|
Widerrufsrecht Impressum Pferde + Reiten Katalog Fischen + Angeln Tiere, Jagen, Umwelt Joseph Georg Wintter Die Familie Rugendas 45 Jahre Kunsthandlung + Seltenheitsantiquariat Kataloge
Autographen
KartographieBibliophilie Alte Meister Zeichnungen Grafik XX. Jahrhundert Recht Orts- + Landeskunde Miscellania: Bücher + Grafik William Hogarth Das AHA!-Erlebnis Juli 2008 Künstlerindex Homepage e-mail
Datenschutz Geschäftsbedingungen |
Mußte „als eine Raritetsehr theuer erkaufft w(e)rden“Die brandfrische Wiedergabe des Tigerpferdesmit dem ganz einzigartigenÄhrenbouquetRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das Tigerpferd mit Ährenbouquet. Der in herrlich leichter Bewegung breit in schöner Hügellandschaft mit Dorf, abgesondert von fünf teils tollenden und sich wälzenden Pferden, stehende Hengst, den schönen Kopf dem Betrachter zugewandt. Nach dem nach dem Leben gemalten Porträt von Christian Ludwig Frhr. von Löwenstern (1701 Darmstadt 1754). Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: Lib: Baro de Löwenstern ad viv: pinx. Darmst. / J. El. Ridinger sc. et excud. 1745 +
35 x 28,5 cm. Das als hippologische Bewunderungswürdigkeit denkbar schon während der Rückreise gemalte und Ridinger als hierfür erster Instanz zu brandfrischer Dokumentation innerhalb seiner laufenden Serie zoologischer Fallbeispiele anvertraute Porträt der Promnitzischen Trouvaille zu Blatt 38 (Thienemann + Schwarz 280, „Die sechs Pferde, welche in dieser Sammlung enthalten sind, wurden später auch gesondert verkauft“) der „Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“. Der dem Darmstädter Hof nahestehende Baron von Löwenstern , wirkend auch als Dichter + Komponist, war gleich Goethe ein Liebhaberkünstler von gleichwohl höchst umfangreichem malerischen Œuvre
(Thieme-Becker XXIII [1929], 328). Über all dies hinaus anstehendenfalls familien- wie zeitgeschichtlich von hohem Belang schließlich der thematische Bezug auf die in tiefer Geschichte wurzelnde schlesische reichsgräfliche Familie von Promnitz als Erwerberin des edlen „Tigers“. Seit 1542 in Besitz der Standesherrschaft Pleß im Reg.-Bez. Oppeln, zeitigte die auf den Stammsitzen in Sorau + Pleß sitzende Familie verschiedene bedeutsame Mitglieder übergeordneten Interesses. Obgleich die Herrschaft schon 1765 (nach bereits damaligem Erlöschen der Familie?) auf das Haus Anhalt-Köthen überging, überdauerte das „Jagdhaus Promnitz“ die Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag und diente im Herbst 1913, wo er am 12. September den bekannten 26-Ender erlegte, Kaiser Wilhelm II. gleichermaßen als Arbeitsstätte wie Pirsch-Refugium. Während des 1. Weltkriegs zeitweiliges kaiserliches Hauptquartier , fielen „(i)n Pleß … drei Entscheidungen von weittragender Bedeutung ,
die Erklärung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges , was zur Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an das Deutsche Reich führte “ (Andreas Gautschi in Gautschi und Rakow, Wilhelm II. und das Waidwerk. Bothel, Nimrod-Verlag F. Rakow, 2006, SS. 234 f. nebst Abbildungen von Schloß + Park Pless und namentlich des „Arbeitszimmer(s) Seiner Majestät im Jagdhaus Promnitz [Pless]“). Zu Promnitz siehe auch ADB XXVI (1888), SS. 663 f.; Magno, Histor. Beschreibung der Hoch=Reichs=Gräfflichen Promnitzischen Residenzstadt Sorau, Lpz. 1710; König, Biograph. Lexikon aller Helden und Militärpersonen, welche sich in preuß. Diensten berühmt gemacht haben, Bd. III, Bln. 1790; Bülau, Geheime Geschichten und räthselhafte Menschen, Bd. II, 2. Aufl., Lpz. 1863.
(Herr A. G., 8. Dezember 2003) |