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Was Berlin ohne Lesser Ury ,
wäre Paris ohne Bejot
Paris – Béjot, Eugène (1867 Paris 1931). Le Pont Saint-Louis, Paris. Mit reizvoller Figuren- und Wagenstaffage, auf der Seine ein Ausflugsdampfer. Radierung. 1905. Signiert, datiert, bezeichnet. 30,5 x 24,8 cm.
Charmantes Blatt in bräunlichem Druck auf schwerem Bütten. – Vollmer:

„ Malerradierer, Zeichner und Aquarellmaler … Beeinflußt von Bracquemond … Vortrefflicher Schilderer des alten u. neuen Paris, das er skizzierend unermüdlich durchstreift hat, die Seine als das Leitmotiv seiner licht- u. lufterfüllten Aufnahmen heraushebend. Neben Paris hat er Städtebilder aus … in ebenso topographisch getreuer wie luminaristisch lebendiger u. in der Wahl der Motive bestechender Weise auf die Kupferplatte gebracht … “
Des weiteren Glaser, Graphik der Neuzeit, Thieme-Becker, Allgemeines Künstler-Lexikon:
„ Es gibt ebenfalls eine Schar von Graphikern in Paris, die sich im allgemeinen an das englische Vorbild halten und ihre Eingebungen von den ‚Painter-Etchers‘ her haben … Der bekannteste von diesen … dürfte Eugène Bejot sein … Sein Hauptthema ist Paris geblieben … “
(Glaser).
„ Sein wirkliches Vorbild war Bracquemond. Seine Zeichnungen und Radierungen fanden erst nach der Pariser Weltausstellung 1900 … Aufnahme in die Museen … B’s Lieblingsthema sind Ansichten von Paris … Er hat mit untrüglichem Griffel die Erinnerung an zahlreiche inzwischen schon verschwundene Punkte gebannt und das Malerische der Straßenansichten der Hauptstadt Frankreichs in seiner so persönlichen Technik aufs glücklichste gefaßt “
(Thieme-Becker).
„ Einer alten Pariser Familie entstammend, widmete er sein Schaffen im wesentlichen seiner Heimatstadt. Die Architektur von an Flüssen gelegenen Städten beobachtet B. mit den Augen eines präzisen und vorzüglichen Landschaftsmalers, wie Canaletto es gewesen ist; Mühlen und Schiffe erinnern mitunter an Johan B. Jongkind … und erfaßt jede Szene in ihrem Wesen, ohne dabei dem malerischen oder anekdotischen Detail Konzessionen zu machen. … B.s Gegenstand vermeidet Romantik, Spektakuläres und rein Dokumentarisches. Er sucht das Wesen der Stadt, die unveränderlichen Standorte, ‚die Erinnerungen an gestern und Visionen auf morgen‘, wie er sagt, in einer meditativen Betrachtung, die sich aufhält bei dem, was vor unseren Augen verschwindet. Die Seine bleibt sein Lieblingsort; Brücken, Quais, Uferböschungen und Schiffe werden minutiös beobachtet, während Personen nur untergeordnet die Szenerie beleben. Auf das Licht bedacht, balanciert er den Raum zwischen Fülle und Leere mit der Genauigkeit eines Landvermessers oder Architekten aus “
(AKL).
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