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Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy), Pont Rustique

Dietrich, gen. Dietricy, Christian Wilhelm Ernst (Weimar 1712 – Dresden 1774). Pont Rustique. Landleute zu Fuß, zu Pferd, mit Rindern oder bepacktem Maulesel auf geschwungen an einem Felshang entlang führender bretterner Brücke. Radierung von Franz Edmund Weirotter (Innsbruck 1733 – Wien 1771). Bezeichnet: Dessiné par Dietricy. / Gravé par Weirotter. / Dédié à Monsieur Adrien Zingg Graveur. Par son Serviteur et Ami Weirotter., ansonsten wie oben. 28,7 x 36 cm.

Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy), Pont Rustique (Signatur)

Nagler, Weirotter, 24, 2. – Mit der Adresse von Basan-Poignant (um 1785). – Geglättete Mittelfalte. – Auf schwerem Bütten.

„ Als Maler gilt D. als Musterbeispiel des Eklektizismus im 18. Jh. Er beherrschte das Repertoire aller bek. Schulen der Malerei seiner Zeit, die er parallel verarbeitete. Bes. Vorzug gab er den ‚italienisierenden‘ Niederländern und niederl. Kleinmeistern. Aber auch Rembrandt und dessen Nachfolger, Rubens und Jordaens, Watteau, Titian, Ricci und Rosa, haben maßgeblich auf D.s Schaffen Einfluß gehabt. Seine Fähigkeit,

sich  dem  Vorbild  mit  großem  Einfühlungsvermögen  zu  nähern ,

aber  dennoch  eine  stilist.  Eigenart  zu  bewahren ,

haben ihm Erfolg gebracht. Dieser Eklektizimus muß ebenso aus der Sicht kunsttheoret. Forderungen des 18. Jh. nach Auswahl und Nachahmung verstanden werden. Gerade aus dieser künstler. Haltung stellt D. im damaligen, international geltenden Dresden eine starke dt. Persönlichkeit dar, die heute vielfach als unschöpferisch abgetan wird. Dies ist die rezeptionsgeschichtl. Voraussetzung für die lange Vernachlässigung D.s, aber auch für das Interesse in jüngster Zeit “

(Petra Schniewind-Michel, AKL XXVII [2000], S. 297).

Zunächst bei seinem Vater ausgebildet, wandte sich Dietricy unter Alexander Thiele der Landschaftsmalerei zu,

„ allein  sein  angeborenes  Talent  nützte  ihm  mehr , als  aller  Unterricht …

Winckelmann in Rom (erklärte ihn)

zum  Raffael  der  Landschaftsmalerei “

(Nagler, III, 393 ff.).

Welcher zugleich per 28. Jan. 1764 aus Rom an Johann Georg Wille über Weirotter schreibt:

„ Herr Weirotter hat mir zugleich ein Geschenk mit eigenen Arbeiten gemacht, die ich zu den besten in der Art rechne … Dieser junge Künstler wird seinem Vaterlande Ehre machen “

(Décultot et al., Wille-Briefwechsel, 1999, S. 314).

Entsprechend denn auch noch 130 Jahre später in der ADB (XLI [1896], 520 f.):

„ Kenner und Freunde seiner Blätter mußten die Abdrücke einzelner Blätter theuer bezahlen …

Als  Radierer  zählt  W(eirotter)  zu  den  hervorragendsten  Künstlern .“

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