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Circular zur Regulierung der Spielgrafen (Salzburg 3. Feb. 1804)

Decret  in  Moll

Circular der kurfürstl. Landesregierung Salzburg vom 3. Februar 1804 betreffend die Aufhebung der Patente der Spielgrafen zwecks unverzüglich zu erfolgender „Regulirung des Spielmannsgewerbes“. O. O. + Dr., (1804). Kl.-Fol. 1 S. Mit gedr. Unterschriften des Freiherrn von Moll als Direktor und des Sekretärs v. Frohn (wohl Friedrich von Frohn).

RAHMUNGSSCHÖNER  EINBLATTDRUCK  auf 3seits unbeschnittenem Bütten. – Hs. zeitgenöss. Inv.-Nr. 148 im breiten Rand unten links.

Carl Ehrenbert von Moll (Thalgau 1760 – Augsburg 1838), seit 1790 Direktor der Salzburger Hofkammer, seit 1791 zudem des Salz-, Münz- und Bergwesens,

„ erwarb sich große Verdienste um die Hebung der Landeskultur, der Entsumpfungsvorhaben … der Forstwirtschaft, des Bergbaus sowie durch soziale Maßnahmen “

(F. J. Fischer, Österreichisches Biographisches Lexikon VI [1975], S. 353).

Daneben in gegenseitiger Befruchtung eine reiche, auch schriftstellerische Tätigkeit als Naturforscher und Geologe mit umfangreicher Mineraliensammlung, Herbarium und entsprechender Bibliothek:

„ Trotz dieser vielfachen und umfassenden Thätigkeit eines verantwortungsvollen ersten Verwaltungsbeamten des Landes fand M. bei seiner eminenten Begabung noch Zeit genug, um auch der wissenschaftlichen Beschäftigung und der Pflege der Musik, die er sehr liebte, einen guten Theil seiner Kräfte zu widmen. Er unterhielt nicht nur mit den bedeutendsten Gelehrten einen lebhaften Briefwechsel … “

(Wilhelm v. Gümbel, ADB XXII [1885], S. 112).

Im Zuge der Säkularisation Ende 1803 zum Direktor der Landesregierung und Salzburger Regierungsräsidenten ernannt, legte er indes bereits im Folgejahr seine Ämter nieder und trat im Dezember 1804 in bayerische Dienste, in denen er sich vermehrt seinen naturwissenschaftlichen Interessen widmen konnte.

Von der in dieser Zeit auf 80000 Bände angewachsenen Bibliothek veräußerte er 1824 gegen eine jährliche Leibrente 50000 Bände an die 1812 während der französischen Besatzung verbrannte, um Wiederaufbau bemühte Moskauer Universitätsbibliothek. Weitere 20000 Bände gingen an das Britische Museum. Hinzu kamen u. a. eine Portraitsammlung von 66200 Blatt und eine Sammlung von Prachtkupferstichen. Und zusammenfassend zitiert Wurzbach aus dem von Carl Friedrich Philipp von Martius gehaltenen Nekrolog:

„ Der Geist des Humanismus war in ihm verkörpert … Seine zahlreichen Schriften enthalten treue, mit Sachkenntniß verfaßte Berichte über die damaligen Fortschritte der Mineralogie, Geognosie und deren Hilfswissenschaften, glänzende und inhaltschwere Original-Beiträge der Fachgenossen, einen Schatz von Nachrichten zur Naturgeschichte und National-Oekonomie des Landes und zur Verbesserung im Berg-, Salinen- und Hüttenwesen und dienten als zeitgemäßes Ferment … “

(Wurzbach, Biographisches Lexikon XIX [1868], SS. 7 f.). – Im übrigen aber war

„ Die musikalische Literatur jener Epoche … ihm sehr geläufig … Er verehrte Händel, Bach, Mozart und Beethoven; sein Liebling aber war Jos. Haydn, dessen heitere und humoristische Muse dem eigenen Wesen am meisten entsprach “

(Carl Friedrich Philipp von Martius, Akademische Denkreden [1866], S. 111).

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„ Habe heute Ihre Sendung dankend erhalten. Freue mich schon, das Buch meinem Mann … zu Weihnachten zu schenken. Liebe Grüße aus … am Dachstein “

(Frau K. G., 12. September 2007)