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Duck, Jacob A. (um 1600 Utrecht 1667) oder Jan le Ducq (1629/30 Den Haag 1676). Der Reiter am Pilar. Nach links, kontrolliert dortselbst vom Ausbilder mit Peitsche in der angehobenen Rechten. Am linken Bildrand kleines Anwesen, am rechten bewachsene große Ruine, davor zwei die Übung beobachtende Männer mit Hund. Radierung. Blattgröße 18,6 x 23,3 cm.
Hollstein, Duck, 8. – Siehe Nagler, Monogramm., III, Ducq + Wurzbach, Duck. – Blatt 3 einer 4blätt. Folge – das 4., Der wartende Reiter am Fluß – , deren erste beide von Roman de Hooghe (1645-1708) stammen, der auch schon mit der Gesamtfolge in Verbindung gebracht wurde. Gedachtes 4. Blatt bei Nagler unter 2184, Nr. 8, bei Wurzbach per 8 und in Katalog Davidsohn I (1920), Ducq („Zweifelhaftes Blatt … Sehr selten“) per 1378 bei beachtlicher Taxe, siehe unten. Mit der Nr. 3 unten rechtsaußen im weißen Rand. – Mit nahezu complettem großen Wz. Aufgerichteter Löwe in doppelt eingefaßtem Kreis unter Lilie mit Schwert in der Rechten und Pfeilen in der Linken als Variante zu Heawood 3140-3145 (1651 bis ca. 1689) einschließlich der Kreisfüllsel, doch ohne deren Wappenschild. – Unten rechts kleiner ovaler Sammler-Stempel A (? Aretin? siehe unten). Der herrliche Druck der Sammlung J. H. Anderhub. Figurierte, wie auch weitere Graphik, nicht auf der 1963er Bücher-Versteigerung der „Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub“. Dieser übrigens schon als sammelnde Folgegeneration. So findet sich auf dem Orig.-Umschlag zur 1. Lfg. seines Bürde (Abbildungen vorzüglicher Pferde …, 1820 ff.) neben seinem 1937er Exlibris der Doppelstempel J. B. Anderhub’s. Bei dreiseits 2-4 mm umlaufendem Rändchen und oben viel weißem Plattenfeld auf Plattenkante geschnitten. Durchgehendes feines vertikales Quetschfältchen nur ober- bzw. unterhalb von Reiter + Pferd bemerkbar. Bei den unterschiedlich gedachten Urhebern handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um vielfach miteinander verwechselte oder für eine Person gehaltene Vater + Sohn, wobei thematisch letzterer Vorrang genießen sollte, da Bernt (1969/79), der nur ersteren führt, sein bevorzugtes Soldaten-Genre sowohl in Öl wie in Zeichnung ziemlich ausschließlich in Innenräumen angesiedelt sieht. Gleichwohl erwähnt er ihn auch ausdrücklich als Radierer. Aber auch der vor allem dem Tier-und Landschaftsfach zugeordnete Sohn widmete sich militärischen Themen, nachdem er als Soldat in die Dienste der Generalstaaten getreten war, wo er bis zum Hauptmann avancierte. Das vor allem als Dujardins kursierende und allmählich versiegende malerische Schaffen hielt sich in Grenzen. Den Graphiker dokumentiert eine Urkunde der Haager Gilde vom 17. Juni 1662, mit der ihm der Verkauf seiner Kupferplatten und Radierungen gestattet wird. Letztere qualifiziert Nagler im Monogrammisten-Lexikon wiederholt als Kostbarkeiten und hier ist es vor allem die „berühmte Hundefolge“ von 1661, die in Weigel’s Kunstlager-Catalog, Abt. VIII, 1840, per 9135 als „Von grösster Seltenheit“ zu hohem Preise von 80 Thlrn. figuriert. Im Katalog Davidsohn (I, 1376) wurden die 8 Blatt 1920 im nur zweiten Zustand auf 600 RM. taxiert, der oben gedachte „Reiter am Flußufer“ als Einzelblatt indes auf die Hälfte, nämlich 300 RM! Dies zur Verdeutlichung der Kostbarkeit dieser Blätter 3 + 4 der Folge. In Harmonie auch zur Überlieferung Nagler’s von 1863 bezüglich des Flußufer-Reiters :
Die Präsenz einer Signatur auf jenem Blatte hielt Wurzbach ebenso für ungesichert wie sie auch jenem hiesigen Exemplar kaum beizugeben ist. Auch anstehender Reiter am Pilar ist unbezeichnet.
(Mr. A. C., March 27, 2008) |