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Unter  dem  Auge  Gottes  im  Dreieck

Leopold I., Kaiser, in Gemeinschaft mit den 7 Kurfürsten, ersterer lorbeerbekränzt mit Szepter und Orden vom Goldenen Vlies, unterhalb reich drapierter Galerie mit dem österreich. Doppeladler

– zwischen  deren  Köpfen  das  Auge  Gottes  im  Dreieck

als  dem  Symbol  der  Freimaurer

nebst Kaiserkrone und Wappen als Mittelstück, flankiert von zwei Adlern mit Fruchtgirlande mit eingehängten sechs (sic!) Wappen. Im unteren Sockelfeld dominant wogende Schlacht zwischen Reich und türkischem Halbmond, eingefaßt von zwei Medaillen mit Adler, deren linker mit Palmzweig in den Fängen, nebst Inschrift FULMINA PORTO  IOVIS bzw. SIC AD SUBLIMIA TENDO. Das Ganze als bildmächtige Einfassung sui generis zu Titelschild „The English Atlas / Volume II / Tome I“, darunter „ANNO 1681“. Kupferstich. 40,7 x 26,5 cm.

Das prächtige Titelkupfer zum Teilband des 2bändigen Janssonius-Waesberghe-Atlasses („English Atlas“) von 1680/81 bei Moses Pitt + Stefan Swart in London, dessen Titelschild auf weißem Untergrund nach vermutlicher Fortnahme des Originaltitels aufgewalzt ist. 4-7,8 cm breitrandig, nur links mit 1,5-2 cm etwas schmaler, sonst bestens.

Kaiser Leopold I. mit den 7 Kurfürsten

Hinter dem linksseits sitzenden Kaiser stehend die drei geistlichen Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, ersterer als Reichserzkanzler mit erhobenem Degen in der Rechten. Ihnen gegenüber die vier weltlichen Vertreter, deren zwei vordere sitzend. Bedeutsam die das untere Mittelfeld beherrschende Türkenschlacht (5 x 10,5 cm) als Ausfluß der seit 1591 währenden

Bedrohung  des  Abendlandes  durch  die  Pforte

und zwar umsomehr, als der sogenannte große Türkenkrieg (1683-1699) mit seiner 7wöchigen Belagerung Wiens als einem bleibenden Schockbeben zur Zeit hiesigen Kupfers erst noch bevorstand. Hier aufliegend in diesem Zusammenhang sowohl des großen Rugendas herrliches Reiter-Porträt des unsterblichen Prinzen Eugen als auch ein Brandenburg-Ansbachscher Türken-Jagd-Lappen von 1700, letzterer als psychologisch importantes Zeugnis menschlichen Denkens im Barock.

Fußend nämlich auf der simplen Übertragung eigener Ängste auf das Wild, was kulturhistorisch umso bemerkenswerter ist, als erst 1715 mit Malebranche jenes letzte cartesianische Relikt aus der Welt schied, das dem Tier nur ein „rein automatenhaftes Maschinendasein“ zuschrieb (Ernst von Aster).

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„ Danke für den wunderbaren (Ridinger-)Scan … der meine Argumentation zur Verwechslung in der Staffierung der Porzellane dokumentarisch bestens belegt. Darf ich um Ihre Zustimmung bitten, ihn in meiner Arbeit zeigen zu dürfen? “

(Herr J. R., 7. Juni 2004)