English

„ Daß  (Ridinger)  bis  in  die  neueste  Zeit  hinein

einen  so  unverdienten  Ruhm  genossen  hat ,

ist  mir  gänzlich  unverständlich …

von  allen  Pferdedarstellern … (ist  er)  der  schlechteste “

Schoenbeck, Richard. Das Pferd und seine Darstellung in der bildenden Kunst vom hippologischen Standpunkt aus. Mit Frontispiz + 44 (5 gefalt.) Tafeln + 328 Abbildungen. Lpz., Engelmann. 1908. 4°. X, 203 SS. Illustr. roter OLwd.-Bd. mit goldgepr. Rücken + Vorderdeckel und rotem Vorsatz. Kopfgoldschnitt.

Standardwerk hinsichtlich des reichen Bildmaterials und ggf. der einführenden Kapitel „Skizze und Geschichte des Pferdes“ (SS. 31-66) + „Das Pferd“ (67-143). Die dann nur noch folgenden mageren 60 Seiten der Darstellungsbetrachtung als dem eigentlichen Buchtitel hingegen bestimmt von primitivem Tonfall eines schwadronierenden Kunstbanausen, vor dem neben wenigen Ausnahmen, zu denen Dürer („… zeigt, daß D. das Pferd nicht verstanden hat, obwohl er ein Manuskript über die Proportionen aller Verhältnisse des Pferdekörpers schrieb“) Tempesta, Rugendas, Pferdemaler Bürde und Passionisten wie Carle Vernet, Pluvinel, de la Guérinière oder der Herzog von Newcastle mitnichten, Velasquez und Anthonis van Dyck nur unter großem Vorbehalt zählen, am Ende denn wohl doch nur der lt. Fröba, Pferd und Reiter in fünf Jahrhunderten, S. 59, auch pferdemalende und bildhauernde Major Schoenbeck Bestand haben dürfte, von dem Beispiele indes hier unreproduziert blieben. Wozu denn auch der Huldigungstenor gegenüber Kaiser Wilhelm II. paßt (S. 182, „… und nicht zuletzt ist es der kunstsinnige deutsche Kaiser, der mit allen seinen Kräften auch auf diesem Gebiete …“), wie er mit ausgetauschten Adressaten bis in die jüngste Vergangenheit lebendig geblieben ist.

Und wie „aber dem Künstler oft, sagen wir meist, das Eindringen in die Materie … versagt, oder mit allerhand Schwierigkeiten verknüpft ist“, so dem Autor halt die Gabe, Kunst bis hin zur Platten-Land-Poesie der holländischen Malerei, um von neuzeitlicher ganz zu schweigen, erkennen, geschweige denn beurteilen oder auch nur wissenschaftlich versachlicht vortragen zu können. Ansonsten aber „gehörte (er) zu den bedeutendsten und vielseitigsten Persönlichkeiten der Hippologie um die Jahrhundertwende“, der im übrigen auch im Kampf um den Damensitz „sogar so weit (ging), daß er die Dame nicht ohne einen begleitenden Kavalier oder ‚Groom‘ ausreiten lassen möchte“ (Fröba, a. a. O., SS. 58 + 62).

Daß dem Miserabelsten („sein Wild ist ebenso minderwertig“) mit knapp drei Seiten, drei Großabbildungen + 4 Tafeln von allen schließlich der breiteste Raum gewidmet wird, ist nur folgerichtig. Denn (Schande) wem (Schande) gebührt. Die vierte der Tafeln (Tafel 38) übrigens läuft nur noch als anonyme Ridinger-Nachfolge, sodaß hier die Stellung der Beine zumindest schon „merkwürdigerweise richtig“ sein darf. Die Darstellung zeigt Friedrich den Großen aus der Folge der Fürstlichen Personen zu Pferde, Thienemann 829. Und da der Autor mit dem Latein der zitierten Signaturschrift seine Schwierigkeit hatte, blieb ihm auch Augsburg als Wirkungsstätte verborgen, und ließ er den Meister ein Leben lang in Ulm. – Kleiner hinterlegter Riß.

Angebots-Nr. 12.582 / EUR  353. / export price EUR  335. (c. US$ 387.) + Versand


„ Ganz herzlichen Dank für Ihre netten Wünsche und die sehr interessante Lektüre (Wild + Hund 23/2008), über die ich mich sehr gefreut habe. Mein Glückwunsch zu diesem schönen Artikel über Ihr Ridinger Wirken und die damit verbundene und verdiente Anerkennung. An meiner ‚Ridinger – Sammlung‘ erfreue ich mich stets aufs Neue. Schon deshalb war die Anschaffung des Pompadour Bandes (1998) ein guter Kauf … Mit besten Grüßen, Ihr … “

(Herr O. v. L., 5. Januar 2009)