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Das Angeln ist der Familie Lust ,hält’s doch den Hausvater bei LauneWeirotter, Franz Edmund (Innsbruck 1730 – Wien 1771). Am See bei Bolzano (Bolsenasee). Vorn auf einer Erhöhung bequem liegender Angler, die Rute weit ausgeworfen und begleitet von ehrlichem Petri Heil seitens der jungen Frau und dem lernbegierigen Sprößling. Rechtsseits mächtige Felsformation. Radierung. 12,1 x 18,1 cm.
Nagler VII/12. – Das Schlußblatt der schon zur Zeit der Wiener Professur (1767) geschaffenen Vierten Folge von Verschiedenen Gegenden, gewidmet Maria Anna Erzherzogin von Österreich. – Sehr schöner vorrangigerer Druck auf eigenem Bogen schweren Büttens und solchermaßen oben + unten 4 bzw. 5,7, seitlich 6,4-7,2 cm breitrandig. – Vor (gänzlicher) Fortnahme von Signatur/Monogramm mittig direkt unterhalb des Bildes, wo sich anderwärts vielfach die Bezeichnung „F. E. Weirotter fecit“ findet. Klar sichtbar hier indes nur ein „W“ und zwar in der abweichenden Schreibweise von Nagler, Monogrammisten, V, 1468 („trefflich radirte Blätter … von welchen einige mit F. E. W., andere nur mit dem Buchstaben W. bezeichnet sind“), wie namentlich auf die ganz kleinen Formate zutreffend. Gleichwohl könnte ein sich anschließendes „eirotter“ fortgenommen worden sein, nicht aber mehr ein „fecit“, wie auch etwaige Reste vor dem W kein „F. E.“ zulassen. Die Landschaftsradierung erlebte mit Weirotter einen schönen Höhepunkt und Schmutzer, seinerzeitiger Direktor der Wiener Akademie, empfahl Maria Theresia 1766 die Berufung des noch jungen Künstlers an die Akademie, damit er dort das Landschaftsfach übernehmen könne. Laut Schmutzers Bericht an die Kaiserin verdiente der Mittdreißiger „ mit seinen geätzten Landschaften , welche in England , Holland und Deutschland gerne gekauft würden , jährlich 4-5000 fl. “. Der Berufungsvorschlag wurde vom Staatsrat umgehend angenommen, da Weirotter sonst „bereits einen Ruf nach Sachsen in Händen habe“. Bei seinem allzu frühen Tode jedoch fand „sein gesamter künstlerischer Nachlaß in Wien keine Abnehmer; er ging nach Paris. Kenner und Freunde seiner Blätter mußten die Abdrücke einzelner Blätter theuer bezahlen … Als Radierer zählt Weirotter zu den hervorragendsten Künstlern … “ (ADB XLI [1896], 520 f.), wobei er „auf den beiden ihm (in Wien) zugewiesenen Gebieten, der Landschaftszeichnung und der Radirung, eine wahrhaft staunenswerte Tätigkeit entwickelt u. Impulse gegeben (hat) , die heute noch fortwirken “ (Thieme-Becker XXXV [1942], 309, Lützow zitierend). Sein ganzes Können spiegeln die Arbeiten nach eigener Vorlage wider (wie denn auch hier). Seine Hochschätzung bei den Zeitgenossen ergeben Briefe von und an Wille als dem in Paris residierenden deutschen Kunstpapst. So Winckelmann gelegentlich Weirotters Aufenthalt in Rom „Herr Weirotter hat mir … ein Geschenk mit eigenen Arbeiten gemacht, die ich zu den besten in der Art rechne … Dieser junge Künstler wird seinem Vaterlande Ehre machen“. Und in Rückblick auf den vorangegangenen Pariser Ausbildungsaufenthalt bei Wille (1759/63) dieser an Hagedorn in Dresden „Er ist so fertig im Zeichnen geworden, daß seine Zeichnungen weit leichter als seine Gemälde aussehen“. Und als Sammler der Leipziger Bankier Gottfried Winckler „Ich zweifle nicht, daß uns H(err). Weirotter nach der Italienischen Reise wird vil schönes liefern “. Zitiert nach Decultot und andere als Hrsg., Wille-Briefwechsel, Tübingen 1999, SS. 314, 316, 318, jeweils aus 1764.
Angebots-Nr. 15.033 / EUR 125. (c. US$ 174.) + Versand
– – – Dasselbe in tiefem Abdruck von noch ungereinigter Platte aus der 1771er Gedenkausgabe bei Pierre François Basan. – Nach gänzlicher Fortnahme von Signatur/Monogramm, ansonsten auf gleichfalls schwerem Bütten bei zwangsläufig geringerer Breitrandigkeit von nur 1,5-4 cm.
– – – Dasselbe wie vor in lichterem Druck von ansonsten schon saubererer Platte bei 1,5-2,3 cm Breitrandigkeit.
(Mrs. B. P., March 24, 2003) |