Petersburg
Denkmal eines Genies
Alexander Wilbrecht’s Reverenz
St. Petersburg – Wilbrecht, Alexander. Karta Okrujnosti St. Peterburga. Mit Meilenzeiger und in Uferlandschaft gebetteter Titelkartusche nebst dem Doppeladler, deren einer einen Lorbeerzweig im Schnabel hält, der andere mit solchem bekränzt ist, indes zwischen beider Köpfe die Zarenkrone schwebt. Petersburger Umgebungskarte in Kupferstich von T. Tcharitonow + A(l?). Szawirskow (?). (1792 oder früher.) 46,6 x 57,5 cm.

Rarissimum der russischen Kartographie
wie dessen in seinen Lebensumständen nicht näher bekannte russsische Kartenmacher Wilbrecht seinerseits von herausragender Seltenheit ist. In Tooley’s 1979er Dictionary figuriert er mit einer sicher erst anschließenden 1792er französisch betitelten Fassung hiesiger Karte, der 1787er über die Pazific-Entdeckungen und dem Rossijskoj-Atlas von 1792 („showing the administrative reforms of 1775“), für den auch die außerordentlich instruktiv gearbeitete Petersburg-Karte geschaffen sein dürfte.
Neben Fluß- und dem in seinen Hauptadern
namentlich bezeichnetem Fernstraßennetz
benamt sie denn auch jene nach Moskau, verzeichnet u. a. die Dämme und Kanäle. Unter letzteren insbesondere hervorhebenswert
der unter Peter dem Großen 1719 begonnene
und seit 1721 von dem als Generalingenieur und Generallieutenant berufenen
Burchard Christoph von Münnich
(Neuenhuntorf/Oldenburg 1683 – St. Petersburg 1767)

gebaute und 1732 fertiggestellte Ladoga-Kanal als schon damals wichtigster Wasserstraße der Region.
Komplettbeschreibung per 14.676 aufliegend
Erarbeitet und verlegt in Petersburg
seitens der 1725 von Peter gegründeten
Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften
ATLAS RUSSICUS –
ein MEILENSTEIN vor 265 JAHREN
De L’Isle – Atlas Rvssicvs … Vastissimvm Imperivm Rvssicvm cum adiacentibvs Regionibvs. Hrsg. unter Leitung von Leonhard Euler und Gottfried Heinsius v. d. Kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu Petersburg. Petersbg., Selbstvlg., 1745. Gr.-2°. 16 SS. Mit

20 ( 1 mehrf. gefalt. ) dblgr. kolorierten Kupferstich-Karten
(ca. 49-50 x 56 bzw. 56,5 x 98 cm) nach Joseph Nicolas De L’Isle (1688 Paris 1768) und anderen. Marmor. HKldr.-Bd. d. Zt. mit Rückenschildchen, Lederecken und marmor. Deckelbezügen. Verblaßter marmor. Farbschnitt.
Literatur
Phillips 4060 (mit zusätzlichen Kriegskarten); Goldenberg + Postnikov, Development of Mapping Methods in Russia in the 18th Century, in IMAGO MUNDI XXXVII, 63-80; Nitsche-Stender 141; Lex. d. Kart. 688; Teleki, Atlas zur Geschichte der Kartographie der japanischen Inseln Taf. 17, 1 (Karte 19 des Atlasses); Niemeyer, Rußlands Aufbruch in die Moderne – Peter der Große und die Entwicklung der russischen Kartographie, Bonn 1991, 5 + Abbildungen.
Ausstellung
Schätze aus dem Kreml – Peter der Große in Westeuropa. Bremen, Übersee-Museum, 1991 (18 Wochen einschließlich Verlängerung). – Katalog-Nr. 158 (unkoloriertes Expl.).
Titel + Textteil – Beschreibung der Karten hinsichtlich Begrenzung, Entstehung, Genauigkeit und Durchführung der Vermessung; Transkription des russ. Alphabets; teils ausführliche russ. Worterläuterungen; Zeichenerklärung mit reicher Aufschlüsselung bis hin zu Salinen und Thermen, diese übrigens gestochen – in latein.-franz. Paralleltext. – Das satte Kolorit von der ganzen Qualität seines Alters .
Als erster vollständiger Rußland-Atlas
der entscheidende Meilenstein auf dem Weg ins moderne Rußland .
Gefragt war eine völlig neue Kartenaufnahme unter Berücksichtigung astronomisch bestimmter Fixpunkte. An der Spitze der ins Land geholten westlichen Astronomen und Geographen stand J. N. Delisle, der von 1725-47 in Rußland arbeitete und aus dessen an der Akademie begründeten astronomischen Schule mehrere russische Astronomen von Ruf hervorgingen, indes seine Arbeiten für den 1745er Atlas – dem der weniger entscheidende Kirilovs von 1734 vorangegangen war – unter Reibungsverlusten litten. Dadurch bedingte mangelnde Aktualität und ungenügende Akkuratesse waren denn für ihn auch der Grund, weshalb er seinen Namen mit dem des Atlasses nicht gern verbunden sah. Wie zeitgenössisch auch schon M. V. Lomonossov gerügt hatte. Als Adjunkt beigegeben war Delisle der als ao Prof. der Astronomie und Mitglied der Akademie 1736 nach Petersburg berufene Gottfried Heinsius (Naumburg/S. 1709 – Leipzig 1769), der noch im Jahr des Erscheinens bereits einem Rufe nach Leipzig folgte. Siehe ADB XI, 656.
Die den europäischen Teil betreffenden Detail-Karten 1-13 gegenüber den 14 asiatischen – östlich der Flüsse Irtysch/Ob, doch noch bis zum Petschora-Delta – maßstablich sichtbar größer konzipiert und zudem mit meist reich figürlichinstruktiven Titelkartuschen geschmückt, welche, wie schon beim Atlas des Großen Kurfürsten, in Schwarz-Weiß belassen wurden. Die asiatischen hingegen nur mit einem Titelstreifen versehen. Ob dies nur der wirtschaftlichen Bedeutung und dem seinerzeitigen Bekanntheitsgrad zuzurechnen oder Ausdruck des von Delisle als unangebracht gerügten Verlangens nach hastigerer Fertigstellung der Arbeiten ist, möge hiesigerseits dahingestellt bleiben.
Deutscherseits von besonderem historischen Interesse
die

Leibniz’sche Version des Wolga-Don-Kanals ,
wie 1697 im Gespräch mit dem russischen Botschafter Golovin in Hannover skizziert.
Weiterhin von außerordentlichem Interesse für die Entwicklung der Kartographie ist die
wohl erstmalige Darstellung der Kurilen
als Inselkette in geschlossener bezeichneter Folge
zwischen Nordjapan – dessen Nordzipfel am unteren Kartenrand – und Kamtschatka ausgespannt. Die umstrittenen Inseln im Süden der Kette dabei korrekt etwas abgesetzt und näher zu Japan hin gelegen. Somit ohne die noch bei Kirilov und Haas, aber auch auf anderen, teils wesentlich späteren Karten zu findenden, praktisch die gesamte Südhälfte der Inselkette ausmachenden obskuren Staaten Island, Terre de la Compagnie und Terre de Jean da Gama, die zudem namentlich auf den früheren Karten lagemäßig eher an einen zu weit südlich geratenen, indes auch noch weitgehend unbekannten Aleutenbogen denken ließen.
Für den rein kartographischen Rang des Atlasses
gilt Goldenberg-Postnikovs Resumé :
„ Atlasses, maps and large scale plans become the principal basis for the development of topographic maps. They remain as remarkable monuments of the history of Russian cartography created by the toilers of field cartography … From the point of view of studying the maps of Russia of the 18th century as historico-geographical sources, the cartographic materials of general land survey are undoubtedly the most abundant and valuable sources in spite of their relative imperfections. “
Und speziell von hiesigem Atlas hatten
„ … Delisles Zeitgenossen … eine sehr hohe Meinung … und
der berühmte deutsche Gelehrte Euler
stellte ihn seinem Vaterlande als Beispiel vor Augen ,
da es von Deutschland damals noch keinen so vollständigen Atlas gab “
(Bagrow, Meister der Kartographie, S. 251).
Der erfasste Raum
entsprechend der Grenzen zur Zeit Elisabeth Petrownas, Peters Tochter (1709-62, Zarin seit 1741). Im Osten bis zur Behring-Straße, mit den Kurilen und Nord-Japan, im SO das später von Alexander II. (Zar seit 1855) erworbene Amur-Gebiet als Ganzes bis hin zum heutigen Wladiwostok. Ansonsten südlich bis in die Quellgebiete von Kerulen, Selenga + Irtysch – Kaspische Südküste – Arax-Fluß , dann etwa auf der Linie Trabzon – Konstanza durch das Schwarze Meer , westlich bis Kiew – Memel – Helsinki mit Teilen Finnlands – norwegischem Grenzgebiet . Im Norden bis ca. 85° nördlicher Breite .
Komplettbeschreibung per 14.977 aufliegend
Russische Reich in Europa, Das. / NW-Blatt. Landkarte von Frdr. Wilhelm Streit (gest. 1839) in grenzkolor. Stahlstich. (1836.) Signiert, datiert, bezeichnet. 28,4 x 22,8 cm.
Das Titelblatt der 4blätt. Karte (cpl. per 14.449 zu EUR 225). – Die Küste ab Stettin , mit Königsberg , Baltikum + Finnland , noch mit Göteborg. Schön eingezeichnet Petersburg samt Ladoga-Kanal. – Mit den Postrouten .
Angebots-Nr. 7.442 / EUR 76. (c. US$ 107.) + Versand
Präsentiert vor der Silhouette Petersburg’s
Die 3. russische Generalkarte
als
Abschluß einer nur 60 Jahre währenden Epoche
gigantischer kartographischer Entwicklungen
Truscot(t) (Trescot), Ivan Fomic (1721-1786) und Jacob F. Schmidt. Tabula Geographica Generalis Imperii Russici ad normam novis simarum observationum astronomicarum concinnata. Mit großer, in den Wolken schwebender
Titelkartusche mit Katharina II .
nebst Quadrant und Globus
mit die Ausdehnung des Reiches messender Putte ;
großer, vom russischen Adler mit Lorbeerkranz, Zepter und Posaune überflogener Kartusche mit Merkur + Athene
mit einer Karte des Reiches vor der Silhouette Petersburgs
und eines Dreimasters und umgeben von allerlei Kriegsgerät; und Landschaftskartusche mit felsiger Tundra nebst Obelisk und doppeltem Meilenzeiger. Von 3 Platten gedruckte kolor. Rußland-Karte ca. 1 : 7,5 Mill. in Kupferstich der acht Jahre späteren deutschen Ausgabe bei Tobias Conrad Lotter (1717-1777) in Augsburg. 1784. Signiert, datiert und bezeichnet. 64,3 x 140 cm.
Literatur
Harms, Catalogus van de Kaartencollectie Moll, 19; Lexikon zur Geschichte der Kartographie, Wien 1986, II, 688 f; Bagrow, A few remarks on maps of the Amur, the Tartar Strait and Sakhalin, in Imago Mundi, The International Journal for the History of Cartography, XII, 127-136.
List of Unusual Items that have come up for Sale – compiled by Tony Campbell, British Library – in Imago Mundi XLIIII, 140 (ein früher hier nach anderweitigem Vagabundieren in den 70ern in importante öffentliche Sammlung weitergereichtes Exemplar).
Nicht bei Grenacher, Guide to the cartographic history of the imperial city of Augsburg, in Imago Mundi XXII, 85 ff., Phillips, Atlasses + Maps of America. – In der British Library nur die von der Akademie der Wissenschaften in Petersburg veröffentlichte 1776er Originalfassung, während die von Tooley’s Dictionary nicht als Mehrblatt-Karte geführte Lotter’sche Rußland-Karte von 1788 wohl nur eine Neuauflage ist der von Grenacher für 1770 geführten (Phillips 3513, 26 als ca. 1772).
Außerordentlich seltene

dritte eigene Generalkarte Rußlands
über deren beiden Autoren trotz einer Reihe gemeinsam verfaßter Karten – neben hiesiger General- verschiedene Detailkarten – so gut wie nichts bekannt ist.
„ Auf Grund der beim Senat, dem obersten Verwaltungsorgan des Reiches eingelangten Kreiskarten der Geodäten und anderer (insbesondere von Expeditionen und Gesandtschaften stammenden) Materialien entstanden in der Folge mehrere Gesamtkarten des russischen Staates, die ihrerseits wieder als Quellen für die in anderen europäischen Ländern erstellten Rußland-Karten dienten: Als erste 1734 die Imperii Russici Tabula Generalis … (ca. 1 : 11,7 Mill.) von I. Kirilov; ihr folgten 1745 die Mappa Generalis Totius Imperii Russici (ca. 1 : 8,9 Mill.) im von der Petersburger Akademie der Wissenschaften herausgegebene Atlas Russicus (siehe per 14.977 oben), 1776 die ‚Tabula Geographica Generalis Imperii Russici‘ (ca. 1 : 7,5 Mill.) von I. F. Truscot(t) (Trescot) u. J. F. Schmidt … “
(Lexikon zur Geschichte der Kartographie).
Bemerkenswert auch der zunehmend größere Maßstab dieser Karten als äußeres Zeichen der mit Fortschreiten des 18. Jahrhunderts immer weiter zunehmenden Komplettierung der Landesvermessung. Und hiesige zugleich auch
mit Abstand die formatmäßig imperialste .
Der gleich vielen altkolorierten Kartenwerken in Schwarz-Weiß belassene Kartuschenschmuck ganz im Zeichen der von Katharina der Großen (Stettin 1729 – 1796, Tochter Christian August’s von Anhalt-Zerbst und seit 1762 Zarin des Hauses Holstein-Gottorp) verfolgten Politik in der Tradition Peters des Großen.
Hinsichtlich der Entwicklung der russischen Kartographie
erscheinen verschiedene Details von besonderem Interesse .
So die völlige Übergehung des in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch allgegenwärtig verfolgten Wolga-Don-Kanals in allen Versionen und Darstellungsvarianten. Hier war, nicht zuletzt nach einem vergeblichen Versuch noch unter Peters Ägide, das Interesse, da offensichtlich undurchführbar, erloschen.
Größtes Augenmerk verdienen indes
die asiatische Nordostküste sowie die Kurilen. Gegenüber den vorangegangenen Karten Kirilovs und des Atlas Russicus erscheinen lediglich Sakhalin und die nach Süden verlaufende Küste in der bekannten, seit Kirilovs Karte von 1734 unveränderten Form.
Schon etwas weiter nördlich beginnen mit den bislang zu groß gezeichneten, nunmehr in korrekter Größe in der jetzt auch spitz nach Westen verlaufenden Bucht des Ochotskischen Meeres erscheinenden Szantar-(Schantar-)Inseln die Veränderungen. Kamtchatka ist erheblich gestreckt und so seiner wirklichen Form nahezu angeglichen, die Kurilen hier wohl erstmals mit dieser Bezeichnung als ein Archipel gekennzeichnet, ansonsten aber – auch hinsichtlich der umstrittenen, näher zu Japan gelegenen Gruppe – der Darstellung auf der Generalkarte des Atlas Russicus und den jeweiligen Atlaskarten entsprechend. Lediglich der dort noch sichtbare äußerste Nordzipfel Japans hier nicht mehr im Kartenbild. Das auf den Kirilov- und Haas’schen Karten von 1734 bzw. 1739/43, aber auch noch auf der Lattré-Karte Asiens von ca. 1770 zu findende Terre de la Compagnie und da Gama-Land hier nunmehr wohl endgültig der Erinnerung an die große Zeit manchmal nur äußerst vager Entdeckungen anheimgegeben und in eine der Natur entsprechende Darstellung aufgelöst.
Als kartographischer Fortschritt
auffallend die starke, nach Nordwest weisende Abstumpfung der Tschuktschen-Halbinsel gegenüber den früheren Karten, die Kap Szalaginskoi (Kap Schelagskij), die nördliche Ecke der Halbinsel, noch spitz nach Nordost ausgreifend zeigten. Wenn auch die Küste noch zu unregelmäßig gezeichnet ist, so gleicht die Darstellung dem heutigen Bild.
In Abweichung zu Kirilovs wie auch der Detailkarte No. 18 des Atlas Russicus fehlen die nördlich Kap Szalaginskoi gelegenen gleichnamigen Inseln. Dies analog zur wohl zu flüchtig erstellten Generalkarte des Atlasses und obwohl die Lage der Inseln bereits durch Homanns wegweisende Karte von 1725 geklärt war. Unverändert fehlerhaft auch die um etliches zu klein und zu dicht am asiatischen Kontinent liegende, heute zu Amerika gehörende St. Lorenz-Insel.
Nunmehr richtig dagegen die Wiedergabe der vor der Mündung des Kolyma-Flusses gelegenen Bäreninseln, hier erstmals als Gruppe kleiner Inseln und mit dieser Bezeichnung. Auf der Kirilov-Karte – wie auch auf der 1743er Broedelet’schen Ausgabe der Haas-Karte von 1739 schon als eine große Insel eingezeichnet, auf allen anderen Karten jedoch noch fehlend.
Von höchster Bedeutung
die Erfassung des südlichen Aleuten-Bogens von den Kommandeurs-Inseln mit der Beringinsel vor Kamtschatka bis zu der auf der östlichen Seite des Ausgangs des Beringmeeres gelegenen Hauptgruppe und, da über Unalaska hinausgehend, bis praktisch vor die Südspitze der Halbinsel Alaska reichend.
Kartographische Novität
aber auch das von einem als Matocznik Szar (Matotschkin-Straße) bezeichneten Meeresarm geteilte Nowa Semlja, wie zuvor – auch nicht auf Rigobert Bonne’s Rußlandkarte, erschienen 1771 bei Lattré in Paris – auf wohl keiner Karte zu finden. Im übrigen mit Bezeichnung der bekannten Kaps und Buchten, darunter Kap Nassau, Nordkap Asiens und heute Kap Mauritius, sowie der Eishafen, in dem Willem Barents (Mitte 16. Jhdt. – Nowa Semlja 1697) während seiner zweiten Expedition den Winter 1696/97 verbrachte.
Komplettbeschreibung per 12.250 aufliegend
Erarbeitete auch Gutachten
für zwei Petersburger Häfen
(Wiebeking, Karl Friedrich von, Wollin 1762 – München 1842). Der Küstenverlauf der Elbe von Grodenstack über Cuxhaven bis nordwestlich Kugelbake. Mit
6 großen Detaildarstellungen
zur Vorlandbefestigung sowie dreifachem Maßstab. Von 2 Platten gedruckter Kupferstich. 44,4 x 72 cm.
Plattenrand oben + unten jeweils ca. 4,5 cm breit. – Kaum bemerkbare Bugfalte am linken Bildrand. – Die Seitenränder unbeschnitten. Der rechte Rand von der Montage her etwas wellig und quetschspurig. Vereinzelte kleine Einrisse im Papierrand säurefrei hinterlegt.
Herausragende Spezialkarte , neben der genauen kartographischen Darstellung des Verlaufs der verschiedenen Deiche – Steinmarner , alter + neuer (von 1741) Döser Seedeich sowie alter + neuer Neuenfelder Deich nebst zugehörigen Sielen , Lahnungen , Watten und Vorländern – von besonderem Interesse die
ebenso instruktiven wie dekorativen Darstellungen
verschiedener Maßnahmen des Böschungsschutzes ,
so Profil der Steinkisten im alten Zustande – Steinkisten im neuesten Zustande – Profil der Ziegelböschung – Das Parabelwerck – Die Sinusböschung – Steindosierung am Neufelder Deich .
Deren jeweilige Verwendung zum Schutze des Vorlandes ebenso wie die Lahnungen im Watt in der Karte gesondert vermerkt. Darüberhinaus mit Baken, Leuchtfeuern und Landmarken wie Windmühlen und Häusern. Unter letzteren namentlich bezeichnet das Ritzebütteler Schloß – am Unterrand mit hierauf bezogenem Meridian und angedeutetem Breitenkreis – sowie das Quarantainehaus an der Kugelbake. Watten, Sände, Wiesen und Sumpfland mit jeweiliger Kennung.
Wiebeking , technisch ebenso vielseitig gebildet wie darüberhinausgehend geschichtlich interessiert, fand 1788 in Düsseldorf seine erste Stellung als Wasserbaumeister des Großherzogthums Berg, wechselte jedoch bald in hessische, österreichische und schließlich bayerische Dienste, um sich bereits 1818 aus dem Alltagsgeschäft zurückzuziehen und ganz seinen Schriften zu widmen. Indes lag
„ der Schwerpunkt seines Wirkens … unzweifelhaft auf dem Gebiete des Wasserbaues … (Er) verlangte die Schaffung hydrotechnischer staatlicher Versuchsanstalten … Der Kartographie wurde von W. sehr viel Zeit zugewendet … “
(ADB LV, 659 ff.). – Und Zögner, Kartenschätze, S. 157 :
„ … eine der fähigsten und produktivsten Persönlichkeiten des Kartenwesens seiner Zeit u. zugleich bekannter Wasser- u. Straßenbaumeister . “
Importante Arbeiten bildeten u. a. die Anlage eines neuen Hafens für Lindau sowie die erste größere Isarkorrektur nahe Münchens. Daneben Gutachten zu Überschwemmungsschutz und Anlagen von zwei Häfen in St. Petersburg, zur Verbesserung der Hafenverhältnisse Venedigs, Triests und Nieuwendieps in Holland. Den Bau des Ludwigs-Kanals lehnte er indes aus tiefer Überzeugung und in der Einsicht des Vorteils der aufkommenden Eisenbahnen ab. Hiesige Karte nun
Die seltene Gelegenheit zur Vergegenwärtigung des hochinteressanten Deichbaues neuzeitlicher Prägung à la Hauke Haien im heute
Petersburg partnerstadtschaftlich verbundenen Hamburgischen .
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St. Petersburg? – Wolfsfänger, Russischer. Vorn groß nach links vor einem Holzlager zur Rechten mit Arbeiter-Staffage am Ufer eines von Segelboot + Ruderbooten belebten breiten Flusses mit gegenüberliegender Stadtteil-Silhouette, dominiert von Kuppel-Kathedrale, nebst steinerner Brücke
( Sankt Petersburg

mit Peter-und-Paul-Kathedrale und Petersburger Brücke?).
Stahlstich von Johann Siebert (geb. 1804, 1822/28 Schüler der Kunstschule, 1846 noch tätig, alles Nürnberg) nach S. Cooper (der Tiermaler Thomas Sidney C.?, Canterbury 1803 – Vernon Holme bei C. 1902). Ca. 1835. Bezeichnet: XXV / S. Cooper pinx. / I. Siebert sc. Nbg., ansonsten wie vor nebst Adresse der Kunstanstalt des Bibliograph. Instituts. 16,9 x 20,3 cm.
Mit dem nicht mitgemessenem vollen Plattenrand, wie für Stahlstiche eher seltener, und linksseitigem Heftrand.
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“ Received the (original Ridinger printing-)plate yesterday. Much Thanks from a satiesfied customer. You are a True Gentleman … All the Best! L… F. ”
(Mr. L. A. F., November 5, 2003)




