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Pietro Berrettini, Hostium corpora Scipio (Scipio und seine Feinde)

Berrettini, Pietro (gen. Pietro da Cortona, Cortona 1597 – Rom 1669). Hostium corpora Scipio Ferro uincere uuluit, Animos continentia uincere uoluit. Der der Beuteveruntreuung beschuldigte 2malige römische Konsul + ruhmreiche Feldherr gegen die Karthager (u. a. Hannibal) Publius Cornelius Scipio Africanus (gest. 183 v. Chr.) nebst wohl Frau + Tochter zwischen zwei seiner Feinde, auf kostbare Gefäße weisend. Hinter der Gruppe Krieger. Kupferstich von Cornelis Bloemaert II (Utrecht ca. 1603 – Rom 1692). Bezeichnet: Eques Petrus Berettins, Corton, pinx. floren. in Æ dib. Seren. magni. Ducis Hetrur. / Cornel. Bloemart Sculp., ansonsten wie vor. Blattgröße 21 x 30,4 cm.

Wasserzeichen. – Gesamthaft etwas angestaubt, innerhalb des Plattenrandes geschnitten, dabei unten unter Verlust der Adresse von Jo. Jacob. de Rubeis (nach 1640). Zwei Ecken im breiten weißen Feld alt ausgebessert, dabei die beiden Anfangsbuchstaben der Signaturzeile hs. ergänzt.

Nach Berrettinis Lünette-Fresco unter Beibehalt eben dessen halbkreisförmiger Rahmung, wobei die Scenerie letztere nicht überschneidet, wie für Berrettini typisch und „namentlich für die Wölbungsdekorationen des Charles Le Brun in Versailles vorbildlich“ geworden (Jörg Martin Merz).

Berrettini, Schöpfer auch einer „Alexanderschlacht“, ist „(überaus wichtig) für die Entwickelung der röm. u. der gesamtital. Barockmalerei … Seine Bedeutung … ist ähnlich wie die seiner beiden Zeitgenossen, des Bernini für die Plastik und des Boromini für die Architektur, bahnbrechend und richtungweisend. Er ist der Begründer eines neuen Stiles in Rom, der sich von da in kurzer Zeit über die ganze zivilisierte Welt verbreitet hat“ (Oskar Pollak per „Cortona“ in Thieme-Becker VII [1912], 486/II + 495/II).

Und für Cornelis Bloemaert seinerseits war die Wiedergabe von Gemälden „eine künstler., von ihm sicher gesuchte Herausforderung, der er in hervorragender Weise gewachsen war. In Rom arbeitet er abgesehen von den Antiken-Reproduktionen in erster Linie nach zeitgen. Malern, v. a. Pietro da Cortona und (dessen Lieblingsschüler) Ciro Ferri, sowie … Nicolas Poussin, … Guido Reni, auch … Annibale Carracci … Seine von den größten röm. Künstlern geschätzte Fähigkeit lag darin, die maler. Werte eines Gem., namentlich das Chiaroscuro, in bisher nicht dagewesener Weise ins graph. Medium umzusetzen. Dabei tendierte er stilist. zum barocken Klassizismus, und der überwiegende Anteil von Arbeiten nach den entsprechenden Künstlern brachte ihm in späteren Zeiten den Vorwurf übermäßiger Weichheit ein. Bei Zeitgen. dagegen genoß seine Arbeit höchstes Ansehen, und eine Reihe v. a. frz. Stecher des Barock sind als seine direkten Nachfolger anzusehen, darunter Charles Audran … “ (Gero Seelig 1995 in AKL XI).

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„ vielen Dank für die prompte Lieferung! … Nach diesem Kupferstich (Hogarth, Sleeping Congregation) habe ich übrigens ziemlich lang gesucht – offenbar immer an der falschen Stelle – und bin jetzt außerordenlich froh, ein so unversehrtes Exemplar zu besitzen … Herzlichen Dank noch mal und freundliche Grüße “

(Herr C. K., 28. Juni 2012)