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Einer  „ der  trefflichsten  niederländischen  Meister “

Ducq, Jan le (1629/30 Den Haag 1676). Der Reiter am Pilar. Nach links, kontrolliert dortselbst vom Ausbilder mit Peitsche in der angehobenen Rechten. Am linken Bildrand kleines Anwesen, am rechten bewachsene große Ruine, davor zwei die Übung beobachtende Männer mit Hund. Radierung. Blattgröße 18,6 x 23,3 cm.

Jan le Ducq, Reiter am Pilar

Das  weder  bei  Nagler  (1863) , Wurzbach  (1906)  noch  Davidsohn  (1920)

beschriebene Blatt 3 einer 4blätt. Folge, deren erste beide von Roman de Hooghe (1645-1708) stammen, der auch schon mit der Gesamtfolge in Verbindung gebracht wurde, wie auch noch lesbare hs. Zuweisung hier rückseits. Auf deren hier gleichfalls aufliegendem Blatt 4, Der wartende Reiter am Fluß – Nagler, Monogrammisten III, 2184 Nr. 8; Wurzbach, Jakob Duck, 8; Katalog Davidsohn I, Ducq („Zweifelhaftes Blatt … Sehr selten“), 1378 bei beachtlicher Taxe, siehe unten – zusätzlich auch noch der Name Philips Wouwerman’s.

Mit der Nr. 3 unten rechtsaußen im weißen Rand. – Mit nahezu complettem großen Wz. Aufgerichteter Löwe in doppelt eingefaßtem Kreis unter Lilie mit Schwert in der Rechten und Pfeilen in der Linken als Variante zu Heawood 3140-3145 (1651 bis ca. 1689) einschließlich der Kreisfüllsel, doch ohne deren Wappenschild. – Unten rechts geprägter kleiner ovaler Sammler-Stempel A (? Aretin? siehe unten, H?).

Der  vorzügliche  Druck  der  Sammlung  J. H. Anderhub .

Figurierte, wie auch weitere Graphik, nicht auf der 1963er Bücher-Versteigerung der „Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub“. – Bei dreiseits 2-4 mm umlaufendem Rändchen und oben viel weißem Plattenfeld auf Plattenkante geschnitten. Durchgehendes feines vertikales Quetschfältchen nur ober- bzw. unterhalb von Reiter + Pferd bemerkbar.

Von gleicher Hand wie gedachtes Blatt 4, das schon 1863 von Nagler dem als Potter-Schüler namentlich im Tier- und Landschaftsfach tätigen Maler + Radierer le Ducq als einem  „ der  trefflichsten  niederländischen  Meister “  zugewiesen wurde, dauert die Verwechslung mit dem Utrechter Genremaler und Radierer von Soldaten-Interieurs Jacob Duck (um 1600 – 1667; von etwa 1660 bis 1661 in Den Haag) an, dessen Werke, so 1914 Thieme-Becker, seit dem 18. Jahrhundert allerdings meist unter de Ducq’s Namen liefen, wie des letzteren Gemälde infolge stilistischer Verwandtschaft ihrerseits vor allem als Dujardins kursierten. Beider Verwechslung gefördert nicht zuletzt auch durch le Ducq’s zusätzliche militärische Themen, nachdem er als Soldat in die Dienste der Generalstaaten getreten war, wo er bis zum Hauptmann avancierte. Sein allmählich versiegendes „ziemlich seltenes“ (Th.-B.) malerisches Werk hielt sich in Grenzen. Den Graphiker dokumentiert eine Urkunde der Haager Gilde vom 17. Juni 1662, mit der ihm der Verkauf seiner Kupferplatten und Radierungen gestattet wird.

Letztere qualifiziert Nagler wiederholt als Kostbarkeiten und hier ist es vor allem die „berühmte Hundefolge“ von 1661, die in Weigel’s Kunstlager-Catalog, Abt. VIII (1840) per 9135 als „Von grösster Seltenheit“ zu hohem Preise von 80 Thlrn. figuriert. Im Katalog Davidsohn (I, 1376) wurden die 8 Blatt im nur zweiten Zustand auf 600 RM taxiert und obiger „Reiter am Flußufer“ als Einzelblatt bei jeweils brillanter Druckqualität mit Rand gar auf deren Hälfte, nämlich 300 RM!

Dies  zur  Verdeutlichung  der  Kostbarkeit  der  le Ducq’schen  Blätter , dessen Reiter am Flußufer Nagler wie folgt gedachte:

„ Dieses  geistreich  radirte  Blatt  beschreibt Brulliot im Catalog Aretin No. 4401 mit der Bemerkung, dass es in le Ducq’s Manier radirt sei. Er übersah die (Signatur-)Buchstaben, ein  Kunstsammler  bezahlte  aber  bei  der  (1830er)  Auktion 100  fl.  für  dieses  Blatt .“

Anstehender Pilar-Reiter indes, es sei wiederholt, lag weder Nagler noch Wurzbach vor und fehlte auch der legendären Katalog Davidsohn.

Die  Seltenheit  anstehenden  Blattes  somit  superb !

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„ … wieder eine große Freude, Post von Ihnen zu erhalten und in eine Lektüre eintauchen zu können, die sich so wohltuend von dem journalistischen Einheitsbrei der täglichen Presse unterscheidet “

(Herr T. L., 9. Januar 2011)