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Klauber, Joseph Sebastian + Johann Baptist (1700/10 bzw. 1712 Augsburg 1768 bzw. 1787). Das Thesenblatt mit dem Fürbittbrief. Reich gekleideter und sympatisch überlegender Christus in Dreiviertelgestalt in den Wolken, umgeben von symbolträchtigen himmlischen Heerscharen in teilweise Mittlerrolle zur ihrerseits mittels Schrifteinschüben biblisch erschlossenen, geschehensreich gestalteten Erde, welch letzterer der rechte der beiden Hauptengel als Verbindungsoffizier aufmerksam zugewandt ist. Auf ihn verweist Christus, wie jener seinerseits auf diesen zeigt. Zwischengeschaltet gleichwohl ein Putto, der den ihm gereichten

Fürbittbrief  in  versiegeltem  Umschlag

dem Chef entgegenstreckt. Letzterer unter Strahlen- + Sternenkranz mit göttlichem Mittelstück. Kupferstich. Bezeichnet: C.P.S.C.M. (Privileg) / Klauber Cath(olici). Sc. et exc. Aug. Vind. Blattgr. 64 x 44,5 cm.

Reiches großes Blatt von plastisch-schöner Druckqualität mit seiner

zweifellos  seltenen

Klauber, Das Thesenblatt mit dem Fürbittbrief

brieflichen  Kernaussage

bei nicht überzubewertender Zeitspurigkeit, wie bei diesen zum Verschleiß bestimmten Zeugnissen der Gebrauchsgraphik allein schon ihres Formates wegen ziemlich die Regel. Auf Plattenkante geschnitten und mit geglätteter Quer-/Längsfalte, weist der Randbereich durchgängig fachgerecht versorgte Papierdünnungen und Kleineinrisse auf. Vereinzelte stecknadelkopfkleine Löchlein zudem im gesamthaft knitterspurigen Bilde selbst. Rückseits schwach, aber durchgängig stockig. Dies alles bildseits indes nur sehr bedingt wahrnehmbar und vom kräftigen Hell-Dunkel des Druckes marginalisiert.

Das Stecherpaar der Gebrüder Klauber gründete 1737/38 zusammen mit dem Maler und Kupferstecher Gottfried Bernhard Goetz (Göz; Welehrad/Mähren 1708 – Augsburg 1774) einen eigenen Verlag, den letzterer indes schon 1742 verließ. „Im Gegensatz zu den vielfach evang. Kunstverlagen Augsburgs … ein spezifisch kathol. Unternehmen“, signierten sie – wie auch hier – bewußt gern als Klauber Catholici, dem sie tlw. ein Fratres voranstellten. In ihrer Stichtechnik völlig übereinstimmend, ist ihr Œuvre solchermaßen nur schwer zu trennen. „Dazu kommt, daß unter der gemeinsamen Adresse auch Stiche der jüngeren K. … sowie anderer vorübergehend für den Verlag beschäftigter Stecher … gehen. Auch durch Ankäufe von Kupferplatten aus Augsb. Künstlernachlässen vergrößerten sie ihren Verlag“.

„ Die Bedeutung der K.schen Stichproduktion liegt z. T. mehr auf kulturgeschichtl. als künstler. Gebiet, doch finden sich unter ihren zahlreichen Blättern auch künstlerisch beachtenwerte, wie die großen Thesen … u. Wandkalender, die zum Besten dieser Art zählen u. für das Augsb. Rokoko charakteristisch sind “

(Thieme-Becker XX [1927], 411 f.).

Angebots-Nr. 28.905 / EUR  320. / export price EUR  304. (c. US$ 351.) + Versand


Einem sich nicht zu einer 12blätterigen Ridinger-Folge entschließen könnenden Interessenten mailte L.H.N. was sein altmärkischer Großvater zu sagen pflegte, wurde bei Tisch genörgelt: Wer nicht mag, ist der Beste.

Daraufhin der noch gleichen Tages nun zugreifende Reflektant:

„ … Denn : wer doch mag , ist nicht der Schlechteste “

(Herr C. R., 22. Februar 2017)