Fürstlicher Kunst-Vermarkter
Herring Sen., John Frederic (Surrey 1795 – Meopham Park 1865). Evening. Nach der Tagesarbeit zur Tränke an den Dorfweiher gerittene Pferde. Zur Rechten Gebäude und Schuppen eines Anwesens. Mit reicher Baumstaffage, Enten am und auf dem Wasser sowie einem Vogelschwarm. Kolor. Aquatinta von J. Harris (Simeon John Harris, 1811 London 1865?). Bezeichnet: Painted by J. F. Herring, Senr. / Engraved by John Harris. / London Published March 15th. 1849. by E. Gambart & Co. 25. Berners St. Oxford St. (stehend für die Jahre 1850-1860) Paris by Goupil, Vibert & Co. (stehend für die Jahre 1841-1850), ansonsten wie vor. 55,8 x 72,5 cm.
Literatur
Jeremy Maas
Gambart: Prince of the Victorian Art World
(1975)
Pamela M. Fletcher
Creating the French Gallery:
Ernest Gambart and the Rise of the Commercial Art Gallery
in Mid-Victorian London
in
Nineteenth-Century Art Worldwide,
a Journal of 19th Century Visual Culture
2012
Herring’s Farm Scenes. – Mit rechteckigem Trockenstempel E. GAMBART & Co. / … / 25 BERNERS St. Dazwischen ein kleineres Rechteck mit unlesbarer Beschriftung, wie denn auch der fein gestochenen Gesamtadresse nach Vibert & Co. weiteres zu folgen scheint. Literaturbelegt hier nur der ovale Trockenstempel E GAMBART & CO LONDON.
seiner Tageszeiten-Folge für den legendären Graphik-Verleger Ernest Gambart (1814-1902), berühmt nicht zuletzt für die Soirées in seiner fürstlichen Londoner Residenz, der er mit „Les Palmiers“ einen Marmor-Palast in Nizza an der dann kleinen Avenue Gambart folgen ließ, als er sich um 1870, gerade 56jährig, als nunmehr spanischer Generalkonsul vom Geschäft zurückzog. Es gleichtuend damit seinem Broadway-Fürsten-Kollegen Ridinger-Trommler Emil Seitz (ca. 1830-1911). Und mit einem Sommer-Schloß in Spa gedachte er liebevoll seiner belgischen Herkunft. Seinen Aufstieg begann er 19jährig in Paris mit zunächst eigenem Geschäft, dann als Goupil-Angestellter, als deren Agent und dann bald freundschaftlich verbunden bleibender Konkurrent er 1840 nach London weiterzog.
Adressenbelegt nicht weniger brandfrisch der Abzug selbst . Spätere unterscheiden sich nicht zuletzt auch durch fehlendes Kolorit.
Der weiße Oberrand partiell stockfleckig, der untere schwach gebräunt. In der weißen Himmelspartie des Bildes selbst vier runde Stockflecken von zwar bis 1 cm Durchmesser und ein zweigverdeckter solcher von 1,5 cm, doch innerhalb des bildlichen Gesamttons nicht sonderlich störend. Rückseits im oberen Feld und unteren Rand gebräunt/stockig. Verschiedene hinterlegte Ein- bzw. Ausrisse im weißen Plattenrand, davon einer etwas ins Bild hineinreichend. Eine selbständige Rißstelle auch im Bildrand selbst. Stellenweise etwas berieben, doch kaum störend. Drei Seiten innerhalb der weißen Plattenkante geschnitten. Nicht mehr letztlich,als mit diesen schönen großformatigen Wandfüllern altersbedingt gern einhergehend.
Angebots-Nr. 15.831 / EUR 980. / export price EUR 931. (c. US$ 1253.) + Versand
Der hiesige Weihnachts-/Neujahrsgruß 2005 endete mit „In diesem Sinne recht schöne Weihnachtstage voll Harmonie und sammlungszugewandter Muße … “ , letzterer Wunsch in einer Grußerwiederung aufgegriffen wurde mit den Worten
„ das Gutwort des Jahres – sammlungszugewandte Muße – wunderbar, hab einigen LBA/Goethefreunden dieses Gutwort genannt. Sie haben in einer verwahrlosten Zeit ein ‚linguistisches Gespür’! “
(Herr R. K., 5. Januar 2006)


