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Wilhelm Kaiser als Kardinal Richelieu

Richelieu – Kaiser – Mondecaus. Wilhelm Kaiser als RICHELIEU in Albert Emil Brachvogel’s Trauerspiel am Kgl. Schauspielhaus, Berlin. Mit Tonplatte gedr. lasiert kolor. Lithographie nach einer Zeichnung von Herbert König („… seine Charakterköpfe aus dem Schauspielermilieu u. seine Bildnisse berühmter Zeitgenossen fanden s. Zt. großen Beifall“, [Thieme-Becker XXI, 153]; Dresden 1820 – Niederlößnitz 1876) bei Louis Veit, Bln. (1859/60.) Bezeichnet. 23 x 14,7 cm. – Blatt 45 der Lipperheide-Suite Ucd 19 auf leichtem Karton.

„ Brachvogel’s Drama Mondecaus … gab dem Künstler … reiche Gelegenheit, seine Begabung für ein gewisses, scharf-ausgeprägtes Genre historischer Persönlichkeiten geltend zu machen. In allen anderen Stücken, in den der berühmte und berüchtigte Staatsmann, Cardinal Richelieu erscheint, ist mehr oder minder nur einer gewissen Einseitigkeit des Characters Rechnung getragen, während Brachvogel glücklich die Aufgabe gelöst, auch das rein Menschliche neben der geistigen, scharfen Begabung und der schlauen Benutzung dieser Begabung anschaulich zu machen. Die Gegensätze der kühlen Besonnenheit in der Rede, gegenüber dem momentan auftauchenden wärmeren Gefühl, verleihen dem Character Licht- und Schattenabwechslung, durch welche das Bild großes Interesse hervorruft, und die Theilnahme von Moment zu Moment steigernd, in allen Phasen der Characterzeichnung rege erhält.

„ Der Eindruck, den die äussere Erscheinung Wilhelm Kaiser’s in dieser Rolle übt, ist ein imponirender. Es liegt in der hohen Gestalt Würde und Adel und macht die Gewalt erklärlich, die der bedeutsame Staatsmann über seine Umgebung, selbst über den Monarchen, den er in allen Fragen des Staatslebens vertrat, zu üben im Stande war …

„ Das Costüm zeigt die Hauskleidung des Cardinals (also nebst 1633er Ordensband vom Hl. Geist) … Die Portraitähnlichkeit des Künstlers in dieser Rolle mit dem Urbilde Richelieu’s ist frappant. “

Salomon de Caus (Mondecaus, Caulx, Caux, Cauls; Dieppe 1576 – Paris 1626), als Hugenotte 1612 nach England emigriert, ging 1614 nach Heidelberg, wo er für Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz Teile des Schlosses errichtete und vor allem die damals als achtes Weltwunder gefeierten, praktisch nur durch den 1620 in Frankfurt erschienenen Hortus Palatinus bekannten Gartenanlagen plante, deren Durchführung indes vom Beginn des Dreißigjährigen Krieges vereitelt wurde. In der Folge als Architekt und Ingenieur Ludwigs XIII. nach Frankreich zurückgekehrt, fanden seine Planungen dort jedoch keinen Beifall. „1624

widmet  er  Richelieu  einen  Traktat  über  Sonnenuhren “

(Liliane Châtelet-Lange, AKL XVII [1997], S. 343).

Eine Abhandlung über eine Vorrichtung zum Heben von Wasser mittels Dampfdruck ließ 1829 Arago irrigerweise Caus als Erfinder der Dampfmaschine für Frankreich reklamieren.

Brachvogel (Breslau 1824 – Berlin 1878) feierte nach verschiedenen Mißerfolgen 1856 mit der Aufführung des „Narziß“ „einen der größten Bühnenerfolge der neuern Zeit … Auch in seinen folgenden Dramen … ‚Mon de Caus‘ (1859), der Tragödie des Genius, der seiner Zeit vorauseilt und unbegriffen an dem Undank der Mitwelt zu Grunde geht … bekundete B. ein großes Geschick für theatralische Effekte“ (Meyers Konv.-Lex. III [1888], S. 299), ohne indes an den Erfolg des „Narziß“ anknüpfen zu können.

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