Weirotter, Franz Edmund (Innsbruck 1730 – Wien 1771). Umgrünte Felsplatte mit Inschrift „Dritte Folge von Gegenden und Bruchstücken alter Gebäude“ nebst Folgeninhalt. Ferner antike Reste. Mit Wappen-Dedikation an Fürst Albert, Kgl. Prinz in Polen und Lithauen sowie Herzog zu Sachsen-Teschen. Radierung. Bezeichnet: Nach der Natur gezeichnet in Welschland / und in Kupfer geätzet von F. E. Weirotter / In Wien zu finden in der k. k. Zeichnung und Kupferstecherakademie. / Zugeeignet von seinem unterthänigsten Diener / F. E. Weirotter Professor. 17,7 x 21,9 cm.

Titelblatt der 28blätt. Folge Nagler 6 mit Ansichten von Ruinen und Gegenden in und um Rom, der Villa Adriani + Villa Borghese, von Viterbo, Livorno und Lago di Bolzano. – Auf festem Bütten.
Die Landschaftsradierung erlebte mit Weirotter einen schönen Höhepunkt und Schmutzer, seinerzeitiger Direktor der Wiener Akademie, empfahl Maria Theresia 1766 die Berufung des noch jungen Künstlers an die Akademie, damit er dort das Landschaftsfach übernehmen könne. Laut Schmutzers Bericht an die Kaiserin verdiente der Mittdreißiger
„ mit seinen geätzten Landschaften ,
welche in England , Holland und Deutschland gerne gekauft würden ,
jährlich 4-5000 fl. “.
Der Berufungsvorschlag wurde vom Staatsrat umgehend angenommen, da Weirotter sonst „bereits einen Ruf nach Sachsen in Händen habe“. Bei seinem allzu frühen Tode jedoch fand „sein gesamter künstlerischer Nachlaß in Wien keine Abnehmer; er ging nach Paris. Kenner und Freunde seiner Blätter
mußten die Abdrücke einzelner Blätter theuer bezahlen …
Als Radierer zählt Weirotter zu den hervorragendsten Künstlern … “
(ADB XLI [1896], 520 f.),
wobei er „auf den beiden ihm (in Wien) zugewiesenen Gebieten, der Landschaftszeichnung und der Radirung, eine wahrhaft staunenswerte Tätigkeit entwickelt
u. Impulse gegeben (hat) , die heute noch fortwirken “
(Thieme-Becker XXXV [1942], 309, Lützow zitierend).
Sein ganzes Können spiegeln die Arbeiten nach eigener Vorlage wider (wie denn auch hier). Seine Hochschätzung bei den Zeitgenossen ergeben Briefe von und an Wille als dem in Paris residierenden deutschen Kunstpapst. So Winckelmann gelegentlich Weirotters Aufenthalt in Rom „Herr Weirotter hat mir … ein Geschenk mit eigenen Arbeiten gemacht,
die ich zu den besten in der Art rechne
… Dieser junge Künstler wird seinem Vaterlande Ehre machen“. Und in Rückblick auf den vorangegangenen Pariser Ausbildungsaufenthalt bei Wille (1759/63) dieser an Hagedorn in Dresden „Er ist so fertig im Zeichnen geworden, daß seine Zeichnungen weit leichter als seine Gemälde aussehen“. Und als Sammler der Leipziger Bankier Gottfried Winckler „Ich zweifle nicht, daß uns H(err).
Weirotter nach der Italienischen Reise wird vil schönes liefern “.
Zitiert nach Decultot und andere als Hrsg., Wille-Briefwechsel, Tübingen 1999, SS. 314, 316, 318, jeweils aus 1764.
„ Weirotter – so Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jhdts., 2. Aufl., 1983, S. 338 – arbeitete auch nach P. Molijn, Jan van Goyen, Aert van der Neer – und Dietricy.
Seine eigenen Erfindungen sind entsprechend holländisch . “
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