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lüder h. niemeyer

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AUS  DEN  JAHREN  DER  FRÜHEN  TRIUMPHE

Symphonie  in  Grün  +  Blau

aus  der  Gruppe  der  „Häuser  im  Park“

Heckendorf, Franz (Berlin 1888 – München 1965). Haus im Park mit Paar. In warmer Sonne malerisch hinter Baum- und Strauchkulisse bei verzweigten Wegen zweistöckige Villa mit Mansarde im Satteldach, zu deren Eingang nebst vorgesetztem Wintergarten linksseits eine Treppe hinaufführt. Zulaufend auf den Betrachter ein Paar. Öl auf Leinwand. 1921. Rechts unten bezeichnet:

Franz Heckendorf, Signatur

60 x 70,5 cm. Gerahmt.

Literatur

Kestner-Museum Hannover, Kataloge der Sonderausstellungen XVII, 1918; Joachim Kirchner, Franz Heckendorf, 1919 + 1924; Franz Heckendorf, Katalog der Sonderausstellung der Galerie Hagemeier, Ffm., 1985; Thieme-Becker XVI (1923), 211 f.; Vollmer II (1955), 400; Cicerone, Jge. 1912-1928, hier insbesondere XVI (1924), 802 f. (nicht eingesehen); Feuer II, 1 (1920/21), 195-202.

Heckendorfleuchtendes  Hauptwerk

in dominierend sattem Grün vor ebensolch blauem Himmel mit dem in Terra di Siena gehaltenen Dach des Hauses, dessen lichtockerfarbene Frontseite mit den mäandernden Wegen korrespondiert, aus der hier für die Jahre 1919-1928 belegbaren Haus-im-Park-Gruppe, benachbart etwa E. L. Kirchner’s zeitlich vorhergehenden Ölen „Haus unter Bäumen / Fehmarn“ von 1912 (figurierte 1917 in Berlin auf der Ausstellung der Freien Sezession), „Gut Staberhof / Fehmarn“ von 1913, „Villen in Königstein/Ts.“, 1915/16, oder „Bergwald mit Hütten“ (Tuschfeder + Pinsel um 1918). Heranziehbar aber auch der Holzschnitt „Wettertannen“ (1919) in seinem schweren Grün-Blau und den ockerfarbenen Wegen mit ihren kirchner- aber auch anderwärts expressionistisch-typisch kleinen Figürchen, wie denn auch das Paar hier bei Heckendorf, dessen hiesige intensive Farbtöne beispielsweise auch seine „Heilige Familie auf der Flucht“ gleichen Jahres bestimmen.

Heckendorf’s  eigener  Villa-Park-Komplex

Franz Heckendorf, Haus im Park mit Paar, 1921

hier  belegbar

mit seinem durchsonnten Öl „Haus im Park“ (100 x 80) von 1919, deren den von vier Stufen unterbrochenen Weg zum Hause flankierenden Allee schlanker Bäume wir 1928 wiederbegegnen; dem 1922er Pastell „Haus im Park“ (66 x 47); der sommerlichen „Villa im Park“ von 1925 (Aquarell + Tempera, 29,5 x 28,5 cm), wiederum mit dicht belaubten Bäumen als Vordergrund und der Fassade in lichtem Ocker sowie, ohne Haus, sein Aquarell „Bäume“ (41 x 31 cm) aus 1928 mit dem ockerfarbenen Parkweg, den schon besagte Allee schlanker Bäume säumt und dessen Licht-Schatten-Spiel das des anstehenden 1921er Öls zitiert, in seiner Formalität gleichwohl als impressionistischer Nachklang an Manet’sche Darstellungen erinnert, etwa an dessen 1882er „Landschaft in Rueil“ auf der 1997er Münchner Ausstellung „Manet bis van Gogh – Hugo von Tschudi und der Kampf um die Moderne“ (Nr. 21 + SS. 84 f. des Katalogs). – Unbeschadet aller Eigenständigkeit erscheint es denkbar, daß Heckendorf jeweils dasselbe Objekt variierte. Ob schließlich hiesiges Öl oder das 1922er Pastell identisch sind mit der im 1924er „Cicerone“ (SS. 802 f.) dokumentierten Haus-Park-Arbeit oder diese den Komplex um eine weitere bereichert, muß derzeit hier offenbleiben. So erscheint vorerst die anstehende hiesige als

die  schönste  +  vollkommenste

dieser  so  intim – stillen  Werkgruppe ,

vorbildlich über Heckendorf hinaus generell für die Landschaft in der Malerei des Expressionismus. Jawlenskys programmatisches „die Natur entsprechend meiner glühenden Seele in Farben zu übersetzen“ steht unausgesprochen auch über anstehendem Heckendorf. Denn

„ Das  Reifste , was  H.  bisher  geschaffen  hat ,

  sind  seine  Landschaften“.

Denen gegebenenfalls eingesetzte Figurationen, wie auch hier, mittels konturenloser (Nicht)Gesichter als vielfach sehr typisch für ihn bewußtsichtbar nachgeordnet werden. Denn

„ ‚alles optisch Wahrnehmbare zu vergeistigen und in die Sphäre des visionär Geschauten zu übersetzen‘; das bedeutete die

Erfüllung  des  Programms  des  modernen  Expressionismus ,

zu dessen überzeugendsten Verkündern H. zählt … “

(Vollmer 1923 in Thieme-Becker).

Peter Bürger wird Generationen später

bezüglich  Kirchner’scher  Straßengestalten

von  „ maskenhaft  vereinfachten  Gesichtszügen “

Franz Heckendorf, Gesichtsloses Paar in Haus im Park

als  Ausdruck  „ allgemeiner  Beziehungslosigkeit “

sprechen („Flaneure überdehnen die Stadt … Kirchner und der Manierismus“, FAZ 23. Juli 2001). Aber auch schon Hogarth bediente sich beispielsweise in „Times I“ (1762) in persona Lord Temple’s dieses Stilmittels.

„ Schüler der Unterrichtsklasse des Berliner Kunstgewerbemuseums und der Akad., im wesentlichen aber Autodidakt (gleich den Altersgenossen Heckel + E. L. Kirchner und wie diese ausgehend vom Impressionismus). Einer der begabtesten Vertreter der jungen deutschen Künstlergeneration, dessen persönliche Note in seinen

von  ungeheurer  Dynamik  des  malerischen  Vortrages

erfüllten und starker Innerlichkeit der Empfindung getragenen Landschaften bisher ihren reifsten Ausdruck gefunden hat. Als 20jähriger bereits stellte er (1909) in der Berl. Sezession 2 Straßenbilder aus, die noch unter dem Eindruck der impressionist. Malweise standen …

Ausgesprochen  begabt  für  das  dekorative  Fach “

(Vollmer ebda. fortfahrend).

Franz Heckendorf, Haus im Park, Rückseite

Und in gleichfalls gegenwärtiger Zeit spricht Horst Ludwig im Katalog Hagemeier an Hand einer 1958er „Südliche(n) Landschaft mit Segelbooten“ von der „Tendenz der überhöhten Natur“ :

„ Hier wird auch (unverändert) der Anspruch erkennbar, der schon 1906 im Programm der ‚Brücke Künstler‘ ausgesprochen wurde, unverfälscht und unvermittelt das wiederzugeben, was den Künstler zu schaffen drängt, nämlich die eigene Vision, die sich zuvor mit der Landschaft selbst verbindet, ohne ihr freilich imitativ zu folgen.

Mit (abermals unverändert) temperamentvollen Pinselstrichen, die als solche erkennbar bleiben und gestalterisch eingesetzt sind, mit pastosem Farbauftrag, so daß sich eine bewegte Oberflächenstruktur einstellt, ist das südlische Gemälde visualisiert … Die Farben selbst sind auch hart gegeneinandergesetzt, fast reintonig sind sie mit einem relativ dicken Pinsel aufgetragen und bleiben mit der Pinselspur verbunden, so daß sich die Komposition deutlich aus diesen Strichlagen zusammensetzt. “

Und, Joachim Kirchner über die Linie zitierend,

„ ‚Die Linie als Nerv der Komposition, als ureigenste Niederschrift eines von einer starken Innerlichkeit getragenen Willens darf wohl als das Eigenartigste des Heckendorfschen Expressionismus gelten. So gewaltsam und hart oft die Sprache seiner Linienführung zu sein scheint, so ist sie doch stets voller Seele, ihr heftiger Impuls läßt die innere Anspannung, die verhaltene Erregung erkennen, mit der der Künstler an der geistigen Durchdringung des Objektes arbeitet. Als Träger des gesamten Bildrhytmus fällt ihr schließlich eine wichtige Funktion in der Struktur des Bildganzen zu.‘

Überblickt man Heckendorfs Schaffen aus mehreren Jahrzehnten, so fällt die Heftigkeit auf, mit welcher er von der Kunst der Jahrhundertwende ausgehend, seine eigene Bildsprache schuf und … beibehielt … Für Heckendorf blieb der Gegenstand stets vorrangig, allerdings formal überhöht und koloristisch verfremdet. “

Und, nochmals Vollmer in Thieme-Becker :

„ In  allen  Techniken  gerecht
und  ein  ungemein  leicht  produzierendes  Talent . “

Hier denn

AUS  DEN  JAHREN  JENER  FRÜHEN  TRIUMPHE

eine

Symphonie  in  Grün  +  Blau

Franz Heckendorf, Haus im Park mit Rahmung

als  der  derzeit  schönsten

der  Gruppe  der  „Häuser im Park“.

Angebots-Nr. 28.823  /  Preis auf Anfrage

 


 

“ I have now fetched the parcel and I am very satisfied. Its a good copy and I think it is telling a lot about Ekeman Alleson … Thank you for good envelope around it and for good service! ”

(Mrs. G. H., March 7, 2005)