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Stritt mit der Großen Koalition gegen PreußenAnsonstenWohl größter und zugleich kultiviertester Nimrod seiner ZeitUnd hier dennmit 78,7 x 61,8 cm so monumental wie seltenFiedler’s Porträt Ludwigs VIII. von Hessen-DarmstadtLudwig VIII. von Hessen-Darmstadt – Fiedler, Johann Christian (Pirna 1697 – Darmstadt 1765). Ludovicvs VIII. D. G. Landgravius Hassiæ. Princeps Hersfeldiæ, Comes in Catimeliboco, Decia, Ziegenhaina, Nidda, Schaumburgo, Ysenburgo et Budinga. etc(.) Sacre Cæsareæ ac Regiæ et Bohemicæ Majestatis Suprem(us) Campo Mareschall(us) et cohortis Dimarcháru(m) summ(us) Præfectus. Im bühnenartigen Vordergrund 65,5 cm ganzfigurig in großer Pose leicht nach rechts, doch nach links blickend. In Kürass mit dem Marschallstab in der Rechten, dem dänischen Elefanten-Orden (als dem ersten dänischen) am Blauen Band und einem Ordensstern um den Hals, weist die weit ausgestreckte Linke auf sich im Parkett anschließende tief gestaffelte Reiterschlacht. Zu seiner Rechten schiebt sich vor drapiertem schweren Vorhang ein Prunktisch ins Bild, dessen zwei sichtbare Klauen-Füße Standkugeln umfassen. Entsprechend die Seite das Vorderteil des hessischen Löwen mit Schwert ziert. Auf dem Tisch selbst weit zu Boden wallender Hermelinmantel, Dreispitz + Dragonerhelm und neben weiterem Ordensband vor allem der dem Elefanten-Orden zugehörige Bruststern. Mittig des Textfußes das von zwei Löwen gehaltene Wappen unter dem Fürstenhut. Schabkunstblatt von Johann Jacob Haid (Kleineislingen 1704 – Augsburg 1767). Bezeichnet: Johann Christian Fiedler pinx. / Joh. Jacob Haid, sculps. Aug. Vind(.), ansonsten wie vor. Blattgröße 78,7 x 61,8 cm. Nicht in den Porträt-Katalogen Drugulin (1860 ff.; 24000 Blatt allein in dessen Allgemeinem Teil) + Zentralantiquariat Leipzig I-III (1962/70; 13000 Blatt) , nicht im Weigel’schen Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) und weiteren bedeutenden Graphik-Katalogen mehr , auch nicht verzeichnet bei Nagler + Thieme-Becker per Fiedler bzw. Haid (1837 bzw. 1915/22). Auch keine sich geradezu aufdrängende Abbildung bei Gisela Sieberth, Kranichstein (1969), bzw. Ridinger-Katalog Darmstadt (1999). Dort nur das vermutlich auf Fiedler’s Öl zurückgehende Hinterglasbild als Halbfigur von Spengler (Farbabb. S. 78) bzw. ein Halb-Porträt der Fiedler-Werkstatt (S. 39, Abb. 6). Fiedler’s imperiales Porträt des großen Ludwigs VIII.
in adäquater Wiedergabe Haid’s als ein über personelle + lokale Belange hinausgehendes drucktechnisches Ein- Platten – Monument sui generis . Geschaffen nach einem der Ludwigs-Öle des seit 1717 als Miniaturmaler hervorgetreten und seitens des Braunschweiger Hofes mit mehrjährigem Paris-Aufenthalt nebst Zusage anschließender Anstellung als Hofmaler in Wolfenbüttel geförderten Johann Christian Fiedler , der dann auf der Rückreise 1724 in Darmstadt hängenblieb, wo er 1726 zum Hofmaler und 1754 zum Ober-, Kabinetts- und Hofmaler avancierte und sich namentlich zum Bildnismaler entwickelte. Und die auch von anstehendem Porträt dokumentierte
(Thieme-Becker XI [1915], 538 f.). – Etliche Abbildungen seiner Arbeiten per Slg. Prehn im 1988er Katalog Bürgerliche Sammlungen in Frankfurt (Main) 1700-1830 des dortigen Historischen Museums. Wiedergegeben in der ihrer technischen Ausdrucksmöglichkeiten wegen ebenso wie ihrer technisch bedingten Kleinstauflagen geschätzten + begehrten Schabkunst-Manier (Mezzotinto), welche der seinerseits groß gewordene Ridinger-Schüler Johann Jacob Haid – „Unsere Stadt und das ganze gelehrte Deutschland hat vor einiger Zeit 2 berühmte Künstler verlohren Hr. Joh. Ridinger … und Herr Joh. Jac. Haid … “ (so der Gemeinschafts-Nachruf der Augsburger Presse vom 29. Dezember 1767) schon frühzeitig als sein Terrain entdeckte mit wiederum dem Porträtfach als Zentrum („vor allem bekannt durch sein Porträtstiche [nach Nagler an 300], die uns eine große Anzahl seiner bedeutendsten Zeitgenossen im Bilde überliefern … Er arbeitete nach eigenen Zeichnungen wie nach Bildern bekannter Maler seiner Zeit“, Thieme-Becker 1922). Zweimal auch schuf er das Bildnis Fiedler’s. Und hier denn des letzteren Dienstherrn, den „Jagdlandgrafen“ Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt (1691 Darmstadt 1768, regierend ab 1738, „der größte Nimrod seiner Zeit“, Hofmann, den berühmten Sohn der Dorothea Charlotte von Brandenburg-Ansbach (1661-1705) in voller Montur als Kriegsherr – so im 7jähr. Krieg auf Seiten Österreichs – , gewiß, doch überdeckt von bleibendem Ruf als eines der kultiviertesten Fürsten seiner Zeit, lebend letztlich die Devise des von ihm sichtbar geschätzten hohen Dänen-Ordens Magnanimi pretium – Der Lohn des Hochherzigen. War seine Förderung der Künste groß, so sein Erfindungsreichtum sprichwörtlich. Er
(Hofmann, Führer durch das Museum Jagdschloß Kranichstein, S. 8). Gedacht sei in diesem Zusammenhang aber auch jenes kleinen Hockers im Kranichsteiner Jagdsalon mit seinen vier ledergebundenen Bänden, „deren Titel ‘Voyage des Pays bas’ lautet. Diese ‘Reise durch die Niederlande’ entpuppt sich beim Öffnen allerdings als ein Zimmerklosett“. Auch hatten die dortigen Schlafzimmer „– man höre und staune – schon im Jahre 1568 jede(s) sein eigenes Klosett, was für jene Zeit kaum vorstellbar war“ (Hofmann SS. 11 + 13). Und nicht zuletzt der von ihm initiierten, den Merkwürdigkeiten der Jagd gewidmeten Blechmalereien der Hofjagdmaler als heutigen Markt-Rarissima. Und wie sich seine Maler bester Zusammenarbeit auch von außerhalb versicherten – so bei den auch in die Blechmalereien involvierten Ridingers in Augsburg, deren bedeutendster Block unter den persönlich zuordbaren Arbeiten nicht zufälligerweise auf Hessen-Darmstadt entfällt – so in puncto Schlachten-Szenerien des lokalen und dem Darmstädter Hof generell nahestehenden Barons Christian von Löwenstern (1701 Darmstadt 1754), eines Liebhaberkünstlers gleich Goethe bei gleichwohl höchst umfangreichem malerischen Œuvre, wirkend auch als Dichter + Komponist, malend
(Thieme-Becker XXIII [1929], 328). So malte er denn auch brandfrisch nach dem Leben „Dises Junge Tyger=Pferd (mit dem schwarzen Ähren-Bouquet) welches zu Oranien=Polder einem Dorfe nicht weit von Delfft in der Provinz Holland gezogen … u: ist 1743. von der Hochgräffl. Promnitzischen Herschafft aus Schlesien auf ihrer Holländischen Reise als eine Raritet sehr Theuer erkaufft worden“, dessen Porträt Ridinger-Vater 1745 auf Kupfer übertrug, hier spektakulär vorliegend in dessen originaler Druck-Platte im Glanze ihres 263 Jahre alten Kupfers. Sehr schöner , kontrastreicher Druck von für Blätter dieser Übergröße gesamthaft noch sehr guter Erhaltung, gleichwohl auf Bild-/Textkante geschnitten, wie bei Schabblättern generell vielfach. Rückseits die (Leim-)Spuren offenbar früherer Rahmungsmontage. Die geschlossenen verschiedenen namentlich Randeinrisse bis maximal 8 cm bildseits kaum störend bemerkbar, wie das Blatt sich denn generell restauratorisch versorgt zeigt. Stehend für REPRÄSENTANZ + SELBSTVERSTÄNDNIS , KUNST , KÖNNEN + MATERIALBEHERRSCHUNG Dabei weitgehend unbekannt geblieben . Bis hin zu Spezialisten unserer Tage . Angebots-Nr. 15.271 Rein-und-wieder-raus-Preis / Preis auf Anfrage
Siehe auch
(Mr. D. K., June 3, 2006) |