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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Frühe  Darstellung

des  spanischen  Nationalsports

Tempesta, Antonio (Florenz 1555 – Rom 1630). Fiestas de Toros. Die Stadien des Stierkampfes in der Arena als instruktives Lehrstück. Vorn als linksseitige Hauptgruppe von Lanzenreiter attakierter Stier mit reich geschmückter Banderilla im Rücken, durch eine Tonne getrennt von zum Todesstoß ausholendem Espada. Rechts daneben ein erledigter Torero. Gestaffelt bis zur dichtbesetzten Tribüne weitere Lanzenreiter und zwei Stiere, deren vorderen sich der ausholende Espada mittels zweirädriger Achse auf Distanz hält, während ein Banderillero zum Wurf eines zweiten Stabes ausholt. Der mit Banderillas, darunter ein brennender, geradezu bestückte hintere drei Lanzenreitern nachsetzend, deren einer noch die Lanze gegen ihn richtet. Links davon als Mittelstück reich figurierter Kampfwagen, getarnt mit Kopfmaske, in deren Augen Banderillas stecken, dazu brennende in den Seitenlöchern. Seitlich links zurückgesetzt eine Phalanx weiterer Lanzenreiter + Toreros. Radierung von Egbert Jansz (Ende 16. Jhdt.)? 9,8 x 14 cm.

Antonio Tempesta, Fiestas de Toros

Aus Sammlung EK (nicht bei Lugt) mit rückseits deren Rundstempel, nahezu identisch der Marke CK (L. 583) der für Gemälde, Zeichnungen und Kunstgegenstände stehenden Sammlung Carl König in Wien. – Nr. 13 der hier unter Nummernwiederholung vorliegenden 18blätt. Sammlung eines zeitgenössischen, wohl niederländischen Kopisten mit Provenienz EK auf einheitlich feinem, breitrandigem Bütten, teils mit einseits von Löwen flankiertem Wz. des Amsterdamer Wappen. Unten überwiegend mit breitem weißen Plattenrand, in dem sich nur rechts die Numerierung findet, was auf Frühdrucke  vor  der  Schrift deutet. Anstehenden Falles indes mit nur schmalem Rand und der Numerierung unmittelbar im Bild selbst unten rechts.

Thematisch  ebenso  höchst  seltene  wie  instruktive ,

vor  allem auch  sehr  frühe  Scenerie

aus zeitlich zumindest großer Nähe zum Höhepunkt der Stierkämpfe unter Philipp IV. (1605-1665, regierend seit 1621; dessen Velásquez-Porträt in Stahlstich per 14.313 aufliegend).

Geschaffen nach einer der zahlreichen Tempesta-Folgen, etwa der gleichformatigen Primo libro di Caccie varie („Diese Folge wurde auch schön copirt“, Nagler), erscheint der Sammlerverweis auf den ersten/zweiten der insgesamt vier Christoffel van Sichems (ca. 1546-1624 bzw. ca. 1581 – vor 1658) unter vorsorglichem Einschluß auch des gleichzeitigen Karel nach deren hiesiger Werkkenntnis nicht plausibel. Eher interessieren könnte diesbezüglich der in seinen Lebensverhältnissen wenig bekannte Egbert Jansz, von dem bei den de Brys in Frankfurt/M 1598 eine Sammlung „Icones Venantum Species Varias … per Antonium Tempestinum“ erschien, die Schwerdt I, 266 mit 11 Blatt, Thieme-Becker mit 12 und Wurzbach nur mit 6 Blatt führt. Nicht ausgeschlossen, daß es auch noch mehr sind. Diese mit 12 x 17 cm gleichwohl etwas größer und auch ohne Platten-Numerierung. Im übrigen Schwerdt: Egbert Jansz was perhaps the best of those engravers who reproduced these and similar hunting scenes by Tempesta.
Angebots-Nr. 28.561 / EUR  575. / Export price EUR  546. (c. US$ 881.) + Versand

 


 

„ herzlichen Dank für die rasche und ausführliche Behandlung meiner Anfrage. Ich bestelle hiermit beide o. a. Gebote … bin ich auch mit Vorauszahlung einverstanden “

(Frau R. R., 20. November 2002)