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„ Hier  bin  ich  (Demokrat) , hier  darf  ich ’s  sein “

Riefstahl, Wilhelm Ludwig Friedrich (Neu-Strelitz, Mecklenburg, 1827 – München 1888). Landsgemeinde in der Ostschweiz. Eröffnung und Vereidigung der Landsgemeinde auf freiem Feld durch den am erhöhten Landsgemeindestuhl mit den beiden Schwertern stehenden Landammann. Ihm zur Seite die beiden Weibel mit den Büchern, zu seiner Rechten auf niederem Podest stehend die Amtsträger, hinter ihm die Fahnen und Standarten der zugehörigen Gemeinden. Zu beiden Seiten und im Hintergrund die Bürger, meist mit dem Seitengewehr (Degen) als Zeichen ihrer Stimmberechtigung. Rechts auch zwei Spielmänner mit Trommel sowie vor dem Stuhl zwei Weibel mit Piken. Im Hintergrund Bergketten. Getönter Holzstich von F. Bauer bei A. Cloß, Stuttgart. (1875-77.) Bezeichnet: W. Riefstahl (18)75. / F. Bauer, ansonsten typographisch wie vor. 16,9 x 25.5 cm.

Auf kantonaler Ebene heute nur noch in zwei Kantonen – Appenzell Innerrhoden und Glarus – ausgeübt, ist die Landsgemeinde eine der ältesten Formen der direkten Demokratie, bei der jeder stimmberechtigte Bürger das Wort ergreifen und Anträge einbringen kann, ohne sich durch Parteimitgliedschaft und Parteigremien oder Unterschriftensammlungen zuvor erst eine zusätzliche Legitimation erwerben zu müssen:

Wilhelm Riefstahl, Landsgemeinde in der Ostschweiz

„ Es ist kein Zufall, dass die einzige konsequente Demokratie auf Erden, die Schweiz, als winzige Insel im riesigen Meer Eurolands schwimmt. Die Schweiz und die EU sind nicht kompatibel … “

(Dirk Schümer, Europa in der Krise – Zurück zur Nation, in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 6. Juni 2011).

Es kann nicht verwundern, daß Parteisystemen und Bürokratien, die sich längst den Staat zur Beute gemacht haben (Richard von Weizsäcker), eine derartige Souveränität des Souveräns selbstredend ein fortwährender Dorn im Denken ist und solchermaßen auch nur unter Vorbehaltsklauseln mit beispielsweise der Europäischen Menschenrechtskonvention kompatibel erscheint. Wenngleich aus unterschiedlichen Gründen in den meisten Kantonen seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts abgeschafft – in jüngerer Zeit namentlich rücksichtlich der mit höheren Bevölkerungszahlen einhergehenden Anonymisierung sowie der Schwierigkeit, geeignete Versammlungsorte zu finden – , übt der Bürger in der Landsgemeinde nicht lediglich im Schutze einer Wahlkabine ein ihm gewährtes Stimmrecht aus, sondern zeigt sich offen als Teil des Staates. Dies zu gewissem Grade vergleichbar den amerikanischen Vorwahlen mit ihren Wahlversammlungen und der gewisse Präferenzen politischer oder persönlicher Art bekundenden Registrierung für die eine oder andere Partei. Daß diese Öffentlichkeit durchaus auch zu einem Gruppenzwang führen kann, sollten dabei nicht gerade jene scheinheilig kritisieren, die ihre nach hehrer Verfassung + Grundgesetz nur ihrem Gewissen verantwortlichen Abgeordneten regelmäßig dem Fraktionszwang von Partei und Koalition unterjochen. Wie denn die Landsgemeinde auch zu einem nicht oder jedenfalls sichtlich weniger von Partei- und Machtinteressen gelenkten und gefilterten offenen Diskurs als letztlich entscheidendem Grundpfeiler der Demokratie führt. Und

„ Die  EU  beweist ,

dass  Demokratie  nie  ohne  einen  gemeinsamen  Diskurs  gelingen  kann … “

(Dirk Schümer, a. a. O.).

Riefstahl, Schüler von Wilhelm Schirmer, reiste in den 60ern wiederholt in die bayerischen, tiroler und schweizer Alpen und wandte sich „mit Eifer … der Landschaft zu, besonders der Darstellung des Hochgebirges“ (Boetticher). Anstehendes Sujet indes während der Rückkehr von seinem zweiten Romaufenthalt 1873-75 entstanden. Danach Direktor der Karlsruher Kunstschule, ließ er sich nach weiterer Italienreise 1878 in München nieder, wo er Ehrenmitglied der dortigen Akademie wurde.

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„ Ich habe die letzten Tage auf Ihrer Website gestöbert, weil sie dem Uhu und anderen Eulen viel Platz gewidmet haben … Da haben Sie mir eine tolle Nachricht geschickt. Ich freue mich auf Ihre Post … Der Inhalt Ihrer Eulenbroschüre ist äußerst gelungen … (Da) haben Sie mir ein schönes vorweihnachtliches Geschenk gemacht! “

(Herr A. O., 19. November/19. December 2015)