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Blikkt  op  de  Nederland !

Zeichnungen , Karten + Grafik  des  17.  bis  20.  Jahrhunderts

 

Pays Bas, Partie Septentrionale des, Comprenant des Etats Généraux des Provinces Unies. Mit großer Titelkartusche in Form eines Segels, welches vor dem Spiegel einer Fleute hängt, mit dem Wappen von Belgien + Holland (14,5 x 15,5 cm) sowie mit dt.-frz. Meilenzeiger. Von Jean Janvier verfaßte Gebietskarte in grenzkolor. Kupferstich bei Lattré, Paris. Ca. 1770. Signiert, bezeichnet. 33,6 x 46,8 cm.

Mit typograph. Wz. nebst Anhänger. – Mit Zipfeln der engl. Küste, der kontinentalen  von südl. Boulogne über die westfries. Inseln bis östlich Aurichs. Mit Niederrhein + Aachener Gebiet. Grenzpunkte im übrigen Münster – Rheineck – Altenahr – Limbourg .
Angebots-Nr. 11.359 / EUR  176. (c. US$ 232.) + Versand

 

Caspar Merian, Amsterdam

Als  die  Größten  hier  zu  Hause  waren

Amsterdam. Gesamtansicht von See her mit zahllosen Schiffen vor + im Hafen. Mit zwei Wappen. Von 2 Platten gedruckter Kupferstich bei Caspar Merian (Frankfurt/Main 1627 – Holland 1686). (1654.) Bezeichnet. 21 x 71 cm.

Die  prachtvolle  Panoramansicht , mit 24 Objektkennzeichnungen erläutert und eine der begehrtesten aus dem Merianschen Topographiewerk, aus dessen von Matthäus’ jüngstem Sohn Caspar herausgegebenen Band der Niederlande. – Mit den zwangsläufigen Bugfalten, im übrigen sehr schöner, breitrandiger Abdruck.

Der  Wert  der  Merian’schen  Veduten  beruht zum einen auf ihrer naturgetreuen, an Ort und Stelle aufgenommenen Darstellung, zum anderen auf deren sorgfältiger Ausführung in der Platte. Dies alles aber ist „um so höher anzuschlagen, als die Wirren des 30jährigen Krieges … die größten Schwierigkeiten bereiteten“.
Angebots-Nr. 8.581 / EUR  1176. / export price EUR  1117. (c. US$ 1471.) + Versand

 

Nach  100  Jahren  zurück  am  Markt

der

Aert  van  der  Neer

Aert van der Neer, Flußlandschaft bei Mondschein

der

Sammlungen  Maas – Fürstenberg (?) – Zingel

Neer, Aert van der (Gorinchem 1604 – Amsterdam 1677). Flußlandschaft bei Mondschein. Gesehen von ziemlich hohem Standort mit von vorn links kommendem und rechtwinklig breit ausufernd in die sich verjüngende Ferne des Mittelgrunds führendem , beidseits von Ufern begleitetem Fluß, über dem ziemlich hoch der volle Mond mit Hof steht, dessen Licht sich im auslaufenden Wasser vor durchgehendem dunklen, von einzeln wie büschelförmig arrangiertem Schilf- + Schwertlilienrepoussoir durchsetzten Landstreifen spiegelt. Zahlreiche sich in der Ferne verlierende Fischerboote, meist unter Segel, und Kähne, vier deren letzteren groß im Vordergrund wie auch ein aufgetakelter Zweimaster – so nicht zwei dicht an dicht liegende Einmaster – hinter der Landzunge des dominant erhöht liegenden linken Ufers, zu dem vier breite Stufen freitreppenartig emporführen und dessen über drei unterschiedliche große reetgedeckte Häuser/Katen aufragendes frisch und dicht belaubtes, oben bogig zusammengefaßtes mächtiges Baumwerk nahezu die ganze Bildhöhe einnimmt. Vor den Häusern nach links wandernder Mann mit Stock, begleitet von seinem Hund, während eine Frau mit einem Geschirr im Begriff steht, die breit gelagerte vorderste Kate zu betreten, indes ein Fischer mit Haken und übergeworfenem Zeugs, ins Bild hineingehend, der oberhalb besagten Zweimasters gezogenen Stakete zustrebt, über der weiteres zum Trocknen liegt. Auf dem flachen rechtsseitigen Ufer mit seinen Landzungen zurückgesetzt ebenfalls ein Anwesen sowie Durchblick auf eine mutmaßliche Ortschaft. Als Repoussoir hier namentlich vorn ein bescheidenerer höherer Baum nebst seitlichem hohen, vom Winde gebrochenem nahezu abgestorbenen Baumstamm. Reich die übers ganze Bild verteilte Figuration jedweder Größe an Land und in den Booten, teils einschlägig beschäftigt, so der Fischer im Kahn ganz vorn rechts mit seinen Fischreusen. Der Schietwetter ankündigende Hof des Mondes könnte seinen Part in dem im Mittelgrund vorn vor seinem Boot sitzenden und ins Wasser schietenden Fischer haben. Öl auf Eichenholz. 45,6 x 63,2-63,4 cm. In aufgefrischtem Modellrahmen von wohl um 1920.

Dendrochronologisches Gutachten Prof. Dr. Peter Klein (Universität Hamburg, Zentrum Holzwirtschaft) vom 13. 7. 2006: „Dreiteilige Eichenholztafel … Raum Westdeutschland/Niederlande … Eine früheste Entstehung des Gemäldes wäre … ab 1673 denkbar“.

Cornelis Hofstede de Groot, Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragendsten holländischen Maler des 17. Jahrhunderts, Bd. VII (1918), Nr. 421 („Mondscheinlandschaft mit einem Kanal“); Wolfgang Schulz, Aert van der Neer (2002), Nr. 778 („Canal Landscape by Moonlight with Boats / Verbleib unbekannt“), beide ohne Sichtung des Originals oder einer Abbildung.

Auf drei horizontalen Elementen von 13,9 , 15,2 + 16,5 cm bei originaler Abkantung der Außenränder von 3-7 cm auf bis zu 5-6 mm. – Rückseits alter Katalogausschnitt.

Stimmungsreiches  Bild ,

kompositorisch  wie  koloristisch  mit  allen  Merkmalen

der  van  der  Neer’schen  Mondscheinbilder ,

das stilistisch den späten 40ern, frühen 50ern entspricht, als van der Neer seine volle Reife erlangt hatte (Schulz SS. 108 f. + 51), gleichwohl aber ausweislich seiner Holz-Genesis nur für jene letzten Jahre in Betracht kommt, in denen der Meister sich praktisch selbst kopierte und frühere Stilelemente wiederaufleben ließ, wie generell für die Spätzeit geltend, als zudem eine neue Künstlergeneration einen gewandelten Publikumsgeschmack bediente. – Siehe die umfassende fundierte Komplett-Beschreibung.
Angebots-Nr. 14.800  /  Preis auf Anfrage

 

„ Sehr  seltenes  Hauptblatt “

„ Doch  mit  des  Geschickes  Mächten ,
ist  kein  ew’ger  Bund  zu  flechten …“

Pieter Nolpe, Durchbruch des Amsterdamer St. Anthonis Deichs 1651

und  die  Flut  sie  wütet  schnell

Nolpe, Pieter (1613/14 Amsterdam 1652/53). Het Door Breecken vande St. Anthonis Dyck buyten Amsterdam … op den 5. Martij 1651. Der bei Houtewael gebrochene citynahe heutige Zeeburg-Deich, durch den sich die Fluten ergießen. Beidseits auf der Krone des Hauptbruchs sturmgepeitschte Menschen, agierend rette sich wer kann. Ruhender Pol unter ihnen der berittene Deichgraf rechts außen. Linksseits zunächst das per Aushängeschild gekennzeichnete schornsteinrauchende kompakte Wirtshaus von Houtewael, umgeben von weiteren Menschen in ruhigerem Gestus. Diesem gegenüber ein gleichfalls stattliches Bauerngehöft unmittelbar am kleineren Zweitbruch (Diemerdijk?, siehe unten). Hoch aufragend im ganz nah gesehenen Mittelgrund vier Amsterdamer (Kirch-)Türme und der Mastenwall des Hafens. Radierung nach Willem Schellincks (um 1627 Amsterdam 1678). Bezeichnet: Gemackt en gedruckt bij Pieter Nolpe tot Amsterdam, en van W. Schellinckx getekent., ansonsten wie vor und nachfolgend. Blattgröße 40,7 x 51,4 cm.

Hollstein 208 + Dozy 152, jeweils II (von III); Nagler (1841) 38 („Sehr seltenes Hauptblatt. Bei Weigel [1838, Nr. 924:

„ Der  grosse  Dammbruch  in  Amsterdam  nach  W. Schellinckx …

Capitalblatt “]

[als ganz beachtlich mitgeteilt] 6 Thl.“); Andresen-Wessely 12; Wurzbach, Nolpe, 152 + Schellincks 4; Kat. de Ridder 741; Kat. Davidsohn 1668. – Vgl. auch Hans-Ulrich Beck, Jan van Goyen am Deichbruch von Houtewael 1651 in Oud Holland LXXXI (1966), SS. 20-33.

Vor der Adresse von de Wit (erloschen 1706). – Mit feinem Rändchen rundum. – Einige hinterlegte Klein(st)einrisse, ganz minimale Fehlstelle in der oberen Einfassungslinie. Der Oberrand zudem mit Resten alter schmaler Hinterklebung, die gänzlich geglättete Mittelfalte bildseits nur partiell minimal bemerkbar. Gesamthaft mit nicht unsympathischem leichten Anflug von Patina.

Kräftiger , kontrastreicher  Druck

dieses  seit  alters  seltenen  großen  dramatischen  Blattes

mit faktenreichem Untertext. Erfüllt von triumphierender Natur und der Endlichkeit menschlichen Tuns. Und graphisch von alles untermalendem Hell + Dunkel. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.183  /  Preis auf Anfrage

 

Das  Tigerpferd  mit  Ährenbouquet

als  das  im  Œuvre  zudem  nahezu  einzige

Niederlande–Schaustück

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Dises Junge Tyger=Pferd welches zu

Oranien=Polder

einem Dorfe nicht weit von Delfft

in  der  Provinz  Holland

gezogen hatte dises Aehren Poquet von farbe Schwartz gleich den anderen flecken u: ist 1743. von der Hochgräffl. Promnitzischen Herschafft aus Schlesien

auf  ihrer  Holländischen  Reise

als eine Raritet sehr Theuer erkaufft worden. Der in herrlich leichter Bewegung breit in schöner Hügellandschaft mit Dorf, abgesondert von fünf teils tollenden und sich wälzenden Pferden, stehende Hengst, den schönen Kopf dem Betrachter zugewandt. Radierung mit Kupferstich nach dem nach dem Leben gemalten Bilde des Liebhaberkünstlers Frhr. Christian Ludwig von Löwenstern in  Darmstadt. Bezeichnet: Lib: Baro de Löwenstern ad viv: pinx. Darmst. / J. El. Ridinger sc. et excud. 1745, ansonsten wie vor. 35 x 28,5 cm.

Blatt 38 (Thienemann + Schwarz 280, „Die sechs Pferde, welche in dieser Sammlung enthalten sind, wurden später auch gesondert verkauft“) der „Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Ref.-Nr. 14.946 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern

 

Ver Huell, Alexander (Doesburg 1822 – Arnhem 1897). Flirt zweier Studenten mit einer Milchmagd, deren Hund die Gunst des Augenblicks nutzt und in einem der beiden Milchbottiche schleckt. Am Rande der Weiden das Gehöft. Kolor. Lithographie. 17,2 x 22,8 cm.

Der 4,7-6,5 cm breite weiße Rand und rückseits stark stockig, doch das Bild selbst hiervon nahezu unberührt und die Ränder vom rahmengerechten säurefreien Schrägschnitt-Passepartout verdeckt.
Angebots-Nr. 15.823 / EUR  64. (c. US$ 84.) + Versand

 

– – – Das Mathematik-Examen. Während der geometrischen Abiturprüfung weiß der Prüfling an der Tafel nicht recht weiter. Kolor. Lithographie. 15,6 x 22 cm.

Der 5,5-7 cm breite weiße Rand und rückseits stark stockig, doch das Bild selbst hiervon unberührt und die Ränder vom rahmengerechten säurefreien Schrägschnitt-Passepartout verdeckt.
Angebots-Nr. 15.824 / EUR  95. (c. US$ 125.) + Versand

 

„ Seine  Seestücke … versetzen  uns

unmittelbar  in  die  Häfen … der  Niederlande “

Wenzel Hollar, Holländischer Eindecker

Hollars  Holländischer  Dreimaster  vor  Anker

Hollar, Wenceslaus (Prag 1607 – London 1677). Nauis Bellica Hollandica. Dreimastiger Eindecker mit ausgerannten Kanonen vor Anker nach rechts. Die Fock gefiert, an Deck zahlreiche Matrosen. Rechts in Mittel- und Hintergrund paarweise vor Anker vier weitere Dreimaster, ganz links am Horizont ein fünfter unter Segeln. Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: WHollar fecit / 1647, ansonsten wie vor. Blattgröße 14,4 x 23,4 cm.

Pennington 1266, I; Parthey 1266. – Blatt 6 der

„ Sehr  selten(en) “

und  komplett  kaum  vorkommenden

(Davidsohn 509) 12blättrigen Folge holländischer Schiffe Navivm Variæ Figuræ et Formæ aus 1647, selbst in Davidsohns 1920 in 420 Positionen versteigertem, ganz bemerkenswert umfassendem Hollar-Bestand nur in einem gemischten Exemplar figurierend und hier vorliegend

im  ersten  Zustand  vor  Adresse + Numerierung .

Nicht in der reichen Hollar-Passage bei Baron Lanna (1895), der neben einer mutmaßlichen Kopie des Titels lediglich zwei Blatt der Folge besaß, davon eines zudem nur im zweiten Zustand mit der Nummer unten rechts, und auch fehlend im 1984er Berliner Ausstellungskatalog, der nur drei andere Blätter der Folge aufführt. – Vgl. die Zeichnung eines gleichfalls nach rechts vor Anker liegenden Dreimasters mit gefierten Rahen (Abb. Frontispiz zu Hollar’s Journey on the Rhine, Prag, 1965). – Großes Wappen-Wasserzeichen. – Warmtoniger, gleichmäßig schwach gebräunter Abdruck mit bis zu 2 mm breitem umlaufenden Papierrändchen um die Einfassungslinie. Links oben von alter Hand in Tinte „500“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.779 / EUR  1480. / export price EUR  1406. (c. US$ 1851.) + Versand

 

„ So geht der Violist bey dunckler Nacht gassaten

Und bringt ein Stündigen bey stiller Schlaffes=Ruh … “

Ostade – Ridinger, Johann Elias. Die Nacht. / NOX. Vor halb geöffneter Hoftür der kleine Violinspieler, begleitet von Altem mit umgehängter Gambe. Verträumt dem Spiel vor ihrem Fenster lauschend eine junge Frau, während zwei Kinder die aufmerksame Gefolgschaft bilden. Rechts kleiner Durchblick auf den halb von Wolken verhangenen Mond über Baumbestand. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger inv. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 41,5 x 56 cm.

Thienemann + Schwarz 1200. – Nicht bei Weigel, Coppenrath etc. + Helbing. – Wz. H G L. – Schlußblatt der ersten Folge der vier Tageszeiten in Genreszenen. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext.

Ostade - Johann Elias Ridinger, Nacht / Nox

Wie alle Ridinger’schen Schabblätter außerordentlich selten. Komplett ist die Folge hier nur noch im Exemplar der 1958 aufgelösten Gräflich Faber-Castell’schen Sammlung nachweisbar. Blatt 1 apart figurierte 1912 mit dem Prädikat „Sehr selten“ in der 2468 Positionen umfassenden Versteigerung einer „Große(n) Kupferstichsammlung zumeist aus dem Besitz einer alten Leipziger Buchhandlung“, sodann 1980 einmal hierselbst. Von den anderen Blättern der Suite – also auch anstehendem – ist nichts dergleichen bekannt. Und Thienemann notierte schon 1856 generell hinsichtlich der Seltenheit der Schabblätter :

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr … zu bekommen … Übrigens sind sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte Schwarzkunstblätter so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen grossartigen Kupferstichcabinetten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen nur in dem berühmten Dresdner Cabinett angetroffen …“

Mit umlaufend 10-13 mm breitem Papierrand. Rechts eine 4,5 cm lange Schabspur sorgfältig retuschiert, eine gut stecknadelkopfgroße Fehlstelle im Mauerwerk unterhalb des Fensters geschwärzt. Die völlig geglättete Mittelfalte mit dünnem Papier doubliert. Im übrigen von schöner samtiger Schwärze und feinem Hell-Dunkel wie bei den generell nur kleinste Auflagen von etwa „50 oder 60 (sic!) saubere(n) Abdrucke(n)“ zulassenden Schabblättern – „hernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“, Sandrart 1675 ) – stets besonders hervorhebenswert und hier der nächtlichen Szenerie den ganzen Zauber der lauen Sommernacht mitteilend. Indes die Anlehnung an  Ostade

einen  ganz  anderen  Ridinger  –  den  Ridinger  der  Niederländer

vermittelt. Mittels dieses ganz intimen, wunderschönen Blattes im Geiste der frühen Augsburger Jahre, da er auch alte Meister kopierte (Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, 2. Auflage, Seite 328). Ein Bild,

vor  dem  Sie  immer  wieder  stehenbleiben  werden.

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.936 / EUR  1980. / export price EUR  1881. (c. US$ 2477.) + Versand

 

Rotterdam. Detailansicht mit großer Bootsszenerie. Stahlstich von B. Metzeroth nach C. Reiss. Ca. 1855. Signiert, bezeichnet. 12 x 15 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 5.699 / EUR  40. (c. US$ 53.) + Versand

 

Marken – Jordan, Rudolf (Berlin 1810 – Düsseldorf 1887). Trachten von der Insel Marken, Zuidersee. Altes Fischerpaar in der Stube, sie die Tonpfeife haltend. Über dem Feuer Teekessel, im Rauchfang einige Schollen, rechts im Hintergrund die Dönz. Mit Tonplatte gedruckter Holzstich von J. Kresch. (1875-76.) Bezeichnet: J. Kresch sc., ansonsten wie vor. 25 x 18,2 cm. – Im rechten Seitenrand einzelne schwache Stockflecken, davon einer noch das Bild berührend, doch kaum wahrnehmbar.
Angebots-Nr. 5.154 / EUR  64. (c. US$ 84.) + Versand

 

Romeyn, Willem (Haarlem ca. 1624 – ca. 1694). Viehstück. Stier, zwei Kühe und drei Schafe in der Ruhe an kleinem Gewässer in hügeliger Landschaft. Radierung mit Aquatinta von Johann Heinrich Tischbein II (Haina 1742 – Kassel 1808). Bezeichnet: WRomeyn pinx: / H. Tischbein fec. 1788., ansonsten wie unten. 19,2 x 25,2 cm.

Wurzbach, Romeyn, 8; Nagler, Tischbein, 25. – Blatt 7 der 1827er Tischbein-Suite Nagler 45 als einer punktweise aufmontierten Zusammenstellung durchweg alter/früherer Abdrucke. – Auf Plattenkante geschnitten. – Aus Slg. des legendären DR. STROUSBERG , Berlin.
Angebots-Nr. 15.779 / EUR  320. / export price EUR  304. (c. US$ 400.) + Versand

 

Meisterzeichnung  erster  Provenienz

Niederländische Schule – Landschaft mit den drei Landleuten beim Fuderladen. Auf dem Feld im Vordergrund die Hocken auf einen 2rädrigen Einspänner ladend. Die das Feld umschließende niedere Waldung hinten rechts absinkend und den Blick freigebend auf die Ebene mit breitem, von Segelboot befahrenem Fluß und einem Dorf am anderen Ufer. Reich abgestufte Tuschzeichnung in Grau über schwarzer Kreide. Niederländische Schule. Ca. 1700. 217 x 354 mm. – Minimal stockig.

Provenienz

Dr. Carl Robert Rudolf, London

dessen Versteigerung Amsterdam 1977
Rückseits Sammlungs-Stempel Hahn auf Schildkröte.

Fein  durchgeführte  Arbeit  von  malerischer  Bildwirkung ,

deren  Qualität  für  die  Hand  des  Meisters  bürgt .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.486  /  Preis auf Anfrage

 

Rückgreifend  auf  Coninxloo’s

revolutionäre  Waldlandschaft  mit  Jägern

(Plietzsch 14)

wie  offenbar  bislang  übersehen

Bruyn, Nicolaes de (Antwerpen 1571 – Rotterdam [vor?] 1656). St. Hubertus. Der südniederländische  fürstliche „Wilde Jäger“ als nach Döbel Vater der Parforcejagd und entsprechend mit Horn mit 6köpfiger Meute in großer Waldlandschaft in der Art des 3. Gillis van Coninxloo (Antwerpen? 1544 – Amsterdam 1607) barhäuptig vor Kronen-Hirsch mit dem Kreuz kniend. Auf dem Pool hinter letzterem zwei chwerdt als den weissagenden Vögeln der Mythologie, am Stamm oberhalb des Pferdes eine zischelnde Schlange als Versucherin, dem Hirsch am nächsten in Einzelstellung und als einziger auf seinen Herrn schauend ein Hubertus-Hund. Kupferstich. (1614.) Blattgröße 69,9 x 45,8 cm.

DIE  graphische  HUBERTUS  Darstellung  WELCHE

Nicolaes de Bruyn, St. Hubertus

Nämlich

Das  heimische  Umfeld  des  Heiligen

als  von  größter  Authentizität

+

in  nahezu  konkurrenzlos  großem  Format

Hier  denn  zudem

mit  Joannes  Meyssens’  Adresse

und  dessen

hubertuspraller  Dedication

für  den  von  Rubens  gemalten  Hubertus-Obmann

Frederik  de  Marselaer

Und

im  gemutmaßten  Exemplar  eben  desselben

als  von  letzter  Originalität

Provenienz

de  Marselaer , ( handschriftlich ) 1656

als  Taufgeschenk

Frederic  de  Marselaer’s

(Antwerpen 1584 – [St. Hubert-] Elewijt 1670)

– Rubens  malte  ihn –

Bürgermeister  von  Brüssel ,

Obmann  der  St. Hubertus – Bruderschaft

und

Gralshüter  der  Elewijter  Hubertus – Insignien

(A. Waumans, Levensschets van den H. Hubertus. Zijne vereering te Elewijt. 1927.)

für  Frederic  Jozef  Ignatius  de  Marselaer  (1656-1718)

als  dem  Enkel-Stammhalter ?

Conte  Giovanni  Maria  Mazzuchelli  (Brescia 1707 – 1765)

(Jöcher VIII, 1813, 1127 ff.; Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., IX, 1889, 98)

mit  dessen  rückseitiger  5fach-Stempelung

Wurzbach 52. – Bredius, Künstler-Inventare, V, Seite 1600, Nr. 9 („Van Sincte Huybrecht een plaet“), die Platte per 16. 1. 1632 in einem Inv.-Verzeichnis der Rotterdamer Waisenkammer nachweisend. – Nicht bei Huyghebaert (Antwerpen [sic!] 1949).

Vgl. Plietzsch, Gillis van Coninxloo 14 in Die Frankenthaler Maler (1910/1972) nebst Tafel V; Stechow, Dutch Landscape Painting (2. Aufl., 1968), SS. 65 ff. + Abb. 122; Devisscher, Kerstiaen de Keuninck (1987), SS. 36, 89 + Abb. Z 10.

Früher Abdruck wie erstrebenswert  vor den Adressen ( „… sind die besseren, weil seine feine Grabstichelarbeit bald abgenützt war“, Wurzbach ) von Gerard Valck (1626 – nach 1694) + Peter Schenk I (1661-1715). – Hier mit Joannes Meyssens’ (Antwerpen 1612 – Brüssel 1670)

Verleger-Dedication

für  eben  Frederic de Marselaer :

„ H.  Nob(i)lissi(mum) Duo  FRADERI O  de  MARSELAEf  Equiti  Aurato  et  Lauretano  Baron(i?)  le  (Per)k  (et  E)leweyt  S. Huberti , Toparehae  liberi  Qonnau  de  Opdorp. Hærseaux  Oycke , etc. … Man.  à Consiliis  B(e?)llisennmum  Bruxellæ  Conj… me  D. Huberti  iconem  D. C. Q. Jo(a)nes  Meyssens “.

Darüber im Bild selbst unten rechts

das  „MAZSELARE“ – Wappen

bestehend aus dem Stamm-Wappen unter der 5zackigen Adelskrone nebst den beidseitigen aufgerichteten Parforce-Hunden, hier Wappen-Fahnen haltend: links die Marzelaer’sche, rechts die der Frau, Margriete van Borainage (de Bernaige, Baronaige, geb. 1584, Eheschließung 1626, weiteres siehe unten).

Hiesige Meyssens’ Adresse, beim jüngeren Hollar für die Frühdrucke stehend, könnte ein Zwischenzustand vor den abqualifizierten von Valck und Schenk sein. Für de Bruyn’s Kupfer generell belegt Wurzbach Datierungen von 1592 (W. 76) bis 1650 (Bd. II, S. 217). 1601 wurde er als plaetsnyder und coopman in die Antwerpener Gilde aufgenommen. Und „Am 4. 12. 1652 wird er in einem Aktenstück altersschwach genannt“ (Thieme-Becker).

Oben auf Bildkante geschnitten, an den Seiten mit feinem Rändchen, das unten unterhalb der Dedicationszeile (diese mit geringem Restaurierungsausfall) etwas breiter ausfällt. So voll entsprechend dem von Wurzbach mit 69 x 46 cm genanntem Maß. Etlicher Risse und Rißchen oder dünner Stellen halber mittels Dublierung professionell restauriert, wie bildseits nur bedingt und ohne Störung des faszinierenden Bildeindruckes bemerkbar.

Das  superb  seltene  Blatt ,

unerreicht  geblieben  selbst  Schwerdt

und so vielerorts mehr ,

jüngst  erst  hiesigerseits  bekanntgemacht  Günther  Schlieker

bei Vorbereitung seiner Hubertus-Monographie wie denn

unbekannt  geblieben  schon  Huyghebaert

selbst  nach  seinerseits  21  weiteren  Forschungsjahren

bei umfassendst erweiterter Neuauflage seines „Sint Hubertus, Patroon van de Jagers in Woord en Beeld“ (Antwerpen [sic!] 1949 mit nunmehr 361 Seiten + 173 Abbildungen gegenüber 158 Seiten + 34 Abbildungen 1927 !!),

was  besagte  Seltenheit  umso  signifikanter  belegt

als er Frederic de Marselaer ausführlich dokumentiert (SS. 174-181 + Abb. 75-80).

Ridder Dr. iur. Frederic (Fraderi, Frider) de Marselaer, Herr von Opdorp, Ratsherr, Schatzmeister und schließlich Bürgermeister von Brüssel, promoviert 1611 zu Löwen, Kavalierstour nach Italien, Verfasser des 1618 erstmals erschienenen wichtigen zweiteiligen Werkes über Gesandtschaften,

Khpykeion, sive Legationvm Insigne ,

das den mit dessen Autor über Aufträge fürs Brüsseler Rathaus verbundenen Rubens umsomehr interessierte als seine eigenen Dienste in diplomatischen Angelegenheiten berührend, resümierend in seiner Einschätzung vom Wert verhandelnder Gesandter zu Zeiten des Friedens wie des Krieges, ja, während letzterer ganz besonders.

In seiner Hubertus-Bezogenheit findet de Marselaer, per Heirat (s. o.) Herr und erster Baron von Perk und Elewijt, Herr von Herseaux, Oycke und Loxem geworden, zentrale Erwähnung in der Bulle des Mechelner Erzbischofs Jacobus Boonen vom 15. Oktober 1650, mit der dieser

sowohl  die  Elewijter  Hubertus-Insignien  als  auch  die  Hubertus-Bruderschaft

per 1. Mai 1651 kirchenrechtlich anerkennt. Bestand letztere schon seit sehr langer Zeit, so waren die Insignien von den Antwerpener Kapuzinern für die Schloßkapelle von Elewijt übereignet worden, nachdem frühere bei Brandschatzung der Kirche im Verlauf des Bildersturms untergegangen waren.

Wesentlich älter ist Kasteel Perk als der Marselaer-Stammsitz der Frederik-Zeit .

Einfachen Ursprungs im 12. Jhdt., schufen Baumaßnahmen des 17.-19. Jhdts. einen der prächtigsten Herrensitze des Brüsseler Umlands mit über 200 Räumen inmitten eines 90 ha weiten Parks. Via Verehelichung der Katharina de Wavre (Waver), Tochter des zwischen 1347 + 1378 florierenden Jan de Wavre und dessen Erbin von Perk + Ellewijt, mit Johann van Weede/Bernaige

liefen  die  Besitzungen  auf  Frederik de Marselaer  zu ,

indem  er  besagte  Margriete van Borainage  ehelichte

und  in  seiner  Person  Besitz + Geist  als  familiären  Zenit  vereinte .

Stammwurzel dieses Aufstiegs war die Herrschaft Opdorp, heute eingemeindet nach Buggenhout, dessen nunmehriges Doppelwappen linksseits das frühere Opdorp’sche, sprich Marselaer’sche, zeigt. Als Freiherrlichkeit hatte es Gwijde van Dampierre, Graf von Flandern, im 13. Jhdt. Willem van Grimbergen für geleistete Dienste geschenkt. Durch Heirat mit Elisabeth van Grimbergen kam es an Geeraerd van Marselaer, in dessen Familie es denn für Jahrhunderte verblieb. Adriaen van M. errichtete 1435 die dortige Kapelle, an deren Stelle dreihundert Jahre später eine Kirche errichtet wurde – mit tatkräftiger Unterstützung der Ursulinerin Maria Therese van M., Tochter obigen Frederik’s Jozef Ignatius, und deren Erbe Jan Willem d’Alvarado y Bracomonte, Burggraf von Lippelo und Herr von Opdorp. Dazwischen, 1641, schrieb Anton Sanderius in seiner Flandria Illustrata „Dit dorp pronkt met een fraai Kasteeel, of Palais, ’t welt de Heeren van Marselaer gebouwd hebben“ (Abbildung dortselbst).

Die  reiche  Landschaft  Natur  pur .

Herkommend von dem von Bruyn wiederholt nachgestochenen Gillis van Coninxloo III (Antwerpen 1544 – Amsterdam 1607) und von in die Tiefe führendem differenzierenden Hell-Dunkel, wie nach Bachmann (gelegentlich des Frühwerks van der Neer’s – „der Wald selbst, das Waldinnere“ – , Oud Holland LXXXIX, 1975, S. 214/II, Abs. 2) erst für den späten Coninxloo so typisch. Dies von ganz erheblichem Interesse, als Plietzsch hervorhebt, die Stecher nach Coninxloo mit de Bruyn an der Spitze hätten nur die „Landschaften aus seiner ersten Periode oder aus der Zeit des Überganges zur zweiten“ wiedergegeben (a. a. O., S. 27). Somit ist ganz offensichtlich schon vor hundert Jahren

auch  Plietzsch  de  Bruyn’s  Hubertus  unbekannt  geblieben .

Denn wenn auch als eigenständig keineswegs gedachten Nachstichen nach Coninxloo zuzuordnen, so

ruft  de  Bruyn  gleichwohl  landschaftlich  wie  letztlich  thematisch

Coninxloo’s  revolutionäres  1598er  Spätwerk

„Waldlandschaft  mit  Jägern“  in  Vaduz

(Plietzsch 14; „… while Coninxloo [as the greatest harbinger of seventeenth-century Dutch forest painting] was painting his revolutionary forest landscapes in Amsterdam“, Stechow) auf ersten Blick hin in Erinnerung und zeigt de Bruyn künstlerisch auf der Höhe der Zeit. Denn diese „erstaunliche“ (Stechow), „höchst belangreiche“ (Devisscher, der gleichwohl an Stelle Coninxloo’s eher Paul Bril sieht) Coninxloo‘sche Waldlandschaft galt der alten Literatur zusammen mit der 1595er Waldlandschaft Ertz 16 des älteren Jan Brueghel in Mailand als Vorbild einer neuen, nunmehr natürlichen Waldlandschaft schlechthin. Und noch Stechow resümierte 1968 nach verschiedenseitiger Abwägung „But even this is relegated to a minor position when compared with Coninxloo’s amazing Forest of 1598 in the Liechtenstein Gallery“ (a. a. O., S. 66).

Daß de Bruyn dabei, rückwärtsgewandt, Coninxloo’s bewußt und folgerichtig kleinfigurig und damit marginal gesetzte Jäger + Hirsche zum Thema selbst erhebt und zu höchster Weihe dazu umwidmet, sollte nicht als Ironie mißverstanden werden. Sein Anliegen war ein anderes, so er denn auch beziehungsreich die bei Coninxloo einen sumpfigen Weiher zur Linken belebenden Störche als mythologisch weniger gewichtig durch Schwäne als den Vögeln der Weissagung ersetzt und deren Pool hinter den Hirsch an den rechten Rand plaziert. Aber das Ambiente für seine Darbietung sollte schon dernier cri sein. Womit ihm in der Tat zweifellos ein großer Wurf gelang.

Auch unter diesem Coninxloo’schen Landschafts-Aspekt ist Bruyn’s Hubertus von ganz wesentlichem Belegwert und könnten ihn Nagler („keine Idee vom Helldunkel“) und Wurzbach („alles wie in gleichmäßiger Beleuchtung gehalten“) diesbezüglich mißverstanden haben. So gibt de Bruyn mittels Motivbehandlung und aktuellster  heimischer  Waldlandschaft seinem Hubertus gegenteilig zu Dürer denn

 die  Authentizität

schlechthin. Nämlich in jeglicher Hinsicht

das  heimische  Umfeld  des  Heiligen !

(„Für seine ab ca. 1603 entstandenen Bll. eigener Erfindung übernimmt B. wesentl. Merkmale der fläm. Wald- und Panoramalandschaft, legt aber den Hauptakzent auf die Bilderzählung“, AKL, a. a. O.)

Und dem einzigartigen Geschehen

mit  70  x  46  cm ( sic! )

das ihm angemessene Format dazu. Damit aber mit dem einen wie dem anderen seinesgleichen suchend. Um mit der

Marselaer-Dedikation  +  Rubens-Nähe

jegliches  Feld

endgültig  und  weit  abgeschlagen  hinter  sich  zu  lassen .

Erstmals präsent hier denn mit dem ganzen Anspruch seiner überragenden Seltenheit, auch mit den Spuren seiner Jahrhunderte, gewiß, doch

gesamthaft  als  ein  wundervolles  Blatt .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.753  /  Preis auf Anfrage

 

Pays-Bas Autrichiens, Carte. Mit Titel- und Meilenzeigerkartusche. Landkarte von Edme Mentelle (1730-1815, Historiograph des Grafen von Artois) in Kupferstich von Pierre François Tardieu (1711-1771), Paris. (1788.) Signiert, bezeichnet. 35,8 x 47,2 cm.

Geschaffen „pour l’Ouvrage intitulé: De la Monarchie Prussienne“. – Die Küste von Dünkirchen – Vianen und weiter bis Breda , Wesel , Venlo , Köln , Manderscheid , Trier , Merzig , südl. Marville’s , Fère , Albert , Doullens . – Mit dem GHzgt.  Luxembourg, dem Aachener Gebiet , Zeeland .
Angebots-Nr. 7.361 / EUR  138. (c. US$ 182.) + Versand

 

Literaturunbekannter  Zwischenzustand

vor  Vollendung  des  zweiten  Zustands

Brussel, Hermanus van (Haarlem 1763 – Utrecht 1815). Die Landschaft mit den beiden Anglern am Wasser. In reicher Auenlandschaft mit Kirchturm in der Distanz des gegenüberliegenden Ufers. Radierung. Um 1805. Bezeichnet oben links: 3. 13,5 x 20,5 cm.

Sliggers 15, (vor ?) II; Nagler 14. – Auf Plattenkante oder innerhalb des Plattenrandes geschnitten. – Oben links winzige Eckverletzung im freien Feld der Bildeinfassung und gesamthaft bildseits etwas altersspurig bzw. verso, und damit weniger relevant, durchweg altersfleckig und mit drei alten Montageflecken.

Sehr  schöner  Druck  des  charmanten  Blattes ,

gegenüber dem Exemplar des zweiten Zustands im British Museum (1856,0712.241) im Blattwerk des linken Baumes noch Fehlstellen aufweisend und in den Himmelspartien wohl auch noch zarter geätzt. Vor allem aber beherrscht auf hiesigem Blatte noch

–  als  wohl  noch  dem  Erstzustand  zugehörig  –

ein einzelner großer schwarzer Busch rechts unterhalb der Kuppe den ansonsten grasbewachsenen Hügel in Bildmitte. Auf dem Londoner Exemplar ist dieser bereits deutlich verkleinert und auf Kuppe + linkem Hang um zwei weitere Büsche ergänzt, wie sie sich unbeschadet weiterer Veränderungen dann auch im dritten, endgültigen Zustand finden (vgl. Abb. Sliggers 15, III, sowie BM 1856,1213.86).

Ansonsten ohne die beiden rastenden Figuren der Erstversion rechts vom linken Baum, aber mit den beiden Anglern in Bildmitte am Ufer sowie den drei zusätzlichen Vögeln und dem ausgearbeiteten Himmel als nach Sliggers den Merkmalen des zweiten Zustandes. Solchermaßen ein

die  Reihe  der  Unica  des  graphischen  Œuvre  bereichernder

begehrenswerter  unbeschriebener  Zwischenzustand

und  damit  zugleich  reizvoller  Blick  über  des  Meisters  Schulter :

„ Angesichts der Tatsache, daß beispielsweise im Kupferstichkabinett zu Leiden die meisten Radierungen einzig im letzten Zustand (bisweilen sogar in mehreren Exemplaren) vorliegen, können wir annehmen, daß Van Brussel die früheren Zustände als dem Entstehungsprozeß zugehörig betrachtete. Die Sammlung im Haarlemer Gemeentearchief ist einzigartig, als diese zu einem Großteil aus dem Nachlaß des Künstlers stammt … und daher alle ‚Zustandsdrucke‘ umfaßt “

(B. C. Sliggers, Hermanus van Brussel, Biografie en catalogus van zijn prentwerk, 1999, S. 15).

Auf diese weist auch Nagler, Monogrammisten III, 1621, hin:

Hermanus van Brussel, Landschaft mit 2 Anglern

„ Diese Blätter … sind geistreich radirt, und es existieren Druckverschiedenheiten, mehr oder weniger vollendete Abdrücke, und dann auch solche mit Veränderungen … (H. v. B.) wird zu den

vorzüglichsten  holländischen  Meistern  seiner  Zeit

gezählt … hier aber handelt es sich nur um die radirten Blätter, welche … aber theils zu den Seltenheiten gehören “

Bezüglich letzterem denn auch hier rückseits in Bleistift früherer Hand „H. v. Brussel / Selten“. Wie sich denn auch in den meisten bekannten Sammlungen lediglich Abdrucke aus der postumen 1815er Ausgabe sowie einer lediglich durch einen undatierten Umschlag im Haarlemer Gemeentearchief bekannten Dresdener Ausgabe von 16 kleinen Landschaften finden. Im übrigen aber knüpfte

„ Die freie Landschaftsgraphik (in Holland) mehr oder weniger an die in der Mitte des 18. Jahrhunderts unter dem Einfluß von Van Ruisdael und seiner Umgebung in Deutschland – u. a. von Johann Alexander Thiele, F. E. Weirotter, Johann Christian Klengel, J. Nothnagel und Heinrich Herterich – geschaffenen Arbeiten an … Die neue Richtung in der Landschaftskunst konzentrierte sich vor allem auf Haarlem … Von den 60 hinterlassenen Radierungen (H. v. B.s) stellen 45 Landschaften dar. “

Und die Qualität seiner Landschafts-Radierungen kennzeichnet nichts Geringeres, als daß „auf einer 1851er Amsterdamer Versteigerung eine Radierung seiner Hand als ein unbekanntes Werk von Simon de Vlieger (1601-1653)“ gehandelt wurde

(Sliggers, a. a. O., SS. 13 + 4). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.443 / EUR  430. / export price EUR  409. (c. US$ 538.) + Versand

 

Snyders, Frans (1579 Antwerpen 1657). Die Bärenhatze. Das starke Tier in Abwehrstellung gegen die Meute. Stahlstich von Thomas Heawood (ca. 1850 – Leipzig vor 1911). Ca. 1860. Signiert, bezeichnet. 14,8 x 16,6 cm.
Angebots-Nr. 4.913 / EUR  50. (c. US$ 66.) + Versand

 

– – Der Hahnenkampf. Zwei prachtvoll gefiederte Rivalen, um die Gunst zweier Schönen kämpfend, deren eine indes nur am Ausgang interessiert ist. Im Hintergrund das Anwesen. Stahlstich wie vor, doch von William French (ca. 1815 – Grinstead 1898). Bezeichnet: Frans Snyder pinxt. / W. French sc., ansonsten deutsch-englisch wie vor. 14 x 17 cm.
Angebots-Nr. 4.935 / EUR  43. (c. US$ 57.) + Versand

 

Teniers II, David (Antwerpen 1610 – Brüssel 1690). Eine Bauernhochzeit. Vorn links das Brautpaar, die Braut mit kleiner Krone, nebst Dudelsackspieler. Zur Rechten die vor dem Wirtshaus tanzenden und sich bei Speis und Trank vergnügenden Bauern. Im Hintergrund die Kirche. Stahlstich von William French (ca. 1815 – East Grinstead 1898). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 14,1 x 17,8 cm.
Angebots-Nr. 4.953 / EUR  50. (c. US$ 66.) + Versand

 

Eine  Marine-Szenerie  des  frühen  17.  Jahrhunderts

Bril, Paul (? Breda 1553/4 – Rom 1626). Felsige Küstenlandschaft mit Blick in einen Hafen. Vorne links Segelboot auf dem von der Brandung in der Flußmündung stark bewegten Wasser, rechts steil ansteigendes baumbestandenes Ufer. Im Mittelfeld ein mächtiger Leuchtturm, links davon die Einfahrt zum Hafen der unterhalb schroffer Felsen liegenden Stadt. Davor wie auch an den übrigen Ufern zahlreiche Boote, doch auch Schiffe und eine Galeere. In der Ferne der weitere landeinwärtige Flußverlauf unter dramatischer Wolkenstaffage einschließlich hervorbrechender Sonne sowie einem Regenschauer. Kupferstich von oder bei Jan Claesz. Visscher (ca. 1550 Amsterdam 1612). Unten links im Wasser bzw. weißem Unterrand bezeichnet: Paulus Bril inue / ICVißcher (ligiert) excudit. Blattgröße 20 x 26,8 cm.

Bernt IV, 127 (die gleichgroße, seitengleiche Entwurfszeichnung, mit Abb.). – Gleichformatige, gegenseitige Kopie nach dem Kupfer von Raphael Sadeler I (Antwerpen 1560 – München 1632/Venedig 1628), Hollstein 217. – Das Monogramm entsprechend erstwiedergegebenem Wurzbach II, 800; vgl. auch Nagler, Monogr., III, 2155 + V, 1063, auch das an das hiesige angelehnte des Cornelis Visscher Nagler V, 1079. – Figürl. Wz.

Innerhalb des Plattenrandes geschnitten, doch noch mit feinem, unten auch 5 mm breitem Papierrändchen um die Bildeinfassung. Letzteres rechts mit winziger Ergänzung. Die unteren Ecken von früherer Eckmontage her etwas quetschfaltig. Im Oberrand 2 cm ins Bild hineinreichender, indes kaum wahrnehmbarer Einriß säurefrei hinterlegt. Im Unterrand fast unkenntliche Schrift von alter Hand: Afbeelding van den toeloup des … tot … by (he)t Galileetsche Meyk. – Durch noch erkennbare feine Schriftlinien bei der Visscher’schen Signatur als Frühdruck qualifizierte

außerordentlich  malerische  Wiedergabe  in  prachtvollem  Hell-Dunkel .

Angebots-Nr. 28.856 / EUR  1280. / export price EUR  1216. (c. US$ 1601.) + Versand

 

Niederländischer Cavalier, Mitte des XVII. Jhdts. Ganze Figur, stehend. Kolor. Holzschnitt v. Richard Henkel in Leipzig nach Otto Brausewetter (Saalfeld, Ostpr., 1835 – Berlin 1904). (1881.) Signiert bzw. monogramm., bezeichnet. 20 x 11,8 cm. – Blätter für Kostümkunde, NF. 137.
Angebots-Nr. 6.406 / EUR  49. (c. US$ 65.) + Versand

 

Blaeu – Goss, John (Hrsg.). Blaeu. De Grote Atlas van de wereld in de 17e eeuw. Vorwort von Peter Clark. (Lisse 1997.) Gr.-4°. 224 SS. Mit 2 farb. Titelvignetten und 100 doppelblattgroßen farbigen Abbildungen. Dklbl. OLwd. m. goldgepr. RTitel. u. illustr. Vorsätzen. Farb. illustr. OSchutzumschl. (minimalst berieben). – Hrsg. in Zusammenarbeit mit der Royal Geographical Society, London. – Die engl. Ausgabe erschien 1990. – Neben den Karten auch eine Vogelschauansicht des Escorials Philipps II. – Neuwertig.
Angebots-Nr. 28.989 / EUR  65. (c. US$ 86.) + Versand

 

Jemandem  „den  Stein  schneiden“ –

ein  Leckerbissen  niederländischer  Emblematik

Leyden, Lucas Hugensz. van (1494 Leiden 1533) Der Stein-Schneider. Quacksalbernder Chirurg, einem „geistesschwachen“ Biedermann Steine hinter dem linken Ohre entfernend, die die Gehirntätigkeit des Patienten, dessen Rechte beziehungsreich auf einem Quader ruht, indes die Linke zu Vorsicht mahnt, beeinträchtigen. Mit der Rechten das Ohr haltend, führt die Linke des Meisters das Skalpell. Links eine Schale mit schon entfernten zwei größeren und einem winzigen. Kupferstich. 1524. Vergrößerte Kopie im Gegensinn in Kupferstich von oder bei Jan Claesz. Visscher (ca. 1550 Amsterdam 1612). Monogrammiert: ICV (ligiert) excud. 26,4 x 16,6 cm.

Lucas van Leyden, Der Stein-SchneiderNew Hollstein, Leyden (1996), 156 g mit Abb.; Volbehr (1888) 152, Kopie d; Bartsch, Nagler (1839), Hollstein (1953) 156, jeweils Leyden und als Chirurg, Wundarzt; Widmann + Mörgeli, Bader und Wundarzt, 1998, Abb. S. 85 nach gleichfalls Leyden, irrtümlich als das Nackenhaar rasierender „Dorfscherer“. – Vgl. Laurens J. Bol, Adriaen van de Venne, 1989, S. 103 + Farbabb. 85 „The Stone-cutter / De Kei-snijder“. – Hiesiges Monogramm entsprechend dem von Wurzbach II, 800 erstwiedergegebenen; vgl. auch Nagler, Monogr., III, 2155 + V, 1063, auch das an das hiesige angelehnte des Cornelis Visscher Nagler V, 1079.

Wz. Krug mit Krone. – Rundum-Rändchen von 3-5 mm. – Links alt aufmontiert. – Rechts außen nicht ins Auge fallender kleiner Ausriß retuschierend hinterlegt. Hier auch bildseits kaum wahrnehmbares geglättetes feines Mittelfältchen.

Mit holländischem Fünfzeiler, mittels derer der Meister sich seiner speziellen Kunst rühmt :

„ Also inden nargonsche const niemant is myns gelycke. / Hebbe daerom vanden key te snyden … Oock vanden hooft weruel te finden soe goeden praetyke. / Als ick en quamer noyt experter meester int lant. “

Solchermaßen denn auch die Hinzufügung der

bei  Leyden  fehlenden  drei  Steinchen

in der Schale – wie etwa auch bei van de Venne’s 1630er Öl – erklärend :

„ The symbolically intended depiction of the ‘cutting of the rock’ is based upon the fictitious claim of the surgeon who professes to be able to cure gullible folk of their feeblemindedness by the surgical removal of a stone from the head which is hampering the working of the patient’s brain. By lending himself for the pretended operation, the simpleton demonstrates his softheaded foolishness in two-fold manner. The theme is

a  traditional  subject  found  in  Netherlandish  painting

from  Hieronymus  Bosch  (um  1450-1516)  to  Jan  Steen  (um  1626-1679)  … “

(Bol).

Während bei Leyden/Visscher Arzt + Patient sich in einem Innenambiente befinden, findet die Operation etwa bei van de Venne unter freiem Himmel einer möglichen Kirmes statt. Die Szenerie ist umgeben von einer an gleichem Symptom leidenden Menge. In und neben der am Boden stehenden Schale etliche Steine verschiedener Größe. Das dortige Bodenschild „Niemant“ „is enigmatic to us in the 1980s“ (Bol mit fundiertem Gedankengang zur Auflösung). Daß hiesiger Untertext ein, wenngleich unverfängliches, „niemant“ enthält, sei wiederholt.

„ Eines  der  besten  Blätter “  van  Leydens

(Nagler), in dessen bildlich gröberem 1524er Original indes nur 11,7 x 7,4 cm messend wie auch der 1523er Zahnbrecher – dort leert eine Frau hinterrücks dem durch die Operation abgelenkten und solchermaßen „auf allen Seiten betrogenen“ (Bol, a. a. O., S. 100) Patienten die Börse – als Pendant, und innerhalb der Leyden-Passagen bedeutender Sammlungen immer wieder fehlend. Aber doch vorkommend! Hingegen blieb der hier anstehende,

fast  noch  zeitgenössische  Nachstich

den Leyden-Verzeichnissen bis Volbehr und dann der jüngeren Literatur erneut bis – im Abstand eines weiteren Jahrhunderts! – New Hollstein unbekannt.

Dem Sinngehalt des Sujets gegenüber erweisen sich indes sämtliche Autoren in der gedankenlosen Übernahme der althergebrachten Bezeichnung nicht minder biedermännisch als das zu heilende platte Volk. So übersieht auch New Hollstein trotz Abbildung gerade dieses Nachstichs nicht allein besagte von Visscher hinzugefügte Steine, auch vermochte der immerhin vermerkte Untertext nicht, Assoziationen zur von Bol ganz frisch wieder aufgedeckten

niederländischen  Emblematik  des  „Steinschneidens“

zu wecken und blieb so ein letztlich unbeachtetes „short poem in Dutch“. Immerhin, Quacksalber hin oder her, Leyden’s besonders reizvoller Stich ist auch

einer  der  frühen  der  Chirurgie .

Optisch adäquat zur Geltung gebracht gleichwohl erst mit

Visscher’s  400  Jahre  altem ,

nunmehr  26,4 x 16,6 cm (!)  großem  Nachstich !

Angebots-Nr. 13.020 / EUR  2199. / export price EUR  2089. (c. US$ 2750.) + Versand

 

„ … ein  Kunstsammler  bezahlte  (1830)  aber …

100 fl.  für  dieses  Blatt “

Ducq, Jan le (1629/30 Den Haag 1676). Die Flußlandschaft mit dem wartenden Reiter nach links (sic!, siehe unten). Dieser dominant ganz vorn in Erwartung eines durch den Fluß kommenden zweiten. Kleinfigurig hinter diesem ein knietief watender Mann mit einem Stab (Lanze?) in der Rechten, indes die Linke auf eine schwimmende oder flößende kleine Figur weist. Auf links im Bild hart zum Ufer abfallendem Felsen des jenseitigen Ufers ein Gebäude mit schwerem Rundturm. Ein weiteres Gebäude unten am Ufer ganz linksaußen. Und zum rechten Bildrand hin ein Gebäude-Ensemble mit hohem Turm mit Zwiebelspitze, dahinter der Fluß eine Biegung nach links macht, in der Ferne auf Höhe eines diesseitigen Höhenzuges befahren von einem Segler. Radierung. Blattgröße 18 x 23,3 cm.

Jan le Ducq, Wartender Reiter am Fluß

Nagler, Monogramm., III (1863), Ducq, 2184, 8; Wurzbach I (1906), 434, Duck, 8; Katalog Davidsohn I (1920), Ducq, 1378 („Zweifelhaftes Blatt … Sehr selten“, verweisend im übrigen auf Weigel, Supplement, SS. 24 f. + Dutuit V, Seite 47). – Schlußblatt einer 4blätt. Folge – das 3., eine Reitschulscene am Pilar – , deren erste beide von Roman de Hooghe (1645-1708) stammen, der auch schon mit der Gesamtfolge in Verbindung gebracht wurde. So auch noch lesbare hs. Zuweisungen rückseits der hiesigen beiden Blätter, auf anstehendem zusätzlich auch noch der Name Philips Wouwerman’s.

Mit der Nr. 4 unten rechtsaußen im weißen Rand, doch wohl kaum mit den von Nagler „Vorn in der Mitte des Grasbodens, etwas nach links, bemerkt(en) … Buchstaben I D f.“, diesbezüglich denn auch Wurzbach vermerkt „Nach Nagler angeblich bez. …“. Auch Brulliot wäre es entgangen, siehe unten. – Mit nahezu complettem großen Wz. Aufgerichteter Löwe in doppelt eingefaßtem Kreis unter Lilie mit Schwert in der Rechten und Pfeilen in der Linken als Variante zu Heawood 3140-3145 (1651 bis ca. 1689) einschließlich der Kreisfüllsel, doch ohne deren Wappenschild. – Unten rechts geprägter kleiner ovaler Sammler-Stempel A (? Aretin? siehe unten, H?).

Das  malerische  Blatt  im  vorzüglichen  Druck  der  Sammlung  J. H. Anderhub .

Figurierte, wie auch weitere Graphik, nicht auf der 1963er Bücher-Versteigerung der „Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub“.

Dreiseits bei 2-4 mm umlaufendem Rändchen auf Plattenkante geschnitten, oben eher auf Bildeinfassung bei indes viel weißem Plattenfeld. Dieses linksaußen und Mitte mit bemerkbarem ganz schwachen Bräunungsanflug. Zwei durchgehende feine vertikale Quetschfältchen bildseits nur oberhalb von Pferd + Reiter erwähnenswert. So auch eine leichte diagonale Faltspur im rechtsseitigen weißen Bildfeld.

Obgleich schon von Nagler dem als Potter-Schüler namentlich im Tier- und Landschaftsfach tätigen Maler + Radierer le Ducq als einem „ der trefflichsten niederländischen Meister “ zugewiesen, dauert die Verwechslung mit dem Utrechter Genremaler und Radierer von Soldaten-Interieurs Jacob Duck (um 1600 – 1667; von etwa 1660 bis 1661 in Den Haag) an, dessen Werke, so Thieme-Becker, seit dem 18. Jahrhundert allerdings meist unter de Ducq’s Namen liefen, wie des letzteren Gemälde infolge stilistischer Verwandtschaft ihrerseits vor allem als Dujardins kursierten. Beider Verwechslung gefördert nicht zuletzt auch durch le Ducq’s zusätzliche militärische Themen, nachdem er als Soldat in die Dienste der Generalstaaten getreten war, wo er bis zum Hauptmann avancierte. Sein allmählich versiegendes „ziemlich seltenes“ (Th.-B.) malerisches Werk hielt sich in Grenzen. Den Graphiker dokumentiert eine Urkunde der Haager Gilde vom 17. Juni 1662, mit der ihm der Verkauf seiner Kupferplatten und Radierungen gestattet wird.

Letztere qualifiziert Nagler wiederholt als Kostbarkeiten und hier ist es vor allem die „berühmte Hundefolge“ von 1661, die in Weigel’s Kunstlager-Catalog, Abt. VIII (1840) per 9135 als „Von grösster Seltenheit“ zu hohem Preise von 80 Thlrn. figuriert. Im Katalog Davidsohn (I, 1376) wurden die 8 Blatt im nur zweiten Zustand auf 600 RM taxiert und bei jeweils brillanter Druckqualität mit Rand hiesiger „Reiter am Flußufer“ als Einzelblatt gar auf deren Hälfte, nämlich 300 RM!

Dies  zur  Verdeutlichung  dessen  Kostbarkeit . Und korrespondierend mit Nagler’s

„ Dieses  geistreich  radirte  Blatt  beschreibt Brulliot im Catalog Aretin No. 4401 mit der Bemerkung, dass es in le Ducq’s Manier radirt sei. Er übersah die (Signatur-)Buchstaben,

ein  Kunstsammler  bezahlte  aber  bei  der  (1830er)  Auktion

100  fl.  für  dieses  Blatt .“

Dabei – so auch Wurzbach als mutmaßlich übernommen, da gleichfalls nur dieses eigens beschreibend – den Reiter als „in Profil nach rechts“kennzeichnend, indes er hier nach links steht, ohne damit aber eine spiegelbildliche Kopie zu begründen. Denn konform zu Nagler stehen das Gebäude am jenseitigen Ufer und der Rundturm auf dem Felsenberge darüber linksseits. Eine Stellung des Reiters nach rechts entspräche überdies nicht dem landschaftlichen Arrangement. Korrekt hält der Reiter denn auch die Reitgerte mit der Linken, die Zügel aber mit der Rechten, wie auch der Soldat im Wasser seine Lanze. Diese übliche Handhaltung analog auch zu obiger hiesiger Dressurszene als Blatt 3 der Folge.

Unterstellt schließlich die Richtigkeit von Naglers möglicherweise als Zustandsmerkmal überlieferter Monogrammierung, so harmoniert deren I D f. mit keiner der für Jakob Duck mit Monogramm-Charakter gesicherten Signaturen. Siehe hierzu schon Thieme-Becker X (1914), 40/II, dann das Werkverzeichnis der Gemälde in Salomon, Jacob Duck, 1998, SS.141 ff.
Angebots-Nr. 28.978 / EUR  630. / export price EUR  599. (c. US$ 789.) + Versand

 

– – Der Reiter am Pilar. Nach links, kontrolliert dortselbst vom Ausbilder mit Peitsche in der angehobenen Rechten. Am linken Bildrand kleines Anwesen, am rechten bewachsene große Ruine, davor zwei die Übung beobachtende Männer mit Hund. Radierung. Blattgröße 18,6 x 23,3 cm.

Blatt 3 der Folge, beschrieben weder bei Nagler (1863), Wurzbach (1906) noch Davidsohn (1920). – Mit der Nr. 3 unten rechtsaußen im weißen Rand. – Mit Wasserzeichen + Provenienzen wie vor. – Vorzüglicher Druck. – Bei dreiseits 2-4 mm umlaufendem Rändchen und oben viel weißem Plattenfeld auf Plattenkante geschnitten. Durchgehendes feines vertikales Quetschfältchen nur ober- bzw. unterhalb von Reiter + Pferd bemerkbar. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.977 / EUR  630. / export price EUR  599. (c. US$ 789.) + Versand

 

Rotterdam, De Groote Kerk in. Im Vordergrund Segelschiff + Boot sowie reiche Figurenstaffage, darunter zwei Pferde mit Kornsäcken. Holzstich nach Theodor Weber (Leipzig 1838 – Paris 1907) bei Adolf Cloß, Stgt. (1875/76.) Signiert, bezeichnet. 17,8 x 13,7 cm.

RÜCKSEITS: Bauerndorf in der Gegend von Rotterdam. Holzstich nach Hermann Baisch (Dresden 1846 – Karlsruhe 1894). Signiert, bezeichnet. 8,9 x 18,7 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
Angebots-Nr. 6.769 / EUR  76. (c. US$ 100.) + Versand

 

„ Uns  ist’s  so  kannibalisch  wohl … “

Seltener  Zeichner  des  Goldenen  Jahrhunderts

Sagenhafte  Weinseligkeit  auf  Pergament

Rubens’  verlorenes  Berliner  Bacchanal  zitierend

Vertangen, Daniel (Den Haag um 1598 – wohl Amsterdam 1681/84). Bacchanal. In arkadischer Landschaft die Gesellschaft der Bacchanten, Bacchantinnen und Satyrn als Gäste des Silenos als dem „Erzieher des Gottes (Dionysos/Bacchus, dieser selbst links der Silenos-Gruppe als fetter Knabe mit Weinschale in der erhobenen Linken, einer ihn umgarnenden Bacchantin zugewandt), den er zur Erfindung des Weinbaues … angehalten haben soll“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., XIV, 975), hier mit dem Panther als nur seltenerem seiner Attribute. Noch spielt die Musik (Panflöte + Violine), lachen, trinken, scherzen und kopulieren die einen, indes andere schon, bald erschöpft, bald selig schlafen oder ausspeien, wessen zu viel war. Hinüber auch schon Silenos selbst, hier als der untersetzte joviale, burleske und stumpfnasige fette Alte, wie ihn „die spätern Dichter schildern“. Gestützt von zwei Bacchantinnen, deren eine mit Tamburin als „nicht nur bevorzugte(m) Attribut für den Tanz, sondern auch Symbol für Liebe und Leidenschaft“ (Florence Gétreau) in der erhobenen Linken, scheint er das Fest verlassen zu wollen, nicht achtend mehr der ihm von Putten, so nicht gleich selber essend, entgegengehaltenen Trauben. Unterhalb einer seitlich rechts erhöht gelegenen Ruinenanlage als „besondere Ergötzlichkeit das Schlauchspringen“ einer zugleich eine Weinschale balanzierenden und tanzend umringten Bacchantin. Graphitzeichnung auf Pergament. Sicher vor 1660. Bezeichnet zweizeilig unten rechts: Daniel Vert / g .inve. 333 x 395 mm.

Daniel Vertangen, Bacchanal

Braun  eingefaßte  ganz  perfekte  Zeichnung  bis  hin  zur  Signatur

beglückend  herrlicher  Leichtigkeit

des  als  Zeichner  ganz  seltenen  Vertangen

( „Der Stil des [Albertina-]Blattes – Roethlisberger, Bartholomäus Breenbergh [1598/1600-1657] / Handzeichnungen, 1969, Kat.-Nr. 150 –

erinnert  an  die  seltenen , gleichzeitigen  Zeichnungen  Daniel Vertangens“ ),

den denn auch weder Bernt (1980), noch Thieme-Becker (1940) und Wurzbach (1906/11) als solchen führen/erwähnen, von dem es aber 1736 in einem Versteigerungskatalog heißt „(in Malerei wie in Zeichnung so gut wie Poelenburg)“ (nach Sluijter-Seijffert, The School of Cornelis van Poelenburch, in In His Milieu, Gedenkschrift für J. M. Montias, 2006, SS. 445 f.) und 1850 bei Nagler

„ so  sind  auch  seine  Zeichnungen  sehr  zart  behandelt “.

Bereits hundert Jahre zuvor, 1753, notierte Houbraken, Vertangen „male ganz reizende Falkenjagden, badende Frauen und tanzende Bacchanten in schönen Landschaften“ (Bd. I, S. 129), zeitgleich in Matthew Pilkington’s (1701-1774) Dictionary of Painters gewertet „(als  einer  der  ausgezeichnetsten  Jünger  der  Poelenburgh-Schule)“ (Ausgabe 1805, S. 617).

Mit  hiesiger  Silenos-Kerngruppe  indes  nichts  Geringeres  zitierend  als

das  verlorene  Berliner  Rubens-Bacchanal

von um 1620 (Rosenberg, P. P. Rubens – Des Meisters Gemälde [Klassiker der Kunst V], 2. Aufl., 1906, Seiten 211 [Abb.] + 474 [„Wahrscheinlich unter Mitwirkung van Dycks ausgeführt“]; Staatliche Museen/Beschreibendes Verzeichnis der Gemälde im Kaiser-Friedrich-Museum … , 9. Aufl., 1931, Seite 409, Nr. 776B nebst Abb.; Bernhard, Verlorene Werke der Malerei, 1965, Seite 20 des Katalogs nebst Abb. 130), wie möglicherweise hier erstmals dokumentiert.

Die Stärke dieses Spezialisten sind indes

„ arkad(ische)  Landschaften

mit  Nymphen  und  anderer  mytholog.  Staffage “

(Th.-B.) als eines von klangvollen Namen besetzten Faches mit, vielleicht, Poussin’s fülliger Werkgruppe zeichnerischer Bacchanale und Pan-Ausgelassenheiten als Zenit, dessen beispielsweise Bacchanale sous une treille, Rosenberg-Prat I, 94, sich trotz seiner Meisterschaft derb-übermütigerer Rasanz bei Betrachtung hiesigen Bacchanals spontan in Erinnerung brachte.

Fasziniert dort die geradezu orgiastische Munterkeit, so verführerisch hier die bei aller Direktheit arkadische Heiterkeit, eben Vertangen’s zarter Vortrag, unterstützt ganz wesentlich

von  Ton + Weichheit  seines  feinen  Pergaments .

Abgesehen von nicht sonderlich auffälliger diagonaler Faltspur im unteren Bildfeld und kleiner weiterer im weißen Randfeld oben rechts von makelloser Frische. Rückseits rechts unten von alter Hand in Bister: 20 Gulden. – In  ihrem  wandtüchtig  großen  Format  und ihrer dank des durchaus noch jungen weichen Graphitstiftes

kontrastreich  malerischen  Bildwirkung

eine  der  ganz  seltenen  Vertangen-Zeichnungen .

Ebenso  prächtig  wie  auf  kostbarem  Grund.

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.994  /  Preis auf Anfrage

 

Ein  Backhuysen  zum  Geburtstag

Janssen, Horst (1929 Hamburg 1995). Backhuizen grüsst Stubbe / zum 7. 6. 1988 Liebster alter Freund Wolf Stubbe – ich habe heute so gar keine Lust auf A. Waterloo (-) aber dies von Herzen. Holländische Herrenjacht mit geblähten Segeln, großer Flagge am Spiegel + Wimpel am Mast auf bewegtem Wasser. Links seitlich von dieser eine kleine andere. Am Ufer winziger Angler. Kaltnadelradierung in Blau + Schwarz. Hs. signiert, ebenso in der Platte und dort ansonsten bezeichnet wie vor. 23,1 x 14,2 cm.

Horst Janssen, Backhuysen grüßt Stubbe

Kruglewsky 97. – Trockenstempel Griffelkunst. – Auf Japanbütten. – Herrlicher gratiger Druck mit schönem Plattenton und dem vollen Rand von 1,9-3,2 cm.

„ Im Jahre 1988 inspirierte Backhuysen den Hamburger Zeichner Horst Janssen zu zahlreichen Varianten seiner Motive … “

(Gerlinde de Beer, Ludolf Backhuysen, Sein Leben und Werk [2002], S. 222).

Janssen’s  intimer  Geburtstagsgruß

für den Direktor des Hamburger Kupferstichkabinetts em. und Sammler Wolf Stubbe (Stettin 1903 – Hamburg 1994), für den Kunst unteilbar war. Janssen’s anstehende Bezüge auf Ludolf Backhuysen (Emden 1630 – Amsterdam 1708) + Waterloo (Lille um 1610 – Utrecht 1690) verdeutlichen in Kontext mit dem Gratulanten-Künstler selbst die ganze Bandbreite Stubbe’scher Kunstdurchdringung.
Angebots-Nr. 28.603 / EUR  390. / export price EUR  371. (c. US$ 488.) + Versand

 

Die  ganz  spektakuläre  Strom–Wandkarte

der  Lotters  in  Augsburg

Lotter, Matthäus Albrecht (1741 Augsburg 1810) + Georg Friedrich. Carte Géographique Représentant le Cours entier du RHIN , de la MOSELLE / de la MEUSE et de l’ESCAUT avec les Pays Confins specialement l’Etat Actuel de toutes les Possessions de la Maison d’Autriche dans les Pays Bas et une Grande Partie de la France / Cabinetskarte welche den Ganzen Lauff des RHEINS , Der MOSEL , Der MAAS und SCHELDE nebst den Angraenzenden Laendern vorzüglich alle gegenwaertige Besitzungen des Hauses Oesterreich in den Niederlanden und einen grossen Theil von Frankreich vorstellt. Mit Windrose und

2  imperialen  Titelkartuschen

nebst Grenz- und Meilenzeiger (31 x18,5 bzw. 34 x 31,5 cm). Von 6 Platten gedruckte, orts- und partiell grenzkolorierte Fluß-Wandkarte in Kupferstich von Tobias Konrad Lotter (1717 Augsburg 1777). Signiert, bezeichnet. 116 x 166,5 cm.

List of Unusual Items that have come up for sale (ed. by The British Library) in Imago Mundi XXXIX, 100. – Titel in franz.-dt. Paralleltext. – III. Zustand (von 3 oder 4) mit zeitangepaßt klassizistischen Kartuschen anstatt der barocken früheren, wie auf dem Exemplar der Bayer. Staatsbibliothek. In Mannheimer Privatsammlung eine auch in München unbekannte Signatur-Variante. Bekannt zudem datierte Zustände von 1785 + 1794.

Matthäus Albrecht + Georg Friedrich Lotter, Carte Géographique Représentant le Cours entier du RHIN, de la MOSELLE / de la MEUSE et de l'ESCAUT

Einige wenige, durch Japan-Dublierung erledigte Rißstellen fast ausschließlich innerhalb der linken Unterplatte. Lediglich am oberen Bildrand eine 1-3 x 11,5 cm messende Fehlstelle zwischen den Orten Meaux und Compiègne. Im übrigen vollrandiger Abdruck in gesamthaft hervorragendem Zustand, wie bei diesen schlecht zu verwahrenden übergroßen alten Wandkarten eigens erwähnenswert. Auf Egon Klemp’s „Kommentar zum Atlas des Großen Kurfürsten / Commentary on the Atlas of the Great Elector“, Stuttgart 1971, Seiten 6-10 wird verwiesen. – Typographisches Wasserzeichen.

Spezial-Wandkarte  von  dominierender  Repräsentanz

und  grosser  Seltenheit,

wie  nicht  im  „Atlas des Großen Kurfürsten“  enthalten,

wo dergleichen eine sehr sinnvolle Ergänzung des Colom’schen Seeteils umsomehr dargestellt hätte, als

das  mäandernde  belgisch-holländische  Mündungsgebiet

von  dem  beide  Länder  prägenden

Kanalnetz

der Karte eine ganz wesentliche zusätzliche Aussage-Qualität verleiht. Wie denn generell die Schwarz-Weiß-Belassung in Verbindung mit der Orts-Rötung

die  Gesamtschau

der  Ströme  nebst  der  wurzelartigen  Verästelung  der  Zuflüsse

bis hin zu denen der 3. Ordnung schlechthin gewährt und die perlenartige Aufreihung der Orte an den Ufern die koloritmäßig demonstrierte Logik der Gewässer als Lebensadern der Besiedlung vor Augen führt. Erwähnenswert aber auch die namentlich für Ober- + Mittelrhein kartierten Strominseln und die Mainzer Schiffsbrücke.

Inhaltsmässig  erfaßt die Karte den Rhein von Leibstadt nördlich Waldshuts über Basel bis zur Mündung und Mosel, Maas und Schelde komplett. Begrenzt im übrigen auf der Linie Laufen – St. Ursanne – Neuenburger-, Murter-, Bieler See – Fribourg – Poligny – Beaune – Châtillon – St. Florentin – westlich Sens’ – Arras – Veurne – der Küste von Nieuwpoort bis Noordwijk – Zutphen – Rheine – Osnabrück – bis nahe von Lübbecke und Bünde – Geseke – Winterberg – Gießen – Hanau – Seligenstadt – Freudenstadt . – Das Mare Germanicum irrtümlich statt Nord- als Ostsee verdeutscht.

Seit den Tagen Mercator’s verband kein anderes Haus in Deutschland als das Seutter/Lotter’sche Bereitschaft und Kompetenz zur Herstellung einer ganzen Reihe großer Karten von mehreren Platten. Und wo schon die Ein-Strom-Karte zum Besonderen gehörte, gestalteten die Lotters in kühnem Zugriff hier

die  Wandkarte  eines  ganzen  europäischen  Stromverbundes.

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 13.031  /  Preis auf Anfrage

 

In  prachtvollem  Abdruck :

Die  letzte  Schlacht

im  1. Holländisch-Englischen  Krieg

Tromp – Abbildung deß Bludigen See Treffens zwischen den Holländern, und Engeländern, so drey tage gewehret, Geschegen im augusto, Anno. 1653. Überaus dichtes Geschehen während der Seeschlacht bei Scheveningen unter den Admiralen Tromp und Monck. Im Vordergrund im Wasser und in Booten Überlebende der sinkenden Pellican, im Hintergrund die Küste von Egmont op Zee, Wijck op Zee und Zandvoort. Titelbanderole oben in der Himmelspartie sowie Legendenschriftband A-T und 1-20 am Unterrand. Kupferstich bei Merian Söhne. Ca. 1663. 29,8 x 38,7 cm.

Wüthrich III, 199. – Aus dem Theatrum Europaeum (1629-1718). – Unten links von alter Hand in Bister „5“. – Die zwei vertikalen Bugfalten in der Mitte bzw. rechts wie auch eine ebensolche, wohl vom Falz herrührende leichte Quetschfalte bei der mittleren weitgehend, das noch die Einfassungslinie der rechten Oberecke betreffende Eselsohr gänzlich geglättet. Einige wenige kleine Einrisse im weißen Oberrand und kleine dünne Stelle im früheren Falz säurefrei hinterlegt.

Prachtvoller  Abdruck

der  großformatigen , reichbewegten  Darstellung

des  letzten  Treffens  im  ersten  Holländisch-Englischen  Krieg ,

zu  dessen  Beginn  Admiral  Marten  Tromp  fiel

und die im Aufbau ähnliche Wiedergabe des Geschehens durch Visschers „Laeste Zee-Slacht des manhaft. Ridders M. H. Tromp“ – wenngleich seitenverkehrt; vgl. Abb. Chatterton, Old Ship Prints, Tafel zw. SS. 70/71 – deutlich verdichtend. – Der Krieg endete im Folgejahr mit Zugeständnissen holländischerseits, doch hatte England sein Kriegsziel – die Beherrschung des Seehandels – nicht erreicht; dazu bedurfte es noch weiterer Auseinandersetzungen in den folgenden Jahrzehnten.
Angebots-Nr. 28.784 / EUR  780. / export price EUR  741. (c. US$ 976.) + Versand

 

Scheveningen, Strand bei. Boote + Lastensegler in der Brandung am Strand, der von Figurinen und Frachten aufnehmenden Pferdekarren belebt ist. Links im Hintergrund die Dorfkirche. Holzstich des Monogrammisten RB nach Gustav Schönleber (Bietigheim 1851 – Karlsruhe 1917). (1875/76.) Signiert bzw. monogramm., bezeichnet. 17,1 x 23,5 cm. – Vgl. Boetticher 73.
Angebots-Nr. 8.168 / EUR  100. (c. US$ 132.) + Versand

 

Scheveninger Strand nach Sonnenuntergang, Am. Im Vordergrund Löschung eines in der Brandung vor Anker gegangenen Schiffes. Getönter Holzstich nach 1855er Vorlage von Andreas Achenbach (Kassel 1815 – D’dorf 1910) bei Adolf Cloß, Stgt. (1875/76.) Signiert, bezeichnet. 17 x 23,7 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 6.559 / EUR  100. (c. US$ 132.) + Versand

 

Le Comte, Linienschiff

Die  ganze  Fülle

  großer  und  kleiner  Segelschiffe

Le Comte, P(ieter). Afbeeldingen van Schepen en Vaartuigen in verschillende Bewegingen. Amsterdam, F. Kaal, 1831. Qu.-2°. 4 unnum. Bll. Titelei, Dedication + Vorwort, 60 SS., 2 unnum. Bll. Inhalt + Errata. Mit

50  Kreidelithographien

(Bildgröße ca. 13 x 19 cm). Dklgrüner. HMaroquin.-Bd. auf 4 Bünden m. ebensolchen Ldrecken., marmor. Deckelbezügen sowie goldgepr. RTitel. nebst Fleurons.

Le Comte, Koff

Cat. N.H.S.M. II, 756. – Einzige Ausgabe. – Text auf van Gelder, Tafeln auf C & I Honig-Papier. – Die sehr schön breitrandigen Tafeln (21,7 x 29 cm) sämtlichs mit dem eingefaßten zweizeiligen Trockenstempel PLC / RMWO (ligiert) Le Comtes in der Mitte des Unterrandes und unten links im Stein signiert P. Le Comte, meist mit den Zusätzen del. et lith(o):, lith., del., oder Inv. et del., 16 Tafeln zusätzlich unten rechts mit der Adresse „Steend(rukkerij) Desguerrois en Co.“. – Sehr schönes Exemplar des anderwärts als

„ one  of  the  most  interesting  books  on  shipping

published  in  the  Netherlands  at  the  end  of  the  sailing  ship  era “

qualifizierten, sorgfältigst beschreibenden Tafelwerkes.

Im weißen Oberrand SS. 11/12 alte, etwas gebräunte beidseits hinterlegte Läsur. Titelei bis S. 9 praktisch unbemerkbarer kleiner Wasserrand im äußersten oberen rechten Seitenrand, sieben Bll. des Textes mit vom Umblättern herrührender schwacher Knickfalte. Ab ca. Tafel 26 im breiten weißen Obberrand einsetzender feiner zarter Wasserrand, die beiden Schlußtafeln mit zwei bzw. einem schwachem Braunfleck außerhalb der Darstellung. Der Einband abgesehen von den stärker betroffenen Kanten nur wenig zeitspurig. – Vorbesitzer-Namenszug auf vorderem Vorsatz ausgeschnitten. – Im übrigen von absoluter Frische und vorwortentsprechend am Ende desselben hs. signiert, wie nicht durchweg die Regel. – In der Fülle der Darstellungen und des fundierten Textes eine

maritime  Fundgrube  par  excellence  —

zum  Blättern  wie  zum  Detailstudium .

Angebots-Nr. 28.985  /  Preis auf Anfrage

 

Metsu, Gabriel (Leyden 1629 – Amsterdam 1667). La Riboteuse Hollandoise. Junge Frau als charmante Zecherin. Während die Linke die geöffnete Weinkanne hält, stößt die das Glas haltende Rechte gegen eine halbvolle Flasche Genever, neben der eine lange Pfeife liegt. Kupferstich von Jean Daullé (Abbeville 1703 – Paris 1763). 1761. Signiert, datiert, bezeichnet. 42,1 x 29,7 cm.

Gabriel Metsu, La Riboteuse Hollandoise

Nagler IX, 198 + III, 283. – Mit der Adresse von Pierre Fouquet jr., Amsterdam. – Mit Wortmarken-Wz. – Von Nagler den „vorzüglichsten Werken“ Daullé’s zugeordnet. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.282 / EUR  590. / export price EUR  561. (c. US$ 739.) + Versand

 

Neer, Aert van der (Gorinchem 1604 – Amsterdam 1677). Flußlandschaft bei Mondlicht. Mit etlichen Schiffen, darunter – gleich vorn – Fischerboot. Beidseits ein Dorf. Aquatinta in Braundruck von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. Monogrammiert u. signiert, datiert. 20,7 x 26,4 cm. – Seltenes Blatt, im breiten Rand schwach stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.535 / EUR  370. / export price EUR  352. (c. US$ 463.) + Versand

 

Flämisches  See-Land-Miteinander  vor  400  Jahren

Bol, Hans (Mecheln 1534 – Amsterdam 1593). Hirschjagd und Koggenbau am Fluß inmitten baumreicher Landschaft. Vorn links zunächst Picknick der Landleute in Gesellschaft u. a. von Pfau, Papagei und Äffchen, zur Rechten aber die teils berittenen Jäger nebst Hunden, Hirsch und Tier allseits bedrängend. Zum abfallenden Ufer hin Netze gespannt. Dort auch ein sich der Vogeljagd hingebender Jäger. Im Mittelgrund seitlich links vielseitige Beschäftigung der Schiffsbauer mit sich anschließendem größeren Anwesen. Am Horizont die Silhouette einer größeren Stadt. Kupferstich von Hans Collaert (wohl I, gest. ca. 1581) in Antwerpen. Signiert: HBol. (ligiert) inuent. / H C fec: / s(c ex)cud. 20,3 x 24,4 cm.

Nagler, Monogramm., III, 762. – Latein. Vierzeiler im Unterrand. – Oben – hier hs. mit 49 numeriert – und unten mit 3-7 mm breitem Plattenrand, rechts mit ganz feinem Rändchen, links ebenso, doch stellenweise schon auf der Bildeinfassung geschnitten. Im Textrand zwei stecknadelkopfkleine dünne Stellen, sonst völlig einwandfrei.

Eines der stimmungsreichen Blätter nach Hans Bol, hier vorliegend in warmer Tonigkeit mit den noch sichtbaren Schriftlinien. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.855 / EUR  780. / export price EUR  741. (c. US$ 976.) + Versand

 

Mit  Gütesiegel  allererster  Ordnung

Wouwerman, Philips (1619 Haarlem 1668). Sattelpferd vor Hafertrog. Breitseits nach rechts mit Blick auf den Betrachter. Unter dem Trog der Futtersack. Radierung von August Friedrich Winkler (Geyer/Sachsen 1770 – 1807). Bezeichnet: A. F. Winkler f. / Phil. Wouwermans. 12,5 x 17,3 cm.

Provenienz: Kupferstich-Sammlung der Königl. Museen Berlin mit deren Sammlungs- (Lugt 1606) + Veräußerungsstempel verso.

Aus Winkler’s 11blätt. Serie nach Zeichnungen/Radierungen niederländischer Meister ( „Diese Blätter sind sehr geistreich behandelt“, Nagler). Hier denn, sehr intim, nach dem „die gesamte spätere Pferdemalerei … ungemein stark beeinflußt“ habenden gesuchten Wouwerman (Bernt). Wie Nagler Winkler selbst attestiert „zeichnete Pferde und Schlachtstücke meisterhaft mit der Feder“. Der große Rossmässler in Tharandt radierte nach solchen, vielleicht nach den 1810 postum erschienenen Studien für Pferdezeichner. – Auf schwerem, zweiseits unbeschnittenem Papier von 2-8 cm Breitrandigkeit.
Angebots-Nr. 28.617 / EUR  125. (c. US$ 165.) + Versand

 

Goyen, Jan van (Leiden 1586 – Den Haag 1656). Das Gehöft mit dem Teich am Kanal. Davor verschiedenfältige Figurenstaffage in jeglicher Position bis hin zu zwei Reitern, auch zwei Hunden, und einem Fischer in der Mitte des Wassers, von dessen jenseitigem Ufer ein spitzer hoher Kirchturm grüßt. Kupferstich/Radierung von Jan de Visscher (Amsterdam um 1636 – nach 1692). Bezeichnet: I: van Goyen inventor. / I: de Visscher fecit. / 2. 12,5 x 20,8 cm.

Jan van Goyen, Gehöft mit Teich am Kanal

Wessely 60; Le Blanc 55. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 475A nebst Abb. – Blatt 2 der formatgleich im Gegensinn gearbeiteten 12blätt. „Vorzügl(ich) schöne(n) Folge“ (Weigel 947, 1838) von Kanal- + Dorflandschaften „Regiunculae amoenissimae eleganter delineatae“ nach van Goyen (Nagler 62; Wurzbach 60, jeweils Visscher), dessen „Bedeutung für die holländische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts, sein Rang als Künstler … so bekannt (sind), daß sie nicht Gegenstand dieses Buches sein sollen“ (Beck I, 1972, S. 11). Und Visscher seinerseits „lieferte … höchst schätzbare Blätter, sei es, dass er die Nadel allein führte, oder den Grabstichel in Verbindung brachte“ (Nagler 1850).

Die makellose Doublette des Museum Boymans, dessen ganz feine gleichmäßige warme Tönung dem feinen Blatt eine lyrische Abendstimmung verleiht. – Lilienbekröntes kreisförmiges großes (Löwen-?)Wz. mit gefülltem Schild, in der hier allein beurteilbaren oberen Außenpartie mit Heawood 3144 (1686) korrespondierend. – Mit für Altmeister-Graphik schönem 7 mm umlaufend breiten Rand. – Der rückseitige kleine schwarze Veräußerungs-Rundstempel (Lugt 700a) im unteren weißen Plattenrand schwach durchscheinend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.029 / EUR  370. / export price EUR  352. (c. US$ 463.) + Versand

 

– – Das Kapuziner-Kloster am Kanal. Davor zwei abgetakelte Fischerboote am Ufer, deren mehrköpfige Besatzungen instruktiv beschäftigt sind. Ein drittes mit Luggertakelung in der Mitte des Wassers. Vom hügeligen jenseitigen Ufer grüßt eine wohl weitere Kirche mit abgeflachtem Turm und von der Ferne der Horizontlinie ein Vollsegler. Vorn links indes zwei von einem Köter bekläffte Mönche unter ihren schön gezeichneten spitzen Kapuzen, deren einer mit Rosenkranz. Zwei Mitbrüder sitzen unter einem Vordach in der Sonne, rechts von ihnen ein Schleifstein, zu dem bepackt einer der Bootsleute strebt. Vom Kirchendach oberhalb eines zusätzlichen kleinen Spitzturms aber hält Adebar aus einem künstlichen Nistaufbau Ausschau, wenngleich in die verkehrte Richtung. Denn der Partner fliegt vom Wasser her an, wie weiter zurückgesetzt in Linie drei weitere Großgefiederte. Ein mutmaßlicher Turmfalke schließlich auf einem Ausleger des Kirchturms. Kupferstich/Radierung von Visscher wie vor.

Wessely 63; Le Blanc 58. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 859c. – Blatt 5 nach verschollener Vorlage zu der Folge. – Etliche bildseits kaum wahrnehmbare schwache Stockfleckchen, sonst makellos mit 2-3 mm Rändchen um den seinerseits schönen weißen Plattenrand selbst. – Mit Schellenkappen-Wz., wie besonders begehrt, hier mit jeweils drei seitlichen Schellen und auch drei am verlängerten 4-Stab. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.030 / EUR  370. / export price EUR  352. (c. US$ 463.) + Versand

 

– – Die beiden Rundtürme am Kanal. Davon der vordere als bewachsene Ruine, beide mit entsprechendem Gebäudeanhang. Davor fünf Fischerboote, teils mit deren beschäftigter Besatzung, zwei unter Segeln. Ein Anwesen auch auf dem baumbestandenen gegenüberliegenden Uferstreifen. Und in der Luft zwei Dreierketten Vögel. Kupferstich/Radierung von Visscher wie vor.

Wessely 67; Le Blanc 62. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 445. – Blatt 9 der Folge. – Die abgesehen von drei Braunstippen zwischen linkem Turm und vorgelagerten Segelbooten makellose Doublette des Museum Boymans. – Typograph. Wz. – Mit für Altmeister-Graphik schönem 5 mm umlaufend breiten Rand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.031 / EUR  345. / export price EUR  328. (c. US$ 432.) + Versand

 

– – Der Weg längs des breiten Flusses. Vorn links oberhalb eines Siels Familie mit Kind und Hund, davon der Mann beritten. Rechts dieser Gruppe ein hochbeladenes Pferdefuhrwerk, am Ufer vorn und zurückgesetzt zwei Boote mit den beschäftigten Fischern. Der Horizontstreifen seitlich begrenzt von einer Mühle bzw. Kirche, dazwischen ein spitzer Kirchturm und ein Anwesen unter hohen Bäumen. Kupferstich/Radierung von Visscher wie vor.

Jan van Goyen, Der Weg längs des breiten Flusses

Wessely 69; Le Blanc 64; Hollstein 40 m. Abb. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 497, und Dutch Drawings of the Seventeenth Century in the Rijksmuseum, Amsterdam, Artists born between 1580 and 1600, 186, jeweils nebst Abb. – Blatt 11 der Folge. – Die abgesehen von im Grunde nicht erwähnenswerter partieller schwacher Randstockstippigkeit und rückseitigen schwarzen Druckerfleckchen makellose Doublette des Museum Boymans. – Figürliches (springender Löwe?) Wz. nebst Wortmarke. – Mit für Altmeister-Graphik schönem 5 mm umlaufend breiten Rand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.032 / EUR  345. / export price EUR  328. (c. US$ 432.) + Versand

 

Richard Knötel, Uniformenkunde: NiederlandeRichard Knötel, Uniformenkunde: Niederlande

Knötel, Richard. Uniformenkunde. 13 (5 kolor.) Tafeln zur Gruppe Niederlande. Ca. 1893. Signiert, bezeichnet. Blattgr. 25,4 x 17,1 cm.

Beiliegt: Mittheilungen zur Gesch. d. milit. Tracht als Beilage zu s. Uniformenkde., Jg. 1893, Nr. 3 (2 Bll., enth. Das Niederl. Heer z. Zt. von Waterloo + Brandenb.-preuss. Uniformen z. Zt. d. gr. Kurfürsten u. s. Nachfolgers). – Text minimal stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 5.080 / EUR  151. (c. US$ 199.) + Versand

 

Von  letztgültiger  Gestaltung

Rubens, Peter Paul (Siegen 1577 – Antwerpen 1640). Küstenlandschaft im Gewitter. An einer Bucht vor gebirgiger Kulisse gelegener befestigter Ort, vor dem feiningerspitze Boote + Schiffe Schutz gesucht haben. Auf der Landzunge des Vordergrunds zwei Kirchen, Schäfer mit Herde und davoneilende Landleute. Kupferstich von Schelte à Bolswert (Bolsward, Friesland, 1586 – Antwerpen 1659). Signiert: .P.P. Rubbens (sic!) pinxit . / S a Bolswert fecit. 30,6 x 42,7 cm.

Peter Paul Rubens, Küstenlandschaft im Gewitter

Aus Schneevogt 53 + Hollstein 305-325, IV (von V). – Nicht in Rosenberg (2. Aufl.). – Aus der Folge der sogenannten kleinen Landschaften nach Rubens. – Mit der Adresse des Aegidius (Gillis) Hendriks in Antwerpen (Gillis Hendricx excudit / Antwerpiae Cum privilegio),  vor  der von Jacques Philippe le Bas (Lebas, 1707 Paris 1783). – Die Hendricx-Adresse sieht auch Wurzbach, Bolswert 86, als den vierten der fünf Zustände, um indes generell vorauszuschicken:

„ Lange Zeit war Martinus van den Enden beinahe der ausschließliche Verleger (von Bolswerts) Platten. Doch ist auch in vielen Fällen G. Hendricx … die erste und beste Adresse. “

Hofmann – „(ihn) beschäftigte eine subtile Untersuchung der Plattenzustände von Bolswerts Rubenslandschaften“, Max Lehrs im Vorwort zum Katalog der Versteigerung Hofmann – sah in vorliegendem Etat indes wohl den zweiten. Denn seiner hs. Notiz „Sch. 53 No. 3“ auf einem früher hier aus seiner Sammlung durchgelaufenen dieser Blätter folgt der erhöht geschriebene Zusatz „Hfm. II.“, was sich als römische Zahl nur auf den Zustand, nicht aber auf die Abfolge innerhalb der Suite beziehen kann. Unter Hendriks, tätig seit 1645, notiert Wurzbach – I, 677 – im übrigen „Besitzer des alten Lagers von van den Enden“. Und unter letzterem – I, 492 – „1645 scheint er sich vom Geschäfte zurückgezogen zu haben, denn damals erschien bereits der Name Gillis Hendrickx auf den Platten“.

Mit lateinischem Vierzeiler unter dem Motto En quo discordia ciues. – Auf breitrandigem festen Bütten mit kaum bemerkbarer Mittelfalte. – Rückseitenränder mit dünnen Klebresten früherer Rahmung. Ansonsten makellos.

Von  leuchtendem  Hell-Dunkel  bestimmter  herrlicher  Druck

mit noch leichtem Plattenschmutz von einer Werktreue ohnegleichen. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.749 / EUR  813. / export price EUR  772. (c. US$ 1016.) + Versand

 

Begleitete  Prinz  Eugen  in  Italien

Huchtenburgh, Jan van (Haarlem 1647 – Amsterdam 1733). Eine Kavallerie-Attacke / Der Kampf der beiden Reiter. Dominiert vom auslaufenden Zweiergefecht vorn, dessen Knäuel sich ein lediges Pferd beigesellt hat. Radierung nach Adam Frans van der Meulen (Brüssel 1632 – Paris 1690). Bezeichnet: AF. V. Meulen, jn, et ex, cum priuilegio Regis. / V. HB. f. Blattgröße 15,4 x 19,3 cm.

Nagler, Monogramm., V, 1210 unter Nennung des Blattes; Katalog Davidsohn II, 830.

Der brillante , wenngleich etwas zeitspurige Abdruck der Sammlung J. H. Anderhub, teils mit fein(st)em bis gar 5 mm breitem Rändchen, teils auf Plattenkante oder, so tlw. oben, bis zur Bildeinfassung geschnitten. Figurierte, wie auch weitere Graphik, nicht auf der 1963er Bücher-Versteigerung der „Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub“.

Im Spanischen Erbfolgekrieg begleitete Huchtenburgh den großen Prinz Eugen auf dem italienischen Kriegsschauplatz, später trat er in die Dienste des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, des Vaters Friedrich’s des Großen.
Angebots-Nr. 28.612 / EUR  298. / export price EUR  283. (c. US$ 373.) + Versand

 

Zeitgenössisch  +  benachbart  erschienene  Lokalkarte

als  in  Utrecht  das  Licht  Caravaggio’s  aufging

Utrecht – Vltraiectinvs, Episcop(atvs). Mit Titelkartusche, 2 Schiffen und figürlich gestaltetem Meilenzeiger. Von dem Feldmesser Balthasar Florisz. van Berckenrode (Delft 1591 – Den Haag 1644) verfaßte

Utrechter  Bistumskarte 1 : 150.000

Berckenrode/Hondius, Utrecht

in  gleichfalls  zeitgenöss.  kolor.  Kupferstich

von Evert Simonsz. van Hamersveldt (1591 – 1653). Bezeichnet: Auct. Balthazaro Florentio a Berkenrode. Amstelodami, apud Henricum Hondium, Sub insigno Atlantis. Ao. 1628., ansonsten wie vor, und als für das Selbstverständnis des Stechers sprechend in separater kleiner Eigenkartusche am Unterrand: Evert Sijmonszoon Hamersveldt sculpsit. 38 x 49,3 cm.

Keuning 185; Koeman 165. – Aus dem Mercator-Atlas in der Hondius-Ausgabe von 1630 (Koeman Me 29A), für die diese Karte seitens van Berckenrode’s als „einem der in graphischer Hinsicht und geometrischer Zuverlässigkeit

größten  niederländischen  Kartographen  des  17.  Jahrhunderts“

(Koeman) während dessen Amsterdamer Zeit (1619/34) neu geschaffen wurde. Ersetzend Mercator’s noch in der 1628er Ausgabe präsente Utrecht-Karte und somit hier

im  frühesten  Abdruck

vorliegend, tragend des Henricus Adresse Sub insigno Atlantis auf dem Dam, wo auch Bruder Jodocus II seinen Kartenhandel betrieb. Der hist.-geograph. Rückseitentext in Latein. – De Leck (Neder Rijn) ab unterhalb Rhenen’s, also nicht mehr mit Emmerich als lt. Verbeek, Die Niederrheinansichten Jan de Beyers, 1957, S. 41) einst zum Bistum gehörig. Im Norden angrenzend an Haerlemmer Meer + Zuyder Zee. – Namentlich im breiten weißen Rand stockig, sonst schönes Exemplar

dieser  von  ganzer  landmesserischer  Wissensfülle

sehr  wirkungsvoll  geprägten  zeitgenössischen  Karte  Utrechts

wo während des Goldenen Jahrhunderts die aus Italien zurückgekehrten Caravaggisten mit Honthorst und Ter-Brugghen an der Spitze Caravaggio’s Licht-Revolution entzündeten, aber auch dessen Naturalismus verbreiteten und solchermaßen der von Abraham Bloemaert begründeten seinerzeitigen Utrechter Schule („Als Rubens [1627] nach Utrecht kam, versäumte er nicht, B. zu besuchen, und auch Elisabeth, die Königin von Böhmen, beehrte ihn mit ihrem Besuche“, Thieme-Becker) eine potenzierte Dimension verschafften, beeinflussend den Nicht-Italienisanten Bloemaert selbst wie einen Vermeer van Delft ebenso wie das Genrebild Frans Hals’ und den Deutschen Joachim von Sandrart, indes „Der Einfluß … auf den jungen Rembrandt … sicher der wichtigste Abschnitt innerhalb der Rezeption der caravaggesken Kunst durch die Holländer (ist)“ (Arthur von Schneider, Caravaggio und die Niederländer, 1933, mit nicht aktualisierter 1967er Zweitauflage, letztere hier S. 67). In dieses Umfeld denn hineingeschaffen

anstehende  Berckenrode-Hondius’sche  Utrecht-Karte

als  ein  Sammlungsstück  von  Rang

zur  für  die  holländische  Malerei  des  17. Jahrhunderts

so  bedeutsamen  Utrechter Schule .

Angebots-Nr. 15.051 / EUR  570. / export price EUR  542. (c. US$ 714.) + Versand

 

Niederlande, Das Königreich der. Mit Titel- und 2 Erläuterungs-Kartuschen. Landkarte von Frdr. Wilhelm Streit (Ronneburg, Thüringen, 1772 – Berlin 1839) in grenzkolor. Stahlstich bei Natorff & Co., Bln. 1836. Signiert, datiert, bezeichnet. 25,9 x 21,3 cm.

Detailliert gekennzeichnete Karte bis hin zu schiffbaren Kanälen und Flüssen. – Bis Baltrum – Meppen – Witten – Aachen – Antwerpen .
Angebots-Nr. 9.855 / EUR  60. (c. US$ 79.) + Versand

 

In  ganz  einzigartiger  Stichtechnik

Teniers II, David (Antwerpen 1610 – Brüssel 1690). (Le Rémouleur.) Der Scherenschleifer bei der Arbeit. Im Hintergrund zwei Männer vor Häusern. Kupferstich von Giovanno Marco Pitteri (1702 Venedig 1786). Signiert. 35,6 x 25,8 cm.

Nagler XVIII, 221 + XI, 396, Nr. 41. – Mit Einzeiler in italien.-latein. Paralleltext. – Sehr feiner Abdruck auf festem Papier mit großem Kronen-Wasserzeichen. – Teniers’ lokal- wie stimmungsmäßig schöne Szene in einem Blatt

von  seltenem  graphischen  Charme .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 6.202 / EUR  271. / export price EUR  257. (c. US$ 338.) + Versand

 

Im  flämischen  Stil
à  la  jüngerem  Josse  de  Momper

Winter, Der. Baumreiche Hügellandschaft mit Kirchdorf im zurückgesetzten Mittelgrund und Einzelanwesen vorn rechts. Vorn Ochsengespann mit dem vorweggehenden Kutscher, instruktiv beladen mit Stangen- und, seitlich, Kurzholz. Dahinter auf einrädrigem Karren Reisig fortschaffender Landmann. Seitlich links zwei den Hang visierende Jäger. Radierung. Ca. 17.Jhdt. Bezeichnet u. r.: 4. 17,4 x 23,3 cm.

Das  stimmungsreiche  Winter-Blatt

einer hier derzeit nicht identifizierten Jahreszeiten-Folge flämischen Stils à la jüngerem Josse de Momper (1564-1635) etc. in herrlichem Druck perfekter Erhaltung mit 1,2-2,1 cm breitem Rand. – Fünf kleine Montagespuren am rückseitigen Oberrand.
Angebots-Nr. 15.445 / EUR  830. / export price EUR  789. (c. US$ 1039.) + Versand

 

Fyt, Jan (1611 Antwerpen 1661). Die Bärenhatz. Der Bär, obschon im Eingang einer Höhle von einer Vielzahl Hunde gestellt, noch längst nicht geschlagen und, sofern nicht noch Jäger auf den Plan treten, wohl mit allen Chancen, das Schlachtfeld siegreich verlassen zu können. Rechts Ausblick auf weites Flußtal. Mit beiger Tonplatte gedruckte Kreidelithographie von Johann Woelfle (Endersbach, Württemberg, 1807 – Faurndau/Göppingen 1893) bei Piloty & Loehle in München. 1837-51. Signiert, bezeichnet. 26 x 33,2 cm.

Nagler, Woelfle, 51 (die dortige Angabe „roy. fol.“ wohl auf das Papierformat der Piloty’schen Edition der „Vorzüglichsten Gemälde aus der königl. Gemäldegalerie zu München und Schleißheim“ bezogen). – Vgl. Nagler XI, 312 ff. (Piloty) + IV, 539 f. (Fyt). – Nicht bei Schwerdt. – Auf  aufgewalztem  China . – Rechts im Unterrand ganz schwache Stockfleckchen, ein Randeinriß säurefrei hinterlegt. Sonst von blütenreiner Frische.

Erschienen innerhalb Piloty’s seit 1834, ab 1837 in Verbindung mit Loehle herausgegebener Wiedergabe der Gemälde der Münchener Pinakothek. „Dieses Unternehmen erregte bald allgemeines Interesse, da die Theilnehmer … eine bis dahin unerreichte technische Vollkommenheit entwickelten“ und unter welchen sich Woelfle’s Hauptblätter finden:

ein  den  Glanz  des  Münchener  Originals  widerspiegelndes

lithographisches  Meisterwerk .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.066 / EUR  302. / export price EUR  287. (c. US$ 378.) + Versand

 

Beschrijvende Catalogus der Scheepsmodellen en Scheepsbouwkundige Teekeningen 1600-1900. (Bearb. v. W. Voorbeijtel Cannenburg.) Amsterdam, Nederlandsch Historisch Scheepvaart Museum, 1943. 4°. 192 SS. Mit 100 (5 farb., 2 gefalt.) Tafelseiten + 1 wiederholten großen Vignette. OPpbd. mit goldgepr. illustr. VDeckel.

Exemplar  Heinrich  Winter’s, mit dessen Stempel auf Vorsatz + Titel. – Bedeutender Bestand von 453 Modellen, gefolgt von der Fülle der Zeichnungen. – Mit der Nederlandsche Bibliographie van Scheepsbouw en Tuigkennis 1565-1900 (15 SS.), Liste der von Fijenoord, Rotterdam, von 1827-1900 aufgelegten Schiffe, 14seit. Register sowie Themeneinleitung.
Angebots-Nr. 28.033 / EUR  197. (c. US$ 259.) + Versand

 

Épreuve  de  luxe  auf  Seide

Quinkhard, Jan Mauritz (Rees b. Cleve 1688 – Amsterdam 1772). Albertus Voget (Theologe, Bremen 1695 – Utrecht 1771, ab 1735 Professur dortselbst). Brustbild m. ornamentaler Randverzierung nach dem im Senaatszaal der Universität Utrecht befindlichen Öl von ca. 1750. Kupferstich von Pieter Tanjé (Bolsward, Friesland, 1706 – Amsterdam 1761) bei N. v. Vucht, G. Thieme + A. v. Paddenburg. 1754. Signiert, datiert, bezeichnet. 33,6 x 24,3 cm.

Nagler 30 + Wurzbach 55, jeweils Tanjé. – Gorissen 100 gedenkt Quinkhards als des „bedeutenden Bildnismalers“ , als den ihn auch vorliegende Arbeit ausweist. – Latein.-holl. Sechszeiler.

SEIDEN-EXEMPLAR

dieses schönen Blattes eines „der vorzüglichsten niederländischen Kupferstecher“ (Nagler) und als solches von absoluter Seltenheit. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.270 / EUR  670. / export price EUR  637. (c. US$ 839.) + Versand

 

Edition  de  luxe

in  rodinbezogenem  Widmungsexemplar

Martin, W. De hollandsche Schilderkunst in de zeventiende eeuw. Frans Hals en zijn tijd. – Rembrandt en zijn tijd. 2 Bde. Amsterdam, J. M. Meulenhoff, (1935-36). 4°. XVI, 474 SS., 1 Bl.; XVI, 546 SS., 1 Bl. Mit

3  Tafeln  +  517  ( 154  ganzseit. )  Abbildungen .

Bordeauxrote OMaroquin.-Bde. m. goldgepr. Rücken + Vorderdeckeln sowie Innenkantenfilete. Kopfgoldschnitt.

Nr. 31/100 Explren. der Luxus-Edition in Maroquin. – Die erscheinensfrische rodinbezogene ausführl. 35er Zueignung Martins auf Vorsatz von Bd. I. – 66er Besitzeintrag auf Vortiteln, Nummer auf Schlußvorsätzen. – Vorsätze und ein Titel minimal stockig, ein Rücken ganz unwesentlich berieben, ansonsten schönes Exemplar dieses gesuchten reichhaltigen Standardwerkes.
Angebots-Nr. 11.744 / EUR  496. / export price EUR  471. (c. US$ 620.) + Versand

 

Molijn, Pieter de (London 1595 – Haarlem 1661). Dünenlandschaft. Links des Weges Anwesen unter hohen Bäumen. Mit beschäftigten und schwatzenden Figurinen. Aquatinta in Braundruck von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. 21,7 x 30,1 cm. – Der breite Rand schwach stockig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.536 / EUR  435. / export price EUR  413. (c. US$ 544.) + Versand

 

Für  das  marine-  oder  lokalorienterte  Bibliotheksauge

etwas  sehr  Schönes  zum  Betrachten

Rotterdam  in  seiner  ganzen  Grandeur

und  reichste  Fundgrube  für  eine  unerhörte  Büro-Wandgestaltung

Rotterdam – Hooghe, Roman de (Amsterdam oder Den Haag 1645 – Haarlem 1708). Caart van de Stad Rotterdam en gezigt langs de Maas, benevens de Afbeldingen van de voornaamste publique Gebowen. Von 47 Platten gedruckte Kupferstichkarte mit

Vogelschauplan  ( 115 x 125 cm ) ,

Panoramaansicht  ( 24 x 189,5 cm )

sowie reich mit den Wappen der Stadt + ihrer ersten Bürger, Löwen, Putten und Gerätschaften geschmückter Kopfleiste (25-26,5 x 189 cm),

12  Detailansichten  ( je 18 x 24 cm )

und  den  Wappen  der  20  Räte  ( je 11,5 x 9 cm ).

O. O., Johannes de Vou, 1694. Signiert, datiert, bezeichnet. Zusammengesetzt ca. 165,5 x 189,5 cm. Faksimile im Originalformat in Kupfertiefdruck. Rotterdam o. J. (ca. 1960/70). 2°. 2 Bll. Titel. Mit 3 (2 aufmontierten) mehrfach gefalteten, zusammengesetzten, 12 halbblattgroßen u. 20 kleineren aufmontierten Tafeln. OKunstldr.-Bd. m. Rückenschild, goldgepr. Vorderdeckel mit Wappen + Bordüren.

Die  prächtige  Karte  mit  reichstem  Geschehen

sowohl im Vogelschauplan als auch, ganz besonders, in der Panoramaansicht

mit  nahezu  allen  gängigen  Schiffstypen ,
darunter  Zweidecker, Jachten, Fleuten  und  Tjalken  sowie  ein  Floß.

Von  besonderem  Reiz  in  der  Vogelschau  die  zahlreichen  Kalfaterarbeiten
auf  den  Grachten  ebenso
die  große  Anzahl  der  in  den  Werften  auf  den  Helligen
und  an  den  Ausrüstekajen  liegenden  Neubauten.

Im breiten Kartuschensockel die reichhaltige Legende, Neptun mit Fischernetz, Athene mit Hermesstab und Früchten, ein mit einem Schneckengehäuse behelmtes Fischweib mit Schild, Pan sowie zwei Neger, ein großes Füllhorn ausschüttend.

Die Detailansichten – durchweg mit reicher Szenerie – zeigen Stadt-Huys – Laurens, Franse + Prinse Kerk – De Beurse – De Marckt – De Vismarckt – De Doelen – Gemeenelandts Huys van Schielandt – Admiraliteytshof – Nieuw + Oude Hooft .

2 Titel in Rot-Braun. – Original-Montage auf Van Gelder Zonen-Bütten. – Maritimes Exlibris Jacob Schreuder. – Zwei bindungsbedingte kleine Bugeinrisse im Vogelschauplan sowie ein winziger Randeinriß im Montagepapier hinterlegt, sonst absolut frisch. Und damit

herrlichst  geeignet  für  eine  raumfüllend–einheitliche,

facsimile-hochwertige , doch  ökonomisch-risikogeringe  Wandgestaltung.

Ganz unabhängig davon im übrigen für das marine- oder lokalorientierte Bibliotheksauge etwas sehr Schönes zum Betrachten. In adäquatem Einband.
Angebots-Nr. 14.090 / EUR  197. (c. US$ 259.) + Versand

 

– – – Dasselbe, doch vereinzelte leichte Kratzer auf den Deckeln, lediglich ein längerer in der unteren Hälfte des Vorderdeckels ein wenig stärker, der Rückenbezug in Folge sonst praktisch nicht wahrnehmbaren Bestoßes unten etwas aufgeplatzt gewesen. Zwei bindungsbedingte kleine Bugeinrisse im Vogelschauplan säurefrei hinterlegt, sonst absolut frisch wie vor.
Angebots-Nr. 28.851 / EUR  175. (c. US$ 230.) + Versand

 

Allein  schon  die  Illustrationsfülle

das  anregendste  Vergnügen

und  das  ganze  Buch  einfach  eine  Zierde  im  Bücherschrank

Ruyter – Blok, P(etrus). J(ohannes). Michiel Adriaanszoon de Ruyter. Mit großen Vignetten, zahllosen Initialen sowie 100 Abbildungen im Text und auf 54 (8 dblgr., 3 kleinen, 2 mitpag.) Tafeln. ’s-Gravenhage, Martijnus Nijhoff, 1928. Gr.-4. XX, 454 SS. OLwd.-Bd. mit detaillierter Marine-Goldprägung und marmor. Vorsatz. Kopfgelbschnitt. Zweiseits unbeschnitten.

Titel in Rot + Schwarz. – Rücken verblichen, namentlich der Rückdeckel ganz minimal berieben. Frontispiz + Titel großflächig von früherer Einlage gebräunt, doch, da jeweils gesamtes Bild bzw. Satzspiegel umfassend, diese nicht wesentlich beeinträchtigend. – Zweiseits herrlich breitrandig.

Besonders schön der goldgeprägte prächtige Dreimaster mit zwei Decks auf dem Vorderdeckel, ferner große Hecklaterne und Ankerwappen auf dem Rücken, das aus Kreuz, Reiter, Dreimaster und Kanone gebildete persönliche Wappen mit dem Wahlspruch PUGNANDO auf dem Rückdeckel und die zu Knoten gebundene Tampeneinfassung.

Die  monumentale  neuzeitliche  Monographie  des  legendären  Admirals

(Vlissingen 1607 – Syrakus 1676) – in Holländisch – , auf schwerem Bütten, unter Einbezug praktisch des gesamten zeitgenössischen Illustrationsmaterials als da sind Portraits, Seekarten, Gefechte, Veduten + Lokalitäten, Urkunden, Wappen, Siegel etc. – Unterteilt in 16 Kapitel, bilden die drei holländisch-englischen Kriege zwar einen Schwerpunkt, doch nicht minder detailreich die weit ausgreifenden übrigen Stationen dieses großen Lebens, in dem sich zugleich die Weltgeltung dieses kleinen Landes in seinem größten Jahrhundert widerspiegelt, da Seemacht, Wirtschaft und Kunst einen Dreiklang bildeten. – 10seit. Detail-Register.
Angebots-Nr. 28.810 / EUR  198. (c. US$ 261.) + Versand

 

Blaeu – Dulmen, Frank van (Hrsg.). De Grote Atlas van Europa. De mooiste landkaarten uit de zeventiende eeuw van Joan Blaeu. Text von Pieter Terpstra. (Leeuwarden 1995.) 4°. 32 SS. Mit 30 kl. Textabb., 1 ganzseit. farb. Tafelabb. sowie 30 doppelblattgroßen Farbtafeln. Farb. illustr. dklbl. OPp.-Bd. in farb. illustr. Schutzumschl. – Nach der Ausgabe Amsterdam 1663. – Text + Textabb. in Blau gedruckt. – Ohne die im Kolophon erwähnte CD-ROM. – Deckel materialbedingt geringfügig berieben, der Schutzumschlag wenig gebrauchsspurig, ansonsten neuwertig.
Angebots-Nr. 28.990 / EUR  40. (c. US$ 53.) + Versand

 

Anstehende  sepiagetuschte  Version

in  Dresden  als  nur  mutmaßlich  bekannt ?

Ruisdael, Jacob van (Haarlem 1628/29 – Amsterdam 1682). Die Hirschjagd. Lichte Waldlandschaft mit ausgedehntem Sumpf, durch den im Vordergrund die Parforcejagd geht. Tier- und Figurenstaffage von Adriaen van de Velde (1636 Amsterdam 1672). Sepiagetuschte Umrißradierung von Adrian Zingg (St. Gallen 1734 – Leipzig 1816). Blattgröße 43,3 x 57,5 cm.

Kuhlmann-Hodick u. a. (Hrsg.), Adrian Zingg, Wegbereiter der Romantik (2012), 3 (partiell grau laviert, vor der Schrift; Blattgröße 46,7 x 64,9 cm) nebst Abbildung; Nagler, Zingg (1852), 4, II (von II; I vor der Schrift) und, Ruysdael, XIV, Seite 101.

Slive, Jacob van Ruisdael, 1982, per 37 bzw. Jacob van Ruisdael, Master of Landscape, 2005, per 38, beide Male unverändert  irrig  als  spiegelbildlich , obgleich 2005 ausdrücklich als Rezeptionsarbeit für die Dresdener Akademie bezeichnend, also nicht mit der von ihm gleichfalls erwähnten seitenverkehrten Radierung des Zingg-Schülers Christian August Günther für das Dresdener Galeriewerk verwechselnd. So mag sich seine Angabe auf jene kleinformatige (24 x 28,5 cm) seitenverkehrte Radierung beziehen, die in Braunschweig mit Adrian Zingg als Stecher geführt wird (Inv.-Nr. AZingg V 2.6176). Sofern er nicht einfach von der, wie die Regel, tatsächlichen Spiegelbildlichkeit der zweiten Rezeptionsarbeit Zingg’s, der Abendlandschaft mit Reisenden nach Jan Both (K.-H. 4), auf die Ruisdael-Hirschjagd schloß.

Von Zingg’s anstehender Rezeptionsarbeit wäre somit Slive nicht einmal auch nur eine Abbildung zu Gesicht gekommen. Deren ausdrücklich festzuhaltende

Bildgleichheit  mit  dem  Original  überdies  ein  Glücksfall

innerhalb der durchweg seitenverkehrten Reproduktionsgraphik. Und das denn auch noch im Falle von Ruisdael’s unendlich berühmter Dresdner Jagd, von Wurzbach (1906/11) den „bedeutendsten und schönsten (seiner Bilder), die existieren“ zugerechnet und als erstes der dortigen zwölf genannt. Wie er ihn denn praktisch unisono mit Vorgängern und Nachfolgern als

„ unbestritten  der  bedeutendste  Landschaftsmaler ,

den  die  Kunstgeschichte  kennt “

klassifiziert. Und speziell zu den Waldmotiven denkt er  an  die  Umgebung  von  Cleve , die er durchwandert haben mag.

Zingg’s anstehende Ruisdael-Wiedergabe in der Literatur diejenige welche. Dabei der Morast gegenüber dem Original im Vordergrund ausgeweitet. Bei wundervoller Bildtiefe ist

die  originale  Ausmalung

in  ihrem  hellen  Braun  von  großem  Charme .

„ Er bildete hier viele Schüler, die meistens für seine eigenen geschäftlichen Zwecke helfen mußten, und etablirte einen schwungvollen Handel mit getuschten Sepiazeichnungen und Umrißradierungen “

(ADB XLV, 323) als „einer neuen, eigenen Art der Reproduktionsgraphik, die den

Eindruck  einer  originalen  Zeichnung

erweckte“ (Claudia Schnitzer in K.-H., Seite 37). Dazu ergänzend Sabine Weisheit-Possél ebda. SS. 67 ff.:

„ Zeichnung  und  Druckgraphik

(sind)  oft  mit  bloßem  Auge  schwer  zu  unterscheiden …

Eine Verwechslung der Technik ist keine Seltenheit … In den allermeisten graphischen Sammlungen finden sich als Handzeichnungen geführte Werke Zinggs, die in Wirklichkeit lavierte Umrissradierungen sind … Nach dem Druck … wurden die Abzüge per Hand laviert und

danach  bis  zum  Bildrand  beschnitten ,

sodass der sich ins Papier eingegrabene Plattenrand, das Charakteristikum der Druckgraphik schlechthin, wegfällt … All dies setzte der Künstler mit dem Ziel ein, seine beliebten Zeichnungen möglichst genau, jedoch massenhaft zu reproduzieren und ihnen zugleich die

‚ Aura  eines  Originals ‘

zu geben. “

Wobei „massenhaft“ gleichwohl sehr relativ, eher gedanklich zu verstehen ist. Denn seine Blätter sind, wie der mit 1852 viel zeitnahere Nagler als Kenner auch des Marktes von Graden überliefert, selten. Denn er „war mit den Abdrücken sparsam, da er den Erlös für seine späteren Jahre sichern wollte, falls Arbeitslosigkeit oder Schwäche eintreten sollte. Erst 1804 bewog ihn … Tauchnitz zur Herausgabe seiner Werke. Sie erschienen in 4 Lieferungen (so denn wohl auch die Hirschjagd) … vor der Schrift, und … mit derselben … Er galt lange als der grösste Landschaftszeichner der neueren Zeit, und auch seine landschaftlichen Stiche wurden als Muster gepriesen. Im Verlaufe der Jahre wurde er aber von anderen Künstlern überboten, und besonders von (William) Woollett (1735-1785) verdunkelt“.

Schlagender  Seltenheitsbeweis  anstehenden  Falles  dessen obige offensichtliche Unkenntnis in natura bei Slive und die scheinbar nur mutmaßliche Kenntnis eines getuschten Exemplars in Dresden („Auf der Akademieausstellung 1770 stellte er sicherlich eine mit Sepiatusche bearbeitete Version aus …“, so Anke Fröhlich in K.-H., Seite 100, gelegentlich des nur partiell grau lavierten Dresdner Zustandsdruckes).

Was den gegenüber letzterem sichtbaren  Randbeschnitt  hiesigen  Exemplars  – betroffen das knapp mit den auslaufenden Ästen des Hauptbaumes endende linke Bildfeld sowie unten das gegenüber dem Original ohnehin erweiterte Wasserfeld bei immerhin noch 1,5 cm Spielraum zur tiefsten Linie der beiden Linksaußen-Hunde – umsomehr ausgesprochen relativiert, als für möglich zu halten, daß dieser original sein könnte und lediglich über den schon oben belegten Beschnitt hinausgeht. Denn die in den Eckzwickeln dreimal jeweils zwei (u. l. + o. r jeweils schräg zueinander, u. r. untereinander) und oben links einfach aufscheinenden stecknadelkopfkleinen Löchlein lassen an eine Werkstattbefestigung denken.

Rückseits umlaufend alt mit grobem breiten Papierstreifen randhinterlegt, sind die beiden Oberecken im Braunton der Ausmalung etwas störend fleckig. In der Himmelspartie links oben 8 cm tiefer geschlossener Randeinriß, ein weiterer von 1,5 cm im Unterrand. Die linke Unterecke übersehbar berieben. Gesamthaft also wohl altersspurig, gleichwohl noch immer schön, ansehens- und rahmungswürdig, ja, ein prächtiges großes Blatt.

Résumé :

Zingg’s  adäquates  großes  Blatt

in  Original-Tuschung .

Nach  einem  der  gefeiertsten  Ruisdaels  in  Dresden .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.995 / EUR  1380. / export price EUR  1311. (c. US$ 1726.) + Versand

 

Verschuring, Hendrik (Gorkum 1627 – bei Dordrecht 1690). Rastende Jäger, teils abgesessen, mit ihren Hunden vor der Schenke, vor der die Wirtsleute eine zweispännige Kutsche willkommen heißen. Einer der Jäger hat seinen Falken auf der Rechten und eilt zu Fuß links ab in die Landschaft, freudig erregt begleitet von seinem Hund. Aber auch der rückseits gezeigte Reiter vorn links könnte einen Falken auf der Linken halten. Die als Horizontbegrenzung skizzenhaft angedeutete Bergkette wohl die Campagna lokalisierend. Lavierte Pinselzeichnung in verschiedenen Grautönen und etwas Schwarz über Spuren von schwarzer Kreide. Unten links mit dem grauen Pinsel hs. signiert: H. verschuring. f.. 250 x 348 mm.

Provenienz:

Friedrich Quiring, Eberswalde,

mit dessen beiden Stempeln rechts unten bzw. auf beigefügter früherer Montage
(Lugt 1041 b + c: Des deux marques ci-contre la première servit jusqu’en 1920,
la seconde à partir de 1921. Elles figurent seulement sur les meilleures feuilles).

Auch in der Technik typische, bildmäßig durchgeführte Arbeit des in seinen Pferden von Ph. Wouwerman beeinflußten Meisters, dessen eigene Pferdezeichnung wiederum namentlich in Norddeutschland seine Nachfolger hatte (Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländ. Malerei des 17. Jhdts., 2. Aufl., Seite 220). Unverwechselbar aber auch in seinen Hunden und in der Leichtigkeit der Komposition. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.863  /  Preis auf Anfrage

 

» … the most spectacular type

of maritime cartography ever produced «

Carte nouvelle des Costes de Hollande, Zeelande, Flandre, Picardie & Normandie, depuis la Brille jusques à Dieppe, auec une Partie des costes d’Angleterre, depuis l’emboucheure de la Tamise, et les Isles Voisines jusques à Brevesier, ou l’on Voit tous les Ports de Mer, Bancs des Sable & Rochers. Dressé sur les Memoirs les Plus Nouveaux. Mit

pyramidal  aufgebauter,  reichstgeschmückter  Kartusche  zur  Rechten

(25,8 x 30,5 cm), unter dem vom Kurhut überwölbten bayerischen Wappen, zu dessen Seiten zum einen Poseidon nebst der wehrhaften Athene als Beschützerin der Städte, zum andern  Merkur  als Förderer des Handels und der Wohlfahrt,

seewärtige  Hafen-  und  Stadtansichten  von  Dünkirchen  +  Calais

(8,6 x 26,2 bzw. 6,5 x 18 cm) präsentierend, und als Gegengewicht reich verzierte

Dedicationskartusche  für  Maximilian  II.  Emanuel  von  Bayern

als dem Statthalter der span. Niederlande zur Linken (16 x 21 cm) nebst 2 Windrosen und dreifachem Meilenzeiger. Auf dem Wasser schließlich zahlreiche teils in Gefechten engagierte Schiffe. Sparsam kolor. Seekarte in Mercatorprojektion 1 : 400.000 in von 2 Platten gedrucktem Kupferstich von Romein de Hooghe (1645-1708) bei Pieter Mortier in Amsterdam. 1693 (recte nicht vor 1694, s. Koeman S. 427, Sp. 2). Signiert, datiert, bezeichnet. 60 x 94,8 cm.

Koeman M.Mor 5, 1. – Vgl. Phillips 2835. – Auf festem Bütten. – Links unter knappem Anschnitt der Breitengrade innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, rechts mit schmalem, oben und unten breiterem weißen Papierrand. Namentlich die linke Hälfte mit schwachem von der Faltung herrührendem Bräunungsabdruck der gegenüberliegenden Seite. – Die

gleichermaßen  dekorative  wie  instruktive  Karte

eines  ebenso  vielbefahrenen  wie  schwierigen  Seegebietes.

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.017 / EUR  1892. / export price EUR  1797. (c. US$ 2366.) + Versand

 

Erst  zollbegünstigt , dann  verboten

Kurrende des k.k. Guberniums in Innerösterreich, die Zollbegünstigung der niederländ. Erzeugnisse betreffend. Gegeben Graz 13. Juli 1791. O. O. + Dr. (1791). Kl.-2°. 1 Bl. Mit den gedr. Unterschriften der Franz Anton Graf v. Stürgkh + Dismas Franz Graf v. Dietrichstein.

Rahmenswürdiger  Einblattdruck . – Stellt nach Wiederherstellung der Ruhe in den Niederlanden die 1788er Zollvergünstigungen wieder her.
Angebots-Nr. 7.166 / EUR  86. (c. US$ 113.) + Versand

des k.k. Guberniums der Steiermark in Graz, das Verbot des Handels aus und nach den Niederlanden betreffend. Gegeben Graz 17. Dezember 1794. O. O. + Dr. (1794). Kl.-2°. 1 Bl. Mit den gedr. Unterschriften der Philipp Graf v. Welsberg-Raitenau + Franz Edler v. Rosenthal.

Rahmenswürdiger  Einblattdruck . – Anschließend an das Frankreich betreffende Patent vom 20. 9. 1794 und dessen Verbot auf die von jenem besetzten Länder ausdehnend. Laufende Kontrakte können bis Ende ds. Mts. erledigt werden. – Hinterlegter Seitenrandausriß.
Angebots-Nr. 7.165 / EUR  79. (c. US$ 104.) + Versand

(12122) des k.k. Kreisamtes Graz vom 23. Juli 1817 betreffend die Entlassung österreich. + niederländ. Untertanen aus den jeweils gegenseitigen Kriegsdiensten nebst nachgedruckter entsprechender Erklärung der beiden Staaten zu Wien v. 13. 5. 1817, seitens Österreichs abgegeben durch Fürst Metternich als Außenminister, seitens des niederländ.-luxemburg. Gesandten durch Baron Spaem. O. O. + Dr. (1817). Kl.-2°. 2 SS. Mit gedr. Unterschriften des Franz Edler v. Werner als Kreishauptmann und des Kreissekretärs Michael Kaltenegger.

Rahmensmöglicher  Einblattdruck  (aufliegend unter doppelseitigem Passepartout) auf dreiseits unbeschnittenem Bütten mit figürl. Wz.-Fragment.
Angebots-Nr. 10.763 / EUR  65. (c. US$ 86.) + Versand

 

„ wegen  (des)  Themas  eine  Sonderstellung  einnehmen(d) “

Snyders, Frans (1579 Antwerpen 1657). Zwei junge Löwen verfolgen einen Rehbock. Mit gelblicher und ockerfarbener Tonplatte gedruckte Kreide-Lithographie von Ferdinand Piloty (Homburg, Saarpfalz, 1786 – München 1844). (1816.) Bezeichnet: f. Snyders pinx: / f. Pilotj del. 39,3 x 54,7 cm.

Frans Snyders, Junge Löwen verfolgen einen Rehbock

Winkler, Die Frühzeit der dt. Lithographie, 622/25, II (von IV bzw. V) + 954, 16. – Vgl. Robels, Frans Snyders, Mchn. 1989, Nr. 259 mit Abb. sowie ASK 1.I ff., SS. 92 ff. + 150, Abs. 1; Koslow, Frans Snyders, Antwerpen 1995, SS. 287 (blgr. Farbabb.) + 302; Sutton (Hrsg.), The Age of Rubens, Boston 1993, Nr. 120 m. Farbabb. + Hantschmann, Nymphenburger Porzellan, Mchn. 1996, SS. 314, Nr. 25 + 354, Nr. 70 und Abbildungen S. 358.

Inkunabel  der  Lithographie . – Der dank seines zusätzlichen Gelbs leuchtende II. Zustand vor Fortnahme auch des „del:“, das hier – im Gegensatz zum Namenszug Snyders’ – innerhalb der als Ganzes schwachen Piloty-Signatur gleich deren „f.“ nur ansatzweise sichtbar ist. – Der I. Zustand nur in Schwarz, der III. (hiesige 13.367) mit dem übergedruckten Ocker, der IV. mit nur zart-chamoisfarbener Tonplatte bei gleichzeitiger Fortnahme der Randlinie gedruckt. Unter dem Titel „Die jungen Löwen“ erschien ein vergrößerter Ausschnitt nur derselben später bei Piloty & Loehle. – Wz. M(anufacture) de I. A. Huber.

Blatt 16 der ab 1816 erschienenen 200blätterigen Suite „Baierischer Gemälde-Saal zu München und Schleißheim“. – Mit 45,8 x 64 cm nahezu der von Winkler für die Folge angegebenen Blattgröße von etwa 47 x 65 cm entsprechend und damit von 3-4,5 cm schöner Breitrandigkeit und auch sonst ganz vorzüglichen Zustands.

Das großzügige, „weit gesehene“ (Bernt) Ambiente mit einem fernen Berg – hier zur Linken – wohl von der Hand  Jan  Wildens’  (1586-1653, siehe Robels 259 und zusätzlich SS. 147 f.). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.623 / EUR  940. / export price EUR  893. (c. US$ 1176.) + Versand

– – – Dasselbe im III. Zustand nur mit dem übergedruckten Ockerton und ohne Piloty’s „del.“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 13.367 / EUR  910. / export price EUR  865. (c. US$ 1139.) + Versand

 

„ Das  ungewöhnliche  Jagdmotiv “

– – Löwin schlägt ein Wildschwein. In hügeliger weiter Baumlandschaft der vorn schon niedergebrochene Keiler mit der seitlich auf den Rücken gesprungenen und sich im Nacken verbissenen Löwin. Mit gelbbrauner und mittelbrauner Tonplatte gedruckte Kreide-Lithographie von Ferdinand Piloty (Homburg, Saarpfalz, 1786 – München 1844). (1816.) Bezeichnet irrig: P. Snayers (Pieter Snayers, 1592 Antwerpen nach 1666) pinx: / f. Pilotj del. 39,8 x 55 cm.

Frans Snyders. Löwin schlägt ein Wildschwein

Winkler, Die Frühzeit der dt. Lithographie, 622/24, II (von III) + 954, 12. – Vgl. Robels, Frans Snyders, Mchn. 1989, Nr. 258 mit Abb. + Hantschmann, Nymphenburger Porzellan, Mchn. 1996, S. 354, Nr. 71.

Inkunabel  der  Lithographie . – Der dem Erstzustand entsprechende II., bei dem lediglich die bildüberschreitenden Kreidespuren links und unten weitgehend entfernt wurden. Der III. Zustand bei gleichzeitigem Fortfall der fetten Randlinie mit nur einer Tonplatte in Zart-Chamois gedruckt. – Wz. M(anufacture) a (?) Hartmann.

Blatt 12 der ab 1816 erschienenen 200blätterigen Suite „Baierischer Gemälde-Saal zu München und Schleißheim“. – Mit 46,4 x 64,2 cm praktisch der von Winkler für die Folge angegebenen Blattgröße von etwa 47 x 65 cm entsprechend und damit von 3,3-4,5 cm schöner Breitrandigkeit und auch sonst ganz vorzüglichen Zustands.

Das großzügige, „weit gesehene“ (Bernt) Ambiente  wohl von der Hand  Jan  Wildens’  (1586-1653, siehe Robels 259 und zusätzlich SS. 147 f.). – In expressionistischer Neubettung einer Wüsten-Oase als ihm ebenso vertrautes Ambiente wie Löwenjagden verwandte das Motiv Franz Heckendorf für sein Öl der hiesigen Pos. 28.420. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.624 / EUR  965. / export price EUR  917. (c. US$ 1207.) + Versand

 

Ridinger’s  ureigenstes

im  Stil  der  niederländischen  Vanitates  gearbeitetes

Memento  Mori

im  Erstzustand

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Memento Mori. Auf der auf dem Tisch liegenden Bibel Totenschädel mit etlichen fehlenden Zähnen. Rechts davon Vase mit blätterndem Blumenbouquet, links, wie seltener, Schale mit Seifenblasen, auf der ein vierfingrig gezackter Stab mit anhängendem Siegel ruht, sowie heruntergebrannte(s) Kerze/Lebenslicht, auf dessen Ständer eine Kerzenschere, dahinter Sanduhr und darüber Vorhang mit großem zackigen Ausriß für den Vorhang des Lebens, seit dem Mittelalter aber auch Symbol des Geheimnisvollen, dessen ggf. religiöser Trost von dem Loch indes schon wieder konterkariert wird. Unter der Bibel hervorschauend und über den Tischrand hinausragend ein unbeschriebenes Blatt Papier mit Einriß und Eselsohr. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger inv. et exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor und nachfolgend. 51,6 x 42 cm.

Johann Elias Ridinger, Memento Mori

Provenienz

Gräflich Faber-Castell

deren Ridinger-Versteigerung 1958
mit deren Lot-Nr. 145 auf dem Untersatzkarton

Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen

(1922-2004)

Stillfried (3. Nachtrag zu Thienemann, 1876) + Schwarz (Coll. Gutmann, 1910) 1426, offenbar beide III (von III); Reich auf Biehla 295 ( „Aeusserst selten“, 1894 ! Ohne Zustandsangabe. ); Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940), 434 (ohne Rand, wohl dito); Faber-Castell 145, Zustand I (von III) wie auch das Exemplar der Staatlichen Graphischen Sammlung München (1963:1644); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1, 289 (1975, Stillfried’s Beschreibung wiedergebend); Ridinger-Katalog Kielce (1997), 172, II (von III) nebst Abb.; Niemeyer, Die Vanitas-Symbolik bei Johann Elias Ridinger in Wunderlich (Hrsg.), L’Art Macabre 2, 2001, Abbildung S. 103 (III. Zustand).

Nicht bei Thienemann (1856) , Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57) , Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Slg. Hamminger (1895) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1554 Positionen; 1900).

Mit  Untertext:

„ Quid q(uid) agis, prudenter agas et respice finem, Sir. 7.c.

Was du thust so bedencke das Ende, so wirst du nimmermehr übels thun .

(Sir. 7. Cap.) “

Früheste  Fassung

dieses  bildhaft-schönen  Vanitas-Stillebens

als

EINER  DER  INTERESSANTESTEN  RARITÄTEN  DES  RIDINGER-ŒUVRE

in tiefbraunem Druck schönster Plastizität auf festem Bütten mit Wz. WANGEN und separater IV, wie beide für zeitgenössische Drucke stehend. Mit seitlich 8-14 mm, oben 17 mm Rand, unten unter partiell leichtem Signatur-Anschnitt, doch Verlust des „Sir. 7. Cap.“ als Schlußzeile des Untertextes beschnitten. Althinterlegte kleine Ausrisse im freien Feld links außen des tonig-schönen Textunterrandes bei noch minimalem Hineinreichen in den Kantenabschluß des Tisches sowie innerhalb der beiden Zitatzeilen unter Fastverlust der Buchstaben „uid“ im zweiten „quid“ der ersten und minimaler Berührung der Buchstaben „as“ im „Was“ der zweiten Zeile. Im Bild selbst vereinzelte altbeigelegte Klein(st)läsuren, optisch haarrißartig deren vier im Vorhang oben links und einer im rechten Schädelauge, stecknadelkopfartige drei weitere an Schädelrand, auf der Bibel, im Vorhang. Eine weitere Kleinläsur in der weißen Tischkante rechts unten kaum wahrnehmbar, bildseits gar nicht einige wenige unversorgt gebliebene stecknadelkopfkleine Löchlein, wie auch die nicht ganz unübliche geglättete Mittelfalte nur im Schädel noch sichtbar. Von zwei hinterlegten Kleineinrissen im weißen Rand rechts einer 7 mm in die Bildausfüllung reichend. Ein leichter Braunanflug vom Fuß des Kerzenhalters an abwärts vom Druckbraun optisch nahezu eliminiert. Gesamthaft somit etwas zeitspurig, doch nicht allein rücksichtlich der zusätzlichen Seltenheit als Erstzustand und der ridingerbezogen bedeutsamen Provenienz durch und durch erwerbenswürdiges

herausragendes  Beispiel  aus  der  Gruppe

der  Vanitas-Arbeiten  und  Totentänze

und  großartiger  Beleg  für  den  „ verharmlosten  Ridinger “,

so der kunsthistorische hiesige Beitrag auf der Ridinger-Festveranstaltung der TU Dresden gelegentlich des 300. Geburtstages, aufzeigend zugleich des Meister’s tiefe Verwurzelung in der Emblematik der alten Niederländer, deren Werken er generell weit stärker verpflichtet ist, als bislang angenommen. Und hier nicht zuletzt dokumentiert durch sein die geistige Urheberschaft zweifelsfrei machendes inv(enit). Denn den „harmlosen“ Ridinger landläufigen Kunsthistorikerurteils hat es gottlob nie gegeben. Vielmehr blieb er

„ einer  der  wenigen  deutschen  Barockkünstler

… der … nie  in  Vergessenheit  geriet “

(Rolf Biedermann, Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, S. 338). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 14.856  /  Preis auf Anfrage


„ heute kam das Paket – vielen Dank für die excellente Verpackung. Das Bild ist wirklich sehr schön … Wir freuen uns auf Ihre (weitere) Nachricht. Herzliche Grüße aus F. “

(Herr + Frau T. C., 13. Mai 2002)