H., June 17, 2002)

 

Die  Auslese  des  Tages