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Mit  Parrocel’s  berühmter  Reitschul-Suite

La Guérinière, (François Robichon de). École de Cavalerie; Contenant la Connoissance, l’Instruction, et la Conservation du Cheval. 2 Bde. Paris, Par la Compagnie (des Libraires), 1756. 8 unnum. Bll., 319 SS.; 2 unnum. Bll., 300 SS. Mit Autoren-Porträt + Frontispiz, gestochen von Simon Henri Thomassin (1687 Paris 1741) nach Louis Tocqué (1696 Paris 1772) bzw. Benoit II Audran nach Parrocel und

33  (4 gefalteten)  Kupfern

(19 x 12 bzw. 19 x 24,5-26 cm Blattgröße) von (14, darunter die Faltkupfer) + nach Charles Parrocel (1688 Paris 1752). Frz.-Bde. d. Zt.

François Robichon de La Guérinière, École de CavalerieFrançois Robichon de La Guérinière, École de Cavalerie

Mennessier de La Lance II, 28. – Vierte Oktav-Ausgabe der 1729 erstmals kleinstformatig und unillustriert erschienenen und bis ins 19. Jhdt. wiederholt aufgelegten

fundamentalen  Reitlehre  des  Kgl.  Stallmeisters

und Gründers mehrerer Reitschulen, zu der Parrocel seine berühmte Folge schuf, die zur 1733er ersten illustrierten und zugleich folioformatigen Ausgabe führte. Die erste der ebenso illustrierten Oktavausgaben folgte 1736. – Rückseits der Titel jeweils Liste der die Verleger-„Compagnie“ ausmachenden neun Buchhändler.

François Robichon de La Guérinière, École de CavalerieFrançois Robichon de La Guérinière, École de CavalerieFrançois Robichon de La Guérinière, École de Cavalerie

Textgenau eingebunden, startet die Folge mit 24 halbseitigen Dressur-Scenen auf 12 sämtlichs auch von Parrocel selbst radierten Tafeln, denen sich 8 ganzseitige, zugleich porträthaft ausgeführte Arbeiten anschließen, von denen zwei gleichfalls von Parrocel allein gearbeitet sind, eine nur sein invenit enthält und die übrigen fünf seiner Vorlagen von Fremdstechern (Tardieu, N. Dupuis, Laurent Cars, Beauvais, L. Desplaces) ausgeführt sind. Die vier großen Faltkupfer – neben zusammenfassender Dressurübersicht je ein reich nummernerschlossenes für die äußeren Teile des Pferdes, dessen Skelett und für das kranke Tier – wieder ganz allein von ihm. Zugehörig zwischengebunden schließlich 9 Kupfer Zaumzeug, Hufeisen, Werkzeug und Schemata, von denen acht die Stecher-Signatur von Guillaume Dheulland (D’Heuland, Anfang 18. Jhdt. bis um 1770) tragen. Sieben der eigenen Parrocel-Signaturen nur mit einem r geschrieben.

François Robichon de La Guérinière, École de CavalerieFrançois Robichon de La Guérinière, École de Cavalerie

Für die hiesigen porträthaften blattgroßen Kupfer La Croupe au Mur + Le Piaffer hier von denselben Stechern Dupuis bzw. Cars ähnlich gearbeitete 1751er Folio-Formate (aus dem zweiten Folio-La Guérinière jenes Jahres?) bekannt, die statt der Dressurbezeichnung mit M. le Marquis de Beauvilliers bzw. M. de Kraut bezeichnet und von deren Wappen begleitet sind, dabei per „pinx.“ statt hiesigem „inv.“ auf Parrocels entsprechende Öle zurückgehen. Die 24 hier halbseitigen Dressur-Scenen übrigens dienten Leonhard Michael Steinberger (1713 – Augsburg  1772) als frei verwandte Vorlagen für seine im Ridinger-Verlag erschienene 24blätterige Schule (Thienemann-Stillfried S. 295 + Nachtrag III, S. 2; Schwarz Bd. I, XXV).

François Robichon de La Guérinière, École de CavalerieFrançois Robichon de La Guérinière, École de CavalerieFrançois Robichon de La Guérinière, École de Cavalerie

„ P.s Stärke – urteilen Thieme-Becker 1936 – liegt außer in der verblüffend treuen Darstell. des Pferdes u. aller kostümlichen Details, namentlich

in  der  kühnen  Komposition  lebhaft  bewegter  Gruppen .“

Gesehen und erfahren als Insider. Der 17/18jährige diente als Kavalerist. Und noch 1744/45 „(b)egleitete (er) die französ. Armee auf ihren Feldzügen … und wurde Augenzeuge der Schlacht bei Fontenoy“. Aber da bekleidete er bereits eine Professur, geschätzt als am großen Tempesta geschulter Historien- und besonders Schlachtenmaler ebenso wie als Radierer, ganz Sohn seines mit Nachbar Diderot verkehrenden Vaters Joseph als zugleich seinem ersten Lehrer. Vermutlich war es der jüngere der beiden, dessen Ridinger in 1765er Altersbrief an Johann Georg Wille in Paris (bayer. Privatsammlung und nicht im 1999 erschienenen Wille-Briefwechsel) als eines jener gedachte „welche ich alle mir vor meine Meister vorstelle und dises ist nicht gesagt nein ich bin es überzeugt“.

François Robichon de La Guérinière, École de Cavalerie

Hiesige Ausgabe bis auf einige Abweichungen identisch mit der von 1754. Deren gestochenes kleines Wappen auf dem Titel hier durch ein Holzschnitt-Zierstück ersetzt, abweichend auch die Pagination von S. I/319. Das Inh.-Verzeichnis von II in größerer Type gesetzt, sodaß es erst in der Mitte von S. 300 abschließt.

François Robichon de La Guérinière, École de CavalerieFrançois Robichon de La Guérinière, École de Cavalerie

Die beriebenen Einbände an Ecken und Kanten leicht bestoßen sowie mit wenigen kleinen Abplatzungen und Wurmspuren. Vorderdeckelgelenk von Bd. I und das des Rückdeckels von II oben und unten jeweils 2-3,5 cm gerissen, doch allenfalls minimal nach innen durchgehend, sonst von völlig intakter Bindung, deren rotbraun marmorierter floraler Vorsatz nebst Innenspiegel eigens hervorgehoben sei. Die weißen Vorsatzrückseiten und das weiße Schlußblatt von II gebräunt, gleichmäßig schwach noch Porträt, Frontispiz und Titel von II sowie eines der Faltkupfer rückseits oben. Blatt 169/70 von I mit alter Randhinterlegung. Im übrigen praktisch fleckenfreies Exemplar mit mehrfachem interessanten alten Besitzvermerk:

Ex libris von Haugk

Beide Vorderdeckel innen  mit  Wappen-Exlibris  von  Haugk , Vorsatzrückseite von I mit (wohl 18)42er hs. Glogauer Kaufvermerk und auf beiden Titeln hs. „M. Troost. 1881. Capitaine“.

Kurz, ein bis durchaus hin zum Einband mit seiner reichen Rückenvergoldung und den roten Rückenschildchen rundweg schönes Exemplar des unverzichtbaren Werkes mit seiner künstlerisch wie hippologisch Maßstäbe setzenden Parrocel-Illustration als eines Wertes sui generis.
Angebots-Nr. 15.149 / EUR  1730. / export price EUR  1644. (c. US$ 2169.) + Versand

François Robichon de La Guérinière, École de Cavalerie


“ Beautiful Rugendas colour print arrived! Thanks very much for keeping me informed. Best regards ”

(Mr. J. R. L., June 11, 2004)